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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Arbeit und Soziales
Hartz4-Plattform steigt nach erstem Treffen aus "Retorten-Bündnis“ aus
Kein Bündnis mit der Armuts-Industrie "Tafeln"
Von Hildegard Miensopust

Im Rahmen einer Initiative des "Tafel-Monitor“, eines vom Land Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekts der Hochschulen Furtwangen, Prof. Dr. Stefan Selke, und Esslingen, Prof. Dr. Katja Maar, hatte Prof. Selke zu einem ersten Treffen für ein „kritisches Aktionsbündnisses 20 Jahre Tafeln“ am 29. Juni nach Berlin eingeladen. Nachdem sich dieses Bündnistreffen – nach Einschätzung der teilnehmenden Hartz4-Plattform-Sprecherin, Brigitte Vallenthin – weniger als ergebnisoffen denn als vorgeplantes „Retorten-Bündnis“ herausstellte und zudem die Frontfrau für den prosperierenden Aufbau der Armuts-Industrie Tafeln, Sabine Werth, "Berliner Tafel", von den Initiatoren als Protagonistin für das sogenannte kritische Bündnis ausgeguckt war, stieg die Hartz4-Plattform bereits nach der ersten Zusammenkunft aus dem Bündnis aus.

Treffen des "Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln“
Quelle: http://aktionsbuendnis20.de
 
Als Beitrag zu einer erwarteten ergebnisoffenen Diskussion um Eckpunkte und Ziele des Bündnisses, hatte Brigitte Vallenthin einen Katalog für die von der Hartz4-Plattform bereits 2010 geforderte Umwandlung der Tafeln in existenzsichernde Unternehmen für Arbeitslose mitgebracht. Unter dem Motto "Privatisierung der Tafeln in Arbeitslosen-Hand“ wurden darin von den am Tafelsystem Beteiligten die folgenden ersten Schritte zur Entwicklung umsetzbarer Konzepte gefordert:
 
1. von der Industrie, sich materiell und logistisch zu beteiligen – und sich von vordergründigen Profit- und Werbeinteressen auf dem Rücken armer Menschen zu trennen,
2. von Wohlfahrtsverbänden und Kirchen, aus diesem System der Stabilisierung von Armut auszusteigen,
3. vom Bundesverband Deutsche Tafel e.V. sowie den nicht organisierten Tafeln, alle ihre Erfahrungen und Möglichkeiten zu nutzen, um die "Geschäfte“ schrittweise in die Hände vormals Arbeitsloser, ihrer "Kunden“ zu übergeben,
4. von der Politik, gesetzliche Regelungen zu treffen, um die Steuergeschenke an die beteiligten „Lieferanten“ zu unterbinden – und sich von der Eigenwerbung im Zusammenhang mit den Tafeln zu verabschieden,
5. von der Wissenschaft, die Hartz4-Plattform und andere, die diese Ideen teilen, bei der Entwicklung realisierbarer Umwandlungskonzepte zu unterstützen.
 
Zur Diskussion dieser Ideen kam es erst gar nicht, da die Initiatoren Prof. Dr. Stefan Selke und Prof. Peter Grottian bereits ein fertig entwickeltes Konzept für die Zeit der "Jubelfeierlichkeiten“ um 20 Jahre Tafeln im April 2013 präsentierten, das „nicht gegen die Tafeln“ sein sondern „Brücken bauen“ solle – nach Einschätzung der Hartz4-Plattform aber dem Tafelsystem die Absolution erteilen würde.
 
Die Hartz4-Plattform wird in Kürze ausführlich über den Verlauf des Treffens in Berlin, ihre Einschätzung für Hartz IV-Betroffene und die Hintergründe berichten. (PK)


Online-Flyer Nr. 361  vom 04.07.2012

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