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Aktueller Online-Flyer vom 30. September 2016  

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Globales
Eine Drohne geht auf Reisen und viele Tarnkappenbomber folgen
Von Israel lernen
Von Evelyn Hecht-Galinski

Israel ist ein Meister im Tarnen und Verschleiern, wenn es z.B. um das Atomprogramm in Dimona geht, oder wenn die "strahlenden" Abfälle diskret auf palästinensischem Gebiet entsorgt werden. Oder aber wenn es um Geheimgefängisse für palästinensische Häftlinge geht oder um Vertuschung von Menschenrechtsverletzungen. Aus diesem Grund passen die Tarnkappenbomber, die Israel nun von Obama bekommt, auch so gut in den "jüdischen Staat" Israel, die "einzige Demokratie im Nahen Osten."
 
Quelle: http://www.arendt-art.de,
 
Was haben Drohnen und Tarnkappenbomber gemeinsam? Beide wurden zum Morden konzipiert. Wer blutet heute für die Tarnkappenbomber? Die amerikanischen Steuerzahler. Wer blutet morgen für die Tarnkappenbomber? Die Opfer, die Israel mit ihnen ermorden wird! Israel wird diese erste Tranche von 20 "Stück", für ca. 3 Milliarden US-Dollar 2016 geliefert bekommen. Außerdem besteht eine Option auf 75 weitere Tarnkappenbomber.

Hoffen wir, dass dieser Deal dann nicht mehr zustande kommen wird, da bis dahin, also in weiterer Zukunft, der amerikanische Steuerzahler dagegen opponieren wird, auch wenn die AIPAC noch so stark intrigieren und forcieren wird. Die Frage ist nämlich, ob dieses "historische Ereignis", wie es das israelische Außenministerium nennt, nicht ein "historisches Desaster" für die USA wird. Das Verteidigungs/Kriegministerium, meint zwar, dass mit diesem Deal die Machtbalance im Nahen Osten nochmals zu Gunsten Israels verändert wurde, (ein beängstigender Gedanke!) da Israel nun über die modernsten und höchstentwickelten Kampflugzeuge verfüge. Israels Botschafter in den USA, Michael Oren, erklärte, Israel könne sich mit den Flugzeugen gegen JEDE Bedrohung aus der Region selbst verteidigen. Aber gibt es in diesem Gebiet nur eine wirkliche Bedrohung, nämlich Israel, die JEDEN und ALLES bedroht und dafür von den USA und auch noch von uns belohnt wird. Die einfache "Politologie" von Israel, basiert auf dem einfachen Satz: „Friß oder Stirb!"
 
Von Israel lernen, heißt von eigenen Verbrechen abzulenken, indem nicht mehr über die „Taten“ berichtet und verhandelt wird, sondern nur über Nebensächlichkeiten. Untersuchungen zu Gaza, wie der Goldstone-Report, oder über das Marvi Marmara-Gemetzel mit 9 ermordeten Aktivisten, landen auf dem Abstellgleis, um Israel zu schonen. Israelische rassistische Ausfälle werden bei uns toleriert bzw. negiert, siehe die Behandlung z.B. der äthiopischen Juden in Israel, die Ausfälle israelischer Parlamentarier in der Knesset, wenn dort z.B. ein Mitglied namens Ben Ari dazu aufruft, für jeden getöteten Israeli 500 Palästinenser zu töten - ebenso die Rabbiner, die öffentlich zum Töten der Palästinenser auffordern. Lieberman hat gesiegt!
 
Quelle: http://www.arendt-art.de
 
Das rassistische “Loyalitätsgesetz“ des “Jüdischen Staates“ ist von Netanjahu akzeptiert worden. Der jüdische “Gottesstaat“ wird Wirklichkeit. Damit ist der Satz „Israel will alles, nur keinen Frieden“ noch aktueller, genau wie die Unwahrheiten, gestreut von Israel über “Frieden mit Syrien“ – dieser ist ferner denn je!
 
Wir nehmen es hin, wenn ein Außenminister Lieberman in seinem Englisch-Moldawisch unerträgliche Hass- und Hetztiraden vor der UN loslassen kann. Warum, frage ich, verließen daraufhin nicht alle EU-Außenminister und der US-Vertreter die Sitzung? Warum dämonisiert man immer den iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedjad, der nur unbequeme Wahrheiten ausspricht? Es ist eine Schande, wie wir als so genannte westliche Demokratien an dieser Ungleichbehandlung mitwirken. Es wäre endlich unsere verdammte Pflicht den “Jüdischen Staat“ Israel zu stoppen.
 
