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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Sport
Zweimal Knoten geplatzt – Erste Heimtriumpfe für Leverkusen und Essen
Premierensieg der Werkselfen
Von Bernd J.R. Henke

„Wir sind jetzt angekommen“, meinte Marith Prießen, frischgebackene U-20-Weltmeisterin. Nach 247 Spielminuten in vier Spieltagen schoß sie für Bayer 04 Leverkusen das erste Saisontor. Nach torloser erster Halbzeit hatte die Gästemannschaft des Vlf Wolfsburg durch die schweizerische Nationalspielerin Martina Moser ab 50. Minute mit 1:0 in Führung gelegen. Wolfsburg hatte in der ersten Hälfte mehr vom Spiel gegen die defensiv kompakt stehenden, aber offensiv harmlosen und zu fehlerhaft agierenden Rheinländerinnen. Alles schien für die Tabellenzweiten nach Plan zu laufen gegen den Aufsteiger.

Befreiung

Die Einwechselung zur Pause der Ex-Duisburgerin Eunice Beckmann für Maren Henseler belebte das Leverkusener Angriffsspiel. Als in der 67.Minute die Abwehrspielerin Marith Prießen sich den Ball zum Freistoß zurechtlegte und aus 35 Meter mit einer Torgranate zum Ausgleich abzog, war der Knoten endlich geplatzt. „Ich habe einfach drauf gehalten“, erzählte die überglückliche U 20-Weltmeisterin, die Anfang der Saison den deutschen Pokalmeister FCR 2001 Duisburg verließ, um beim Bundesligaaufsteiger mehr Verantwortung zu übernehmen. „Dann ist der Ball irgendwie über die Linie getrudelt. Aber egal wie, das war für uns eine Befreiung.“


Johanna Elsig | Foto: Bayer

Chuzpe

Nicht Wolfsburg stürmte nun, sondern Leverkusen beherrschte das Spiel. Der Treffer wirkte Wunder. Plötzlich funktionierte das Kurzpassspiel, Zweikämpfe wurden gewonnen, mehr Druck ausgeübt. Und wie so oft in solchen Drucksituationen kassierte die Mannschaft mit dem Gegentor auch in kurzer Reihenfolge (71.) das zweite Tor. Prießens Mannschaftskollegin Johanna Elsig erzielte, nach Flanke von links durch die laufstarke Lisa Schwab, den Führungstreffer zum 2:1. Die junge Werkself um Cheftrainerin  Doreen Meier hatte nun die Chuzpe auf ihrer Seite. Das Team, das in den drei Bundesliga Spielen zuvor einen Nackenschlag nach dem anderen hatte einstecken müssen, immerhin wurden 15 Gegentreffer kassiert, kämpfte wie ausgetauscht.

Trikotfrei

Nun warf Wolfsburg alles nach vorne, doch Torhüterin Lisa Schmitz konnte mit zwei Glanzparaden die Leverkusener Führung festhalten. Fünf Minuten vor Schluss setzten die Rheinländerinnen den entscheidenden Konter (85.). Erneut fädelte Lisa Schwab ein, diesmal für die  eingewechselte Carolin Dej, die das Resultat auf 3:1 toppen konnte. Deren trikotfreier Torjubel – wohl aus reiner Freude – provozierte natürlich die Schiedsrichterin Martina Storch-Schäfer zur Gelben Karte, während sich die männlichen Fans voyeuristisch freuten. Im Gegenkonter erkämpfte sich Wolfsburg  (86.) durch eine gute Einzelleistung von Nationalspielerin Martina Müller den 2:3 Anschlusstreffer, doch mehr als Ergebniskosmetik blieb der Treffer nicht. Fazit: Der Start der Mission Klassenerhalt für die Frauen des Bayer 04 Leverkusen hat begonnen.


Caro Dej | Foto: Bayer

Oberwasser


Neben dem Aufsteiger Leverkusen feierte auch die SG Schönebeck am vierten Spieltag den ersten Saison-Sieg und gleichzeitig den ersten Heimerfolg. Der letzte Sieg liegt schon seit dem sechsten Dezember 2009 zurück, als der SC Freiburg 3:2 in Essen verlor.  Zu Anfangs hatten die Platzfrauen wahre Mühe ins Spiel zu finden. Prompt bekamen die Gastfrauen des 1.FC Saarbrücken mit immerhin schon sechs Punkten in der oberen Tabellenhälfte stehend Oberwasser . Nach einer Ecke überwand die Saarländerin Nina Rauch Essens Nationaltorhüterin Lisa Weiß (22.) ohne einer Abwehrchance zum 0:1.

