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Aktueller Online-Flyer vom 11. Dezember 2017  

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Sport
Außenseiter FC Bayern München feiert ersten DFB-Pokaltriumph
Kopfball entthront blasse MainLadies
Von Bernd J.R. Henke

Jubel bei den „Rothösinnen“ aus München: der achtmalige Rekordchampion 1.FFC Frankfurt war im DFB Pokalendspiel in allen Belangen unterlegen – zur Überraschung aller Zuschauer ließen die MainLadies weder taktisches Muster, noch Spielsystem und Motivation erkennen. Ein einziger Kopfball der bayrischen US-Amerikanerin Sarah Hagen erledigte die stark favorisierte Frankfurter Elf, die insgesamt mit 2:0 (0:0) verlor. Angesichts der Niederlage steht das hochkarätige Team der beliebten Frankfurter Nationalspielerinnen an einer schicksalhaften Wendemarke. 

Enttäuschung
Alle Fotos: A2 Bildagentur Hartenfelser 
 
Schon 2004 gelang dem deutschen Rekordmeister unter der Ex-Trainerin Monika Staab zwar der formidable Eintritt in alle drei möglichen Endspiele, am Ende gelang den emsigen Frankfurterinnen nur Platz 2 in Meisterschaft, Platz 2 im Pokal und Platz 2 im Europa Cup inklusive Rücktritt der angeblich erfolglosen Trainerin. Ja in Frankfurt hängen die Trauben hoch, wenn es darum geht Anspruch und Realität gerecht zu werden. Falls Frankfurt nicht am kommenden Donnerstag das europäische Finale gegen die favorisierten Stars von Olympique Lyonnais gewinnt, wird der FFC Frankfurt nächstes Jahr international pausieren und sich wohl finanziell konsolidieren müssen. 
 
Traumecke
 
Die attraktive Vorzeigemannschaft vermasselte sich im Kölner Rhein-Energie-Stadion das schon sicher gewonnen geglaubte Finale selbst. An diesem Tag stand auf dem Platz eine Gruppe scheinbar „kopfloser“ Nationalspielerinnen, gekillt durch die unbekümmerte Kopfballstärke des robusten bayrischen US-Girls aus Milwaukee mit dem Spitznamen „Apple“, Sarah Hagen, nach einer gekonnten Traumecke der Verteidigerin Katharina Baunach aus Franken, herstammend aus einer fußballbegeisterten Familie, in der wirklich jeder, mit dem runden Leder umgehen kann – mit Liebe und Leidenschaft. Trainer Sven Kahlert muss sich fragen lassen, ob er die Mannschaft richtig führte und vorbereitete. 

Freude der weiblichen Bayern Fans 
 
Leidenschaft
 
Den „Underdogs“ aus München-Aschheim gelang dank der tollen Stimmung der 15.678 Zuschauer im Kölner Rhein-Energie-Stadion und höchster Eigenmotivation auf Tag und Stunde mental die Kräfte so zu mobilisieren, dass sie als Außenseiter es schafften über sich hinauszuwachsen. Die Münchnerinnen standen kompakter, verteidigten clever und mit Leidenschaft, wirkten spritziger und agierten bei Standardsituationen weitaus gefährlicher als die sonst so gewieften Frankfurterinnen. Kurioserweise hatten die Münchnerinnen in den Bundesligaspielen der fast endenden Saison gegen die besseren Frankfurterinnen auswärts mit 1:7 und daheim in Aschheim mit 1:2 nichts zu melden. Fürwahr eine Steigerung der Münchnerinnen nach dieser mäßigen Bundesliga Saison – oder eine starke Schwächeperiode der Hessinnen an einem rabenschwarzen Tag. 
 
Soziales Gefüge
 
Münchens jungenhafter Trainer Thomas Wörle verkündete mit berechtigtem Stolz nach dem Finale: „Wir wussten, dass wir heute über uns hinauswachsen müssen. Wie die Mannschaft von der ersten Minute an die Vorgaben umgesetzt hat, war einfach sensationell. Dafür muss ich ihr ein riesiges Kompliment machen." Kapitänin Torfrau Kathrin Längert erklärte Näheres über den positiven, an diesem Mai-Samstag ziemlich Platz beherrschenden Spirit der bayrischen Pokalmeisterinnen: „Selbst in schwierigen Zeiten ist die Mannschaft nie auseinander gefallen, wir sind ein sehr intaktes soziales Gefüge”. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den im Januar verpflichteten US-Amerikanerinnen Sarah Hagen und Nicky Cross zu, beide Frohnaturen mit physischer und psychischer Beharrlichkeit. Die "Rothösinnen" bezwangen den Rekordpokalmeister im DFB-Pokalfinale dank der Treffer von Sarah Hagen (63.) und Ivana Rudelic (90.) mit 2:0 (0:0). 

