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Aktueller Online-Flyer vom 20. Oktober 2017  

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Filmclips
"Ein Traum von fetter Beute"
Von Peter Kleinert



Auf einem Hochplateau des Regenwalds im östlichen Amazonien wurde 1967 die bis dahin größte und reichste Erzlagerstätte der Welt entdeckt. Heute rollen Güterwagen der Deutschen Bundesbahn auf die Firmengelände von Mannesmann und Thyssen, beladen mit dem Eisenerz der brasilianischen Minengesellschaft VALE DO RIO DOCE. Welche Folgen dieses Projekt hatte, von dem schon damals deutsche Stahlkonzerne profitierten, zeigt – passend zu unserem aktuellen Artikel "Anklage gegen ThyssenKrupp-Tochter" – der Film "Ein Traum von fetter Beute".

 
VALE DO RIO DOCE hatte damals aus dem Regenwaldgebiet das gewaltige Industriezentrum GRANDE CARAJAS gemacht - mit Krediten der Weltbank, der EG, der BRD-Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie weiterer deutscher und japanischer Banken. Dafür muß Brasilien nicht nur Zinsen zahlen. Die Stahlkonzerne aus den USA, aus Deutschland und Japan bekommen das brasilianische Eisenerz zu einem Dumpingpreis, zu einem "prezo de banana" weit unter Weltmarktniveau.
 
Unser Film zeigt - im Verlauf einer Eisenbahnfahrt mit einem Erztransporter durch ehemaliges Regenwaldgebiet - Ursachen und Ausmaß der damit einhergehenden Zerstörung und die Menschen, die zu Hunderttausenden aus den Armutsgebieten der Großstädte hierher strömten - in der Hoffnung, eine Arbeit zu finden.
 
Da die meisten von ihnen keine gefunden haben, versuchen sie, mit ihren Familien als Kleinbauern zu überleben. Sie brennen - Jahr für Jahr - ein Stück Wald nieder, um auf den Rodungsflächen Maniok und Bananen anzubauen. Der Regenwaldzerstörung aus Kapitalinteresse folgt die aus nackter Armut.
 
Erste Folge einer auf mehrere Jahre angelegten Amazonas-Filmserie. Siehe unter auch, "Eine Chance für den Regenwald", "Grande Carajas", "IARA - die Mutter der Fische", "Schneebälle im Regenwald", dazu einige Kurzfilme in verschiedenen Fernsehmagazinen.
 
Autor:
Rainer Osnowski
Kamera:
Manfred Linke
Ton:
Stephan Thonett
Schnitt:
Birgit Köster
Produktionsleitung:
Peter Kleinert
Auftraggeber:
WDR
Produktionsjahr:
1992
Länge:
29 min
 
Mehr Informationen: http://www.kaos-archiv.de/
 


Clip downloaden (mit Rechtsklick - "Ziel speichern unter...")

Online-Flyer Nr. 285  vom 20. Oktober 2017



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