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Aktueller Online-Flyer vom 16. Dezember 2017  

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Lokales
Stellungnahme der Nachlassgeber des Historischen Archivs der Stadt Köln
Planungsstopp beim Archivneubau und der KMB
Von der Interessengemeinschaft der Vor- und Nachlassgeber des Archivs

Der Kölner Presse war zu entnehmen, dass ein Planungsstopp für den vorgesehenen Archiv­neubau zustande gekommen ist, weil über dessen notwendige Größenordnung und Standort keine Einigkeit mehr unter den Parteien besteht. Ursache dafür soll sein, dass die Entschei­dung, nach der der Neubau auch neue Räumlichkeiten für die Kunst- und Museumsbibliothek (KMB) und das Rheinische Bildarchiv umfassen soll, plötzlich infrage gestellt wurde. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die Stadt Köln die Entscheidung über einen Standort für die Kunst- und Museumsbibliothek (KMB) bereits seit über dreißig Jahren vor sich herschiebt. Dazu mehr am Ende dieses Textes.
 
Die Interessengemeinschaft weist darauf hin, dass der Planungsstopp in einem eklatanten Widerspruch zur Aussage des Oberbürgermeisters und von Vertretern der Stadtverwaltung steht, so schnell als möglich ein neues Stadtarchiv zu bauen, um die beschädigten Nachlässe sukzessiv wieder zugänglich zu machen.
 
Die Interessengemeinschaft konstatiert angesichts dessen, dass aus Rat und Verwaltung über die tatsächlichen Entscheidungsvorgänge allenfalls Informationspartikel nach außen dringen, was eine fundierte Meinungsbildung erschwert, es herrscht ein erhebliches Transparenz- und Informationsdefizit, für das Politik und Verwaltung verantwortlich sind. 
Die Interessengemeinschaft fragt sich vor dem Hintergrund des inzwischen entstandenen Planungschaos: 
  • Warum wurden die Planungen für den Archivneubau offensichtlich vorangetrieben, ohne von vornherein verschiedene Größen- und auch Standortvarianten zu prüfen und zu kalkulieren? So hätten sich die jetzt entstandenen und weiter drohenden Verzögerungen durchaus vermeiden lassen. 
Darüber, ob ein Stadtarchiv innenstadtnah, also auf begehrtem Baugrund platziert werden muss, lässt sich trefflich streiten. Ebenfalls streiten lässt sich darüber ob der Archivneubau so gestaltet sein muss, dass er in der Lage ist, das Rheinische Bildarchiv und die Kunst- und Museumsbibliothek mit aufzunehmen. Das wäre zwar wünschenswert, ist aber nicht zwingend und angesichts der finanziellen Lage der Stadt Köln zumindest eine Frage der Abwägung.
 
Für die Interessengemeinschaft kann kein Zweifel darüber bestehen,
  • dass die Stadt Köln zeitnah einen Archivneubau braucht, um ausgelagerte Archivalien, für deren Auslagerung hohe Mietzahlungen anfallen, wieder aufnehmen und neues Archivgut sicher und dauerhaft einlagern zu können;
  • dass das unbefristete Fortbestehen der Provisorien in der Porzer Halle und in den überteuerten Räumlichkeiten am Heumarkt aus organisatorischen Gründen, aus Kos­tengründen und aus Gründen der Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Archivs absolut inakzeptabel ist;
  • dass weitere Verzögerungen in Planung und Ausführung des Archivneubaus auch einen Affront gegenüber denjenigen darstellt, die in der Vergangenheit der Stadt Köln Archivalien anvertraut haben und nun den Anspruch erheben, die Folgen des Archiveinsturzes so effektiv wie möglich anzugehen, um zu retten, was nach diesem Desaster noch zu retten ist. 
Die Interessengemeinschaft fordert die Parteien in Köln sowie Rat und Verwaltung auf, 
  • den Weg für einen raschen Baubeginn frei zu machen und damit das unwürdige Gezerre um den Archivneubau, das Kölns Ansehen bundesweit und international erneut schädigt, zu beenden;
  • die Verhandlungen über die Finanzierung der Kunst- und Museumsbibliothek mit der notwendigen Professionalität und mit verschiedenen Finanziers und Sponsoren voran­zutreiben, um die bereits bestehenden Planungen nicht durch nachträgliche Änderun­gen (z. B. durch den Wegfall der Museumsbibliothek) zu verzögern und zu verteuern. Sollte der dazu notwendige Sachverstand in Politik und Verwaltung nicht ausreichen, muss er extern organisiert werden;
  • das Informationschaos, den Mangel an Transparenz (s. o.) und die fortschreitende Verunsicherung umgehend zu beenden. Dazu wäre eine offizielle Stellungnahme des Oberbürgermeisters der Stadt gegenüber der Bürgerschaft über den Stand der Dinge und die detaillierte Zeitplanung des Planungsablaufs sowie der voraussichtlichen Fertigstellung des Archivneubaus notwendig.
 