Nervenstark

Wenig Offensive der Essenerinnen und eine inkonsequente Abwehr ließen für die SGS-Frauen böses Befürchten. Die SGS entwickelte erst gegen Ende der ersten Hälfte Torgefahr. Die Stürmerinnen Caro Hamann und Michele Weissenhofer besannen sich nun zu konzentrierterem Angriffsspiel, was wiederum die Saarbrücker Abwehr in Atem hielt.  Die SG Essen-Schönebeck drängte auf den Ausgleich. Als Essens Verteidigerin Sarah Freutel im gegnerischen Strafraum gefoult wurde, entschied die Schiedrichterin auf Elfmeter (41.), den die nervenstarke Melanie Hoffmann zum 1:1 Ausgleich verwandelte.


Melanie Hoffmann, Jahrgang 1974, Erfahrung pur | Foto: SGS
 
Wut im Bauch

Kaum waren beide Teams aus der Kabine, uberschlugen sich die Ereignisse. Plötzlich stand die nigerianerische FCS-Stürmerin Cynthia Uwak freistehend vor Essens Torfrau Lisa Weiß und vergab. Der Gegenkonter ergab eine Ecke für Essen, die gut postierte US-Amerikanerin Katharina „Kat“  Tarr nickte im Fünfmeterraum zur 2:1 Führung ein. Essen drängte, haderte aber mit der Schiedsrichterin Marina Wozniak, deren Entscheidungen beste Essener Torchancen zu nichte machten. Die fünfunddreißigjährige SGS-Kapitänin Melanie Hoffmann protestierte mit Vehemenz, mit der Folge, dass sie mit Gelb verwarnt wurde. Mit viel Wut im Bauch erzielte sie in der 85. Minute mit einem gezielten Linksschuss das Tor zum 3:1. Nach kämpferischer Leistung gewannen die Essenerinnen nicht unverdient und haben spielerisch noch viel mehr Potential – also Luft nach oben ist genug vorhanden.


Anja Mittag, im Hintergrund Nadine Kessler | Foto: Jan Kuppert, Potsdam
                                                                                   
Arbeitssieg

Das Tabellenkellerkind Herforder SV empfing den Deutschen Meister und Champions Legue Gewinner 2009 -  1. FFC Turbine Potsdam. Es reichte für die Brandenburginnen lediglich zu einem knappen Arbeitssieg, aber mit stabiler Tabellenführung. Nadine Keßler schoß in der 2. Minute am leeren Tor vorbei und Nationalspielerin Jennifer Zietz (4.) traf nur die Latte. Nach der mangelnden Chancenverwertung am Anfang ergab der Spielverlauf ein mühsames Unterfangen für den Deutschen Meister.  Das Team von Cheftrainer wackelte zum ersten Mal in dieser Saison. Während zunächst auf der einen Seite Marie Pollmann nach Vorarbeit der 17-jährigen österreicherischen Nationalspielerin Laura Feiersingers scheiterte (31. Minute) und auf der anderen Torfrau Tessa Rinkes vor der allein aufs Tor zustrebenden Viola Odebrecht rettete (34.) setzte Lira Bajramaj den Ball (37.) per Heber über das Tor. Die Herforderin Laura Feiersinger vergab in der 44. Minute die ganz große Chance zum 1:2, als sie nach Marie Pollmanns Vorarbeit den Ball frei vor dem Tor stehend an die Latte schoss.


