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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Sport
Sammelwut von Siegfried Dietrich und Co. schadet dem Ligabetrieb der Frauen
Methamorphosen im Panini-Rausch
Von Bernd J.R. Henke

Sportbuchautor Daniel Meuren, ausgewiesener Sachkenner des deutschen
 und internationalen Frauenfußballs, erwähnte in seinem FAZ-Kommentar den
 neuerlichen Aderlass von Potsdams Nationalspielerinnen an den 1. FFC
 Frankfurt. Die Headline „1.FFC Deutschland“ amüsiert den Leser.
 Reflektierend nachgedacht offenbart sich aber für die rein sportlich
 fokussierten Fans ein fader Beigeschmack.

 „Der FFC soll wieder Nummer 1 in Europa werden,“ postuliert der
 Frankfurter Manager Siegfried Dietrich in fast jeder seiner
 Verlautbarungen. Nicht des großen Geldes wegen kämen die Spielerinnen
 nach Frankfurt, sondern wegen des „Wohlfühl-Faktors", kolportiert
 FFC-Medienpartner BILD Frankfurt Dietrich in gewohnter Eintracht.
 Während dessen schwebt Dietrich auf Wolke Sieben. Er kündigte im Vorfeld
 zum "Außerordentlichen DFB-Bundestag“ im Frankfurter Steigenberger
 Airport Hotel an, dass er seine Shopping Tour für seine "Traumelf
 2012/2013“ fortführen will. Mit den Flugtickets für den Algarve Club in
 der Jackentasche frohlockte er, dass er dort vielleicht seiner immer
 noch fehlenden Traum-Stürmerin begegnen könnte.

Der wohl im "Panini-Bilder-Rausch“ befindliche Dietrich steht immerhin
 mit seiner derzeitigen Weltauswahl dank einer Auswärtsniederlage gegen
 die taffen Aufsteigerinnen des SC Freiburg 0:1 sowie Heimniederlegen
 gegen 1.FFC Turbine Potsdam 0:2 und VfL Wolfsburg 0:1 numerisch gesehen  nur auf Platz 3 der Liga. Dass dies seine Sponsoren nicht befriedigen kann, versteht sich von selbst.

 Hauptsponsor Commerzbank plagen schlechte Zahlen, der Aktienkurs
 krabbelt als Penny-Stock im Pelz des Dax. Den Kontakt zur Commerzbank
 (CoBa) erschloss ihm der frühere sozialdemokratische Stadtrat Achim
 Vandreike. Dietrich verstand es immer, die politischen Netzwerke zu
 nutzen. Die reiche Stadtgesellschaft Frankfurts liebt solche Clowns wie
 den egomanen Siegfried Dietrich. Unternehmer, die sich nicht für
 Subventionen zu schade sind, sofern die flüssigen Mittel, nicht direkt
 an den Verein, sondern über dazwischen geschaltete Management-Strukturen fließen können, gibt es überall in der Republik, auch in Hannover.

 Südafrika-Fan Dietrich hat andererseits peinlichst darauf geachtet,
 dass keiner seiner Medien- und Sponsorenpartner ihn jemals auf seinem
 afrikanischen Anwesen zu günstigem Ferien-Obdach gebeten hat. Trotzdem
 informiert Medienpartner BILD Frankfurt regelmäßig über eventuelle
 Verspätungen einer Air Line, in der Siegfried Dietrich sein Bordmenue
 verzehrt.

 Hatte sich die Frauenfußball-Fangemeinde noch am Anfang der Saison
 damit angefreundet, dass mit dem Erstarken des VfL Wolfsburg vier
 gleichstarke Teams um die Meisterkrone kämpfen würden, so erscheint die
 diesjährige Shopping-Tour der Manager der Commerzbank Kickerinnen sowie der "VW MARKE-tenderinnen“ als quasi Einstieg zur Methamorphose in eine Europäische Frauenliga. In seiner Feststellung, dass Frankfurt mit
 nunmehr zehn deutschen Nationalspielerinnen eine Monopolstellung
 innehaben würde, verband Kommentator Meuren das Schicksal des 1. FFC
 Frankfurt mit der Zukunftsperspektive der deutschen Nationalelf:
 „Blockbildung aus zwei Vereinen war gestern. Der FFC Frankfurt ist
 künftig fast das ganze Nationalteam.“

