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Aktueller Online-Flyer vom 17. August 2017  

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Lokales
Kölner RheinEnergie AG macht Greenwashing bei den Erneuerbaren Energien
SPD und Grüne im Aufsichtsrat nur Anhängsel?
Von Peter Weissenfeld

"15% ÖKO-Strom aus Eigenproduktion“ verkündete die RheinEnergie lange stolz auf ihrer Website. Vor einigen Wochen verschwand diese Aussage. Dort sind jetzt keine konkreten Angaben zum Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion von RheinEnergie mehr zu finden. Was ist passiert?

Das RheinEnergieStadion ist das Fußballstadion im Kölner Stadtteil Müngersdorf. Sein Vorläufer war das 1923 an gleicher Stelle erbaute Müngersdorfer Stadion, bevor von 2002 bis 2004 das heutige Stadion entstand.
Quelle: http://www.koelnersportstaetten.de
  
Die 15% waren der Anteil an der Erzeugungskapazität. Wenn also circa 10 Monate im Jahr die Sonne rund um die Uhr scheinen würde und auch der Wind ständig kräftig wehen würde, dann hätten die regenerativen Kraftwerke vergleichbare Laufzeiten wie die fossilen, würden also ihre Kapazitäten weitgehend ausschöpfen. In der Praxis sind daher die jährlichen Laufzeiten der verschiedenen Kraftwerke sehr unterschiedlich. Wichtig ist, wie hoch der Anteil der Erneuerbaren an der tatsächlichen Produktion ist. Dies sind nach unwidersprochenen Berechnungen der Initiative "Tschö RheinEnergie“ aber nur circa 4%. RheinEnergie selbst gibt trotz wiederholter Nachfrage keine Auskünfte darüber. Doch diese Nachfragen veranlassten RheinEnergie anscheinend, die 15% vorsichtshalber ersatzlos von der Website zu streichen.
 
SPD und Grüne fordern auf Bundesebene 40% Erneuerbare Energien bis 2020. Die CDU-FDP-Regierung immerhin 35%. In ihrer Koalitionsvereinbarung in Köln schrieben SPD und die Grünen: Bei den erneuerbaren Energien wollen wir das Ziel der Bundesregierung (30 Prozent der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen bis 2020) deutlich übertreffen. Hier werden wir uns dafür einsetzen, dass vor allem die RheinEnergie ihre eingeleitete Neuausrichtung hin zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen beschleunigt vorantreibt.

Durch einen Sponsorenvertrag trägt das Stadion in Köln-Müngersdorf seit dem Neubau den Namen des Kölner Energieversorgers RheinEnergie.
Quelle: wikipedia
 
Praktisch hat sich aber dazu bis heute in Köln leider nichts Sichtbares getan, außer der Zurücknahme der falschen 15%-Behauptung. Die Stadt Köln hält 80% der Anteile an RheinEnergie, die restlichen 20% gehören dem RWE. Damit ist der Rat der Stadt Köln gefordert, der RheinEnergie klare Vorgaben zu machen, damit die ehrgeizigen Ziele von Bundes-SPD und -Grünen erreicht werden. Die rot-grüne Ratsmehrheit ist also am Zug! Ohne Druck von außen wird nach allen bisherigen Erfahrungen allerdings nicht passieren, und ihre Vertreter im Aufsichtsrat bleiben nur Anhängsel.
 
Außer dem Druck auf die politischen Parteien, besteht die Möglichkeit Druck auf RheinEnergie selbst auszuüben. Die Abwanderung von Kunden zu einem echten ÖKO-Stromanbieter (EWS, Greenpeace-Energy, Lichtblick, Naturstrom) entzieht RheinEnergie die wirtschaftliche Basis. Die Initiative "Tschö RheinEnergie" ruft deshalb auf, zu den echten ÖKO-Stromanbietern zu wechseln. Sobald RheinEnergie allerdings eine wirklich nachhaltige Geschäftspolitik betreibt, befürworten wir, deren Strom zu beziehen, da lokale Energieversorger im Prinzip zu bevorzugen sind. (PK)
 
(1) Mehr Informationen unter www.tschoe-rheinenergie.de, Screenshots und weitere Informationen finden sie unter: http://tschoe-rheinenergie.de/pdf/Erfolge.pdf
 
 
Peter Weissenfeld, 60, ist seit 5 Jahren bei Attac aktiv. Die Initiative Tschö RheinEnergie wurde vor circa 2 Jahren als Bürgerinitiative gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt RheinEnergie grüner und sozialer zu machen. Unterstützt wird sie von Attac-Köln, Robin Wood und der Lokalgruppe von FIAN.
Die Bürger Initiative Tschoe RheinEnergie ist die einzige Gruppe in der Kölner
Zivilgesellschaft, die sich voll auf die Politik der RheinEnergie AG konzentriert. Seit 2 Jahren bemüht sie sich, die RheinEnergie auf eine 100% ErneuerbarenEnergie-Schiene zu bringen. Dazu recherchiert sie, was tatsächlich los ist und führt einen Dialog mit der lokalen Politik. Sie ermutigt die Bürger zu einem Stromwechsel, weg von der RheinEnergie hin zu echten unabhängigen Ökostromproduzenten. Dies solange, bis RheinEnergie auch eine konsequent ökologische Politik macht.
Inzwischen bekommen wir das Feedback, dass wir für RheinEnergie zunehmend eine Last werden. Wir hoffen, dass dies auch ein Anstoß für RheinEnergie ist, die Geschäftspolitik zu ändern.
 


Online-Flyer Nr. 412  vom 26.06.2013

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