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Aktueller Online-Flyer vom 21. Oktober 2017  

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Sport
U19 Juniorinnen-Europameisterschaft 2010 in Mazedonien
Faszination mit Drang zum Tor
Von Bernd J.R. Henke

Die deutschen U 19-Frauen haben bei der EM-Endrunde in Mazedonien nach dem dritten Gruppenspiel mit drei klaren Siegen das Halbfinale erreicht. Im entscheidenden Spiel um den Gruppensieg und den Einzug in das Halbfinale schlug die deutsche Elf in Skopje den amtierenden Euromeister und Titelverteidiger England mit 2:1. Grundlage war der 4:1 Auftakterfolg gegen Italien und das überzeugende 5:1 (1:0) gegen die Auswahl von Schottland.


U19-Team und Trainerinnen Bettina Wiegmann (li.) und Maren Meinert (re.)
Fotoagentur A2 Hartenfelser 
 
Das Team von Bundestrainerin Maren Meinert hat gegenüber dem frühen Aus im Vorjahr in Weißrußland international wieder Tritt gefasst. Der unermüdliche Tordrang mit einem Torverhältnis von 11:3 Toren zeigt, dass das Umschalten von der Defensive auf die Offensive und umgekehrt reibungslos funktionierte. Erfahrenste Akteurin im EM Turnier ist Marie-Louise Bagehorn vom Deutschen Meister und Champions-League-Sieger 1. FFC Turbine Potsdam mit 22 Länderspielen, Pokalsieger FCR 2001 Duisburg stellt mit Irini Ioannidou, Turid Knaak, Hasret Kayikci und Eunice Beckmann die meisten Nationalspielerinnen.
 
Qualifikation                                                                                                                                    
 
Maren Meinerts Team hatte sich Anfang April souverän für das Europameisterschafts-Turnier in Mazedonien qualifiziert. Im serbischen Subotica gelangen der U 19-Auswahl drei Siege. Gegen Polen (7:0), die Gastgeberinnen (8:0) und im entscheidenden Spiel gegen Norwegen (3:0) gewannen sie auch "zu Null". Drei Siege in drei Spielen. Gegenüber dem Vorjahr entwickelte sich die deutsche Formation in eine kampfstarke Elf mit einem faszinierenden Vorwärtsdrang zum Tor. Der U19 Kader gilt beim DFB als das große Sprungbrett für die internationalen Stars von morgen.
 
Stammformation                                                                                                                                     
 
In der deutschen Stammformation in Mazedonien spielen nach der persönlichen Absage der „Heldin von Madrid“, Anna Felicitas Sarholz, im Tor nun Almuth Schult vom Zweitligisten Magdeburger FFC und Laura Benkarth vom SC Freiburg. Schulte spielte gegen Italien und Schottland, im Wechsel Benkrath gegen England. Beide Torhüterinnen wurde bislang gut abgeschirmt von den beiden Innenverteidigerinnen Inka Wesely (SG Essen-Schönebeck) und Valerie Kleiner (SC Freiburg), die für die nächste Bundesliga-Saison 2010/2011 einen Vertrag beim Rekordmeister 1.FFC Frankfurt unterschrieben hat. Leonie Maier (VFL Sindelfingen) , Johanna Elsig (Bayer 04 Leverkusen), Carolin Simon (Hamburger SV) und Irini Ioannidou (SCR 01 Duisburg), die in der neuen Saison Mannschaftskollegin von Wesely in Essen wird, spielten im Austausch und Wechsel untereinander die Positionen der beiden offensiven Außenverteidigerinnen. Maier und Ioannidou spielten gegen Italien und Schottland, im Spiel gegen England standen Simon und Elsig in der Anfangsformation auf dem Rasen.
 
Torfabrik der Vorrunde                                                                                                                                       
Aufbauspiel und Offensive oblag Turid Knaak und Hasret Kayikci , die beide mit Grings. Laudehr und Co. in Köln das Finale gegen den FF USV Jena gewannen. Unterstützt wurden sie durch den neuen Mittelfeldmotor der Stürmerin Ramona Petzelberger, die Anfang der Saison aus Wattenscheid gemeinsam mit Erfolgstrainer Thomas Obliers kommend, sich in ihrem neuen Verein SC 07 Bad Neuenahr einen Stammplatz erkämpfen konnte, sowie die Potsdamerin Marie-Louise Bagehorn und Münchnerin Annika Doppler. Als schnelle Sturmspitzen waren die schußstarke Kyra Malinowski von der SG Essen-Schönebeck und Euenice Beckmann (FCR 01 Duisburg), die Anfang kommender Saison zum rheinischen Rivalen und Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen wechseln wird, nominiert.


