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Aktueller Online-Flyer vom 22. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
Klagen gegen BAYER in Frankreich, USA, Deutschland und der Schweiz
Verbot gefährlicher Antibaby-Pillen gefordert
Von Peter Kleinert

Wegen der erhöhten Thrombose-Gefahren von Antibabypillen der 3. und 4. Generation werden gegen den BAYER-Konzern immer mehr Klagen eingereicht, aktuell in Frankreich und der Schweiz. Für Vergleichszahlungen musste der Konzern bisher über 700 Mio. Euro aufwenden. Insgesamt sind gegen BAYER mindestens 13.500 Klagen anhängig. In Deutschland gab es nach jüngsten Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 18Todesfälle.

Werbung für "die neue Verhütungspille von Bayer Schering Pharma" im Internet: Eine große internationale Beobachtungsstudie zeige, "dass unter Alltagsbedingungen drospirenonhaltige Pillen mit dem Verhütungsrhythmus 24vier eine höhere kontrazeptive Sicherheit als Pillen mit anderen Gestagenen oder Einnahmeschemata haben".
Quelle: http://www.forher.de/studie-verhutungssicherheit-der-pille/
 
Die Geschädigten erneuern nun ihre Forderung, wonach alle „Pillen“ mit erhöhten Nebenwirkungen vom Markt genommen werden müssen. Felicitas Rohrer, Mitbegründerin der Selbsthilfegruppe Drospirenon-Geschädigter, hat bereits Klage eingereicht: „Die jüngsten Entwicklungen in den USA, Frankreich und der Schweiz zeigen, dass BAYER mit dem Rücken zur Wand steht. Von einem angeblichen „positiven Nutzen/Risiko-Profil“ der Präparate kann längst nicht mehr gesprochen werden. Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass BAYER amerikanische Opfer mit enormen Summen entschädigt, sich aber in Europa weiterhin weigert, Verantwortung für exakt dieselben Pillen zu übernehmen.“ Rohrer kritisiert, dass BAYER auf die Gesprächsangebote der Opfer bislang nicht eingegangen ist: „Immer noch werden wir als Einzelfälle behandelt. Klägerinnen in Deutschland müssen nun schon seit Jahren für Gerechtigkeit kämpfen!“. Rohrer hatte nach Einnahme der BAYER-Pille Yasminelle eine schwere Embolie erlitten und wie durch ein Wunder überlebt.

„...dass mein Körper ruiniert ist"
 
Hier ein Zitat aus einem Interview der Badischen Zeitung vom 5. Oktober 2009 mit Felicitas Rohrer (25) über die Folgen der Bayer Schering Pharma-Antibabypille Yasminelle, die ihr von einer Ärztin empfohlen worden war: "Im Oktober 2008 habe ich mit der Einnahme der Pille begonnen, im Juni bin ich vor der Uni ohnmächtig zusammengebrochen, die Ärzte haben mich eine Stunde lang wiederbelebt, mein Brustbein durchgesägt und aus der Lunge eine ganze Schale Blutgerinnsel herausoperiert" – über die Ereignisse, die ihr das alte Leben raubten, wie sie es ausdrückt, kann Felicitas Rohrer ganz sachlich, fast schon distanziert berichten.… Drei Monate sind seitdem vergangen und noch immer kann Felicitas Rohrer schlecht einschlafen, weil sie die Angst wachhält, am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen. Noch immer wird ihr, sobald es ihr schließlich doch gelingt, wenig später brutal klargemacht, dass nichts mehr so wie vorher ist: "Ich muss mich täglich vor dem Aufstehen stechen, meine Gerinnungswerte messen und den Antithrombosestrumpf anziehen – ich werde gleich jeden Morgen daran erinnert, dass mein Körper ruiniert ist. Ich habe nicht geraucht, bin nicht zu dick und besitze auch keine erblichen Risikofaktoren – und trotzdem muss ich nun für acht Monate Pille und den Wunsch, nicht schwanger zu werden, mein ganzes Leben büßen." (1)
 
Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) ergänzt: „Alle Präparate mit dem Hormon Drospirenon müssen umgehend vom Markt genommen werden, eine weitere Zulassung ist nicht zu rechtfertigen. Mit einem freiwilligen Einlenken von BAYER ist jedoch nicht zu rechnen, so lange die Entschädigungen nicht die Gewinne durch den Verkauf übersteigen – eine zynische Rechnung!“ Die BAYER AG macht mit drospirenonhaltigen Antibabypillen einen jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Euro.

„Eine zynische Rechnung"
 
In Frankreich sollen die Kosten von Pillen wie Yasmin und Yaz ab Anfang April wegen ihres erhöhten Risiko-Profils nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden – nach Auffassung der CBG ein „Schritt in die richtige Richtung“. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren hatte mehrfach Gegenanträge zur BAYER-Hauptversammlung gestellt und Betroffene eingeladen, vor Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionären über die tödlichen Risiken neuerer Antibaby-Pillen zu sprechen.
 
Pillen wie Yasmin, Yasminelle, YAZ, Aida und Petibelle, die das Hormon Drospirenon enthalten, verursachen Studien zufolge ein um den Faktor drei erhöhtes Embolie- und Thromboserisiko. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde FDA starben in den USA mindestens 190 Frauen nach der Einnahme von YAZ. In Deutschland waren es nach jüngsten Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 18 Frauen. Ein kausaler Zusammenhang ist im Einzelfall zwar nicht zu belegen, zu befürchten ist aber eine hohe Dunkelziffer. (PK)
 
(1) http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/die-bittere-seite-der-antibabypille--20416797.html
 


Online-Flyer Nr. 389  vom 16.01.2013

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