Sensation perfekt 
 
Austria
 
Der mit 60.000 Euro dotierte Triumph ist der größte Erfolg der Bayern-Frauen seit dem Gewinn der Meisterschaft 1976. Die Österreicherinnen Carina Wenninger, Viktoria Schnaderbeck, eine Cousine von Werder Bremen Profi Sebastian Prödl, und Laura Feiersinger, die Tochter des legendären Borussia Dortmund Libero Wolfgang Feiersinger, spielten bei den Siegern voll durch. Die deutschsprachigen Austria-Girls bestimmen zunehmend mit den beiden Amerikanerinnen das Grundgerüst einer aufstrebenden neuen Mannschaft, die in der Planung von FCB-Managerin Karin Danner – der „Eisernen Lady von Aschheim“ - zu den vier deutschen Spitzenteams Potsdam, Wolfsburg, Duisburg und Frankfurt im kommender Saison in der Meisterschaften aufschließen soll. 
 
Rampenlicht
 
Bayern Finanzvorstand und begeisterter Frauenfußballfan Karl Hopfner übermittelte der überglücklichen Managerin aus dem Berliner Olympiastadion in den tumultartigen Bayern Jubel in Köln eine schnelle SMS-Gratulation. Aus dem erträumten Double von Frauen in Köln und Männern in Berlin kam es aber nicht, da die männlichen Vollprofis um Lahm, Schweinsteiger und Co. gegen ihren Angstgegner Borussia Dortmund am Abend eine 5:2 Niederlage erlitten. Dadurch traten die jungen Frauen zum ersten Mal in das Rampenlicht der Münchner Fußball Schickeria, die sich aber leider ausnahmslos im Berliner Olympia Stadion befand und den bayerischen Siegestaumel verpasste. Umsomehr sichtbar waren viele junge überglückliche Mädchen und jugendliche Fangruppen im rot-weißen Bayern-Dress, die lautstark und optisch galanter die enttäuschten FFC-Fans in den Schatten stellten. 

Laura Feiersinger - österreichische Nationalspielerin - mit 18 Jahren beste Stürmerin auf dem Platz 
 
Mia san Mia
 
Für den ersten Erfolg bei ihrer dritten Finalteilnahme nach 1988 und 1990 beschworen die Bayerinnen sogar das Selbstbewusstsein der männlichen Vereinskollegen, in deren Schatten sie seit Jahren um Anerkennung ringen. "Wir haben eine Mia-san-Mia-Mentalität", stellte Managerin Karin Danner vor dem Spiel fest: "Und die wollen wir gegen Frankfurt abrufen." Und es klappte, weil der Gegner ungemein schwächelte und es mental zuließ. Übrigens das den Frauen zugeteilte gesamte Jahresbudget macht in etwa maximal so viel aus, wie ein "schlecht bezahlter" Bayern-Profi pro Saison verdient. Auf der einen Seite hoch bezahlte Profis an der Sendlinger Straße, weil „Profi“ abgeleitet von Professionalität her stammt, auf der anderen Seite in München-Aschheim die Frauenabteilung, die man vom direkten Bedeutungsstamm als "professione" her typisieren und bezeichnen kann. 
 
Kulturgut
 
Professione ist nur ein anderes Wort für Hingabe – dort liegt der eigentliche amateurhafte Kern des Mädchen- und Frauenfußballs bei Bayern München, bei denen keine Spielerin vom Fußball leben kann – sie sind sympathisches Kulturgut eines sehr erfolgreichen Männervereins mit Lizenzspieler-Abteilung , aber noch kein reines Wirtschaftsgut. Dazu fehlen wohl die notwendigen Zuschauerzahlen und TV-Einschaltquoten für die Wirtschaft. Ab 2013 ist geplant, dass die Frauen näher an das FCB-Hauptquartier in die Landeshauptstadt München ziehen werden – die Frauenbundesligamannschaft wird dann im legendären „Grünwalder Stadion“ oder im Volksmund nur Grünwalder immer noch ihre Bundesligaspiele absolvieren. Die Frauenabteilung profitiert ebenso von der Infrastruktur, dem Vereinsimage und der Merchandising Erfahrung des Hauptvereines. Neuerdings gibt es unter Youtube gut gemachte Kinospots zu sehen, auch die Homepage der Frauen wird immer informativer. 

