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Aktueller Online-Flyer vom 17. Dezember 2017  

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Sport
U-20-Nationalmannschaft in WM-Superform, unglückliche Bundesliga-Termine
Viel Licht, trotz Pustekuchen
Von Bernd J.R. Henke und Johann Blaha

Meistertrainer Bernd Schröder brachte es auf den Punkt. Die Verschiebung mehrerer Bundesligaspiele der ersten beiden Liga-Wochen schade dem heimischen Image des deutschen Frauenfußballs. Was war passiert?

FF USV Jena im Stadion am Brentanobad in Frankfurt, meist Schülerinnen und Studentinnen, die nicht alleine vom Fußball leben können. Da der 1.FFC Frankfurt mit seinen 10 Nationalspielerinnen in der Anfangsformation in der 1. Halbzeit ein körperloses Spiel bevorzugte, konnten die kämpferischen Thüringerinnen mit ihrem körperbetonten Spiel zeitweise in Führung gehen
Foto: Dietmar Tietzmann
 
Ambitionierte Klubs aus dem Mittelfeld der 1.Bundesliga wie SC 07 Bad Neuenahr, SC Freiburg, Bayer 04 Leverkusen, FC Bayern München und FCR 01 Duisburg, aber auch Titelaspirant VfL Wolfsburg forderten den DFB vor dem Saisonstart auf, wegen ihrer Abstellung von strategischen, nicht ersetzbaren Schlüsselspielerinnen zur U-20 Weltmeisterschaft an den ersten beiden Spieltagen für jeweils vier von sechs Partien Nachholtermine anzusetzen. Die Vorschläge für den 1. Spieltag wurden vom DFB schon vorige Woche bestätigt, während vier geänderte Spielpaarungen für den zweiten Spieltag am Montag bekanntgegeben wurden. Darüber hinaus wurden zwei bereits neu angesetzte Spiele des ersten Spieltags noch einmal neu terminiert. Als besonders trickreich erwies sich dabei der nicht gerade im Kaderaufbau ärmliche VfL Wolfsburg, dem es offenbar gelang, sein Heimspiel gegen Aufsteiger FSV Gütersloh vom ersten Spieltag auf Mittwoch, den 14. November zu legen. Der lang ersehnte Start der 1.Bundesliga als dramaturgisch wichtiger Höhepunkt einer neuen Saison wurde klar vermasselt. 
 
Tatsache war, dass der erfolgreiche Halbfinaleinzug der deutschen U-20-Fußballerinnen bei der WM in Japan Auslöser der Krise war und die Verantwortlichen beim DFB gegenüber den Vereinen in eine Zwickmühle gebracht hatte. Die DFB Zentrale arbeitete anscheinend ohne einen Plan B und versuchte wie ein angeschlagener Boxer in die nächste Runde zu kommen. Nur es folgten weitere Begehrlichkeiten der Vereine. Aus einem geschrumpften Spieltag wurden zwei Spieltage mit erheblichen Reduzierungen. „Pustekuchen“ für alle. So eine sich ergebende Tabellensituation „Marke Pustekuchen“ begeistert niemanden.

Keelin Winters – der Geheimtipp der Liga, US-amerikanische Mittelfeld-spielerin. Für Trainer Bernd Schröder bedeutet die Spielweise der Amerikanerin auf der Doppelsechs ein gewisses „Hosianna oder Kreuzige Ihn“ - „Sollte Winters die Erwartungen erfüllen, sie war immerhin bei der FIFA U-20-WM 2008 dominierende Mannschaftskapitänin des siegreichen USA Teams, spielt Potsdam wieder um die Meisterschaft“, meint Frauenfußball-Experte Johann Blaha.
Foto: Jan Kuppert
 
Die sich am ersten Spieltag ergebenden Momentaufnahmen, wie die eines knappen Heimsieges des ambitionierten Rekordmeisters 1.FFC Frankfurt gegen die kampfstarken Studentinnen und Schülerinnen des FF USV Jena mit 2:1 (0:1) sowie die einer perfekt auflaufenden Torjägerinnen-Turbine des deutschen Meisters Potsdam bei Aufsteiger VfL Sindelfingen mit einem 9:1 (2:0), können ohne den Vergleich mit anderen Spielen noch keine echte Standortbestimmung der Stärken und Schwächen der vier spielenden Teams darstellen.
 
