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Aktueller Online-Flyer vom 11. Dezember 2016  

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Globales
Aufrufe zur Unterstützung des "Globalen Marsches nach Jerusalem" am 30.3.
"Solidarität mit dem Volk Palästinas!"
Von Gretta Duisenberg, Leo Gabriel, Evelyn Hecht-Galinski, Annette Groth, Medea Benjamin, Ann Wright, Dr. Richard Falk, Dr. Ghada Karmi, Susan Abulhawa und Dr. Mazin Qumsiyeh

Die Stadt Jerusalem ist seit vielen Jahrhunderten ein wichtiges Zentrum für verschiedene Religionsgruppen, die dort lange Zeit friedlich zusammen gelebt haben. Seit der Gründung des Staats Israel und verstärkt seit der Besetzung Ostjerusalems im Jahre 1967 ist diese Vielfalt bedroht. Der Staat Israel versucht mit allen Mitteln - mit offener Gewalt wie mit wirtschaftlichem Druck und menschenrechtswidrigen Gesetzen - die ursprünglichen BewohnerInnen zu vertreiben und die historischen Zeugnisse für diese multikulturelle Geschichte auszulöschen. Antwort darauf soll der Globale Marsch nach Jerusalem sein, zu dem für Freitag, 30. März 2012 in den folgenden und vielen anderen öffentlichen Statements aufgerufen wird. - Die Redaktion
 
Gretta Duisenberg
 
"Die Palästinenser sollen wie Heuschrecken zerdrückt werden ... ihre Köpfe gegen Felsen und Wände geschleudert werden." (Yitzhak Shamir, israelischer Premier in einer Rede vor jüdischen Siedlern, 01.04.1988, NYT) Die westlichen Führer, insbesondere die holländischen, sind zu feige um der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Die andauernde Besatzung und der langsame Völkermord sind nach internationalem Recht und den Beschlüssen des Internationalen Gerichtshofs (09.07.2004) Verbrechen. Als Menschen haben wir die Pflicht gegen diese humanitäre Schande unsere Stimme zu erheben. Zeigen wir unsere Solidarität und unser Engagement indem wir gemeinsam nach Jerusalem marschieren.
Gretta Duisenberg ist Gründerin und Vorsitzende der Stiftung "Stoppt die Besatzung", Mitglied der Leitung der Free Gaza Bewegung, Ehrenpräsidentin des Arabischen Forschungszentrums zu Palästina in Hebron
 
Leo Gabriel
 
Wie wir in den Ländern des "arabischen Frühlings" gesehen haben, kann Demokratie nur dort Platz greifen, wenn die Menschen persönlich das politische Leben in ihren Städten und Gemeinden mitbestimmen können. Gerade das wird aber durch die neoliberale, militaristische und rassistische Politik der Israelischen Regierung permanent verhindert, wenn sie die PalästinenserInnen wie Untermenschen behandeln und ihnen das Recht auf ihre Selbstbestimmung absprechen. Deshalb sollten alle sozialen, politischen und ökologischen Bewegungen auf der Welt sich am Global March to Jerusalem beteiligen, um dem Ziel des Weltsozialforums, eine Welt des Friedens, der Gerechtigkeit und der Gleichberechtigung möglich zu machen, näherzukommen.
Leo Gabriel ist österreichischer Journalist und Anthropologe, Mitglied des Internationalen Kommittees des Weltsozialforums
 
Evelyn Hecht-Galinski
 
Als deutsche Jüdin unterstütze ich den GMJ aus Solidarität mit dem besetzten und unterdrückten palästinensischen Volk. Seit über 60 Jahren hat Israel als jüdischer Staat die Rechte der Palästinenser mit Füßen getreten, sie vertrieben, enteignet und ihre Existenz vernichtet, die Nakba verleugnet und das Rückkehrrecht der Vertriebenen nicht anerkannt. Als Staat ohne Grenzen und Verfassung wird Jerusalem systematisch "judaisiert". Daher sollte es unser aller Pflicht sein, diesen Marsch zu unterstützen, als moralischen Akt gegen das von Israel begangene Unrecht unter den Augen der Weltgemeinschaft. Diese ethnische Säuberung muss gestoppt werden. Das Leid der Palästinenser darf nicht vergessen werden. Ebenso die Eingeschlossenen und Unterdrückten in Gaza müssen wir einbeziehen in diesen Marsch. Nur gemeinsam sind wir stark.
Evelyn Hecht-Galinski ist deutsche Publizistin. Hier zum Thema ein aktuelles Interview mit ihr: http://www.freie-radios.net/46103
 
Annette Groth
 
Ich unterstütze den Global March nach Jerusalem, da wir wirkungsvolle Aktionen brauchen, um auf die systematischen Menschenrechtsverletzungen an der palästinensischen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Diese kreativen Protestformen müssen wir mit politischen Forderungen an unsere Regierungen verbinden: Ich persönlich setze mich dafür ein, das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Israel auszusetzen, so lange die israelische Regierung sich nicht an ihre völkerrechtlichen und menschenrechtlichen Verpflichtungen hält, die besetzten Gebiete besiedelt und an der Politik der Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung festhält. Artikel 2 des Abkommens verlangt von allen Partnern der EU die Respektierung von Menschenrechten und demokratischen Prinzipien. Die Verletzung von Artikel 2 stellt damit einen Rechtsgrund für seine Aussetzung dar.
Annette Groth ist Mitglied der Partei DIE LINKE und Bundestagsabgeordnete
 
Medea Benjamin
 
Als Organisator von Antikriegsaktionen und Aktivist im Einsatz für Gerechtigkeit für das palästinensische Volk hoffe ich, im März 2012 ein Meer von Menschen zu sehen, die geeint nach Jerusalem marschieren. Der Marsch wird ein beeindruckender Akt von Solidarität mit den Palästinensern sein, die um ihre grundlegenden menschlichen Rechte kämpfen, im Besonderen das Recht auf Bewegungsfreiheit, das die israelische Regierung so stark eingeschränkt hat. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir gewaltfreie Formen des Widerstands wie diese unterstützen, welche der einzige Weg sind, um eine friedliche und gerechte Lösung für alle in der Region zu erzielen.
 
