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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Sport
„Frauenfußball hat im Vorstand und Aufsichtsrat des HSV leider keine Lobby“
Größenwahn gepaart mit Kurzsichtigkeit
Von Bernd J.R. Henke

Wir erinnern uns: das Ende der HSV-Frauen in der Bundesliga wurde am Saisonende besiegelt. Letztes Spiel auswärts gegen die Pokalgewinnerinnen des FC Bayern München.. Immer noch Traurigkeit und Fassungslosigkeit bei den Protagonistinnen. Totalabstieg. Die Lizenzrückgabe zerstörte alle Hoffnungen einer Rettung. Ziemlich frech und dreist bekannte HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow, FDP-Abgeordneter der Hamburgerischen Bürgerschaft, gegenüber der Hamburger Morgenpost: "Es ging hier nicht bloß um 100.000 Euro. Wir haben in den vergangenen fünf, sechs Jahren einen siebenstelligen Betrag zur Verfügung gestellt.“

Carl-Edgar Jarchow – am Tag seiner Wahl zum HSV-Präsidenten in der Imtech Arena
Foto: Witters, Hamburg
 
Entwertung
 
Mit dem Habitus des "hanseatischen Kaufmanns“ beklagte Freizeitpolitiker Jarchow die schwierige Situation, genau wissend, dass die HSV-Frauenabteilung durch den Ex-Vorstand nie mit üppigen Geldsummen gefördert wurde. Das Credo seit dem Aufstieg der Frauenmannschaft im Jahre 2003 hieß, sich sportlich unter der Dachmarke HSV stetig nach vorne zu entwickeln, was in den Folgejahren mit hoch motivierten Spielerinnen aus Hamburg und seinem Umland bestens gelang. Leider war die Fachabteilung Frauenfußball organisatorisch dem Profifußball der Männer untergeordnet. Der knappe Etat von rund 750.000 Euro war im Gegensatz zu anderen Vereinen der Bundesliga relativ bescheiden. Teure Spielerinnen-Einkäufe verbaten sich von selbst. HSV-Präsident Jarchow suchte daher mittels Verdrehung der Tatsachen argumentativ die bequeme populistische Ausrede, um sein Spardiktat durchzusetzen. Er entwertete die seit dem Ligaaufstieg von 2003 geleisteten Investitionen, indem er sie förmlich als materielle Verschwendung ohne nennbare betriebswirtschaftliche Erfolge darstellte.

Satirisches der Fangemeinde zum ernsten Thema
Foto: HSV Fan
 
Ignoranz
 
Trainer Achim Feifel und Abteilungsleiter Christian Lenz setzten auf regionale Talente und "Eigengewächse“. Stammspielerinnen wie Janina Haye, Aferdita Kameraj, Bianca Weech, Friederike Engel und Saskia Schippmann stammten alle aus dem eigenen Nachwuchs, ebenso Angelina Lübcke und Nadine Moelter, die beide schon im Vorjahr den HSV verließen. Darüber hinaus waren Marisa Ewers, Anna Hepfer, Henrike Meiforth, Silva Lone Saländer und Maike Timmermann direkt aus Hamburg von anderen Vereinen oder der Metropolregion (Meldorf, Neuenbrook-Rethwisch). So was sollte man wissen und als Leistung würdigen. Ignorant Jarchow erwartete sofortige Erträge und damit Deckungsbeiträge für den Gesamtetat aus einem Bereich, der zuerst in einem schwierigen Umfeld sportliche stabile Ziele einlösen sollte.

Abteilungsleiter Christian Lenz tröstet Meike Timmermann
Foto: Girlsplay, Sven Hafft
 
Weltoffenheit
 
Da dies sportlich hervorragend gelang und die HSV Frauen nach knapp 10 Jahren im Oberhaus sicher etabliert waren (Saison 2010/2011 4. Platz), wäre spätestens ab WM-Jahr 2011 ein tatkräftiges Marketing erforderlich gewesen. Zum Zuge kamen aber Plattmacherei, Ignoranz sowie Ideenlosigkeit, und das im scheinbar weltoffenen Hamburg. Jarchow jammerte: „Es gab keine Entwicklung im Bereich der Sponsoren, bei verkauften Eintrittskarten oder etwa im Bereich von TV-Übertragungen." Er wollte kurzfristig Löcher stopfen, und das eindeutig auf Kosten der Frauen. Klar ausgedrückt: sportlich sind die HSV-Frauen nie abgestiegen, ideell abgestiegen ist ein untätiger Vorstand. Jarchow argumentierte mit einem Fehlbetrag von knapp 1 Million Euro, die den Verein auf Dauer belastet habe, wohl wissend dass der Frauenfußball in dem derzeitigen HSV-Vorstand keine Lobby mehr hatte.
 