Geschadet hat diese merkwürdige Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Neuling VfL Sindelfingen, der psychologisch nach der haushoch desaströsen Niederlage gegen den Deutschen Meister Potsdam nicht gerade unbeschadet aus der Misere herauskommen wird. Schon nächste Woche könnte im Auswärtsspiel gegen Mitaufsteiger FSV Gütersloh das Dauerschlusslicht der Liga erkennbar werden, obwohl mehr als die Hälfte der Mannschaften noch gar nicht in die Saison eintreten konnten. Fair oder nicht fair, ist hier die Frage. Gelb oder Rot für den DFB, wen stört es. Kritik aushalten können ist eine Zier.
 
Alle Beteiligten sind wohl bemüht, für die Verbesserung der Marke Frauenbundesliga zu kämpfen. Es stellt sich die Frage, warum es eigentlich nicht organisatorisch möglich war, mit allen zwölf Vereinen einen generellen Stopp des Startes durchzusetzen und eine Verschiebung des Ligabeginns für alle Mannschaften auf den 23. September 2012 zu vereinbaren. Zwei englische Wochen anzuberaumen, hätte der Dramaturgie noch einen Schub nach vorne gegeben. In einer Zeit, wo einige Bundesliga-Vereine mit auf Kante genähter Finanzplanung agieren, wäre es sinnvoll gewesen, in einem gemeinsam beschlossenen Plan B zeitgleich in den Stadien aufzulaufen. .

Die Reservebank des 1. FFC Frankfurt zu Spielbeginn, von links: Desiree Schumann U-23- Nationalspielerin und fünf A-Nationalspielerinnen Jessica Wich, Svenja Huth, Sarah Thunebro, Ana Maria Crnogorcevic, Simone Laudehr
Foto: Dietmar Tietzmann
 
Die prekäre Situation gehört wohl zum Licht und Schatten einer weltweit beliebten und anerkannten Frauenfußball-Nation. So was hatte es seit Jahren, vielleicht sogar niemals, gegeben in der 23-jährigen Geschichte der eingleisigen Frauenbundesliga. Potsdams Trainer Bernd Schröder kritisierte die Spielverlegungen als den "größten Quatsch, den ich je gesehen habe. Das sind hausgemachte Dinge, die wir hätten regeln können. Wir kommen vor Weihnachten auf keine richtige Tabelle." Dem ist nichts hinzufügen.
 
Selbst für die heimischen Zuschauer in allen Stadien war dies ein Schlag in die nicht zu unterschätzende Identität stiftende Fankultur. Immerhin steht der Frauenfußball im Wettbewerb um die Zuschauergunst mit anderen Sportarten. Das Eurogeld der Fans kann nur einmal ausgegeben werden. Die Vereinskassierer müssen in den nächsten Wochen zittern, denn unter diesen Bedingungen könnten die Zuschauerzahlen einbrechen. Jetzt gilt es wohl, Ärmel hochkrempeln und wenigstens interessante internationale Freundschaftsspiele zu organisieren, so wie es der Primus vom Main, der 1.FFC Frankfurt, noch vor hat.
 
Schon beim Ausscheren des Hamburger SV aus der Liga seriöser Männer-Bundesliga-Vereine gegenüber seiner Frauenabteilung, war Führungsschwäche im DFB Hauptquartier zu verzeichnen. Den um den Verbleib kämpfenden HSV Spielerinnen wäre massiver Druck durch die Öffentlichkeit zu organisieren gewesen. 