Wie lange wollen wir das Spiel der “einzigen Demokratie“ im Nahen Osten noch mitspielen? Lieberman spricht doch nur das aus, was die ganze israelische Politik ständig vorführt. Wir unterstützen so genannte Friedensverhandlungen mit einer israelischen Regierung, die weiter siedelt, blockiert und mordet. Der Gegenpart ist ein “zahnloser“ palästinensischer Präsident ohne Mandat. “Der Kaiser ohne Kleider“.
 
Was ist von einer Kanzlerin zu halten, die einen Siedlungsstopp fordert? Was heißt denn Siedlungsstopp? Diese Terminologie, auch von den USA und Obama – noch gesteigert durch Versprechungen an Israel, wenn sie den nochmals zwei Monate “verlängern“. De facto wird und wurde immer weiter gebaut. Es gibt und gab keinen Siedlungsstopp! Obama hat das Ganze mit Blick auf die Kongresswahlen nochmals verfeinert, indem er George W. Bush mit seinen Geschenken an Israel schon längst übertroffen hat. Damit hat er sich seinen Friedensnobelpreis redlich verdient.
 
Überhaupt die schrecklichen Preise: Kanzlerin Merkels Brust ist von den vielen jüdischen Preisen schon um mindestens “3 Körbchengrößen“ gewachsen. Der Büstenhalter, der alle Orden hält, wird ständig stabilisiert, und muss dauernd neu modelliert werden.
 
Warum opponieren wir nicht gegen so genannte private Organisationen, die Geld für die IDF und den illegalen Siedlungsbau geben und dafür in Europa auch noch Steuervorteile genießen? Warum wird dem Jewish National Fund nicht endlich seine Gemeinnützigkeit aberkannt? Diese Organisation tarnt sich als Umweltorganisation und unterstützt in Wirklichkeit seit Jahrzehnten Gewaltaktionen gegen Palästinenser. Seit neuestem konzentrieren sie sich auf die Ansiedlung von Juden in der Negev-Wüste. Zahlreiche alteingesessene Beduinen wurden schon von ihrem Besitz vertrieben. Die “ethnische Säuberung“ schreitet also nicht nur in Jerusalem und in der Westbank voran.
 
Nehmen wir es aus diesem Grund auch hin und tolerieren es, wenn legalisiertes Morden gegen alle unsere Grundgesetze und Verfassungen verstoßen? Wir brechen damit das Völkerrecht! Unsere Regierung zieht es vor zu schweigen und nicht zu reagieren, wenn auch deutsche Staatsbürger mit amerikanischen Drohnen gezielt ermordet werden. Es ist zu hoffen, dass nach dem neuesten Vorfall mit wahrscheinlich bis zu 8 ermordeten deutschen Staatsbürgern in Pakistan, die Eltern oder Angehörigen in Aktion treten und gegen den deutschen Staat klagen werden. Dann kommt die deutsche Politik in Erklärungsnot und Bedrängnis und muss endlich reagieren und Stellung beziehen. In die offizielle Sprache haben sich inzwischen – wie auch schon mit Israel – die Sprechblasen der falschen Wörter eingeschlichen. Alle werden zu Terroristen und Islamisten (was immer das auch bedeuten soll), die als deutschen Staatsbürger nach Pakistan oder Afghanistan gehen. Ist das unsere neue Leitkultur – christlich-jüdisch geprägt – als “Leidkultur“ für den Islam und die Moslems?
 
Bundespräsident Wulff hatte in seiner Rede richtige Ansatzpunkte: Wer will heute eigentlich noch die Augen verschließen vor der Tatsache, dass wir ca. 4 Millionen Moslems in Deutschland haben. Diese Kultur hat uns eine große Vielfalt nach Deutschland gebracht und gehört selbstverständlich zu uns. Umso schlimmer, wenn gewisse „Kreise“ in der Politik eine schreckliche Hetze betreiben und den Islam auf Ehrenmorde, Frauenunterdrückung, “Bekleidung“ und Terrorismus reduzieren wollen.
 
