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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Flußaufwärts ins “Herz der Finsternis“
Kongo-River
Von Joseph Conrad (Texte) und Günay Ulutuncok (Photos)

Vor genau hundert Jahren erscheint Joseph Conrads Novelle “Heart of Darkness“ (Herz der Finsternis), die schnell Weltruhm erlangt und in jüngster Zeit durch den Monumentalstreifen „Apocalypse Now“ erstaunliche Aktualität gewinnt. Der Schriftsteller hatte 1890 als Kapitän eines 15-Tonnen - Dampfers den Kongofluß von Kinshasa bis nach Kisangani befahren, im Auftrag einer belgischen Handelsgesellschaft, die „Elfenbein aus dem Land
herauspreßte.“ 

Inspiriert von Joseph Conrad habe ich im letzten Regierungsjahr Mobutus - den sie am Fluß den Großen Leoparden nannten - eine Fahrt auf dem Kongostrom unternommen. Die Reise von Bumba nach Kisangani – zunächst auf einem abgetakelten Frachtschiff, dann in einer Piroge (Einbaum) - wurde für mich zu einem knochenharten, aber auch faszinierenden Abenteuer, ein Eintauchen in eine andere Welt, eine Tuchfühlung mit dem schwarzen Kosmos vergangener Jahrhunderte.


 
Seit Conrad hat sich wenig verändert. Vielmehr - so scheint es - wurde sein Buchtitel zum düsteren Omen für das Riesenreich am „Großen Wasser“. Die Raffgier der weißen Fremdherrscher, der Belgier, hatte über 400 Völker und Ethnien mit der Macht der Gewehre gewaltsam zusammengeführt. Aus diesem Willkürgebilde unter der anschließenden Diktatur von Mobutu konnte bis heute kein wirklicher Staat entstehen. Ganz im Gegenteil wiederholt sich dort Europas leidvolle Geschichte: Die Wirren, das Morden, Plündern und Brandschatzen eines “Dreißigjährigen Krieges“ reißen gegenwärtig das Land von der Größe Westeuropas in den Abgrund, jenes Land das Mobutu „Zaire“ und sein “würdiger“ Nachfolger Kabila „Demokratische Republik Kongo“ nannte.


 
Diesen Text hat Günay Ulutuncok im April 1996 in Kisangani (Stanleyville) geschrieben. Die Texte unter seinen Fotos sind aus Joseph Conrads Novelle “Heart of Darkness“ (Herz der Finsternis). Günay Ulutuncok, 1954 in Istanbul geboren. Nach Abschluss des Architekturstudiums in Köln (1981) als freier Photojournalist tätig. Ende 1981 Mitbegründer der Photographenagentur “laif Photos & Reportagen” in Köln. Schwerpunkt seiner Arbeit: Reportagen über politische, soziale Konflikte und kulturelle ethnische Vielfalt, hauptsächlich in Afrika. Seit 2002 Photodokumentation zum Thema: Tropischer Regenwald in Afrika. Ab 2010 Photo-Workshops in Afrika.






















Weitere Informationen unter:
www.photojournalistonline.de, www.oneworldphoto.net,
www.mediaproductiononline.de , www.africas-eden.net, www.3rd-art.de
(PK)

Online-Flyer Nr. 274  vom 03.11.2010

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