 Die Analyse von FAZ-Meuren, dass zukünftig ein monolithischer FFC-Block
 in der deutschen Nationalmannschaft entstehen würde, ist falsch. Einen
 "FFC Deutschland“ wird es so nicht geben. Denn auch der Kader vom VfL
 Wolfsburg, durch den Volkswagen Konzern finanziell gestärkt, wird in
 Zukunft durch ambitionierte Transfers deutscher Nationalspielerinnen
 erheblich erweitert. (Popp, Wensing, Odebrecht) Die Wolfsburger Marke VW setzt seit dem Jahr der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 im Gesamtverein
 auf die zunehmende Popularität und den Trend zu weiblicher Fußballkunst.
 Das Phänomen, dass sich zum ersten Mal in der zweiundzwanzig Jahre alten
 Geschichte der deutschen  Frauenbundesliga ein großer Männerverein der
 1. Bundesliga massiv engagiert, um auch die Meisterschaft der Frauen zu
 erringen, gehört zu den Fakten.

 Während der FC Bayern München, SC Freiburg und auch Bayer 04 Leverkusen auf organisches Wachsen setzen, setzt Wolfsburg auf eine strategische Einkaufspolitik aus der Portokasse einer Weltmarke. Der Einzug
 kapitalintensiverer Geschäftsmodelle in den modernen Frauenfußball
 spiegelt durchaus eine Zukunftsvision wider – die Einführung einer
 "Europäischen Frauenfußballliga“. Nur Zuschauerzahlen um die 6000 Fans
 in mittelgroßen Stadien werden auf Dauer der Kapitalverwertung von
 Konzernen gerecht werden, die entweder als Vereins-Eigner oder
 Großsponsoren auftreten. Nur davon kann jetzt keine Rede sein. Der
 Spielbetrieb der 1. Bundesliga gerät jetzt schon in die Krise. Bei Vereinen wie FCR 01 Duisburg oder dem Aufsteiger 1.FC Lokomotive Leipzig kann es schon mal vorkommen, dass die Monatssaläre verspätet gezahlt werden. Dahinter steht oft kein böser Wille, sondern einfach die schwächere Liquidität mittelständischer Sponsoren.

 Der derzeitige Auftrieb in der konventionellen nationalen Bundesliga
 (im Durchschnitt pro Spiel 1.112 Zuschauer) beschränkt sich leider nur
 auf einen unfairen, wettbewerbsfeindlichen Verdrängungswettbewerb
 innerhalb der Kernstruktur der Liga. Eine wesentliche Rolle für diesen
 Prozess haben augenfällig auf schnellen Profit orientierte
 Spielerinnen-Berater übernommen, die sich zunehmend um auslaufende
 Arbeitsverträge der Nationalspielerinnen kümmern und sich recht
 erfolgreich in das Personenkarussell eingeschlichen haben - zum
 Leidwesen der unabhängigen sportlich orientierten Vereinstrainer, die
 sich von Woche zu Woche um das mentale Mantra ihrer Spielerinnen kümmern müssen. Maren Meinert, U20 DFB-Weltmeistertrainerin, wusste anno 2010 auf dem DFB-Frauen- und Mädchenfußball-Kongress in Mainz davon zu berichten. Sie beschwerte sich in einer Diskussionsrunde über die störende Einflussnahme der Berater bei den knapp 20-jährigen Spielerinnen.

 Tabellenführer Potsdam scheint in den Strudel dieser Nachwehen einer
 finanziell und TV-medial erfolgreichen, aber für die Neid-Elf sportlich
 enttäuschenden Weltmeisterschaft gekommen zu sein. Auf welchen Auftrag
 hin dieses regelrecht hektische Kesseltreiben gegenüber Europas bester
 Vereinsadresse an den Potsdamer Havelseen inszeniert wurde, sei dahin
 gestellt. Die Nutznießer aber scheint man zu kennen. Zu ablösefreien
 Konditionen Nationalspielerinnen zu erwerben, das lohnt sich. Ihre
 Schützlinge Babett Peter, Bianca Schmidt und Viola Odebrecht hatten
 vorigen Freitag der Potsdamer Vereinsführung und ihren Mitspielerinnen
 mitgeteilt, dass sie das Vertragsangebot von Turbine Potsdam zur
 Verlängerung der am Saisonende auslaufenden Verträge nicht annehmen
 werden und folglich den Verein zu besseren Konditionen am Saisonende
 verlassen würden.