Kehren wir doch einmal vor unserer christlich-jüdischen Tür und machen “Kehrwoche“. Wir werden dann sehen, jüdischer und christlicher Fundamentalismus ist nicht anders und längst nicht überwunden: Siehe ein Prof. aus Neuendettelsau, der an der Augustana Universität lehrt, der derart beleidigende fundamentalistische Thesen und Beschimpfungen verbreitet, dass sich schon „sein“ Bischof dafür entschuldigt. Leider können solche “Fundamentalisten“ weiter lehren. Solche Philosemiten haben wir überproportional viele in Deutschland.
 
Für mich ist ganz klar und erstrebenswert –  die wirkliche Trennung von “Kirche und Staat“, also keine Körperschaften des Öffentlichen Rechts für die Religionsgemeinschaften – also damit z.B. Sitz und Mitsprache in den Öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten, keine Kirchensteuer mehr und Abschaffung der Gottesdienste vor öffentlichen und politischen Veranstaltungen. – Oder aber, wie ich schon an den Bundespräsidenten schrieb; interreligiöse Gottesdienste, keine ökumenischen. Es bleibt noch viel zu tun!
 
Zum Schluss noch ein Vorschlag für die Heimatvertriebenenverbände: Warum sitzen oder saßen dort der Zentralrat der Juden im Gremium, nicht aber die heute wirklich “Heimatvertriebenen“ – nämlich die Palästinenser?
 
Wie stellte Prof. Michael Wolffsohn schon 2009 lobend fest?: „Erika Steinbach hat Respekt und Dank verdient, nämlich der Versuchung zu widerstehen, Nahöstliche sagen wir "Interessenten" als Geldgeber zu benutzen, sie versprachen Geld, wenn das "Zentrum gegen Vertreibungen" das Los der Palästinenser mit den deutschen Vertriebenen vergliche und dementsprechend gleichstelle. Frau Steinbach zeigte zur Tür.“
 
Frau Steinbach wusste warum sie ablehnte. Wie kann man das Schicksal von Palästinensern, mit den hiesigen Heimatvertriebenen vergleichen? Denn, dann würde sich schnell zeigen, wer die heute wirklich Leidtragenden des 2. Weltkrieges und seiner Folgen waren und sind!
 
Letztendlich weiß auch der “Folterbefürworter" und “Militärausbilder“ der Bundeswehr, Prof. Michael Wolffsohn,der übrigens seinen Militärdienst in der israelischen Armee absolvierte, bestens Bescheid über die "ethnischen Säuberungen", die an den Palästinensern begangen werden. Aus diesem Grund kann man die Argumentationen gut nachvollziehen. Dann würden auch ganz andere unangenehme Wahrheiten auf den Tisch kommen. Frau Steinbach wollte die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen beteiligt wissen, die mit dem Thema Vertreibung in Verbindung stehen, aber eben nur selektiert. Das ist die traurige Wirklichkeit. Warum packt NIEMAND dieses "heiße Eisen" dieser Vertreibung an? 
 
Hören wir auf, Israel einen Blankoscheck für alles zu geben – Existenzrecht selbstverständlich! Israel soll existieren, aber nur in den Grenzen von 1967 – ohne Unterdrückung und Blockade, begangen am palästinensischen Volk.
 
Zionismus bedeutete und bedeutet von Anbeginn Kolonialismus und Expansion gegen die palästinensischen Ureinwohner. Wenn man also heute Israel so akzeptiert, mit seiner heutigen Politik, unterstützen wir eine Ideologie des jüdischen Nationalismus und erklären damit einen jüdischen Staat mit dieser rassistischen Politik für rechtens, einen Staat, der alles internationale Recht mit Füßen tritt.Israel hat es geschafft mit seinem Hinweis auf die ständige permanente Bedrohung von Allem und Jedem jede verbrecherische Aktion in der Weltöffentlichkeit zu rechtfertigen.Auch hier in Deutschland haben wir unsere„Schreibtisch-Drohnen“, wie den Pornoverfasser und “Religionsschnüffler“, H.M. Broder,der es immer wieder schafft als “Allzweckwaffe“ eingesetzt, in unsere Medien zu kommen. Lassen wir das nicht zu, und gehen wir nicht den Ablenkungsmanövern der Israel-Lobby und deren Politik auf den Leim. (PK)
 
Evelyn Hecht-Galinski, ist die Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Ihre aktuelle Monatskolumne aus dem hinteren Kandertal“ erschien wie die Cartoons von Erhard Arendt auf Palästina Portal http://www.arendt-art.de/
 
 
 
 


Online-Flyer Nr. 271  vom 13.10.2010

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