Nadine Kessler verwandelt zum 2:1 Siegtor, Verena Aschauer kommt zu spät, hinten li.: Yuki Nagasato | Foto: Jan Kuppert, Potsdam

Nervenschwach

Gegen die kompakt stehende und permanente Nadelstiche setzende Herforder Mannschaft  ging Potsdam erst kurz vor der Pause (42.) durch Yuki Nagasato nach Vorarbeit auf der rechten Angriffsseite durch Bajramaj in Führung. Die Herforderin Laura Feiersinger vergab in der 44. Minute die ganz große Chance zum 1:2, als sie nach Marie Pollmanns Vorarbeit den Ball frei vor dem Tor stehend an die Latte schoss.  Nach der Pause musste Potsdam in der 66. Minute zunächst den Ausgleich durch die Ex-Duisburgerin Lena Wermelt hinnehmen, die durch eine lange Freistoss Vorlage Jennifer Ninaus’ mit einem Kopfball ins lange Eck zum 1:1 vollendete. Eine Viertelstunde vor Schluss gelang Nadine Keßler (73.) die erneute Führung, die Herforderinnen gaben trotz des erneuten Rückstandes nicht auf..Nachdem Laura Feiersinger im gegnerischen Strafraum (77.) von Torhüterin Desirée Schumann umgerissen worden war und Marie Pollmann sich den Ball zum Strafstoß  zurecht legte, schien  Potsdam besiegbar zu sein. Die Herforder Stürmerin fackelte nicht lange, legte sich den Ball zurecht und schoss halbhoch in die rechte Tor-Ecke. Doch Desirée Schumann schien genau das geahnt zu haben, flog richtig, hielt den Ball fest und sicherte ihrer Mannschaft damit den Sieg.

Elfmeter entscheidet „Kombinationsfußball war rar und die Abwehr, unser Glanzstück, hat überhaupt nicht gestanden“, bemängelte Cheftrainer Bernd Schröder. „Wir haben schlecht gespielt, weil wir selber schlecht waren und weil der Gegner uns nicht besser hat spielen lassen“, so sein Fazit. Der gehaltene Elfmeter war umso schmerzhafter, da zeitgleich der zweite Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen drei unerwartete Punkte eroberte. Doch beide Aufsteiger können aus diesem Spieltag eine Menge Positives ziehen und dürften zu dem Schluss gekommen sein, dass in dieser Liga noch einiges möglich sein wird. Der Herforder SV bleibt dagegen punktlos und rutscht auf den letzten Tabellenplatz ab, da Leverkusen zugleich ein Überraschungserfolg über Wolfsburg gelang.


Kerstin Garefrekes in Torlaune | A2 Bildagentur Hartenfelser

Nadine und Nicole Rolser

Aus Sicht der Gästemannschaft am Frankfurter Stadion am Brentanobad fing alles sehr gut an für den SC 07 Bad Neuenahr. Nadine Rolser hatte die Gäste beim Star-Ensemble vom Main früh (10.) in Führung gebracht. Nicole Rolser bediente Lena Gößling, die gab den Ball flach rein, wo Freund und Feind verfehlten. Einzig Nadine Rolser stand in halblinker Position völlig allein und hatte kaum Mühe, die herausstürmende Nationaltorhüterin Nadine Angerer zu überspielen.

Arbeitsplatzgarantie Eine gewisse  Nervosität war den Kickerinnen der Mainmetropole anzumerken. Nach dem frühen Rückstand dürfte Frankfurts Cheftrainer Sven Kahlert, der durch eine Innenraumsperre auf der Tribüne verbannt war, Böses geahnt haben, zumal Bad Neuenahr weiter druckvoll agierte. Die beiden Niederlagen gegen Potsdam (1:2) und in Wolfsburg (3:4) zum Saisonstart waren in der Summe mit der Sperre nicht unbedingt dienlich für die Arbeitsplatzgarantie des Frankfurter Trainers gewesen.


Celia Okoyino de Mhabi (li.) und Gina Lewandrowski
Foto: A2 Bildagentur Hartenfelser

Geburtstagsgeschenke


Der SC 07 Bad Neuenahr überraschte mit einer offensiv ausgerichteten Taktik. „So viel Druck haben wir nicht erwartet, eher einen defensiv eingestellten Gegner“, gestand Nationalspielerin Kerstin Garefrekes. Die „Regie“ am Spielfeldrand übernahm Co-Trainer Kai Rennich. Kahlert, der die Woche zuvor mit seiner Tätlichkeit in Potsdam und Sperre durch das DFB-Sportgericht in Schlagzeilen der überregionalen  Boulevardpresse bundesweit im Gespräch war,  brauchte aber nicht lange zittern, denn seine Stürmerin Kerstin Garefrekes war in bester Torlaune. Mit drei blitzsauberen Treffern schob sich die überragende Kerstin Garefrekes beim 4:1-Sieg gegen den SC 07 Bad Neuenahr einen Tag nach ihrem einunddreißigsten Geburtstag auf Platz  Drei in der Torschützinnenliste und hat damit mehr Treffer erzielt, als Birgit Prinz, Conny Pohlers und Melanie Behringer zusammen.

