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Aktueller Online-Flyer vom 20. November 2017  

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Lokales
Kundgebung gegen Hochtief-Tochter aurelis und Stadtverwaltung Köln
Muslime und Christen zusammen
Von Rainer Kippe

„Muslime und Christen zusammen“ - mit diesem Ruf zogen am Samstag Mitglieder der islamischen Gemeinde Abess-Alshakeri und der christlichen Gemeinde Ministère de la Croix gemeinsam von der Schanzenstraße in Köln-Mülheim über die Keupstraße zum Wiener Platz. Begleitet wurden sie von ihren deutschen Freunden. In einer Kundgebung forderten sie vor dem Bezirksrathaus am Wiener Platz, dass sie in den alten Güterhallen mindestens solange bleiben können, bis es eine konkrete Bauplanung gibt, und dass Verwaltung und Politik dann ihr Versprechen einlösen müssen, ihnen Ersatz zu suchen.


Fotos: Heinz Weinhausen
 
Wie die nrhz berichtete(1), versuchen der Eigentümer der Hallen, die Hochtief-Tochter aurelis, und die Stadt Köln, die Gemeinden zu vertreiben und die Gebäude niederzulegen. In einem Teil hat der Abbruch schon begonnen. Um dem Eigentümer einen Gefallen zu tun, hatte der Chef der Bauverwaltung, CDU-Dezernent Bernd Streitberger, schon mal eine Abbruchgenehmigung erteilt, obwohl es bisher keinen Bebauungsplan gibt und die Hallen noch als Gebetsräume genutzt werden. Als die Gemeinden dem Bagger nicht wichen, schickte er das Bauaufsichtsamt vor, um die Gebäude über angebliche brandtechnische Mängel für den Aufenthalt von Menschen schließen zu lassen. Gegen diese Verfügung klagen die Gemeinden. Die Kundgebung sollte die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung daran erinnern, dass sie den Gemeinden versprochen hatten, ihnen zu helfen. Die Grünen haben sich sogar mit den Gemeinden solidarisch erklärt.


 
Das Zusammenleben einer christlichen und einer islamischen Gemeinde ist selbst im traditionell multireligiösen Köln-Mülheim eine Besonderheit. Ein Sprecher der Gemeinden: „Reden und Handeln der städtischen Vertreter passen nicht zusammen. Alle reden von Integration, was wir erleben ist aber brutale Vertreibung.“
 
Im Stadtentwicklungsprogramm "Mülheim 2020 hat" die Förderung der Integration der Migranten höchste Priorität. Die Gemeinden werden sich nun mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Jürgen Roters wenden, in dem sie um ein Gespräch und um Abhilfe bitten. Jürgen Roters hat das Amt für Stadtentwicklung seinem Dezernat zugeordnet und hat die Umsetzung des ambitionierten Programms zur Chefsache erklärt.
 


Am 14./15. Mai wird deshalb eine große städtische Werbeveranstaltung auf dem Wiener Platz geplant , bei der Roters selbst anwesend sein wird. Die Gemeinden sind gespannt, ob der OB bis dahin Zeit finden wird, mit ihnen direkt Kontakt aufzunehmen und mit ihnen zu reden. (PK)
 
 
(1) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16310


Online-Flyer Nr. 300  vom 04.05.2011

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