Kein Widerspruch
 
Mit dem Weggang der erfahrenen Sportmanagerin Katja Kraus war im Hamburger Vorstand der letzte Zuspruch für einen prosperierenden Frauenfußball von Bord gegangen. Niemand im Vorstand widersprach ihm - dem neuen HSV-Boss, der gleichzeitig in Hamburg zu seinem Präsidentenamt als FDP-Parteifunktionär präsent ist – jener Partei also, deren Klientel geradezu pathologisch dem Dogma unterliegt, „dass Personal ausschließlich eher Kosten- als Produktivfaktor darstellt, wie es im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an jeder deutschen Universität seit Jahrzehnten im Sinne des Neoliberalismus gelehrt wird“, so ein engagierter Fan und jahrelanger Zeuge und Beobachter der Vorstandsarbeit.
 
Überfordert
 
Was niemand wusste und rückwirkend gesehen skandalös genug ist: wenige Tage nach der knallharten Verlautbarung zur Lizenzrückgabe standen dem Sanierer Jarchow plötzlich 1,2 Millionen Euro zur Verfügung für ein für diesen Sommer geplantes und schon beschlossenes Freundschaftsspiel gegen spanische Fußballmillionäre. Sportliche Substanz und jahrelange sparsame Aufbauarbeit einer Frauenabteilung, und das trotz permanenter Unterfinanzierung, galt ab sofort nichts mehr, das Zentrum des Frauenfußballs in der nördlichsten Weltmetropole Deutschlands wurde liquidiert. Immerhin waren die HSV-Frauen in Saison 2010/2011 Tabellenvierter in der 1. Bundesliga und wurden im DFB-Pokal 2011/2012 erst im Halbfinale durch den deutschen Pokalsieger FC Bayern München aus dem Rennen geworfen. Den Gedanken, dass ein erfolgreicher Frauenfußball auch einem klassischen professionellen Traditionsverein, oder besser gesagt Traditionsunternehmen, zu vermehrtem internationalen Ansehen verhelfen kann, erreichte die in der Gender-Frage überforderten Manager im derzeitigen Vorstand und Aufsichtsrat wohl nie. Oder doch?
 
Zuspruch
 
Beispielgebend für solche Investitionen ist der französische Spitzenclub Olympique Lyonnais, der seine gleichnamige Frauenmannschaft als Sympathieträger schätzt und jetzt im Europäischen Vereinsfußball, in der Champions League der Frauen ganz vorne angekommen ist. Ganz in diesem Sinne schafften es auch in dieser spannenden Saison die jungen Münchnerinnen im Jahr der „männlichen Finalniederlagen“ von Schweinsteiger, Lahm und Co. ihrem gedemütigten Spitzenclub ein wenig Glanz und der gemeinsamen Dachmarke einen riesigen Imagegewinn durch eine toll erkämpften Pokalsieg gegen den deutschen Rekordmeister 1.FFC Frankfurt zu erbringen. Die Frauen des FC Bayern lösten in München und seinem Umland eine Welle der Euphorie und Zuversicht unter den bayerischen Mädchenfußballerinnen aus. Das abschließende Saisonfest der FC Bayern Frauen hatte demnach großen Zuspruch bei den jugendlichen Fans – das Rad der Öffentlichkeitsarbeit der Frauenabteilung drehte sich – anschließende Mädchenfußballtage in der Region waren gut besucht.

Jubel in guten Zeiten– von links: Louisa Nöhr, Nina Brüggemann, Carolin Simon, Jessica Wich
Foto: HSV- Fan
 