 Potsdams Bernd Schröder erklärte relativ zeitnah zum Komplex
 Peter/Schmidt/Odebrecht nach der offiziellen Pressekonferenz gegen Bayer
 04 Leverkusen: „Wenn Spielerinnen unseres Vereines mit ihrem Herzblut
 und ihrer Leidenschaft nicht bei dem Verein und den Fans sind, dann muss
 man sich trennen.“ Schröder ließ sich außer diesem kurzen Statement zu
 keiner weiteren Äußerung verleiten. Kommentare über die neuen Vereine
 seiner Spielerinnen gab er nicht ab. Was Schröder aber nicht verhindern
 konnte, waren im Nachhinein die Reflektionen meist anonymisierter
 FF-Blog-Nutzer, darunter auch leicht erkennbar Mitglieder des
 Investorenpools um Dietrich und Co., die versuchten, das Bild eines
 „polternden, unsachlichen“ Bernd Schröder zu zeichnen, der als Mitglied
 einer Großvatergeneration seine Enkelgeneration nicht mehr verstehen
 könnte. Nur den Beweis blieben sie schuldig. In einer vom
 Bildjournalisten Jan Kuppert veröffentlichten Videoaufzeichnung der
 Pressekonferenz in Potsdam machte Schröder einen ziemlich gefassten,
 überaus sachlichen Eindruck und erklärte ohne Polemik den Sachverhalt.

 Wochen zuvor hatte schon die Duisburgerin Simone Laudehr mitteilen
 lassen, dass sie zukünftig nicht nur in der deutschen Nationalelf
 gemeinsam mit Kim Kulig spielen würde, sondern auch nächste Saison in
 deren Verein, dem 1.FFC Frankfurt, ebenso. Der Berater von
 Nationalspielerin Simone Laudehr ist seit Jahren Dieter Weber aus
 Duisburg. Nationalspielerin Alexandra Popp beendete vor kurzem ihr
 Beratermandat mit dem Management von Dieter Weber und arbeitet zukünftig mit der Agentur von Entertainerin Shary Reeves aus Köln zusammen. Ab Saison 2012/13 werden Alexandra Popp beim VfL Wolfsburg und Simone Laudehr beim 1.FFC Frankfurt spielen. Simone Laudehr wurde im WM Sommer 2011 von Sportmoderatorin Shary Reeves für die ARD interviewt. ("Shary Reeves klärt auf: Schminken vor dem Spiel" - ARD Sportschau). Simone Laudehr wurde/wird nicht von Frau Reeves beraten/vertreten. Neuer Sportdirektor beim FCR 01 Duisburg wurde am 3. Oktober 2011 wiederum der der 47-jährige Italiener Claudio Marcone, der bisher als Spielerinnen Berater in Erscheinung trat. Er verdiente noch zu Beginn der Saison am Transfer der Schweizerischen Nationalspielerin Ana-Maria Crnogorčević vom Hamburger SV in Dietrichs Weltelf des 1.FFC Frankfurt. Alles informelle und strategische Netzwerke, der in dieser komplexen Struktur manche junge Nationalspielerin nicht gewachsen sein wird.

 Turbine-Geschäftsführer Mathias Morack, der die Vertragsverhandlungen
 mit dem Trio Peter/Schmidt/Odebrecht geführt hatte, bat die
 Sportöffentlichkeit mit seinem Statement gegenüber den Potsdamer Neuen
 Nachrichten (PNN), die Weggänge nicht zu dramatisieren. „Es ist nun mal
 im Fußball wie im Geschäftsleben so, dass sich mancher verändern will.
 Wobei das Geld stimmen muss.“ Turbine habe den drei Nationalspielerinnen
 neue Angebote unterbreitet, „die für uns sehr gut waren“, betonte
 Morack. Seine Argumentation geht sogar weiter, indem er es im Gegensatz
 zu den Aussagen der Spielerinnen, auf den Punkt bringt: „Und wenn man
 vom Deutschen Meister, Bundesliga-Spitzenreiter und
 Champions-League-Finalisten der letzten beiden Jahre weggeht, kann man
 sich nicht sportlich verbessern. Nur finanziell – da muss man ehrlich
 genug sein.“

 Zukünftig wird sich zum Leidwesen von Bundestrainerin Sylvia Neid
 wieder alles auf zwei Blöcke konzentrieren. Turbine gedrosselt, FCR Löwe
 geschwächt, jetzt fahren, salopp gesagt, die DFB-National-Frauen
 Volkswagen mit Kreditfinanzierung durch die Commerzbank. Hatte bei der
 maisgelben Bank nicht auch die ehemalige FIFA-OK-Chefin Steffi Jones ihr
 Festgeldkonto eröffnet, bevor sie in die "Bussy-Gesellschaft“ der
 Schönen und Erfolgreichen aufgenommen wurde? Jedenfalls, dem neuen
 DFB-Boss Niersbach ging so etwas in der Vergangenheit schon über die
 Lippen. Neuerlich tauchte auch der ehemalige Vorstand und Aufsichtsrat
 der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, beim "Außerordentlichen
 DFB-Bundestag“ als Delegierter bei der königlichen 120 Minuten
 Inthronisierung des neuen DFB-Präsidenten auf. Unsere Kaiserin war auch
 dabei.

