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Aktueller Online-Flyer vom 12. Dezember 2017  

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Filmclips
"Ist die Rundfunkfreiheit im WDR bedroht?"
Von Peter Kleinert



 Am 9. Mai um 20.00 Uhr veranstaltet das Kölner Schauspielhaus in seiner Gesprächsreihe "Streitbar“ im Großen Haus eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der Titel des Abends: "RETTET DAS KULTUR­RADIO JETZT!“ Neben Vertretern der „Initiative für Kultur im Rundfunk“ ist auch Monika Piel, Intendantin des WDR, eingeladen, deren geplante "Reformen" im WDR 3 öffentliche Proteste verursacht haben. Hier ein vom WDR aus dem Programm gekippter Film über Zensur im Fernsehen mit dem Titel "Ist die Rundfunkfreiheit bedroht?", der zeigt, dass Frau Piel nicht als erste WDR-Intendantin Probleme mit der Rundfunkfreiheit hat.

 
Eingriffe ins Programm - auf Druck von Politikern und Konzernen - gab es in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern auch schon in den 70er Jahren. Als diese Zensurmaßnahmen auch außerhalb der Anstalten bekannt wurden, gründeten vor allem Fernsehzuschauer aus Bürgerinitiativen, die bislang in den VorOrt-Sendungen des WDR live und unzensiert zu Wort gekommen waren, die Initiative "Rettet die Rundfunkfreiheit im WDR!" In ihren Veranstaltungen wurden verschiedene Möglichkeiten des Protestes diskutiert, u.a. die eines Gebührenzahler-Streiks.
 
Durch diese Entwicklung und die Kündigung des gewerkschaftlich aktiven Fernsehredakteurs Ludwig Brundiers, der zur Redaktion der selbstkritischen Sendereihe "Glashaus - Fernsehen intern" gehört hatte, ebenfalls beunruhigt lud der DGB-Bundesvorstand im April 1978 zu einem medienpolitischen Kongreß nach Bonn ein. Der Einladung folgten, neben zahlreichen Gewerkschaftern, auch einige für das öffentlich-rechtliche Fernsehen Verantwortliche, wie WDR-Intendant Friedrich Wilhelm Freiherr von Sell (siehe Bild).
 
Die Filmemacher Johannes Flütsch und Peter Kleinert erhielten vom WDR-Redakteur Ludwig Metzger den Auftrag, über den Kongreß, die Bürgerinitiativen und über Erfahrungen von Filmemachern wie Klaus Wildenhahn und Peter Nestler, die in der Vergangenheit auch von Zensurmaßnahmen betroffen waren, einen Dokumentarfilm zu machen.

Die Frage im Titel "Ist die Rundfunkfreiheit bedroht?" beantworteten Fernsehdirektor Heinz Werner Hübner, Chefredakteur Theo M. Loch und sein Stellvertreter Klaus Hinrich Casdorff nach Sichtung des fertigen Films im Schneideraum mit einem eindeutigen "Ja!" - indem sie ihn am Tag vor der geplanten Sendung aus dem Programm kippten. Intendant Friedrich Wilhelm Freiherr von Sell hatte diese Zensurmaßnahme natürlich vorher abgesegnet und sorgte dafür, dass der Film im WDR-Archiv verschwand. (PK)
 
Titel:
"Ist die Rundfunkfreiheit bedroht?"
Ein Film über Zensur im Fernsehen
 
Autoren:
Johannes Flütsch
Peter Kleinert
 
Redakteur:
Ludwig Metzger
 
Auftraggeber:
WDR
 
Produktionsjahr:
1978
 
Länge:
43 min.
 
Bestellung:
bei http://www.kaos-archiv.de/
0221 - 9521297
info@KAOS-archiv.de


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Online-Flyer Nr. 349  vom 12. Dezember 2017



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