Barca und Messi
 
Der als Hardliner bekannte innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Jarchow hingegen verköstigte die Hamburger Sportwelt mit großem Siegeswillen und finanziellem Größenwahn, indem er sich um Millionenverpflichtungen von bekannten Fußballernamen kümmerte. Dann ließ HSV-Boss Jarchow die Katze aus dem Sack und informierte die Öffentlichkeit: "Zum 125. Geburtstag veranstaltet der HSV eine Gala in der O² World - der HSV zahlt 1,2 Millionen Euro für Barca und Messi", meldeten WELT online und danach alle anderen Hamburger Zeitungen. Am 24. Juli 2012 soll das Jubiläumsspiel des HSV gegen Lionel Messi und den FC Barcelona stattfinden. Die Spanier werden für ihr Gastspiel in der Hansestadt eine Antrittsprämie in Höhe von 1,2 Millionen Euro kassieren; dafür verpflichten sie sich mit ihrer besten Mannschaft anzureisen. Brot und Spiele versus sportliche Leistungsförderung für den Frauenfußball. Es ist wenig Glaubhaftes rüber gekommen vom HSV-Boss Jarchow. Natürlich wird der Auftritt von Barca ein ertragreiches Geschäft sein, die Imtech Arena ist schon ausverkauft. Gerade deshalb erscheinen die ökonomischen Beweggründe zur Rückgabe der Erst- und Zweitliga-Lizenz der Frauen mehr als diffus und reaktionär, schlechthin peinlich.

Bittere Stunde für Janina Haye – das letzte Spiel ist aus – Achim Feifel ebenfalls ziemlich bewegt
Foto: Girlsplay Sven Hafft
 
Herzblut
 
Ist dieses Gebahren auch repräsentativ für die Hamburger FDP und ihre sportpolitischen Leitlinien? In einem Blog schrieb ein Frauenfußball-Fan: "Jarchow you are a gambler. Größenwahn gepaart mit Kurzsichtigkeit." HSV-Fan Fuxi schrieb auf der Homepage www.dietorjaeger.de: „Viel wichtiger sich zu merken ist, was bei der Lizenzrückgabe nicht bedacht wurde. Und das ist Dreierlei. Erstens hat es nicht nur eine Menge Arbeit, Herzblut und Tränen gekostet, überhaupt in die Lage zu kommen, dass noch in der Saison 2010/2011 die erste, zweite und dritte Mannschaft in den obersten drei Ligen allesamt unter die besten vier kommen konnten, sondern auch viel Geld.
 
Über den gesamten Zeitraum kann man wohl durchaus von einem siebenstelligen Betrag sprechen, den es gekostet hat, eine derartige Rampe für den Aufstieg von den Juniorinnen bis in die Bundesliga zu bauen. Eine Rampe, die langfristig dafür hätte sorgen können, dass die Kosten für Spielerinnen sinken, weil diese aus dem eigenen Nachwuchs bzw. aus Hamburg und dem Umland kommen konnten und nicht teuer gegen die Konkurrenz aus unter anderem Wolfsburg hätte verpflichtet werden müssen, und die den HSV für Talente aus dem Umland perspektivisch attraktiver gemacht hätte.“

Saison 2010/2011: 4. Platz für den HSV in der 1. Bundesliga mit U20-Weltmeisterin Kim Kulig, im Zweikampf mit U20-Weltmeisterin Marie-Louise Bagehorn, der gebürtigen Dresdnerin noch im Trikot vom 1.FFC Turbine Potsdam. Bagehorn wechselte zum HSV, Kulig wechselte zum 1.FFC Frankfurt, nach dem HSV-Totalabstieg unterschrieb U20-Weltmeisterin Marie-Louise Bagehorn einen Vertrag beim Zweitligisten BV Cloppenburg, Kim Kulig war eine Saison verletzt und startet jetzt wieder neu beim 1.FFC Frankfurt, ein Wechselkarousell par excellance
Foto: Jan Kuppert, Potsdam
 
Weltoffen
 
Dieses Fundament, diese Rampe, ist nun zerstört. Ein bedeutsames Zeichen für die Kurzsichtigkeit dieser Lizenzrückgabe. Die Aktion wird ein Vielfaches der kolportierten "Einsparungen“ kosten, um in einigen Jahren wieder in solche Position zurückzukehren. Die Lizenzrückgabe und das Zurückziehen auf die Regionalliga hat dem HSV sehr geschadet: einerseits den Ruf als weltoffener Verein - gerade so kurz nach einer erfolgreichen WM im eigenen Land gab es ein beträchtliches negatives Echo - andererseits den Marketingwert als Vorzeigeclub abseits der seit zwei Jahren nicht vorzeigbaren Lizenzfußballer.

DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg im Gespräch mit Doris Dietmayr (1.FFC Frankfurt)
Foto: A2 Bildagentur Hartenfelser, Neu-Isenburg
 
Mädchenfußball
 
Die aus Hamburg stammende DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg bekannte im Hamburger Abendblatt: „Frauenfußball hat im Vorstand und Aufsichtsrat des HSV leider keine Lobby. Es werden immer weniger Kinder geboren. Und längst nicht alle begeistern sich für Fußball.“ Ratzeburg wirbt seit Jahren für ihre gesellschaftspolitische Einsicht und Vision, Mädchenfußball vor allem auch in Ganztagsschulen zu etablieren, um auf diese Weise neue Spielerinnen zu gewinnen. Ob die vielen Initiativen erfolgreiche Früchte tragen können, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Dann melden die Vereine ihre Mannschaften für die Saison 2012/2013 an. Weitere Stellungnahmen des DFB gab es zum Thema Lizenzrückgabe eines Top-Bundesligisten der Herren noch nicht. Es bleibt abzuwarten, ob außer dem Ligasprecher sich wenigstens die Gremien damit befassen.
 
Vorbilder
 
Dass es auch anders geht, zeigt die Sportstadt Frankfurt am Main, dort wo auch der DFB zuhause ist. Die ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth erklärte im Jahr der WM 2011: „Sport ist eine der tragenden Säulen der Stadtgesellschaft. Kein Politiker kann es sich leisten, die Rolle des Sports zu unterschätzen. Jeder Euro für Sportförderung ist aus meiner Sicht beste vorbeugende Sozialpolitik. Sport ist Integration, lehrt Fairness, vermittelt Leistungswillen, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen. Auf die Frage hin, ob das auch für sportliche Großveranstaltungen und Events gelten soll, antwortete Roth in einem Interview mit der FAZ: „Große Spitzenveranstaltungen wie unsere WM-Spiele, Triathlon, Radrennen oder Marathon, früher Tennis, das alles mobilisiert die Breite, hat Vorbildfunktion, motiviert junge Leute zum Vereinssport. Nicht nur schöne Worte zu machen, sondern zu den Leuten in die Vereine zu gehen und ihnen direkt zu zeigen: Das macht ihr gut!“
 
Querschnittsaufgabe
 
Petra Roth: „Führung heißt nicht Machtausübung, sondern Vorbild sein, da fehlt es aus meiner Sicht, da haben wir nicht mehr genug Persönlichkeiten. Ich finde das Bild von den Vereinen als „sozialer Kitt der Gesellschaft“ sehr zutreffend. Sport in den Vereinen ist auch Bildung und Erziehung. Deshalb sehe ich Sport als kommunale (gesellschaftspolitische red. Anm.) Querschnittsaufgabe, die nahezu alle Ämter und Dezernate berührt. Natürlich kostet Sport eine Menge Geld auch jenseits der unmittelbaren Vereinsförderung, ich habe schon Großereignisse genannt. Doch Sport bringt eben auch einen immensen Gewinn für die Lebensqualität der Menschen und ist ein Imagefaktor ersten Ranges.“

Petra Roth und Steffi Jones – die beiden Frauen, die für die Entwicklung des Frauenfußballs so wichtig sind, gemeinsam im Frankfurter Römer, Juni 2012
Foto: A2 Bildagentur Hartenfelser, Neu-Isenburg
 
Halbherzig
 
„Es ist unfassbar, dass so etwas in einem großen Verein möglich ist, wo es Männer und Frauen als Fans gibt und wo man eine so erfolgreiche Frauenabteilung hat, die im Vergleich zu den Männern nur Portokassenkosten aufwirft. Mich enttäuscht das sehr, und ich hoffe dass die Entscheidung irgendwann revidiert wird", meinte der kompetente Manager des 1.FFC Frankfurt, Siegfried Dietrich. „Gerade unter dem Dach eines Männerbundesligisten können sich Frauenbundesligisten gut entwickeln, wenn man ihm eigene wirtschaftliche Möglichkeiten gibt. Aber wenn das halbherzig betrieben wird, führt es eben dazu, dass es eine defizitäre Sache ist." Als positives Beispiel führte der Ligasprecher der Frauenbundesliga auf ZDF online Europas Vereinsmannschaft der Stunde, Olympique Lyon, an. Dietrichs Klub hatte gegen die Französinnen das Champions League-Finale verloren. Siegfried Dietrich: „Deren Präsident sagt: Wenn ich in den Frauenfußball investiere, kann ich mir vielleicht einen halben Spieler bei den Männern weniger leisten. Dafür gewinne ich aber Erfolge und Sympathien in Europa.“ Man müsse eben auch die Entwicklung des Gesamtvereins im Auge haben.
Heldinnen schauen nicht zurück, sondern nur nach vorne
 