Laura Feiersinger - fast so schnell und trickreich
wie Élodie Thomis von Lyon 
Stolz
 
„Der Verein ist unser Sponsor. Unsere Bedürfnisse sind im Profi-Etat enthalten", so Danner. Vor diesem Hintergrund sind die 60.000 Euro, die Bayern München als Cup-Sieger als DFB-Prämie einstreicht, für die ehrgeizige Bayern-Frauenabteilung ein willkommenes Zubrot. 40.000 Euro bekam der unterlegene Finalist Frankfurt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gratulierte der Mannschaft zum Sieg: „Wir können alle in unserem Klub sehr stolz sein. Es zeigt, dass beim FC Bayern auch abseits der Lizenz-spieler-Abteilung erstklassige Arbeit geleistet wird."  
 
Das beliebte Frauenfußballportal „framba“ meldete einen erfreulichen Zuspruch der deutschen Fernsehzuschauer für das Pokalfinale der Frauen: „Laut media control verfolgten 2,67 Millionen Zuschauer im ZDF, wie der FC Bayern München als Underdog den favorisierten Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt mit seinem hochverdienten 2:0 zu Fall brachte. Das entspricht nicht nur einem deutlich überdurchschnittlichen Marktanteil (MA) von 20,4 Prozent, das sicherte der Partie in der Tageswertung bei den TV-Quoten auch den neunten Rang. Tagessieger wurde erwartungsgemäß das DFB-Pokalfinale der Männer, das 13,55 Mio. Zuschauer vor die Bildschirme lockte, so Frauenfußballportal "framba". 

der neue Pokalmeister - eine junge Mannschaft - selbst in schwierigen Zeiten mit sehr intaktem sozialen Gefüge  
 
Senioren
 
Unter der Überschrift „Nur die Jugend schwächelt“ ergänzt das Frauenfußballportal die eklatante Differenz des Interesses am Frauenfußball bei den Einschaltquoten zwischen Jungen und Alten: „Bei den Frauen erreichte das Endspiel unterdessen auch in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen mit 680.000 Zuschauern (MA: 13,6%) einen überdurchschnittlich hohen Wert. Wobei die unter 30-Jährigen (14 bis 29 Jahre) einmal mehr ein wenig schwächelten. Hier kam das Spiel auf 90.000 Zuschauer. Rund 40.000 Zuschauer waren Kinder (3 bis 13 Jahre). Frauenfußball ist und bleibt nun einmal eine Domäne der Senioren. Beinahe zwei Millionen TV-Zuschauer waren mindestens 50 Jahre alt. Das Spiel war zudem bei Männern deutlich beliebter als bei Frauen. 1,90 Mio. Zuschauer waren männlich (MA: 31,1%), 730.000 Zuschauer weiblich (MA: 11,4%). Aber auch diese Relation ist nichts Ungewöhnliches.“ 
 
Giesings Höhen
 
Diese präzisen Zahlen im Frauenfußballportal „framba“ verdeutlichen ziemlich prägnant, welches Spagat rein werbetechnisch ein moderner Frauenfußball Bundesligaverein erbringen muss, um zum einen die Gruppe Senioren als solvente Zuschauergruppe anzusprechen und zudem eine generationsübergreifende „Mitmachstrategie“ für die jungen Frauen und Mädchen zu entwickeln, damit diese Gruppe als aktive Sportlerinnen in das Vereinsleben integriert werden kann. Der Umzug nach Giesings Höhen ins „Grünwalder“ kommt sicherlich den traditionellen Münchner Zuschauergruppen entgegen, doch einmal in Zukunft einen Pokalmeister feiern zu können – halt auch, wenn es bei Männern nicht immer klappen sollte. Der Münchner Stadtbezirk 18 Untergiesing-Harlaching besitzt mittlerweile eine Altersverteilung, wo das Potential der Senioren abzuholen sein wird.  

