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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Sport
Kader für die U20-Frauenfußball-WM in Deutschland steht fest
Fußball-Amazonen nominiert
Von Bernd J.R. Henke

Die Generalprobe in Deutschland war geglückt. Im letzten Vorbereitungsspiel, eine knappe Woche vor der endgültigen Nominierung, erspielte der Rumpfkader der deutschen U20- Frauenfußballerinnen einen sicheren 3:0 Sieg gegen die U20 von Südkorea. Die Generalprobe in Mazedonien dagegen misslang ein wenig vom Ergebnis, aber nicht von der allgemeinen Leistungsdichte her gesehen. Talentierte U19-Amazonen wie Valeria Kleiner, Inka Wesely, Marie-Louise Bagehorn, Turid Knaak, Ramona Petzelberger und die Torfrauen Almuth Schult sowie Laura Benkrath wurden von Trainerin Maren Meinert nach sehr guten Spielen in den U20-Kader nominiert.


Kim Kulig verstärkt den U20-Kader
Foto: Florian Büchting, Köln
 
Sie geben sich nun die Ehre, gemeinsam mit den drei international bewährten A- Nationalspielerinnen Kim Kulig, Alexandra Popp und Bianca Schmidt die Farben Schwarz/Rot/Gold vom 13. Juli bis 1. August 2010 in dem in Bochum, Dresden, Augsburg und Bielefeld ausgetragenen Turnier zu vertreten. Bundestrainerin Meinert setzt auf Persönlichkeiten mit Vorwärtsdrang zum Tor. Nicht unbedingt zwingend sind für sie die Positionen der Spielerinnen in ihren Vereinen. Hier ähnelt sie wohl sehr Bundestrainer Jogi Löw. Meinert setzt auf die sprichwörtlich deutsche Turnier-Strategie: jede Fußball Amazone muss mehrere Positionen begreifen und in Natura umsetzen, denn die Konkurrenz wird variantenreicher sein.

Korea Automotive


Allein Südkorea wird nicht wieder zu erkennen sein. Aus kompetenter Quelle erfuhren wir, dass der südkoreanische Fußballverband seinen Kader durch sieben A-Nationalspielerinnen verstärken wird. Die Mannschaft, die Anfang Juni in Deutschland weilte, war nicht mehr als ein B- und C-Kader. Auch Nordkorea zeigte im A-Länderspiel im Februar in Duisburg nicht sein wahres Gesicht. Erfolgreiche koreanische Autofirmen wie Hyundai und Kia werden nicht nur die Chance nutzen, als Sponsoren über ihre hochwertigen und preiswerten Produkte zu informieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen, nein sie werden wohl die Weltmeisterschaft der Juniorinnen nutzen - als Hinweis auf ihre jeweilige nationale Identität.
 
Korea als geteilte Nation zweimal dabei
 
Der AFC, der asiatische Fußballverband tritt also mit drei Mannschaften an: Japan, Südkorea und Nordkorea. Es wäre ein Wink der Geschichte, wenn beide koreanischen Mannschaften, also die der Republik Korea (Süd) gegen Korea DVR (Nord) in der Zwischenrunde oder im Halbfinale aufeinander treffen würden. Für ein paar Stunden wäre das Grenzgebiet dann sehr ruhig und fast militärfrei. Die Bevölkerung des geteilten Landes säße dann zur selben Stunde vor dem Fernsehgerät oder vor einer Public Viewing Bildwand.


Alexandra Popp im Dress der A-Nationalelf
beim Spiel gegen die USA in Cleveland
Foto: Florian Büchting, Köln
Die Nominierung des deutschen WM-Aufgebots erfolgte knapp drei Wochen vor Ablauf der offiziellen FIFA-Meldefrist. Maren Meinert äußerte dazu: „Wir konnten uns so frühzeitig entscheiden, weil wir die Spielerinnen in verschiedenen Mannschaften intensiv gesichtet haben. Obwohl der Kader jetzt schon feststeht, gibt es noch genug Spannung in den beiden abschließenden WM-Lehrgängen. Denn jetzt hat der Kampf um die Stammplätze begonnen.“
 
Fester Stamm aus der U20 
                   
Mit die größten Chancen, Stammspielerinnen der U20 zu werden, haben die Hessinnen Svenja Huth und Dzenifer Maroszan, die jugendlichen UEFA Champions League-Gewinnerinnen Desirée Schumann, Tabea Kemme und Jessica Wich sowie die jungen DFB-Pokalsiegerinnen Marith Prießen und Marina Hegering. Dabei sind auch Sylvia Arnold aus Jena, Selina Wagner aus Wolfsburg, Stefanie Mirlach aus München sowie - überraschend hinzugekommen - Kristina Gessat vom Zweitligisten FSV Gütersloh 2009.
 
WM-Eröffnung am 13. Juli in Bochum                                                                                         
 
Am Donnerstag trifft sich das Team zum zweiten WM-Lehrgang in Marienfeld. Dabei kommt es zu interessanten Länderspielen: gegen den aktuellen U 20-Weltmeister USA in Herford schon am Sonntag (ab 14 Uhr) und in Gütersloh gegen Titelkandidat Japan am Mittwoch, 16. Juni (ab 11 Uhr). Abgeschlossen wird die WM-Vorbereitung mit einem weiteren Lehrgang vom 25. bis 30. Juni in Hennef. Beide Spiele werden der Trainerin Maren Meinert wertvolle Hilfestellung geben zur Beurteilung ihrer Schützlinge.
 
Für weitere acht Spielerinnen gilt es fit zu bleiben. Sie stehen dem DFB auf Abruf bereit. Es sind immerhin drei Spielerinnen vom Zweitligisten VFL Sindelfingen: Leonie Meier, Lena Nuding und Nicole Rolser. Erstligaaufsteiger Bayer 04 Leverkusen hält vor Kathrin Hendrich und Lisa Schmitz. Anne Barke (SC 07 Bad Neuenahr) wird wohl bei ihrem neuen Verein dem FF USV Jena mit Julia Arnold das leichte Training fortsetzen. Laura Brosius aus Potsdam und Carolin Simon aus Hamburg haben auch die Verpflichtung übernommen, auf Abruf präsent zu sein.
 
Talentierte U19-Amazonen
Foto: DFB

Die DFB-Auswahl bestreitet dann am 13. Juli (ab 11.30 Uhr) in Bochum das WM-Eröffnungsspiel gegen Costa Rica. Danach warten die Gruppengegner Kolumbien am 16. Juli (ab 18 Uhr) in Bochum und Frankreich am 20. Juli (ab 11.30 Uhr) in Augsburg. Das WM-Finale findet am 1. August (ab 15 Uhr) in Bielefeld statt. Die Geschichte der FIFA U20-Frauen-WM ist noch sehr jung, dafür aber bemerkenswert inhaltsreich und aussagekräftig. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass sich der Frauen- und Mädchenfußball weltweit rasant entwickelt hat. Es begann 2002 in Kanada mit der ersten FIFA U19-Frauen-WM.  Der Fußballweltverband hatte sich zum Ziel gesetzt, dem Mädchen- und Frauenfußball weltweit zu noch mehr Schubkraft zu verhelfen. Nun haben es Deutschland und seine Fans in der Hand, ein Sommermärchen zu inszenieren. (PK)


Online-Flyer Nr. 253  vom 09.06.2010

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