Laura Vetterlein im Vereinstrikot vom 1.FC Saarbrücken gegen Kerstin Garefrekes
Fotoagentur A2 Hartenfelser

Gegen Italien erwischte die U 19 ebenfalls am Montag gegen Italien im mazedonischen Kumanovo einen Start nach Maß. Nach 15 Minuten erzielte Kyra Malinowski per Kopf nach einem Eckball von Ramona Petzelberger die Führung. Hasret Kayikci erhöhte mit einem Distanzschuss auf 2:0 (25.). Neun Minuten später bediente Turid Knaak nach schönem Solo Marie-Louise Bagehorn, die aus rund 20 Metern den Ball im Winkel versenkte (34.). Kurz nach der Halbzeitpause erhöhte die Carolin Simon per Freistoß auf 4:0 (47.). Die Italiernerin Marta Mason erzielte den Anschlusstreffer für die Azzuris. (59.).Das Ergebnis hätte noch höher zugunsten der Deutschen ausfallen können, doch der Pfosten verhinderte Kayikcis möglichen zweiten Treffer.
 
Fünf Tore gegen Schottland                                                                                                          
Gegen Schottland hatte Hasret Kayikci am Donnerstag die erste gute Möglichkeit, traf allerdings nur die Latte (13.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erzielte Turid Knaak die Führung für das Team von DFB-Trainerin Maren Meinert (45.). In der zweiten Halbzeit konnte Rebecca Dempster für die Schottinnen zunächst ausgleichen (67.), doch postwendend gelang Knaak mit ihrem zweiten Tor die erneute Führung (68.). Für die Entscheidung sorgte schließlich Valeria Kleiner vom Elfmeterpunkt (82.). In der Nachspielzeit erhöhten dann erneut Knaak und die in der 59. Minute eingewechselte Annika Doppler (FC Bayern München) auf 5:1 (90.) Ebenso spielten ab der 70. Minute Nicole Rolser (VFL Sindelfingen) und ab der 80. Minute Kathrin-Julia Hendrich. (Bayer 04 Leverkusen).
 
Pechvogel im Aufwind                                                                                                 
Kathrin-Julia Hendrichs DFB-Karriere war bislang von viel Verletzungspech geprägt. Die defensive Mittelfeldspielerin war nach starken Auftritten in der deutschen U15 und U16 bereits fest eingeplant für die U17-WM 2008, als ein Kreuzbandriss sie fast ein Jahr lang außer Gefecht setzte. Im vergangenen Oktober absolvierte Hendrich schließlich ihr erstes Spiel für das U19-Nationalteam. Im Training für das Zehn-Nationen-Turnier in La Manga erlitt die 18-Jährige dann im Februar einen Innenbandriss im Knie und fiel erneut mehrere Wochen aus. „Kathy“ Hendrich meldete sich vor vier Wochen wieder zurück und überzeugt seitdem auf der ungewohnten Position im Defensiv-Zentrum mit starken Leistungen. Es spricht für sportliche Weitsicht der Trainerinnen diesem großen Talent etwas Turniererfahrung mitzugeben. Eine Investition, die sich sicher auszahlen wird.
 
Leistungstest England                                                                                                                        
Im letzten und schließlich Vorrundenspiel der Gruppe A setzte sich das Team, dass am Sonntag von DFB-Assistenz-Trainerin Bettina Wiegmann betreut wurde, in der Hauptstadt Skopje mit 2:1 (2:1) gegen die bis dato punktgleichen Engländerinnen durch. Annika Doppler (FC Bayern München) brachte die deutsche Mannschaft bereits früh in Führung (12.). In der 32. Minute hatte Nicole Rolser (VFL Sindelfingen) die große Möglichkeit zum 2:0, scheiterte aber an Englands Torhüterin Rebecca Spencer. Kurz darauf erhöhte dann Turid Knaak für die DFB-Auswahl (42.). In der Nachspielzeit verkürzte Lauren Bruton für England. Wegen des besseren Torverhältnisses hätte dem deutschen Team auch ein Unentschieden gereicht.
 
Tragik und Schmerz
 
Verzichten muss die DFB-Auswahl nach dem Spiel gegen England allerdings auf Laura Vetterlein (1.FC Saarbrücken) und Hasret Kayikci (FCR 01 Duisburg). Die 18-jährige Stürmerin erlitt einen Kreuzbandriss und wird mehrere Monate pausieren müssen. Mittelfeldspielerin Vetterlein zog sich einen Innenbandriss im Knie zu. Vetterlein, die in der 19. Minute für angeschlagene Kathrin Julia Hendrich eingewechselt wurde, musste sogar mit einer Trage von Feld gebracht werden.
 