Zwei junge Trainer - ein Sieger und ein Besiegter 
 
Die Münchnerinnen erwischten einen besseren Start als die Hessinnen. Der Titelverteidiger schien von Anfang an mental falsch eingestellt. Bayern drückte den FFC in die Defensive. Schon in der 3. Minute eröffnete ein Eckball von Katharina Baunach auf den Kopf von Sarah Hagen (3.) eine Riesenchance, die sie aber knapp verfehlte. Ein Schuss der US-Amerikanerin Niki Cross (15.) klärte ihre Landsmännin und seit neuestem US-Nationalspielerin, Gina Lewandowski, in letzter Sekunde auf der Linie. Die Frankfurterinnen steigerten sich und bekamen die Partie besser in den Griff. Svenja Huth´s Schuss (19.) parierte FCB-Torfrau Kathrin Längert. Beim 20 Meter Freistoss von Melanie Behringer (26.) musste sich die bayerische Torfrau gewaltig strecken und wehrte das runde Leder gegen die Latte ab.
 
Risiko
 
In den Fokus der Kritik geriet die Sturmspitze vom FFC Frankfurt Fatmire Bajramaj. Sie war schon angeschlagen aufgelaufen und ging ins persönliche Risiko. Knapp 14 Monate zuvor im Februar 2011 hatte die Nationalspielerin in einem der letzten Spiele für Turbine Potsdam in einem Auswärtsspiel in Bad Neuenahr trotz Verletzung mit vier Toren das Match entschieden. Nach dem 5:2 Auswärtserfolg bezeichnete Trainerfuchs Bernd Schröder seine Topspielerin als Matchwinnerin mit Weltklasseleistung. In derselben Situation nun im Dress des FFC Frankfurt bescheinigte der Frankfurter Trainer Kahlert seiner Sturmspitze mangelnde Professionalität, da sie ihn nicht über ihre Trainingsverletzung informiert hätte.  

Stürmerin Lira Bajramaj (FFC) kämpfte mit viel Einsatz - beste Frankfurterin neben Torfrau Desirée Schumann (FFC)  
 
Eifer
 
Wer Lira Bajramaj näher kennt, weiß, dass sie immer bereit ist, auf Sieg zu spielen - sei sie auch nicht hundert Prozent fit. Bajramaj glänzte an diesem Tag in Köln mit verbissenem Eifer und kämpferischen Einsatz. Bis zu ihrer verletzungsbedingten Auswechslung brachte sie als Einzige der Hessinnen ein bisschen Spielfreude hinein, ihre Durchschlagskraft hielt sich aber in Grenzen. Sie erhielt kaum verwertbare Bälle nach vorne. In der 40. Minute erlöste sie Trainer Kahlert durch den Austausch mit der Schweizer Nationalspielerin Ana Maria Crnogorcevic, die aber auch keinen Torerfolg markieren konnte. Als beide Mannschaften nach der Pause wieder aufliefen, begannen die Frankfurterinnen das Spiel langsam zu kontrollieren.
 
Schockiert
 
Einen abgefälschten Schuss von Sandra Smisek parierte Torfrau Längert. (50.) Just in der Phase der Frankfurter Angriffe erfolgte nach einer Ecke von Katharina Baunach die spielentscheidende kalte Dusche für das Selbstbewusstsein der Hessinnen. Die großgewachsene Stürmerin Sarah Hagen sprang am höchsten (63.) und trieb den Ball an Torfrau Desirée Schumann vorbei ins Netz des Frankfurter Kastens. Die schockierten FFC Frauen waren regelrecht in diesem Augenblick von der Rolle. Wer jetzt ein Aufbäumen, ein Gegenhalten der Frankfurter Elf erwartet hätte, wurde enttäuscht. 

"Sündenbock" Bajramaj (FFC) setzte auf hohes Risiko - ihre Verletzung war nicht auskuriert
 
Rücken frei
 
Sandra Smisek und Kerstin Garefrekes, sonst Dreh- und Angelpunkte des Frankfurter Spieles waren einfach nicht existent auf dem Platz, zu gut dirigierte das Münchner Mittelfeld das Spiel. Viktoria Schnaderbeck arbeitete viel und hielt Niki Cross immer den Rücken frei, wenn die Amerikanerin in der Offensive erschien. Die Mittelfeldspielerin Schnaderbeck leistete defensiv gute Arbeit. Verteidigerin Carinna Wenninger nahm Bajramaj und später Crnogorcevic sehr gut aus dem Spiel, sie gab in der Münchner Abwehr den Ton an und blieb ohne jeden Fehler. Sandra del Pol war die einzige Schwachstelle in der Bayern Abwehr. Münchens Verteidigerin Katharina Baunach spielte sehr gut auf ihrer Seite und nahm die sonst so gefährliche Kerstin Garefrekes aus dem Spiel, sie wirkte dabei auch technisch souverän und war zuständig für die gefährlichen Standards vor allem im fünf Meter Raum.
 
