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Aktueller Online-Flyer vom 28. April 2017  

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Lokales
Offener Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Köln Jürgen Roters
Köln wird durch RheinEnergie sehr gaslastig
Von Peter Kleinert und Peter Weissenfeld

Nach einem Besuch des Bundesministers für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel (SPD) auf der Baustelle für das neue Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Heizkraftwerk Niehl 3 in Köln hat der Arbeitskreis Ökologie von Attac-Köln einen Brief an Kölns SPD-OB Jürgen Roters für notwendig gehalten. Darin geht es um das Fehlen einer Fortschrittskontrolle von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien bei der stadteigenen RheinEnergie.
 

Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters
NRhZ-Archiv
In einer Pressemitteilung von Attac heißt es dazu: Mit Besorgnis nehmen wir zur Kenntnis, das der Klimawandel weiter fortschreitet. Nicht nur international und national gibt es zu wenig Fortschritte, auch auf lokaler Ebene muss sich mehr bewegen. Der Kölner Energie-versorger RheinEnergie erzeugt nur circa 4% an Erneuerbaren Energien (genaue Zahlen werden vom Unternehmen nicht veröffentlicht). Der Kölner Oberbürgermeister Roters hat den Konvent der Bürgermeister zum EU 20-20-20 Klimaschutzprogramm unterschrieben. Ein Brief an Roters mit der Aufforderung zu sichtbaren Konsequenzen gegenüber der RheinEnergie blieb aber leider unbeantwortet. Deshalb veröffentlichen wir ihn jetzt als Offenen Brief, den Sie hier drunter finden:
 
Sehr geehrter Herr OB Roters, im Rahmen des EU 20-20-20 Klimaschutzprogramms hat die Stadt Köln den Konvent der Bürgermeister unterschrieben. Damit sind die Stadt Köln und Sie als amtierender Bürgermeister eine Verpflichtung eingegangen, für 20% Strom aus Erneuerbaren Energien und 20% Energieeffizienz bis 2020 zu sorgen. (1) Die (quasi) stadteigene Firma RheinEnergie (die Aktien sind zu 80% in städtischem Besitz) plante noch im Jahr 2009 20% Erneuerbare Energien (EE) bis 2020. Im Oktober 2012 hingegen veröffentlichte die RheinEnergie einen Plan zur Eigenerzeugung für EE von 246 GWh (4%) in 2012 und 630 GWh (8%) in 2020. (2)
 
Das SPD-Programm für die Bundestagswahl versprach 40-45% EE bis 2020. Ein weises Ziel auch für Köln: mit den KWK-Projekten Niehl 2 und Niehl 3 wird Köln sehr gaslastig, weil die RheinEnergie nahezu ihre gesamte Strommenge für Köln mit Gasimporten herstellen wird. Es entsteht der Eindruck, dass in Köln die Unterschrift eines SPD Oberbürgermeisters und die Wahlversprechen der SPD nicht viel Wert haben.
 
Die Energieeffizienz wird bei der RheinEnergie in ihrer Selbstdarstellung groß geschrieben. Eine Quantifizierung der Fortschritte im Jahresbericht bleibt aus. Darüber hinaus hat der Rot-Grüne Stadtrat in April 2011 die Verantwortung für die Energieeffizienz an die Stadtverwaltung übertragen, jedoch ohne Budget und ohne quantifizierte Ziele. Auch hier wieder der gleiche Eindruck: Die SPD macht nur leere Worte. Ernsthafte Veränderung ist nicht angestrebt.
 
Wir bitten Sie daher: Fordern Sie die RheinEnergie dazu auf, umgehend nachvollziehbare Zahlen für EE und Energieeffizienz zu veröffentlichen. Und das rückwirkend ab 2009 und als Prognose bis 2020.
 
Für den Klimaschutz. Für Köln. Und auch um Ihrer Verantwortung und der Ihrer Partei nachzukommen.
Mit freundlichen Grüßen,
Attac-Köln, Arbeitskreis Ökologie
i.A. Peter Weissenfeld
 
 
(1) Rede von Oberbürgermeister Jürgen Roters anlässlich der Besichtigung einer Fotovoltaikanlage der GAG am 2. Juli 2010, 11 Uhr, Äußere Kanalstraße 39-43
(2) Die RheinEnergie veröffentlicht noch keine EE-Anteile an der Stromerzeugung. Unsere Schätzungen sind 4 und 8%. 2012 produzierte die RE 246GWh EE, inclusive Andasol. 246GWh / (4000GWh(Köln)+2000GWh(Rostock))=4,1% Anteil der EE an der Stromerzeugung in 2012. Für 2020 plant die RE 630 GWh EE. 630 Gwh/ (4000GWh(Köln)+2000GWh(Rostock) +2250 Gwh(Niehl 3)= ca. 8%. Die Beteiligung der RE an MVV (MVV Energie AG Mannheim) sollte da auch noch eingerechnet werden, wird aber den Anteil der EE nicht verbessern. (PK)


Online-Flyer Nr. 460  vom 28.05.2014

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