Cheftrainerin Maren Meinert bei der Pressekonferenz nach dem Viertelfinale gegen Norwegen im Komaba Stadium in Saitama
Foto: DFB
 
Aber da wo sich Schatten auftun im heimischen Bundesligabetrieb, da erwächst auch ein starkes Licht. Zwar nicht zu Hause, aber im fernen Japan steigerte sich die U-20- Nationalmannschaft erfreulicherweise von Spiel zu Spiel. Unter Anleitung des U-20- Bundestrainerinnen-Duos Maren Meinert und Bettina Wiegmann (Co-Trainerin) fegte der talentierte deutsche Fußballerinnen-Nachwuchs in seiner Gruppe alle Vorrundengegner vom Platz. Mit klaren Siegen ohne Torverluste gegen China 4:0 (2:0), gegen Ghana 1:0 (0:0) und die USA 3:0 (1:0) erreichte Deutschland mit einem Viertelfinalsieg gegen Norwegen 3:0 (3:0) sogar in der WM-Endrunde schon das Halbfinale gegen Japan im National Stadium in Japans Hauptstadt Tokyo.
 
Am Dienstag, den 4. September fand um 12.30 Uhr MEZ (Ortszeit 19.30 Uhr) das Schlüsselspiel zum Einzug in das Finale gegen Mitfavorit Japan statt. Dass die Mannschaft des Gastgeberlandes der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2012 im Halbfinale steht, ist angesichts ihres in den ersten vier Spielen des Turniers demonstrierten Leistungsniveaus wahrlich keine Überraschung. Überdies profitierte die japanische Auswahl auch von der bedingungslosen Unterstützung seitens der einheimischen Zuschauer. Denn die Fernsehbilder aus Japan zeigten bisher absolut leere Stadien.

Einlaufen der deutschen U-20-Nationalmannschaft beim Spiel gegen Ghana ins Hiroshima Big Arch, von rechts nach links:: Kathrin-Julia Hendrich (6, Bayer 04 Leverkusen), Leonie Meier (2, SC 07 Bad Neuenahr), Carolin Simon (3. VfL Wolfsburg), Lena Lotzen (11, FC Bayern München), Jennifer Cramer (4, Turbine Potsdam), Melanie Leupolz (8. SC Freiburg), Nicole Rolser (9, SC 07 Bad Neuenahr), Luisa Wensing (5, VfL Wolfsburg)
Foto: DFB
 
Fast könnte man darüber vergessen, dass Japan zum ersten Mal überhaupt die Vorschlussrunde bei einer FIFA U-20-Frauen-WM erreicht hat. Während die Young Nadeshiko dort auf den zweifachen Weltmeister und amtierenden Titelträger Deutschland trifft, bekommen es die USA, die sich bislang ebenfalls zweimsal mit der WM-Krone in dieser Alterskategorie schmücken konnten, mit dem afrikanischen Team aus Nigeria zu tun, das bei der Auflage von 2010 bis ins Finale in Bochum vorgestoßen war und fest entschlossen ist, es dieses Mal noch weiter zu bringen – zur Krone des ersten Platzes. Aufgrund der im bisherigen Turnierverlauf von beiden Mannschaften gezeigten Leistungen gerät die Partie zwischen Deutschland und Japan zu einem Duell mit Endspielcharakter.
 
Dabei steht bei dem Aufeinandertreffen der beiden Teams, die bei diesem Turnier bislang am meisten überzeugen konnten, erst einmal das Erreichen des Finales auf dem Spiel. Was die Gastgeberinnen anbelangt, so werden diese sicher erneut auf ihr ebenso schnelles wie effektives Passspiel bauen, das sie in die Lage versetzt, scheinbar jede gegnerische Abwehr auszuhebeln.
 
Ihr einziges Problem dabei dürfte sein, dass ihr Halbfinalgegner U-20-Weltmeister Deutschland im Turnier noch kein einziges Gegentor hinnehmen musste und dem gastgebenden Team in punkto Effizienz im Abschluss mit 12 Treffern aus vier Spielen, davon vier im Viertelfinale gegen Norwegen, in nichts nachsteht.