Mittelfeld

Der 1.FFC Frankfurt, der zuletzt in Potsdam mit der kampfstarken Ariane Hingst und der mehr defensiv agierenden  Meike Weber, im Wechsel mit der offensiveren Sandra Smisek, eine passable, leistungsfähige Mittelfeldachse formiert hatte, Nationalspielerin Melanie Behringer auf die linke Außenposition besetzen konnte, war leider durch die gesundheitlichen Probleme und folglicher Nichtberücksichtigung der Spielmacherin Ariane Hingst wieder gezwungen, dass Mittelfeld neu zu besetzen. Melanie Behringer spielte deshalb wieder im zentralen Mittelfeld und außen links agierte für sie Svenja Huth. Nationalstürmerin Conny Pohlers spielte Joker in der letzten Viertelstunde.


Melanie Behringer im Duell mit Nicole Rolser | A2 Bildagentur Hartenfelser

Behinderung

Der Ausgleich durch Kerstin Garefrekes war eine tolle Einzelaktion. Die Nationalspielerin ließ nach einem Steilpass von Birgit Prinz  (17.) Sara Doorsoun-Khajeh und Bianca Rech stehen und traf aus 16 Metern flach ins lange Eck. Ebenfalls eine tolle Einzelaktion war ein verwandeltes Tor zum 2:1, was aber nicht gegeben wurde.  Birgit Prinz zog aus 14 Metern ab, Torhüterin Nadine Richter wehrte nach oben ab, der Schuss war jedoch so hart, dass der Ball weiter in Richtung flog. Die Schiedsrichter-Assistentin erkannte zunächst auf Tor, doch Schiedsrichterin Daniela Schneider sah eine Torwart-Behinderung. Das reguläre Tor zum 2:1 kam dennoch noch vor dem Seitenwechsel. Nach einem Eckstoß der zentral vor den 16er geklärt wurde, versuchte es Sara Thunebro (42.) mit einem Distanzschuss. Der Ball prallte auf Höhe des Elfers zu Kerstin Garefrekes, die nach einer geschickten Drehung flach einschoss.

Umschwung


In der zweiten Halbzeit wurde der 1. FFC Frankfurt stärker. Sandra Smisek, die für Meike Weber ins Spiel gekommen war, brachte viel Schwung in die Aktionen des 1.FFC Frankfurt. Bad Neuenahr kam kaum noch zu Entlastungsangriffen. Weitere Treffer waren nur noch eine Frage der Zeit. Der als Flanke gedachte Ball von Svenja Huth verfehlte den langen Pfosten nur um Zentimeter. Nach einer langen Hereingabe von Sandra Smisek nahm erneut Kerstin Garefrekes den Ball geschickt an und erzielte aus fünf Metern überlegt das 3:1 (65.). Nur vier Minuten später lupfte Dzsenifer Marozsán den Ball genial zu Kerstin Garefrekes, die passte kurz zu Birgit Prinz und diese kam aus circa neun Metern (69.) zu ihrem zweiten Saisontreffer. Weitere Chancen das Ergebnis gar noch höher zu gestalten hatten Kerstin Garefrekes, die mit einem Heber das Tor ebenso knapp verfehlte, wie Gina Lewandowski per Kopf nach einem Eckball. In der Schlussminute musste sich Nadine Angerer nach einem Schuss von Leonie Maier gewaltig strecken, doch es blieb beim 4:1-Endstand.

Drei Treffer und eine Torvorlage


„Ich hebe ungern eine einzelne Spielerin hervor. Heute ist es eine Ausnahme. Sie war einfach überragend“, sagte FFC-Trainer Sven Kahlert. Ähnlich sah es auch Bad-Neuenahr-Coach Thomas Obliers: „Sie hat alle unseren Fehler, die wir in der Defensive machten, gnadenlos ausgenutzt.“ Nur die Nationalspielerin selbst wollte kein individuelles Lob: „Das ist nicht so, dass es nur mein Werk gewesen wäre. Man muss auch das schöne Zuspiel sehen.“ FFC-Spielerin Kerstin Garefrekes: „Wir wollten heute gewinnen. Inzwischen sollte jeder begreifen, dass man dafür etwas tun muss, dass kein Spiel als Selbstläufer einzustufen ist. Wir müssen noch schneller von der Abwehr auf Angriff und umgekehrt umschalten – schneller kompakt stehen.“ «Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit der Leistung nicht. Die Mannschaft hat zu ängstlich gespielt und gefürchtet, Fehler zu machen», kommentierte der Cheftrainer des 1. FFC Frankfurt das 4:1 (2:1) gegen den SC 07 Bad Neuenahr.