Ann Wright
 
Wir haben versucht, nach Gaza zu segeln mit der Gaza Freedom Flotilla und wir haben versucht, nach Gaza zu marschieren mit dem Gaza Freedom March. Wir sind nach Gaza gegangen mit Viva Palestina. Über die Jahre hindurch haben Aktivisten der internationalen Solidarität Bauern, Händlern und Studenten in der Westbank geholfen. Nun bietet der Globale Marsch nach Jerusalem internationalen Aktivisten erneut eine Gelegenheit, ihre Solidarität mit dem Streben der Palästinenser nach Gerechtigkeit zu demonstrieren. Kommt mit uns nach Jerusalem im März 2012!
Ann Wright ist ehemaliger Oberst der US-Armee
 
Richard Falk
 
... es ist wichtig für all diejenigen, die sich Frieden und Gerechtigkeit verpflichtet fühlen, eine Initiative wie den Globalen Marsch nach Jerusalem zu unterstützen und zu begrüßen …. [welcher] … eine klare Herausforderung an die Unrechtmäßigkeit und Grausamkeit der fortwährenden israelischen Besatzung von Palästina darstellt.
Dr. Richard Falk ist Professor für Völkerrecht im Ruhestand an der Universität Princeton
 
Ghada Karmi
 
Alle Menschen, die ein Gewissen haben, müssen den Globalen Marsch nach Jerusalem unterstützen und den Mut derjenigen, die ihn durchführen. Er appelliert an unseren Sinn für Gerechtigkeit, Moral und unsere religiösen Gefühle und in meinem Fall auch an eine persönliche Verbundenheit zu der Stadt meiner Geburt. Möge ich und alle Jerusalemer, die aus ihr vertrieben wurden, wieder dorthin zurückkehren.
Dr. Ghada Karmi ist Co-Direktor des Zentrums für Palästinensische Studien an der Universität Exeter
 
Susan Abulhawa
 
Da die Führer der Welt nichts getan haben in den letzten sechs Jahrzehnten, um Israels fortdauernde Kampagne der ethnischen Säuberung gegen die einheimische palästinensische Bevölkerung zu zügeln, ergreifen die Zivilgesellschaften in der ganzen Welt Initiativen, um ein Ende der unablässigen Grausamkeit und Unbarmherzigkeit gegen eine grundsätzlich unbewaffnete Zivilbevölkerung zu fordern. Der Globale Marsch nach Jerusalem ist ein weiterer Versuch von aufrichtigen Menschen, Stellung zu beziehen für Gerechtigkeit und Menschenwürde. Die Bedeutung solcher ziviler Aktionen kann nicht genug betont werden.
Susan Abulhawa ist Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin
 
Lynn Gottlieb
 
Jerusalem ist eine heilige Stadt für die Kinder von Abraham. Ich beklage das Leid palästinensischer Freunde, die in Bethlehem wohnen (wie auch in der Westbank und Gaza) und denen es seit nunmehr zwei Jahrzehnten nicht gestattet ist, Jerusalem zu besuchen. Als ein Rabbiner, der daran glaubt, dass meine Abrahamitischen Vettern das gleiche Recht besitzen, Jerusalem zu betreten, verletzt die Zutrittssperre für sie meine Treue zum Judentum. Israel kann sich nicht als Demokratie bezeichnen, solange palästinensische Muslime und Christen an der Pilgerreise nach und dem Gebet in Jerusalem gehindert werden. Dies ist einer der vielen Gründe, warum ich den globalen gewaltfreien Marsch nach Jerusalem unterstütze. Möge der Barmherzige, der unser aller Gott ist, die Tore der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit für jeden öffnen, der den Wunsch hat, einzutreten.
Lynn Gottlieb ist amerikanischer Rabbiner in der jüdischen Erneuerungsbewegung
 
Mazin Qumsiyeh
 
Palästinenser und Unterstützer sind aufgerufen, zu kommen und den Beschränkungen und der Besatzung den Kampf anzusagen. Auf dem See-, Luft- und Landweg werden Menschen, die ihrem Gewissen folgen, kommen und den Land Day (Tag des Bodens) würdigen und uns dabei helfen, die zentrale Bedeutung von Jerusalem und das Leid der Stadt unter kolonialer Besatzung zur Geltung zu bringen.
Dr. Mazin Qumsiyeh ist palästinensischer Autor, Akademiker und Leiter der Bürgerrechtsbewegung
 
Weitere Informationen unter
http://www.jerusalem-marsch.de
http://gmj-na.org/home.html
http://www.globalmarchtojerusalem.org/main/
 


Online-Flyer Nr. 339  vom 01.02.2012

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