Vorrundenspiel gegen China in Hiroshima Big Arch, von links nach rechts: Luisa Wensing (VfL Wolfsburg), Anja-Meike Hegenauer (SC Freiburg), Jennifer Cramer (Turbine Potsdam), Melanie Leipolz (SC Freiburg), Lena Lotzen (FC Bayern München), Carolin Simon (VfL Wolfsburg), Leonie Meier (SC 07 Bad Neuenahr), Dzsenifer Marozsán (1.FFC Frankfurt), Kathrin-Julia Hendrich (Bayer 04 Leverkusen), Laura Benkarth (SC Freiburg), Ramona Petzelberger (Bayer 04 Leverkusen)
Foto: DFB
 
Das zweite Halbfinalspiel Nigeria gegen USA, findet am selben Tag im National Stadium statt, aber um 9.00 Uhr MEZ (Ortszeit 16.00 Uhr). Im Gegensatz zu Japan und Deutschland schafften es Nigeria und die Vereinigten Staaten nur mit einiger Mühe in die Runde der letzten Vier, nachdem beide beinahe aus dem Turnier ausgeschieden wären. Die Afrikanerinnen sahen sich im Viertelfinale mit einer mexikanischen Auswahl konfrontiert, die vor allem in der zweiten Spielhälfte und in der anschließenden Verlängerung die besseren Torchancen hatte. Und die USA kamen nach ihrem klaren 4:0-Auftaktsieg über Ghana im zweiten Gruppenspiel gegen die VR China nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus und kassierten danach gar eine deutliche 0:3-Niederlage gegen Deutschland. Am Ende zogen die US-Amerikanerinnen nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber den Chinesinnen in die Endrunde ein.


Einlaufen der deutschen U-20-Nationalmannschaft beim Spiel gegen Ghana ins Hiroshima Big Arch
 
Bundestrainerin Maren Meinert wies darauf hin, dass Nigeria und die USA zwar bisher weitaus weniger beeindruckten, so wären aber beide Teams klassische Turniermannschaften, die gerade im mentalen Bereich eine beachtliche Stärke unter Beweis gestellt hätten. Daher wird die Frage, welche der beiden Mannschaften, die jeweils erst durch ein erlösendes Tor in der Verlängerung das Halbfinale erreichten, siegreich sein wird, außer der Technik, Spielweise und Taktik eine rein mentale Beherrschung des Kopfes sein. Daher kann dieses Halbfinale als ein Endspiel der Köpfe gelten.
 
Spielerische Effizienz der Deutschen oder Japanerinnen wird am Ende gegen die mentale Stärke Nigerias oder der USA im Finale das Drehbuch schreiben. Die Afrikanerin Desire Oparanozie traf für Nigeria zum erlösenden 1:0 gegen Mexico beim 1:0 n.V. (0:0, 0:0). Die Amerikanerin Chiiona Ubogagu platzierte den entscheidenden Treffer für die USA im Spiel gegen Nordkorea 2:1 n.V. (1:1, 0:0). Schon jetzt bedeutet das Weiterkommen der deutschen U-20-Nationalmannschaft einen Erfolg.
 
Mit fünf Toren in vier Spielen sind die Japanerin Yoko Tanaka und die Münchenerin Lena Lotzen derzeit die erfolgreichsten Offensivspielerinnen bei den gastgebenden Japanerinnen und im deutschen Team. Beide sind zudem aussichtsreiche Kandidatinnen für die Auszeichnung mit dem Goldenen Schuh von adidas für die beste Torschützin des Turniers, zumal die bislang führenden Nordkoreanerinnen Kim Un Hwa (7 Tore) und Kim Su Gyong (5) mit der Nationalmannschaft der DVR Korea bereits ausgeschieden sind.
 
Mehr Licht- und Energiezufuhr für einen selbstbewussten deutschen Frauenfußball kann nicht erzeugt werden. Eine Titelverteidigung der FIFA U-20-Weltmeisterschaft von 2010 liegt im Bereich realistischer Entwicklung. Es bleibt abzuwarten, welchen Hype ein möglicher Weltmeistertitel bringen wird. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des DFB sollte diesmal jede Chance nutzen, die Medien in Stimmung zu bringen.