 An deren Adresse gerichtet: die Zeit ist reif für Reformen im
 Europäischen Frauenfußball. Eine Europa-Liga zu installieren wäre die
 analytische und rechnerische Folgerung der zu erwartenden
 Gesamtentwicklung. Mit reichlich Sponsorengeldern und Investorenpools
 versorgte Vereinskonstrukte wie Olympique Lyon, Arsenal London, VfL
 Wolfsburg oder der 1. FFC Frankfurt, sowie drei nordische Mannschaften
 und ein russischer Club könnten das Grundgerüst darstellen für diese
 Profi-Liga.

 Die Erwartungshaltung der deutschen Nationalspielerinnen ist groß, die
 Verwirrung in deren Köpfen wohl auch. Berufskarrieren, vom Sport gut
 leben können, eine Familie gründen, einen passenden Partner kennen
 lernen, da reizt wohl auch die Scheinwelt der Celebrity. Ob Anwalt,
 Arzt, Immobilienhai oder Unbeteiligter, der kurzfristig als Geisel
 genommen - jeder kann von der Boulevard Presse zu einer Berühmtheit
 stilisiert werden. Die Medienpartner von VW und FFC werden aber sehr
 viel arbeiten und investieren müssen, um die Erwartungen der jungen
 Frauen erfüllen zu können, die so hart für ihren Sport gearbeitet haben.
 Nicht mal Olympia 2012 kann dabei dienen. Zu Bundesligaspielen gegen den
 Rest der Liga werden keine Quoten erzielt werden. Von Frauenfußball-Hype
 keine Spur, die Fans fürchten Langeweile auf den Plätzen.

 Sind das die Würste, die zur Dressur einer hoffnungsvollen, hungrigen
 Nationalspielerin gehören? Die letzte WM der adidas-Nationalmannschaft
 war leider ein Reinfall. Ladies, eine zweite Nia Künzer, wird es nicht
 geben. Das Schicksal von Ex-Nationalspielerin Sarah Günther, die durch
 den psychologisch geschulten ehemaligen FFC-Vereinstrainer Günter
 Wegmann aus dem seelischen Keller befreit wurde, und der ihr ärztliche
 Hilfe verschaffte, um aus einem Burnout-Syndrom - einer tiefen
 Depression - zu entkommen, sollte zum Nachdenken und zur Vorsicht
 anregen. Die jetzt 29-jährige Sarah Günther spielte schon als 21-Jährige
 anno 2005 erfolgreich in der deutschen Nationalelf, bevor sie zum FFC
 Frankfurt wechselte und dort erkrankte.

 Weltfußballerin Birgit Prinz überlebte alle Höhen und Tiefen im Leben
 einer Leistungssportlerin. Sie machte aus der Not eine Berufung. Heute
 begleitet sie die seelische Gesundheit männlicher und weiblicher
 Fußballstars beim Bundesliga-Club TSG 1899 Hoffenheim. Ihre feinfühlige,
 Respekt verschaffende Persönlichkeit fehlte im wichtigen Spiel gegen
 Japan. Die Japanerinnen vergötterten und fürchteten sie. Im Verhältnis
 Bundestrainerin und Mannschaftskapitänin zeigten sich psychologische,
 mentale Risse. Die ganze Nation erlebte es.

 Verantwortung für junge Frauen zu tragen, die es nicht ganz schaffen,
 das gehört zum "Wohlfühl-Faktor“ eines Vereines. Ex-Nationalspielerin
 Sarah Günther litt immens. Sie galt für manchen Typen auf der
 VIP-Tribüne als schwieriges Weichei. Kein Wunder, denn Burnout ist ein
 gesellschaftliches Tabuthema und wird noch immer allzu oft mit Schwäche
 und Versagen gleichgesetzt. Birgit Prinz hatte es da sicher leichter.
 Beim 1. FFC Frankfurt erlebten wir seit Jahren ein Bild starker "Väter“
 (Bartusiak, Prinz), die, wenn sein musste, dafür sorgten, dass die
 Töchter eine familiäre Basis fanden, auch wenn es einmal fernab des
 Erfolges etwas „zu knabbern“ gab. Wird es für alle in Dietrichs Traumelf
 einen Stammplatz in der Startelf geben? Oder werden wir bald mangels
 Spielpraxis eine A-Nationalmannschaft und eine B-Nationalmannschaft
 erhalten? Die einen sitzen auf der Bank. Ihre Träume werden wie
 Seifenblasen platzen. Die Anderen werden zwar glücklich sein, spielen zu
 dürfen. Nur die Fan-Gemeinde wird mit hohen „Zu Null“-Ergebnissen bald
 kleiner werden.