Torschützin Petra Wimbersky in Freude umarmt von Isabell Aigner
Foto: Frank Scheuring

Konkurrent

Der direkt Konkurrent vom 1. FFC Frankfurt  um den zweiten Champions League Platz  DFB-Pokalsieger FCR 2001 Duisburg setzte sich im Spitzenspiel beim FC Bayern München 4:2 (2:2) durch und liegt mit zehn Zählern zwei hinter Potsdam auf Rang zwei. Die Duisburgerinnen gingen zweimal durch Nationalstürmerin Inka Grings in Führung. Die letztjährige Torschützenkönigin traf in der 16. und per Foulelfmeter in der 37. Minute, Petra Wimbersky (34.) und Isabell Bachor (39.) glichen für die Gastgeberinnen jeweils aus. Die Japanerin Kozue Ando in der 64. mit einem platzierten Flachschuss sowie Grings mit ihrem dritten Tor in der 69. Minute, erneut per Foulelfmeter, entschieden die Partie dann doch für den FCR.

Orange

Dabei schien sich an diesem Tag zunächst alles gegen Duisburg verschworen zu haben. Vor dem Spiel hatte Schiedsrichterin Anja Kunick die orangefarbenen Auswärtstrikots wegen zu großer farblicher Nähe zur Heimmannschaft untersagt und ordnete zudem einen Stutzenwechsel an, so dass die Spielerinnen im Trikot der zweiten Mannschaft auflaufen mussten, da kein zweiter Trikotsatz vorhanden war. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg hatte Duisburgs Nationalstürmerin Inka Grings mit drei Treffern, darunter zwei verwandelte Elfmeter. Die Angreiferin wurde vor der Partie zum zweiten Mal in Folge als »Fußballerin des Jahres« ausgezeichnet.


Torschützin Kozue Ando im Zweikampf mit | Foto: Frank Scheuring

Kampfansage Trikotwechsel, Stutzentausch und ein Kreuzbandriss von Mirte Roelvink – der FCR 2001 Duisburg ließ sich beim FC Bayern München durch nichts aus der Bahn werfen. Am Ende gingen die Punkte dank Kampfgeist und Cleverness nach Duisburg. Eine Kampfansage an die Konkurrenten im Titelrennen, die erste Zeichen von Schwäche zeigten, während die Aufsteiger ein kräftiges Lebenszeichen von sich gaben.Mit dem Sieg bleibt das Team von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg aber derzeit zumindest dem Tabellenführer aus Potsdam dicht auf den Fersen. Anschluss an die Bundesligaspitze hält auch der 1. FFC Frankfurt.

Kim Kulig   mit Einfluß Der Hamburger SV und der FF USV Jena trennten sich 2:2 (1:1). Jenas Genoveva Anonma sorgte in der 18. Minute zunächst für das 1:0 des Pokalfinalisten, doch Jobina Lahr antwortete postwendend mit dem Hamburger Ausgleichstor (19.). Auch die zweite Führung durch Kathleen Radtke (61.) reichte den Thüringerinnen nicht zum Sieg, U 20-Weltmeisterin Kim Kulig brachte den HSV in der 81. Minute wieder auf gleiche Höhe. „Wer so viele Chancen auslässt, kann nicht gewinnen“, ärgerte sich HSV-Trainer Achim Feifel, der sich zumindest über das Debüt von Neuzugang Antonia Göransson freuen durfte und darüber, dass sein Team zum zweiten Mal in Folge nach einem Rückstand nicht verloren hatte. Mit bislang lediglich zwei Punkten aus vier Spielen bleibt für die Hansestädterinnen damit zunächst nur der vorletzte Tabellenplatz. (HDH)

Online-Flyer Nr. 267  vom 14.09.2010

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