Jenas Stürmerin Safi Nyembo spielte früher beim FSV Frankfurt, 1.FFC Frankfurt, 1.FC Lokomotive Leipzig. Die gebürtige Wiesbadenerin, hier im Bild mit Meike Weber, spielte Sturmspitze
Foto: Dietmar Tietzmann
 
Der Bundesligastart zeigte Mängel. Schlagfertige Storys fehlten. Am ersten Spieltag gelang einer bescheiden auftretenden Schülerinnen- und Studentinnenmannschaft vom FF USV Jena das positive Sahnehäubchen. Gegen den Giganten 1.FFC Frankfurt, der vor 2370 Zuschauern in der Anfangsaufstellung mit 10 Nationalspielerinnen auflief, im Verlauf des Spieles drei Nationalspielerinnen einwechselte und vier Nationalspielerinnen auf der Reservebank sitzen ließ, hinterließen die Thüringerinnen einen fast gleichwertigen Eindruck, wenn man die herausgespielten Torchancen und deren Verwertung vergleicht.
 
Am Ende verloren die Thüringerinnen mit ihren zwei tapferen „Kiwis“ aus Neuseeland knapp mit 1:2. Ria Perceval, die erst kürzlich von Frankfurt nach Jena wechselte, war keine olympische Müdigkeit anzumerken. Auch Stürmerin Amber Nearn, die ebenfalls die neuseeländischen Farben in London vertrat, mischte im Verlaufe der Partie eifrig die Frankfurter Verteidigung auf. Gleich zu Anfang bestimmten die Frankfurterinnen das Spiel, die sich vor der Saison mit einigen Nationalspielerinnen verstärkt hatten, darunter Simone Laudehr, Babett Peter und Bianca Schmidt. Jena überstand diese Phase jedoch gut, war taktisch sehr diszipliniert und stellte die Räume gut zu.
 
Nach einem kurz ausgeführten Eckball von Vivien Beil und Kathleen Radkte traf Susann Utes per Kopfball zur 1:0-Führung in der 25. Minute. In der 37. Minute schwächte sich Frankfurt selbst. Saskia Bartusiak vertendelte in der eigenen Hälfte den Ball. Darauf hatte Iva Landeka gelauert. Sie schnappte sich die Kugel und wollte davon eilen, doch die Frankfurter Abwehrchefin zog die Notbremse. Dafür gab es folgerichtig die Rote Karte. Mit der Führung ging der FF USV, vor den Augen des neuen Präsidenten Arnd Vogel, in die Pause.
 
Trotz Unterzahl machte Frankfurt weiter Tempo und ließ dem FF USV nun mehr Platz für Konter. Und das Offensivspiel der Hessen machte sich in der 70. Minute bezahlt. Carolin Schiewe fälschte eine Hereingabe der Frankfurterin unhaltbar ins eigene Netz, zum 1:1-Ausgleich, ab.
 
Als Jena ebenfalls nur zehn Spielerinnen auf dem Feld hatte, da Susann Utes zur Behandlung draußen war, nutzte der 1. FFC Frankfurt diese Situation. Zu Jenas besten Spielerinnen gehörte neben Utes und Radtke die Torfrau Klara Muhle.
 
Als in der 75. Minute Lisa Seiler für Sturmspitze Safi Nyembo eingewechselt wurde, wurde FFC Nationaltorhüterin Nadine Angerer zu einer Glanzparade herausgefordert. Lisa Seiler platzierte einen überraschenden 25 Meter-Schuss, den Angerer mit den Fingerspitzen über die Querlatte lupfen konnte. Auf Frankfurter Seite ist die Stürmerin und Nationalspielerin Svenja Huth hervorzuheben, die in der 57. Minute für Melanie Behringer eingewechselt wurde. Eine Flanke von Kerstin Garefrekes verwandelte die eingewechselte Ex-Duisburgerin Simone Laudehr per Kopf zum 2:1-Endstand in der 87. Minute.

Rote Karte für Saskia Bartusiak (1.FFC Frankfurt) durch Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein (Bad Harzburg)
Foto: A2 Hartenfelser
 
Jenas Trainer Daniel Kraus zeigte sich, trotz der knappen Niederlage, zufrieden mit der Leistung. „Wir haben als Mannschaft gut gekämpft und auch taktisch gut gespielt. Leider fielen die Gegentore etwas unglücklich für uns.“ Dennoch können die Spielerinnen guten Mutes in die weiteren Begegnungen gehen. „Ich bin sehr sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft und ich denke, dass wir das auch in die nächsten Spiele mit rüber nehmen sollten“, so die Torhüterin Klara Muhle.
 
