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Aktueller Online-Flyer vom 29. Juli 2016  

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Globales
Höchst gefährliches EU-Abkommen mit Peru und Kolumbien für Palmöl
Es droht die Zerstörung der Regenwälder
Von David Vollrath

Bisher gibt es nur wenige Palmölplantagen im Regenwald von Peru. Dass soll sich jetzt schnell ändern. Die EU will diese Woche ein Freihandelsabkommen mit Peru und Kolumbien schließen. Einer der wesentlichen Punkte ist der zollfreie Import von Palmöl nach Europa. Peru plant jetzt schon Tausende Hektar neuer Palmölplantagen anzulegen. Ein für den Regenwald gefährliches Projekt

EU-Freihandelsabkommen bedroht diesen Regenwald
Quelle: https://www.regenwald.org/aktion/898?ref=nl&mt=1484
 
Das Handelsabkommen konzentriert sich darauf, europäischen Unternehmen einen bevorzugten Zugang zu den Rohstoffquellen in Peru und Kolumbien zu garantieren. Verbindliche Regeln für Menschenrechte und Umweltstandards sind hingegen nicht festgelegt. Dabei ist der skrupellose Abbau von Rohstoffen in beiden Ländern einer der Hauptgründe für Proteste der Bevölkerung. In Peru gibt es derzeit 148 Umweltkonflikte, bei denen im letzten Jahr 16 Menschen bei Protesten gegen Bergbauprojekte ums Leben kamen. In Kolumbien wurden allein 2012 34 Gewerkschafter ermordet.
 
Umweltzerstörung für internationale Unternehmen
 
Die Rohstoffausbeutung durch internationale Unternehmen führt in beiden Ländern zu erheblichen Umweltzerstörungen. Wasserquellen werden abgegraben und vergiftet, die Regenwälder für Bergbau, Erdölförderung und den Anbau von Ölpalm-Plantagen abgeholzt. Das neue Handelsabkommen, das Menschenrechte und Umweltschutz außer acht lässt, fördert diese negative Entwicklung – schreibt selbst die EU in ihrem Umwelt-Gutachten zum anstehenden Handelsvertrag. „Vor allem die transnationalen Unternehmen profitieren von dem Freihandelsabkommen. Sie betreiben ihre Bergwerke ohne Rücksicht auf Umwelt und Natur", kritisiert die kolumbianische Menschenrechts-Anwältin Maria del Pilar Silva.
 
In den letzten Jahren haben sich in Peru und Kolumbien die Konflikte zwischen Konzernen und der Bevölkerung um Land und Wasser stetig verschärft. Bei einer Verabschiedung des Freihandelsabkommens zwischen der EU, Peru und Kolumbien droht die Situation weiter zu eskalieren. Verbindliche Umwelt- und Menschenrechtsstandards wurden auf Druck der Industrie aus dem Vertrag vor dessen Unterzeichnung gestrichen, obwohl selbst ein Gutachten der EU feststellte, dass ohne solche Standards der Freihandelsvertrag die Wasserqualität und die Artenvielfalt in beiden Ländern gefährdet sowie die Zerstörung empfindlicher Ökosysteme forciert. Selbst in den bisherigen Handelsabkommen sind diese Standards stärker ausgeprägt.
 
Pilotprojekte zeigen verheerende Folgen
 
Neben Bergbau und Ölförderung spielt das Palmöl in dem Vertrag eine wichtige Rolle. Um den Hunger Europas nach dem billigen Pflanzenöl zu stillen, soll es zollfrei aus Kolumbien und Peru importiert werden können. Ein Anreiz, die Plantagen in beiden Ländern auszubauen. In Kolumbien stehen bereits auf 360.000 Hektar Ölpalm-Plantagen. Peru blieb bisher vom großen Palmöl-Boom verschont. Doch Pläne weisen über 4,3 Millionen Hektar Regenwald-Gebiet als "geeignet" für den Anbau von Ölpalmen aus. Erste Pilotprojekte zeigen schon jetzt die verheerenden Folgen der Monokulturen für Mensch und Umwelt in Peru.
 
Protestaktion
 
David Vollrath von der Umweltschutzorganisation "Rettet den Regenwald e. V." erklärt:
"Bitte appellieren Sie an die EU-Parlamentarier, dem Freihandelsabkommen in der aktuellen Fassung aus sozialen und ökologischen Gründen nicht zuzustimmen." Die Möglichkeit den Appell zu unterschreiben finden Sie hier.
https://www.regenwald.org/aktion/898?ref=nl&mt=1484
Hier finden Sie auch eine Video-Dokumentation: „Monokulturen gefährden Perus Regenwald". (PK)


Online-Flyer Nr. 383  vom 05.12.2012

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