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Aktueller Online-Flyer vom 07. Juli 2020  

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Lokales
Pro NRW auf den Spuren von Sarkozy gegen Roma in Leverkusen-Wiesdorf
Klägliches Häuflein
Von Wolfgang Stückle

Unter dem Titel „Demonstration für den Rechtsstaat“ führte am Samstag, 25. September, Pro NRW eine "Demonstration" gegen eine Roma-Großfamilie in Leverkusen-Wiesdorf mit Papierschilder-Parolen wie „Rumänien ruft“ oder „Sarkozy nach Leverkusen“ durch. Angeführt von Wanderzirkus-Chef Markus Beisicht demonstrierten etwa 40 Pro-KameradInnen. Damit hat Pro NRW maximal zwei Prozent seiner angeblichen Mitgliedschaft von 1.800 Köpfen mobilisieren können. Zumindest behaupten die Pro’s selbst, so viele Mitglieder zu haben (1)


Mehr Polizisten als Pro NRW-Demonstranten?
Foto: Martin Kuckelsberg
 
Mit der Parole „Null Toleranz gegenüber Rechtsbrüchen einer stadtbekannten Großfamilie" hatten die Kämpfer für Recht und Ordnung versucht, im Wiesdorfer Stadtviertel Stimmung zu machen. Nach Eigenangaben hatten Sie eine "Aktuelle Information" in einer Auflage von 5.000 Flugblättern mit diesem Titel verteilt.
 
Genutzt hat es Ihnen wenig, demokratisch gesinnte Leverkusener hatten bereits im Vorfeld der Demo die Wiesdorfer Haushalte mit einer eigenen Info über das wahre Anliegen der Rechten informiert. Pro NRW versuche immer vermeintliche oder tatsächliche Problemlagen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, man solle sich nicht vor den Karren einer braungefärbten "Bürgerbewegung" spannen lassen. Diese Rechnung ging offenbar auf, und so fehlte der Beisicht-Combo die erhoffte Unterstützung durch die Wiesdorfer Bürger.
 
Bereits um 10 Uhr hatten sich Aktivisten des Bündnisses gegen Rechts mit einer Mahnwache in der Wiesdorfer Fußgängerzone aufgestellt und verteilten Infomaterial. Gegen 10.30 Uhr wollten zwei Pro NRW-Fahrzeuge am Infostand vorbei durch die Fußgängerzone Richtung Kaufhof rollen, wo gegen 11 Uhr die rechte Kundgebung und Demo starten sollte. Dummerweise war kein Durchkommen und so mussten die wackeren Teutschen entsprechend der Straßenverkehrsordnung die Fußgängerzone mit ihren PKWs wieder verlassen.
 
Hinterm Kaufhof startete dann um 11 Uhr begleitet von einem Trillerpfeifen-Konzert die "Auftakt-Kundgebung" auf einem Taxistand unter Kopfschütteln der Passanten und setzte sich anschliessend todesmutig direkt ins Herz des multiethnischen Stadtteils Wiesdorf in Bewegung. Über die Carl Leverkus- und die Kaiser-Straße erreichten die Rechten dann wundersamerweise unbeschadet den Barmer Platz zur Abschlusskundgebung.
 
Dort richteten die klugen Pro-Strategen ihre Lautsprecher auf die Fassade eines Hochhauses, das am Samstag wegen fehlender Geschäftstätigkeit unbenutzt ist. Kein Wunder dass sich kein Fenster öffnete. Nach den üblichen ermattenden und niveaulosen Provokations-Reden u.a. von Uckermann, Molau, Wiener und Hasenzähnchen Beisicht, erklang endlich die doitsche Hymne zum Abschluss. Bekam Beisicht vor einem Jahr noch etwa 70 Demonstranten nach Leverkusen gekarrt, so waren es heute fast nur noch die Hälfte - trotz NRW-weiter Mobilisierung. (PK)
 
Ergänzungen zu diesem Bericht finden Sie unter
http://aow.blogsport.de/2010/09/25/antiziganistische-pro-nrw-propaganda-in-leverkusen-entpuppt-sich-als-weitere-lachnummer/
http://de.indymedia.org/2010/09/290734.shtml
http://de.indymedia.org/2010/09/290729.shtml
 
 
1) http://www.pro-nrw-leverkusen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=234: erfreuliche-mitgliederentwicklung


Online-Flyer Nr. 269  vom 29.09.2010

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