Erst am 23. September trifft der FF USV Jena in München auf die Frauen des FC Bayern. Der siegreiche 1. FFC Frankfurt hingegen wird schon in einer Woche am 9. September auswärts zur SGS Essen anreisen. Der Rivale 1. FFC Turbine Potsdam pausiert und wird sein Heimspiel gegen den SC Freiburg später austragen. Der Termin stand bis jetzt noch nicht fest. Der VfL Sindelfingen bestreitet sein zweites Spiel in einer Woche im Aufsteigerderby auswärts gegen den FSV Gütersloh.


Ria Perceval wechselte zum Saisonende vom 1.FFC Frankfurt nach Jena, im Hintergrund das stolze Fanplakat mit der neuseeländischen Flagge, mit von der Partie Fatmire Bajramaj und Bianca Schmidt (beide 1.FFC Frankfurt)
 
Vorjahresmeister 1. FFC Turbine Potsdam brillierte in Sindelfingen mit einem Donnerschlag. Man gewann mit 9:1 (2:0). Weltmeisterin Yuki Ogimi (64./81.), Genoveva Anonma (76./77.), Keelin Winters (8.), Patricia Hanebeck (29.), Lisa Evans (49.), Stefanie Mirlach (57.) und Natasa Andonova (79.) machten den Kantersieg am Sonntag perfekt. Den Ehrentreffer für den überforderten Aufsteiger erzielte Natalia Mann (55.) zum zwischenzeitlichen 1:3. Trotz des Erfolgs war Trainer Bernd Schröder alles andere als zufrieden: „Es geht nicht um das Ergebnis, sondern darum, wie wir hier teilweise gespielt haben. Wir hätten hier mindestens 15 Tore machen können und dann lassen wir uns auch noch ein Tor reinkullern. Sindelfingen hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft, wir haben noch Luft nach oben.“
 
Bei Redaktionsschluss erreichten uns von fifa.com die Ergebnisse der beiden Halbfinalspiele der FIFA U-20-WM in Japan. Deutschland .steht im Finale.
 
Die Ergebnisse:
 
Nigeria vs. USA 0:2
Japan vs. Deutschland 0:3
 
Tor des Tages:
Japan vs. Deutschland zum 0:1 von Melanie Leupolz in der 1. Spielminute
 
fifa.com:
„Die japanischen Fans waren vor Spielbeginn ungemein zuversichtlich, aber nach nur einer Minute Spielzeit begannen die Hoffnungen bereits zu schwinden. Dzenifer Marozsan (1. FFC Frankfurt) kam kurz hinter der Mittellinie an den Ball, ließ zwei Gegenspielerinnen aussteigen und lieferte dann ein perfekt getimtes Zuspiel auf Melanie Leupolz (SC Freiburg) ab. Im Strafraum behielt die Angreiferin die Nerven und überwand die herauslaufende Torfrau Sakiko Ikeda mit einem wunderschönen Schuss. Es war zugleich das zweitschnellste Tor der Turniergeschichte.
 
So geht es weiter
Samstag, 8. September 
Spiel um Platz 3: Japan vs. Nigeria
in Tokyo, 15.30 Uhr Ortszeit, 8.30 Uhr MEZ, TV-Übertragung live in Eurosport 1
 
Finale
Deutschland vs. USA
in Tokyo, 19.20 Uhr Ortszeit, 12.20 Uhr MEZ, TV-Übertragung live in Eurosport 1
 
Die NRhZ-Redaktion meint, dass noch nichts gewonnen ist. Weltmeister ist Deutschland erst, wenn auch die USA bezwungen sind, die bisher jedes U-20-Finale, das sie gespielt haben, auch gewonnen haben. Gratulation an die U-20-Bundestrainerin Maren Meinert, die dafür sorgte, dass die Juniorinnen bisher nicht abgehoben sind und mit großer Spielfreude sowie Teamgeist gekämpft haben.
 
Fotobearbeitung: Dietmar Tietzmann, Frankfurt (PK)


Online-Flyer Nr. 370  vom 05.09.2012

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Von Kostas Koufogiorgos
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