Hasret Kayikci im Vereinstrikot des FCR
01 Duisburg
Fotoagentur A2 Hartenfelser
Kayikci, die nach einer Stunde für ihre Duisburger Teamkollegin Turid Knaak aufs Feld kam, erwischte es kurz danach - eine dunkle Minute für die erfolgreiche Mannschaft. Nachnominiert wurden in aller Eile Angela Lübke (Hamburger SV) und Sara Doorsoun (SC 07 Bad Neuenahr). „Das war ein teurer Sieg“, so kurz danach Deutschlands Assistenztrainerin Bettina Wiegmann. Es bleibt zu hoffen, dass beide Spielerinnen eine nachhaltige und umfassende Rehabilitation sowie rasche Genesung in Deutschland erwartet. Der DFB sollte diese sich häufenden Fälle hinsichtlich Trainings- und Spielbelastungen intern analysieren und nüchtern Konsequenzen ziehen. Die körperliche Unversehrtheit der Spielerinnen gehört zur Verantwortung eines Verbandes.
 
Freude am Spiel         
 
Drei Spiele, drei Siege: Die deutsche U19-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat die Vorrunde der EM-Endrunde in Mazedonien mit einer weißen Weste abgeschlossen. Dank des 2:1 (2:1) Sieges gegen England schloss das Team von Maren Meinert die Gruppe A als Sieger mit der Maximalpunktzahl von neun Punkten ab. Im Halbfinale treffen die deutschen Frauen auf Frankreich, das sich dank eines überragenden 6:1 (4:0) gegen Gastgeber Mazedonien Platz zwei in Gruppe B sicherte. Die U19 DFB-Elf hat gegen Titelverteidiger England ihre bisher beste Turnierleistung gezeigt und dabei vor allem in der ersten Halbzeit eine überzeugende Leistung geboten. „Da waren wir gut am Ball und haben uns einige Torchancen erarbeitet“, so Wiegmann, die sich auf das Duell mit Frankreich freut. „Das sind zwei Teams, die gerne Fußball spielen, das wird ein gutes Spiel.“ Das zweite Halbfinale bestreiten England und die Niederlande, die Gruppe B ohne Punktverlust für sich entschieden.
 
TV-Übertragung in Eurosport                 

Am Mittwoch, 2.Juni, trifft Deutschland nun im Halbfinale auf Frankreich (live ab 17.00 Uhr auf Eurosport 2). Das Finale findet am Samstag, 5. Juni, ab 15.00 Uhr statt (ebenfalls live auf Eurosport).

DFB Pressemeldung                                                                                                                     Inzwischen meldete der DFB in einem Presseinterview mit Trainerin Meinert, dass einige Spielerinnen der U19 nach zwei EM-Spielen in Mazedonien zum U20 Länderspiel gegen die U20 Nationalelf von Südkorea abkommandiert wurden. Das Länderspiel findet heute, den 2. Juni 2010, im Waldstadion in Gießen statt, Beginn 18 Uhr.
Die U20 Nationalelf von Südkorea trainiert seit Pfingstmontag schon in der Nähe von Marburg. Der Kader besteht aus 24 Spielerinnen von Universitäten und Colleges. Die NRhZ wird darüber noch näher berichten.
Eurosport TV Absage und die Sicherheitslage in Skopje                                                                    

Das Halbfinale der U19 zwischen Deutschland und Frankreich wird am Mittwoch, 2. Juni, nun doch nicht von Eurosport übertragen. In einem dürren Satz teilte der Sender gerade einmal einen Tag vor der Partie per E-Mail mit:
“Das EM-Halbfinalspiel der DFB-Juniorinnen am Mittwoch gegen Frankreich wird von der UEFA leider nicht für das TV produziert. Gezeigt wird um 17:00 (ESP2 live) das andere Halbfinale zwischen England und den Niederlanden.” (Eurosport 2 live)
Der inoffizielle Grund soll die Verlegung vom Halbfinale Deutschland vs. Frankreich in eine andere Stadt in Mazedonien sein. Ursprünglich war das erste Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich für Skopje vorgesehen, das zweite Halbfinale zwischen England und den Niederlanden für Kumanovo.
Ob die Absetzung in Skopje mit der örtlichen Sicherheitslage zusammenhängt, blieb noch offen. Fest steht aber, dass die UEFA das Finale am Samstag, den 5. Juni, ab 15.00 Uhr live auf Eurosport übertragen wird. Vielleicht sehen dann die deutschen Fans erstmalig die U19 im Fernsehen. (PK)                        


Online-Flyer Nr. 252  vom 02.06.2010

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