 Verantwortungslose Sammelwut setzt attraktiven Wettbewerb außer Kraft.
 Das Postulat, dass nur in einer ausgeglichenen Liga, der Letzte den
 Ersten schlagen kann, wird durch unersättliche Neuverpflichtungen in
 Richtung "Mainhattan“ und "VW City“ aus der Balance gehoben. Was fehlt,
 ist ein neues Korsett für die expansive Personalentwicklung dieser sich
 entwickelnden Gigantomanie der 1. Bundesliga. Die Liga erlebt ein
 "Einfluten“ internationaler Nationalspielerinnen und
 Fußball-Legionärinnen aus allen fünf Erdteilen. Einzelne Spielerinnen
 waren Mitglied ihrer WM-Kader beim WM-Turnier.

 Eine Europa Liga auf hohem spielerischem Niveau wäre sicher eine
 richtungweisende Zukunftsvision, die spätestens jetzt auf Grund der
 aktuellen Monopol-Tendenzen angegangen werden sollte. Eine sinnvolle
 Herausforderung für alle, die den Frauenfußball trotz allem Licht und
 Schatten lieben, ist angesagt. Solange die aufgelösten Superligen in den
 USA und Brasilien nicht existent sind und der Frauenfußball (außer
 Japan) auf den Streich- und Sparlisten zahlreicher internationaler
 Fußballverbände liegt, bietet sich das Projekt Europäische Profi Liga
 an, die bedrohlichen Entwicklungen zu kanalisieren. Die Zeit ist reif,
 Kaiserin. (PK)

Leserbrief von Herrn Tegründe aus Duisburg:

 Sehr geehrte Damen und Herren,
 Sehr geehrter Herr Henke,

 im Grunde hielt ich diesen Artikel zunächst für lesenswert. Leider
 versäumt es Herr Henke, die Dinge richtig und ohne Polemik darzustellen.
 Shary Reeves bspw. ist NICHT die neue Managerin/Beraterin von Simone
 Laudehr - was im Übrigen nicht schwer zu recherchieren ist, wenn man
 denn möchte. Andere Fehler erspare ich mir darzustellen, Herr Henke
 bekommt schließlich Geld für das, was er da tut ... womit seine Vorwürfe
 an andere Adressen, vom FF zu profitieren, nun auch wieder auf ihn
 selbst zurückfallen. Am Ende des Artikels wurde mir  - obwohl weit davon
 entfernt, ein FFC-Frankfurt-Fan zu sein - nur noch übel. Und mit der
 Forderung nach einer Europa-Liga führt Herr Henke seinen gesamten
 Artikel letztlich ad absurdum. Ich hätte ihm da mehr zugetraut - schade.

 Mit freundlichen Grüßen
 Stephan Tegründe
 Duisburg

Antwort des Autors zum Leserbrief von Herrn Tegründe aus Duisburg:

 Sehr geehrter Herr Tegründe,

 herzlichen Dank für ihre spontane Reaktion auf den Artikel
 "Methamorposen im Panini-Rausch." Ihr Hinweis zum Fall Simone Laudehr
 ist richtig. Wir haben uns mit dem Management Dieter Weber in Verbindung
 gesetzt und korrigieren den Text umgehend. Der Kommentar ist insgesamt
 bewußt polemisch verfasst, um eine offenere Diskussion über den
 Ligabetrieb anzuregen und zu provozieren. Sie finden die Forderung einer
 Europa Liga vielleicht absurd, andere Leser fanden den Denkansatz sehr
 vernünftig. Die Neue Rheinische Zeitung NRhZ online verfügt über die
 Möglichkeit von Förder-Abos. Ich selbst arbeite seit Jahren
 honorarfrei, um die gute Sache des Frauenfußballs zu unterstützen. In
 der Hoffnung, dass der deutsche Sportjournalismus über den Frauenfußball
 etwas mehr Vielfalt an Meinungen darstellen kann

 verbleibe ich

 mit freundlichen Grüßen
 Bernd J.R. Henke

Online-Flyer Nr. 344  vom 07.03.2012

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