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Globales
Nach dem 11. September 2001: erst Afghanistan, dann Irak, nun Libyen
Und bald gegen den Iran?
Von Dietrich Antelmann

Mit dem Krieg gegen Libyen gewinnt die Neuaufteilung der Welt an Fahrt. Zehn Jahre nach dem 11.9.2001 lohnt ein Blick zurück. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Paktes wandte sich George Bush senior am 11.9.1990 im Fernsehen an das US-amerikanische Volk: „Wir haben vor uns die Möglichkeit, ... eine neue Weltordnung zu schmieden.“ Kein leichtes Unterfangen bei auf Frieden eingestimmten Bürgern. Zur Verwirklichung imperialer Politik bedarf es eines Feindbildes. Nach dem untergegangenen Kommunismus bot sich der Islamismus an. Für die USA kein Problem.

George Bush senior
Quelle: http://de.wikipedia.org
 
Für gewaltbereite, fanatische Islamisten hatten sie gesorgt. Zur Destabilisierung des bis 1979 noch verhältnismäßig fortschrittlichen Afghanistan – Frauen durften unverschleiert an Universitäten studieren – hatten sie aus aller Welt Kämpfer anwerben lassen, oft Analphabeten und arbeitslose Jugendliche. In Koranschulen mit eigens aus den USA eingeflogenen Koranbüchern waren diese auf einen besonders rückständigen Kurs eingeschworen und bewaffnet worden. Für solche Missionen war Osama Bin Laden als Ziehkind der USA reichlich ausgestattet.
 
Das erste Attentat auf das World Trade Center wurde am 26.2.1993 von einer fundamentalistischen Muslimgruppe aus New Jersey verübt, die von CIA und FBI unterwandert war. Der vom FBI eingeschleuste agent provocateur Emad Sli Salem, ein ehemaliger ägyptischer Militärgeheimdienstoffizier, fungierte als Betreuer und besorgte den Sprengstoff.
 
Im Parkuntergeschoß des World Trade Center, Turm 2, explodierte dann ein von der Muslimgruppe mit 550 Kilogramm Sprengstoff beladener Lastwagen; er brachte die Decke der dortigen U-Bahnstation zum Einsturz. Sechs Menschen starben, über 1000 erlitten Verletzungen. Das erste Antiterrorgesetz wurde verabschiedet, und die in die Falle gegangenen Muslime kamen ins Gefängnis.
 
1998 folgten Sprengstoffanschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam; am 11.9.2001 der spektakuläre Anschlag auf das World Trade Center. Die Emotionen schlugen hoch, als die Bevölkerung mit Bildern der einstürzenden Zwillingstürme konfrontiert wurde. Während die Trümmer noch rauchten, ließ Präsident George W. Bush junior über CNN die bis heute unbewiesene Behauptung verbreiten, Osama Bin Laden und 19 seiner Anhänger, mit Teppichmessern bewaffnet, stünden hinter dem Attentat.

Osama Bin Laden - Ziehkind der USA
NRhZ-Archiv
 
Angebliche Bekennervideos Bin Ladens warfen mehr Fragen auf, als sie beantworteten. US-Außenminister Colin Powell, anscheinend noch nicht auf Spur gebracht, äußerte dazu in einem Interview der New York Times, gegen Bin Laden lägen nicht einmal Indizien vor. Die Nachricht ging unter.
 
Ständig wiederholte Bilder der einstürzenden Wolkenkratzer wechselten ab mit Bildern jubelnder Araber, die sich angeblich über das Attentat freuten. Gestellte Szenen, wie später bekannt wurde. In der aufgeladenen Stimmung konnte unhinterfragt der Kriminalfall als ein Kriegsfall gewertet werden. Bundeskanzler Schröder tat ein Übriges, indem er die Anschläge als Kriegserklärung gegen die gesamte Welt bezeichnete und den USA uneingeschränkte Solidarität zusicherte. Unterstützt von der Bundesrepublik Deutschland konnte Bush am 7.10.2001 mit dem „Krieg gegen den Terror“ beginnen. Zunächst gegen Afghanistan. Irak und Libyen sollten folgen. Vizepräsident Dick Cheney, der wie Bush sein Vermögen der Ölindustrie verdankte, hatte bereits 1999 in einer Rede vor dem britischen Petroleumclub auf das absehbare Ende des Ölzeitalters hingewiesen. Als Vizepräsident leitete er die Energiekommission und beschäftigte sich intensiv mit den Erdölfeldern im vorderen Orient und in Afrika. Ende September 2001 stand der Plan fest, die besonders ölreichen Länder Irak, Libyen und Iran anzugreifen; daran erinnerte sich General Wesley Clark am 4.3.2007 in einem Interview mit Democracy Now, einem US-amerikanischen Politikmagazin im nichtkommerziellen Rundfunk. Noch während des Kriegs gegen Afghanistan wurde der Irak angegriffen; angeblich verfügte er über Massenvernichtungswaffen. Jahre später bezeichnete der damalige Außenminister Powell im Fernsehsender ABC News seine berüchtigte Rede vor dem UN-Sicherheitsrat, mit der er den Krieg gegen den Irak gerechtfertigt hatte, als Schandfleck in seinem Leben. Konsequenzen hatte das Schuldeingeständnis nicht, da die USA den Internationalen Gerichtshof nicht anerkennen und Ländern, die US-Bürger wegen Kriegsverbrechen vor Gericht stellen wollen, militärische Gewalt androhen. Allein im Irak-Krieg haben mehr als 100.000 Menschen ihr Leben gelassen, Millionen flüchteten oder wurden vertrieben.
 
Die Vorgehensweise gegen den Irak wiederholte sich jetzt gegen Libyen. Der libysche Staatschef Muammar Al-Ghaddafi wurde beschuldigt, seine Luftwaffe gegen friedliche Demonstranten einzusetzen und die eigene Bevölkerung abzuschlachten. Haltlose Vorwürfe, wie sich herausstellte. Selbst die Bundesregierung, die die mit islamistischen Kämpfern durchsetzte Rebellenbewegung mit 100 Millionen Euro unterstützt, mußte das auf eine von den Linken eingebrachte Kleine Anfrage hin zugeben.
 
Bevor nun die Lunte auch noch an den Iran gelegt wird, muß alles irgend Mögliche geschehen, um die widersprüchliche, unglaubwürdige amtliche Version des 11.9. zu kippen. Die Zeitschrift Ossietzky hat schon mehrere informative Bücher genannt. Zusätzlich sei auf war-is-illegal.org im Internet verwiesen.
 
Der frühere italienische Staatspräsident Francesco Cossiga ging in der Online-Ausgabe der angesehenen Tageszeitung Corriere Della Sera schon am 30.11.2007 einen Schritt weiter: Die „Angriffe“ vom 11.September 2001 seien ein von amerikanischen und nahöstlichen Geheimdiensten inszeniertes Attentat, was den anderen Geheimdiensten der Welt durchaus bekannt sei. Aber in den Massenmedien dringen solche Stimmen nicht durch. Da werden solche Meldungen gar nicht verbreitet. Warum nicht? (PK)
 
 
Diesen Beitrag haben wir der Zweiwochenschrift Ossietzky entnommen: Heft 19, vom 17. 9. 2011, S. 716ff


Online-Flyer Nr. 321  vom 28.09.2011

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