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Aktueller Online-Flyer vom 21. November 2019  

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Inland
Für die Abschaffung der Todesstrafe wird die Berliner US-Botschaft eingewickelt
Freiheit für Mumia Abu-Jamal!
Von Annette Schiffmann

Beim Ostermarsch in Berlin wird am Samstag, 7. April, 14 Uhr, ein ungewöhnlicher Protest gegen die Todesstrafe stattfinden: Aktivisten und Aktivistinnen aus der ganzen Bundesrepublik werden die Botschaft der USA am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor mit dem längsten Transparent der Welt umkreisen, sie damit symbolisch einwickeln und gleichzeitig Freiheit für Mumia Abu-Jamal fordern.

NRhZ-Archiv 
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind der einzige Staat der "westlichen Welt“, der seine Gefangenen hinrichtet. Sie gehören damit zu den zehn Prozent der Staaten weltweit, die noch an der Todesstrafe festhalten, wie der vor wenigen Tagen herausgegebene Bericht zur Todesstrafe 2011 von Amnesty International mitteilt. Danach belegen die USA weltweit Platz 5 der Henkernationen – nach China, dem Iran, Saudi-Arabien und dem Irak, gefolgt von Jemen. Seit 10 Jahren sinkt die Zustimmung der US-Bevölkerung jedoch kontinuierlich. 2011 hat mit Illinois bereits der 16. Bundesstaat die Todesstrafe abgeschafft und Oregon hat einen Hinrichtungsstopp verhängt.
 

Mumia Abu-Jamal
NRhZ-Archiv
Die Anti-Todesstrafen-Bewegung schenkt den USA besondere Aufmerksamkeit, weil die Abschaffung der barbarischen Strafe in diesem Staat auf der ganzen Welt Signalcharakter hätte. Aber auch die oft vorgeschlagene Alternative – lebenslänglich ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung – ist unmenschlich. In den USA sind davon 41.000 Menschen betroffen, darunter der afro-amerikanische Journalist und Schriftsteller Mumia Abu-Jamal, der fast 30 Jahre in der Todeszelle saß – zu Unrecht und unter Verstoß gegen die US-amerikanische Verfassung, wie der US Supreme Court im November 2011 bestätigte. Mehr dazu in dem Bericht "Das Urteil war verfassungswidrig" im NRhZ-Flyer 331 vom 7.12.2011 und in dem Dokumentarfilm "Hinter diesen Mauern - Mumia Abu-Jamal und der lange Kampf um Freiheit" von KAOS Film- und Video-Team Köln in derselben Ausgabe.(1)
 
Schon im Jahr 2000 stellte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einem ausführlichen Bericht fest, nicht nur das Todesurteil, sondern auch der gesamte Prozess gegen Mumia Abu-Jamal habe „gegen die internationalen Mindeststandards verstoßen“, unter anderem, weil Abu-Jamals Schuld dort nie zweifelsfrei erwiesen worden sei. Dennoch soll Abu-Jamal nun nach all den Jahren, die er seit 1982 widerrechtlich unter den brutalen Bedingungen der Todeshaft verbringen musste, nicht freigelassen werden, sondern bis an sein Lebensende im Gefängnis bleiben.
 
660 Meter Transparent in vielen Sprachen - darunter Chinesisch, Persisch, Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Laotisch, Lettisch, Tamil und mehr - rund um die Botschaft werden zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe, zur Freiheit für Mumia Abu-Jamal und zur internationalen Ächtung jahrzehntelanger Haftstrafen bis zum Tod aufrufen. (PK)
 
(1) http://www.kaos-archiv.de/
 
Mehr Informationen über das Netzwerk gegen die Todesstrafe und für die Freiheit von Mumia Abu-Jamal bei: Annette Schiffmann, 0172-77 40 333. anna.schiff@t-online.de, www.freiheit-fuer-mumia.de


Online-Flyer Nr. 348  vom 04.04.2012

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