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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Filmclips
Weiter Politik mit militärischen Mitteln
Von Hans-Dieter Hey



Die Veranstalter sprachen von 5.000 Demonstranten, die sich zu Beginn der Afghanistan-Konferenz am 3. Dezember in Bonn gegen eine falsche Politik und Kriegspolitik gegenüber diesem Land gestellt hatten. Dazu aufgerufen hatten die Gewerkschaft Ver.di, DIE.LINKE, Friedenskooperativen und andere NGOs. Während die in der Verantwortung stehende Poitik die Konferenz schon im Vorfeld als Erfolg verkauft hatte, regten sich überall massive Zweifel. Die Lebenssituation der Menschen in Afghanistan hat sich nämlich erheblich verschlechtert. Der Vorwurf ging unter anderem an Angela Merkel und Guido Westerwelle.

 
Die Vorwürfe kommen aus den verschiedensten Lagern. "Pax Christi" wirft der Bundesregierung vor, dass auch nach dem für 2014 versprochenen Abzug Soldaten in Afghanistan bleiben werden. "Ärzte ohne Grenzen“ sieht sich für die militärisch-politische Strategie des Westens missbraucht, weil Krieg die Helfer behindere, und längst sei klar, dass es sich beim Krieg gegen Afghanistan nur im Vordergrund um humanitäre Hilfe handelt. Dem Westen gehe es vor allem um den Griff auf die afghanischen Ressourcen und um geopolitische Machtausweitung. Said Mahmoud Pahiz von der afghanischen Solidaritätspartei äußerte sich in der Jungen Welt am 3. Dezember deshalb skeptisch: „Es geht den NATO-Staaten darum, dauerhafte Stützpunkte einzurichten, Pipelines zu verlegen und sich geostrategisch in Zentralasien festzusetzen. Dafür brauchen sie die Zustimmung ihrer jetzigen Kriegsgegner. Mit ihnen wird die NATO zu einem Arrangement kommen. Um einen dauerhaften Frieden und ein Ende der zehnjährigen Besatzung hingegen geht es nicht, weder in Bonn noch anderswo.“ Vor allem habe das Massaker von Kunduz alles verändert. Sicher sei überdies, dass Rechtlosigkeit, Korruption und Gewalt in Afghanistan durch ein Weiterführen des Krieges nicht beseitigt werden. Vom "Bündnis gegen Petersberg II“ wurde deshab bereits tags zuvor die Konferenz als Farce und "Kriegsverlängerungskonferenz“ bezeichnet.   
 
Hier gleich im Film einige Auszüge aus den Reden auf der Demonstration in Bonn. Einer der Redner war Hans-Christian Ströbele von den Bündnisgrünen. Gegen ihn erhob sich zunächst heftiger Widerstand einschließlich Eierbewurf. Unter Anspielung auf den Slogan der früheren Friedenspartei scandierten viele: "Nie wieder Krieg" - und was macht ihr?". Nach der Eierattacke wirkte Ströbele innerlich wie äußerlich verletzt. War er doch einer der vier Bündnisgrünen, die im Jahr 2001 gegen den NATO-Krieg "Operation Enduring Freedom" und später immer wieder gegen andere militärische Einsätze im Bundestag gestimmt und sich auch sonst friedenspolitisch eingesetzt hatte. In den meisten Fällen hatten die Bündnisgrünen allerdings den verschiedenen militärischen Einsätzen zugestimmt. Ihre Strategie scheint daher „eine zur Fortsetzung des Krieges und keine Alternative dazu. Nur eine Strategie, die die zivilen Elemente aus dem militärischen Würgegriff löst, mithin ohne militärisches Engagement auskommt, ist wirklich zivil und alternativ“, sagt dazu die AG-Friedensforschung in Kassel. (PK)
 
Ein Film von
R-mediabase e.V., Köln
Kamera/Videoschnitt:
Hans-Dieter Hey
17 Minuten


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Online-Flyer Nr. 331  vom 23. Oktober 2017



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