Zugänge Saison 2012/2013: wohl keine mehr nach dem „Super-Gau“. Abgänge: Marie-Louise Bagehorn (BV Cloppenburg), Kristina Brenner (vereinslos), Nina Brüggemann (Arizona State Sun Devils), Marisa Ewers (Bayer 04 Leverkusen), Heike Freese (SV Meppen), Aferdita Kameraj (BV Cloppenburg), Louisa Nöhr (Holstein Kiel) , Silva Lone Saländer (Karriereende), Saskia Schippmann (FC Elmshorn), Christine Schoknecht (SV Henstedt-Ulzburg), Carolin Simon (VfL Wolfsburg), Maike Timmermann (SV Werder Bremen), Bianca Weech (SV Henstedt-Ulzburg), Jessica Wich (1.FFC Frankfurt), Aylin Yaren (SC 07 Bad Neuenahr)

Jessica Wich , U20 Nationalspielerin und mit Turbine Potsdam 2010 Champions League Winner, wechselt zum Deutschen Rekordmeister 1.FFC Frankfurt. Sie wird dann die Ex-Hamburgerinnen Kim Kulig und die Schweizerin Ana-Maria Crnogorčević treffen . Ihr ist zuzutrauen, die Frankfurter Sturmmisere zu beenden.
Foto: Jan Kuppert, Potsdam
 
Auszeichnung
 
Zur Spielerin der Saison wurde am Ende mit großer Mehrheit von den HSV Frauenfußball Anhängern Silva Lone Saländer gekürt. Zum Abschluss ihrer Karriere eine besondere Auszeichnung für die verdiente Sportlerin. Saländer war schlechthin ein Symbol für einen ansprechenden Hamburger Frauenfußball. Sie wechselte 1999 vom TSC Wellingsbüttel zum Bundesligateam des Hamburger SV und spielte auf den Mittelfeldpositionen. Im Zeitraum von 2003 bis 2012 bestritt sie in 9 Saisons 188 Spiele und erzielte dabei 26 Tore. Für die U-19-Nationalmannschaft bestritt sie vier, für die U-21-Nationalmannschaft elf Länderspiele. Sie beendete ihre Karriere zum 30. Juni 2012. Die sympathische Saländer begann 2006 ihr Jura-Studium, dass sie in diesem Jahr 2012 erfolgreich beendete. Nach dem Ende der Karriere wird sie in Hamburg als Juristin arbeiten. Eine im Sport gereifte Persönlichkeit tritt ab. Die übrigen HSV Heldinnen werden weiterspielen.

Silva Lone Saländer spielte 9 Spielzeiten hintereinander in der 1. Bundesliga 188 Spiele und schoss dabei 26 Tore
Foto: Jan Kuppert, Potsdam
 
Stechender Kaktus
 
Die Sportredaktion der Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) wird anlässlich der 125-Jahrfeier des Traditionsclubs dem HSV-Präsidenten für seine Verdienste um den deutschen Frauenfußball einen Ehrenpreis überreichen. Zwar keinen Oskar, aber einen "stechenden Kaktus". Der Preis wird nach dem ersten Gewinner "Carl-Edgar-Preis" benannt werden und jedes Jahr an eine berufene Persönlichkeit für ihre außergewöhnlichen Verdienste im internationalen Frauenfußball übergeben werden. Zehn Jahre gut angelegte Investitionen in Strukturen und Entwicklungen einer Erfolgsstory im Frauenfußball wurden verantwortungslos "weggeworfen“. Die Causa Hamburger SV/Carl-Edgar Jarchow ähnelt fast bis auf das i-Tüpfelchen der Causa FSV Frankfurt/Bernd Reisig. Es wäre spannend, wenn einer der zahlreichen bezahlten und unbezahlten Sportwissenschaftler und engagierte Sporthistoriker sich dieses Themas unter Gender-Gesichtspunkten einmal annehmen würden. Ein Sponsor sollte doch zu finden sein, oder? Wenn ja, bitte bei der Sportredaktion dieser Online Zeitung melden.
 
In der nächsten Ausgabe berichtet die NRhZ über die sich dahinschleppende Stadion-Modernisierung des Frankfurter Städtischen Stadions am Brentanobad, wo der Deutsche Rekordmeister 1.FFC Frankfurt zuhause ist. Wussten Sie übrigens, dass der zurzeit erfolgreichste deutsche Fußballtrainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA) auf dem Brentanobad Rasen einmal recht bescheiden eine Saison aktiv Fußball gespielt hat? (PK)


Online-Flyer Nr. 362  vom 11.07.2012

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