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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Filmclips
"Dinner with Alexander"
Von Gernot Steinweg und Peter Kleinert



Video-Tanz, Clip "Dinner with Alexander"In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten in Europa und Amerika Choreographen, Videokünstler, Regisseure, Kameraleute und Komponisten - oft in Kooperation - eine neue Kunstform, den "Video Dance“ (Video-Tanz). Losgelöst von der Theaterbühne, der Straße oder anderen konkreten Schauplätzen entwickelt der Tanz eine ganz neue Dynamik. Nicht die Live-Performance sondern das Zusammenspiel von bewegten Bildern und bewegten Körpern macht den besonderen Reiz aus. Die Choreographien werden für das Medium Video bzw. Film entwickelt. Die technischen Möglichkeiten der Kamera und des Film- bzw. Videoschnitts werden herausgefordert. Oftmals wird die Musik erst im Nachhinein zum fertigen Videoschnitt komponiert. Ein Video-Tanz kann nur auf einem Bildschirm oder als Projektion auf einer Leinwand betrachtet werden.

 
Für diese Kunstform war natürlich zunächst das Fernsehen die ideale Präsentationsplattform. Und so entwickelten sich europaweit spezielle Festivals, die Fernsehmacher und Video-Tanz-Künstler zusammenbrachten. Auf diese Weise entdeckten auch Rea Karen und ich, eingefleischte Dokumentarfilmer, dieses Kunstgenre und waren sofort hellauf begeistert. 1988 war in Köln das "unabhängige Fernsehfenster KANAL 4“ gegründet worden, das Peter Kleinert mit einer Gruppe von NRW-Dokumentarfilmern bei der Landesregierung im Zusammenhang mit der Zulassung der Privatsender RTL und Sat1 durchgesetzt hatten. Wir hatten uns auf das kurze Zeit vorher geänderte Landesrundfunkgesetz berufen, laut dem Privatsender nur dann eine Lizenz in NRW erhalten sollten, wenn sie „die Kultur des Landes angemessen darstellen“ würden. Da dies aufgrund aller Erfahrungen in den CDU-regierten Ländern nicht der Fall war, drohten wir der SPD-Regierung Rau mit einer Klage beim Landesverfassungsgericht und setzten so die Genehmigung eines wöchentlichen unzensierten TV-Programms durch.
 
Eine "Video-Tanz-Reihe“ passte da genau ins Konzept. Auf den internationalen Festivals trafen wir Künstler aus Finnland, Portugal, Frankreich, Italien, Slowenien, Tschechien und Kroatien. Später kamen noch Produzenten und Künstler aus anderen Ländern hinzu. Wir alle hatten gute Ideen aber herzlich wenig Geld. Und so entwickelten wir den „European Video Dance“ als europäisches Fernseh-Austauschprojekt. Wir verständigten uns auf Form und Länge, produzierten unsere Videos entsprechend und tauschten dann ohne Geld unsere fertigen Programme einfach untereinander aus. In einigen Fällen kam es zu länderübergreifender Zusammenarbeit bis hin zu Co-Produktionen. Auf diese Weise potenzierten alle Beteiligten ihre finanziellen Kräfte um das Achtfache. Es entstanden wunderbare Video-Tänze mit ganz unterschiedlichen Geschichten und Formen. Viele von ihnen erzielten hohe internationale Auszeichnungen.
 
KANAL 4 hat diese Kunstform bis Mitte der 90er Jahre begleitet und mit vier Sendereihen gewürdigt. Die NRhZ wird in weiteren Ausgaben an den "European Video Dance“ erinnern und jeweils ein Video in Ausschnitten vorstellen.
 
"Dinner with Alexander"
 
Speisen und sexuelle Phantasien werden in diesem kurzen Video auf leichte und unterhaltsame Weise miteinander gemischt. An einem festlich gedeckten Tisch sitzen sich eine Frau und ein Mann gegenüber, essen und schauen sich intensiv an. Doch in ihren Köpfen findet auf dem schön gedeckten Tisch etwas ganz anderes statt. Sie stehen nebeneinander, ziehen sich aus, lassen ihre Körper ineinander verschmelzen. Am Schluss kriecht sie wie eine Henne über ihn und lässt ihn unter ihrem Rock verschwinden. Übrig bleiben die schmachtenden Blicke.
 
"Dinner with Alexander“ gehört zu den frühen experimentellen Werken von Kimmo Koskela und Rea Pihlasviita. Sie mischen sehr geschickt Formen des Spielfilms und der Videokunst. Heraus kommt eine unterhaltsame Parodie auf bürgerliche Phantasien, die zum Schmunzeln anregt. (PK)
 
"Dinner with Alexander"
von Kimmo Koskela und Rea Pihlasviita, Finnland
Länge: 3 Minuten, Produktionsjahr 1991
Regie: Kimmo Koskela & Rea Pihlasviita
Choreografie: Rea Pihlasviita
Kamera und Schnitt: Kimmo Koskela
Performance: Rea Pihlasviita, Reijo Kela
Produktion: Kimmo Koskela

Liebe LeserInnen,
hier können Sie noch einen lustigen Trickfilm mit Informationen zum Volksentscheid "UNSER WASSER - UNSER NETZ!" am 22.September in Hamburg sehen. Laut Mitteilung unserer Leserin, von der wir den Link dazu erhalten haben, arbeiten Senat und der Ernegiekonzern Vattenfall "mit Lügen und Verdrehungen, um dem Volksentscheid eine Niederlage zu bereiten". Es geht dabei nämlich um die vollständige Übernahme der Hamburger Energienetze in die Öffentliche Hand.
Link zum Film: http://unser-netz-hamburg.de/trickfilm-fred-und-der-netzruckkauf/



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Online-Flyer Nr. 423  vom 18. Dezember 2017



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Von Kostas Koufogiorgos
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