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Aktueller Online-Flyer vom 20. Oktober 2017  

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59. "Bilderberger-Treffen" der Machtelite im Schweizer St. Moritz
Zirkuspferde oder Zirkusdirektoren?
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Vom 9. bis 12. Juni 2011 hatte das Hotel Suvretta House im Schweizer St. Moritz besondere Gäste, denn hier fand das 59. "Bilderberger-Treffen" statt. Nach offiziellen Angaben waren es 130 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien, die dort zusammenkamen. Aus Deutschland soll entsprechend der offiziellen Teilnehmerliste z.B. der Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, aus den USA David Rockefeller anwesend gewesen sein. Im benachbarten Hotel Randolins tagte eine Gruppe von Menschen, denen das Treiben der Bilderberger weitgehend suspekt ist.


Das Hotel Suvretta House, diesjähriger Tagungsort der Bilderberger in St. Moritz (Schweiz) - durch etliche temporär installierte Kameras und Polizei gesichert
Alle Fotos: Henning Günther (Arbeiterfotografie)
 
Bereits 1977 schrieb Bernt Engelmann den Tatsachenroman Hotel Bilderberg, der mehrfach in verschiedenen Verlagen wiederaufgelegt worden ist. 1991 heißt es zu der bei Steidl erschienenen Ausgabe: "Ganz diskret geht es zu im Hotel Bilderberg; dort trifft sich regelmäßig eine handverlesene, illustre Machtelite. Die Chefs der Multikonzerne und Großbankiers, Mitglieder von Königshäusern und ausgewählte Politiker. Doch was die feinen Herrschaften zusammenführt, riecht nach Skandal... Durch Zufall kommt eine junge Journalistin hinter das brisante Geheimnis der exklusiven Konferenzen. Was sie entdeckt, macht ihr nicht nur die Verflechtung von wirtschaftlichen und politischen Interessen deutlich, sondern läßt sie auch die skrupellose Beharrlichkeit spüren, mit der einmal errungene Macht verteidigt und ausgebaut wird... Ein spannendes Sittenbild der Mächtigen."


Schwarze Limousinen bringen die Bilderberger auf das Gelände des Hotels
 
Es ist zu fragen: Werden uns in den Medien in aller Regel überwiegend Scheinwelten präsentiert und entscheidende Informationen vorenthalten? Werden uns Zirkuspferde wie Frau Merkel oder Herr Westerwelle vorgeführt, die Zirkusdirektoren aber im Verborgenen gelassen? "Während in Heiligendamm der G-8-Zirkus seine Tore öffnet [6.-8.6.2007], tagen die Zirkusdirektoren unter dem Schutz des Medienrummels um den G-8-Gipfel ganz woanders [beim Bilderberger-Gipfel in Istanbul 31.5.-3.6.2007]. Warum läßt man auf den G-8-Gipfeln Regierungschefs wie Zirkuspferde tanzen, während man selber lieber im Geheimen tagt?" So fragt Gerhard Wisnewski in dem im erschienenen Knaur-Verlag Buch "Drahtzieher der Macht - Die Bilderberger". Und es ist ein wichtiger Baustein zur Beantwortung dieser Frage, wenn er schreibt: "Bei den Bilderbergern bringt der amerikanische Milliardär David Rockefeller alljährlich etwa einhundert seiner engsten Freunde, Weggefährten und Geschäftsfreunde mit globalen Erfüllungsgehilfen zusammen, die dann vor Ort Politik umsetzen." Zu den Erfüllungsgehilfen zählen in erheblichem Maße auch Vertreter der Medien (Burda, Springer, Zeit).


Hintereingang der Hotelanlage - mit einem Sichtschutzzaun versehen und von der Polizei bewacht
 
"Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US-Herrschaft, meint der Boss der Bilderberger [Henry Kissinger]... In Wirklichkeit ist die Globalisierung ein Todesprogramm. Sie ist ein struktureller Krieg gegen die gesamte Menschheit - mit Ausnahme einiger Eliten... geostrategisches Denken [findet] heute nicht mehr in Regierungen [statt], sondern in Elitezirkeln wie den Bilderbergern. Die lokalen Regierungen sind nur noch Verwaltungsapparate ohne jede strategische Perspektive und ohne jeden strategischen Plan für ihr Volk... Nationale Regierungen mit eigener Identität und Strategie ziehen den Hass der herrschenden Geostrategen auf sich, wie man in Iran und Russland sehen kann... Die Politik der Bilderberger bedeutet das völlige Niederreißen sämtlicher (Handels-)Grenzen mit allen damit verbundenen katastrophalen Auswirkungen, wie des Schutzes von regionalen und nationalen Märkten, und damit die Vernichtung von Millionen und Abermillionen Arbeitsplätzen, die Absenkung des Lohnniveaus, die Einebnung von Charakter und Qualität der Waren und der Kulturen sowie die Zentralisierung der Regierung und anderes mehr." (siehe auch: "Drahtzieher der Macht")


Protestplakate direkt gegenüber dem Hintereingang des Hotels
 
Es gibt eine offizielle website der Bilderberger. Sie lautet 
www.bilderbergmeetings.org. Dort ist nachzulesen, wer sich getroffen hat und um was für Themen es gegangen sein soll. Ob die wiedergegebene Liste korrekt und vollständig ist, läßt sich kaum nachprüfen. Und die Themen sind so vage beschrieben, daß wichtige Angaben dazu durchaus fehlen könnten. Was tatsächlich besprochen worden ist, bleibt im Verborgenen. Die Medienvertreter, die am Bilderberger-Treffen teilgenommen haben, sind Teil der Macht-Elite, die nichts Entscheidendes nach außen dringen lassen. Und diejenigen Journalisten, denen es um einen kritischen Blick auf das Treiben der Bilderberger geht, blieben ausgesperrt - wie bei den 58 Treffen in den Jahren zuvor. (PK)


Schweizer Nationalrat Pirmin Schwander (2.v.links) und Alles-Schall-und-Rauch-Betreiber Freeman (links) im TV-Interview mit Russia Today


Bei der Infoveranstaltung im Hotel Randolins - Nationalrat Pirmin Schwander (SVP/SZ) spricht


Wojna von der Polit-Hip-Hop-Band "die bandbreite" auf der Infoveranstaltung: "Wo liegt die Wahrheit?"


Plakat in der Infoveranstaltung
 


Online-Flyer Nr. 307  vom 22.06.2011

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