Anspielbereit
 
Die erst 20-jährige Frankfurterin Dzsenifer Marozsán zeigte dagegen wenig Schnelligkeit und enttäuschte. Sie versteckte sich. Fußballexperte Joe Blaha befand sehr ernüchternd: „ Das war ungarischer Stehgeiger-Fußball. Sie ist eine Schönwetter-Fußballerin und scheint mental sowie körperlich schwach zu sein.“ Die erst 18-jährige österreicherische Nationalspielerin Laura Feiersinger dagegen brillierte im Sturm des FC Bayern München. Sie rannte sich die Kehle aus dem Hals, war immer anspielbereit und beteiligte sich oft an Kontern. Sie war die beste Stürmerin auf dem Platz. 

Sarah Thunebro (FFC) - schwedische Weltklasse Verteidigerin - lief sich warm, aber ohne Chance. Ihr Trost: sie wird im Gegensatz zu den deutschen Nationalspielerinnen bei den Olympischen Spielen für den WM-Dritten Schweden auflaufen  
 
Bayern Verteidigerin Huyleur wurde nicht groß gefordert und nahm Nationalspielerin Svenja Huth aus dem Spiel. Die Schweizerin Vanessa Bürki machte auf der linken Seite viel Druck und Tempo, viele Kontern liefen über sie. Die US-Amerikanerin Niki Cross unterband eindeutig die meisten Angriffe der Frankfurterinnen, war körperlich immer präsent und gewann fast jeden Zweikampf. Sie war die Umschaltstelle bei Kontern. Die Bayern Stürmerin Sarah Hagen brachte die Abwehr mächtig durcheinander und war an beiden Toren beteiligt. Ihre Balltechnik war bewundernswert. Isabell Bachor „ackerte“ ungemein, lief viel in der Offensive. Nur im Abschluss war sie leider ohne Glück. 
 
Der große Favorit 1. FFC Frankfurt war komplett indisponiert, träge im Spielaufbau und rannte planlos auf das gegnerische Tor zu, weswegen die Angriffe auch immer versandeten. Gegen solche Behäbigkeit, Ideenlosigkeit, Körperlosigkeit und Konzeptlosigkeit war kein Kraut gewachsen. Die schwache, fehlerhafte Spielweise des FFC Frankfurt hat es dem FC Bayern erst ermöglicht, eine so gute Leistung zu zeigen. In einer offenen Schlussphase markierte die kurz zuvor eingewechselte Ivana Rudelic (90.) für den siegreichen FC Bayern München den 2:0-Endstand.
 
In einem Interview mit Annette Seitz (DFB) wurde der Frankfurter Manager Siegfried Dietrich gefragt, warum das Frankfurter Team seine Leistung nicht abrufen konnte?
Dietrich: „Wenn es dafür eine Erklärung gäbe, dann würde man kaum noch Spiele verlieren. Es ist wirklich schwierig zu beurteilen, und ich denke, darauf haben selbst die Spielerinnen keine Antwort. Wir waren in einer Situation, die es im Fußball immer wieder gibt. Man hat einfach hin und wieder solche Spiele und solche Tage. Die Spielerinnen haben insgesamt an diesem Tag einfach keine gute Leistung abgerufen. Sie haben sich die Chance entgehen lassen, zum neunten Mal das Pokalfinale zu gewinnen. Die Fehler, die gemacht wurden, werden wir aufarbeiten. Und unsere Trainer werden ihren Teil dazu beitragen, dass die Formation, die in München aufläuft, doch einiges anders macht.“
 
Auf die Frage, ob dann die Mannschaft am Donnerstag in München im UEFA Women Champions League also anders auftreten wird, antwortete Siegfried Dietrich: „Davon bin ich fest überzeugt. Wenn wir die Menge an Frust, die wir haben, in Energie umwandeln; wenn wir den Hebel umlegen; wenn wir uns an unsere Qualitäten erinnern, dann haben wir in einem solchen Spiel alle Möglichkeiten. Es ist ja letztendlich auch ein Spiel vor eigener, vor deutscher Kulisse, und wir haben durchaus die Chance, erfolgreich abzuschneiden. Sicherlich ist uns bewusst, wie stark Lyon ist, und wir haben Respekt. Aber unsere Mannschaft weiß, was sie kann. Wir haben das Auswärtsspiel in Köln gegen München verloren, nun wollen wir das Heimspiel in München gegen Lyon gewinnen.“ (PK)
 


Online-Flyer Nr. 354  vom 16.05.2012

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Von Kostas Koufogiorgos
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