Sabine Barth (Depositat Literarische Gesellschaft Köln), Mary Bauermeister (Vorlass), René Böll (Erbengemeinschaft Heinrich Böll), Prof. Peter Busmann (Vorlass Busmann und Haberer), Anne Dorn (Vorlass), Dr. Ingeborg Drews (Vorlass), Lieselotte Freusberg (GEDOK Köln), Michael Gerster (Nachlass Otto Gerster, Carola Andries), Renate Gruber (Nachlass Fritz Gruber), Dr. Guido Grünewald (Depositat Deutsche Friedensgesellschaft), Christiane Haerlin (Depositat Sozialpsychiatrie), Franz-Josef Heumannskämper (Nachlass William Pearson), Dorothee Joachim (Nachlässe Jens Hagen, Irmgard Joachim, Fritz Klein), Rainer Kippe (Depositat Sozialistische Selbsthilfe Mülheim), Dr. Mario König und Dr. Oliver König (Nachlass Prof. Dr. René König), Gisela Kutz (Nachlass Karl Henniger), Helge Malchow (Depositat Kiepenheuer & Witsch), Marcel René Marburger (Flusser/Zielinski Archiv), Frank Möller (Depositat Köln-Archiv), Robert HP Platz (Vorlass), Werner Rügemer (Depositat Verlag Pahl Rugenstein), Jörg Sädler (Nachlass Arthur Sädler), Roland Schüler (Depositat Friedensbildungswerk), Egbert Verbeek und Hans-Wilhelm Verbeek (Nachlass Hans Verbeek), Frolinde Weber (Nachlass Hermann von Berg), Elisabeth Dorothea v. Wittgenstein und Leo Friedrich v. Wittgenstein (Familienarchiv). 

Rettet die KMB!


Liebe Freunde und Kollegen, liebe Kunstinteressierte,
weltweit engagieren sich Archivare, Historiker, Künstler, Kunstwissenschaftler und ihre Verbände für die Aufhebung des Planungsstopps für den Kölner Archivneubau und für den Erhalt der Kunst- und Museumsbibliothek (KMB) und ihren Einzug in den Neubau! Die Petition https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-die-aufhebung-des-planungsstopps-fuer-den-neubau-des-historischen-archivs-der-stadt-koeln hat kurz vor Schluss über 8.700 Mitzeichnende; auch die überregionale Presse berichtet über die weltweite prominente Unterstützung der Forderungen.
 
Jetzt geht es darum, gerade auch in Köln noch einmal kurz vor der entscheidenden Stadtratssitzung präsent zu sein. Die Initiative "ArchivKomplex" unterstützt die Aktion der Initiative "Rettet die KMB" und ruft auf: Kommen Sie am Donnerstag, 18. Juli um 13:30 Uhr, auf den Theo-Burauen-Platz vor dem Rathaus - bringen Sie ein rotes Buch mit und zeigen Sie der Kölner Verzögerungspolitik die Rote Karte! 
 
Wir sehen uns Donnerstag am Rathaus! Köln darf seine Geschichte - auch die als bedeutende Kunststadt - nicht ein zweites Mal begraben! (PK)
 


Online-Flyer Nr. 415  vom 17.07.2013

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Von Kostas Koufogiorgos
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