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Aktueller Online-Flyer vom 14. Dezember 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
Uneinsichtigkeit der BP-Bosse zur ethecon-Kritik auf der Aktionärsversammlung
Zum Jahrestag der Deepwater Horizon-Katastrophe
Von Bettina Schneider

Zwölf Monate nach der Katastrophe im Golf von Mexiko hat BP ganz offenkundig nichts hinzugelernt. Die Verantwortlichen des Konzerns, Aufsichtsratsvorsitzender C. H. Svanberg und Vorstandsvorsitzender Bob Dudley, wollen so schnell wie möglich zur Tagesordnung übergehen. Sie versuchten auf ihrer Aktionärshauptversammlung in London den Eindruck zu vermitteln, als sei die Deepwater Horizon-Katastrophe längst überstanden.


BP-Katastrophe auf der Deepwater Horizon-Ölplattform vor einem Jahr
Quelle: www.lobbycontrol.de/
 
Mit diesem skandalösen Verhalten unterstrich BP ungewollt die Berechtigung für den "Internationalen ethecon Black Planet Award", der den Verantwortlichen und den GroßaktionärInnen im November 2010 verliehen und auf der Aktionärshauptversammlung am 14. April in London öffentlich überbracht wurde. Svanberg, Dudley und kein anderer offizieller Konzernvertreter hatte vor mehreren Tausend AktionärInnen im Excerl-Center in den Londoner Docklands die Größe, den Schmähpreis entgegen zu nehmen und etwas dazu zu sagen. Stattdessen ließen sie die Trophäe nach der Übergabeansprache der ethecon-VertreterInnen Lydia Will und Anabel Schnura im Saal heimlich und hinterrücks von ihren Sicherheitskräften wegschaffen.
 
Vorher bereits hatten sie dem als ordentlichen BP-Aktionär registrierten Vorsitzenden der Stiftung ethecon Axel Köhler-Schnura den Zutritt zur Hauptversammlung verweigert und auch die aus den USA stammenden FischerInnen vom Golf von Mexiko nicht eingelassen. Die US-Aktivistin und ethecon Blue Planet Award-Preisträgerin 2006 Diane Wilson(1) ließen sie sogar verhaften. Sie war aufgrund ihrer Protestaktionen gegen BP und die Ölpest schon im vergangenen August zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt worden.
 
Bei der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon am 20. April 2010 wurden elf Arbeiter getötet. Die größte maritime Ölkatastrophe in der Geschichte der Menschheit nahm ihren Lauf: Millionen Liter Öl flossen monatelang ungehindert in den Atlantik. Einen Notfallplan hatte der Konzern nicht. Stattdessen wurden hochgiftige Lösungsmittel versprüht, um die Bilder von der Ölpest so schnell wie möglich aus den Nachrichten zu bekommen.
 
In London, in den USA und andernorts finden im Umfeld des Jahrestages der Katastrophe Aktionen statt, die den BP-Konzern in die Pflicht nehmen wollen, seiner Verantwortung für die Schäden in den USA in vollem Umfang nachzukommen. Die ethecon-Stiftung Ethik & Ökonomie steht an der Seite der Opfer und solidarisiert sich mit der weltweiten Protestbewegung. Axel Köhler-Schnura, ehrenamtlicher Vorsitzender der Stiftung: "Es ist ein bodenloser Skandal, dass BP seiner Pflicht für die Regulierung und Behebung der angerichteten Schäden im Golf von Mexiko auch ein Jahr nach der Katastrophe nicht nachkommt; dass die Verantwortlichen für diese gigantische Umweltzerstörung, für die umfangreichen gesundheitlichen Schäden vor Ort und für die Zerstörung der Lebens- und Arbeitsgrundlagen der am Golf ansässigen Fischerei etc. nicht vor Gericht gestellt werden. Stattdessen versucht der Konzern jede Kritik zu unterbinden, verweigert registrierten AktionärInnen rechtswidrig den Zugang zu seiner Hauptversammlung und kündigt im Namen der Konzernprofite neue umweltzerstörerische Projekte an."
 
In einem umfangreichen Fakten-Dossier(2) weist ethecon nach, dass bei BP systematisch das Gewinnstreben über die Sicherheit der Beschäftigten, die Gesundheit der AnwohnerInnen von BP-Anlagen und den Schutz der Umwelt gestellt wird. Auf seiner Hauptversammlung hat der Konzern bewiesen, dass er aus seinen Fehlern nichts gelernt hat. ethecon ruft daher zum Schreiben vom Protest-emails über die Stiftungs-Homepage(2) auf. Dort kann auch das Kampagnen-Flugblatt "BP-Konzern stoppen!" heruntergeladen werden.
 
Bekannt geworden ist "ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie" vor allem durch die beiden Preise, welche die Stiftung seit 2006 vergibt. Der internationale Positiv-Preis "Blue Planet Award" würdigt außerordentlichen Einsatz zum Erhalt und zur Rettung des "Blauen Planeten". Der internationale Schmähpreis "Black Planet Award" prangert außerordentliche Verantwortung für den Ruin und die Zerstörung des "Blauen Planeten" an. Mit den Positivpreisen hat ethecon in den vergangenen Jahren Diane Wilson/USA (2006), Vandana Shiva/Indien (2007), José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008), Uri Avnery/Israel (2009) sowie Elias Bierdel/Österreich (2010) ausgezeichnet. Die Schmähpreise gingen bisher an die EigentümerInnen bzw. AktionärInnen und das verantwortliche Management der Konzerne Monsanto/USA (2006), Nestlé/Schweiz (2007), Blackwater (Xe)/USA (2008), Formosa Plastics Group/Taiwan (2009) und BP/Großbritannien (2010).
 
ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen "von unten", die sich mit ihren derzeit 19 StifterInnen und dem Leitmotiv "Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!" in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften. (PK)

 
(1) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15550
(2) http://www.ethecon.org/download/Broschuere-Black-Planet-Award-2010-deutsch.pdf
Hier finden Sie auch die Adresse für Protest-Mails an BP unter "BP-Boykott" und unter "Aktionen".

Weitere Informationen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16401
 
Spenden auf das Konto EthikBank Konto 30 45 536 BLZ 830 944 95

Online-Flyer Nr. 298  vom 20.04.2011

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