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Aktueller Online-Flyer vom 21. November 2019  

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Inland
Wie man sich gegen Mobilfunkstrahlung schützen kann
Risiko Mobilfunk - Teil 5
Von Peter Hensinger

Die überregionalen Medien verschweigen es: Bundesweit gibt es hunderte Mobilfunk-Bürgerinitiativen. Sie verstehen sich als Mobilfunkkritiker, nicht als Mobilfunkgegner! Sie wollen einen Mobilfunk, der nicht krank macht. Ihre verschiedenen Dachorganisationen, die Bürgerwelle, das Netzwerk-Risiko-Mobilfunk, die Diagnose-Funk planen, sich zu einer Organisation zusammenschließen, u.a. damit man sich besser gegen Mobilfunkstrahlung schützen kann. – Über Möglichkeiten dazu berichtet Peter Hensinger im fünften und letzten Teil unserer Mobilfunk-Serie. - Die Redaktion

Die überregionalen Medien verschweigen es: Bundesweit gibt es hunderte Mobilfunk-Bürgerinitiativen. Sie verstehen sich als Mobilfunkkritiker, nicht als Mobilfunkgegner! Sie wollen einen Mobilfunk, der nicht krank macht. Ihre verschiedenen Dachorganisationen, die Bürgerwelle, das Netzwerk-Risiko-Mobilfunk, die Diagnose-Funk planen, sich zu einer Organisation zusammenschließen, u.a. damit man sich besser gegen Mobilfunkstrahlung schützen kann. – Über Möglichkeiten dazu berichtet Peter Hensinger im fünften und letzten Teil unserer Mobilfunk-Serie. - Die Redaktion


Bildmontage: Gisela Segieth
  Viele Leser werden erstaunt sein, wie deutlich inzwischen die Beweise für die Schädlichkeit der Mobilfunktechnologie sind. Die Zeitschrift “Sicherheitsbeauftragter“ durchbrach im April 2009 die Nachrichtensperre mit dem aufklärenden Artikel „Über die Wirkung des Mobilfunks“(1), im Juli 2009 tat dies auch die österreichische AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt), die einen  Forschungsbericht veröffentlichte mit den Schwerpunkten: Auswirkungen der Strahlung auf das Gehirn, das Immunsystem und die Proteine.(2) Spätestens die Ergebnisse der Aitken-Studie zur Spermien- und  DNA-Schädigung (s. Folge 2 der Serie) müssten bei allen Gesundheitsbehörden die Alarmglocken läuten lassen. Doch Regierung und Medien schweigen: der Profit hat Vorfahrt. Die Konsequenz: die Bevölkerung muss ihren Schutz selbst in die Hand nehmen, solange diese Technologie noch existiert.

Kinder und Jugendliche aufklären!

Vor allem müssen wir die Gesundheitsgefährdung durch Handys im Kindergarten und Schule thematisieren. Unsere Kinder und Jugendlichen sind die erste Generation, die von Geburt an der permanenten Strahlung ausgesetzt ist, sie nutzen auch am intensivsten das Handy. Der Appell der russischen Strahlenschutzkommission RCNIRP „Kinder und Mobilfunktelefone: Die Gesundheit der nachfolgenden Generationen ist in Gefahr“(2008) warnt eindringlich. Die Erwachsenen und Kinder müssen über die Gefahren Bescheid wissen. Von den Schul- und Gesundheitsbehörden muss eine  Handyerziehung gefordert werden, die die Gesundheitsvorsorge einbezieht. Die Zusammenarbeit von Schulbehörden mit dem IZMF - der PR-Zentrale der Mobilfunkbetreiber - muss scharf kritisiert und verhindert werden.

Strahlenbelastung zum Thema im Betrieb machen!

Viele Arbeiter und Angestellte sind beruflich gezwungen,  mit dieser Technologie zu arbeiten. Sie haben ein DECT-Telefon auf dem Schreibtisch, ein Firmen-Handy. Die PCs sind mit WLAN verbunden, neue Produktions- und E-Logistikverfahren werden durch Hochfrequenz gesteuert. Die Folgen zu hinterfragen, ist heute meist ein Tabu. Doch wenn dem Betriebsrat und auch dem Unternehmer klar wird, dass dies den Krankheitsstand und die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen kann, lässt sich das ändern. Die IHK Ulm ließ deshalb ihr Gebäude gegen Handymasten abschirmen und erließ im Gebäude ein Handyverbot. Ein erster Schritt: den Sicherheitsbeauftragten/Betriebsrat auffordern, die Strahlenbelastung messen zu lassen und das Thema auf der Betriebsversammlung zu behandeln. Der Artikel aus dem “Sicherheitsbeauftragten“ bietet dafür eine gute Argumentationsgrundlage (Download auf www.der-mast-muss-weg.de). Busfahrer, U-Bahn-, S-Bahn- und Zugfahrer sind besonders belastet, aber auch alle Fahrgäste - durch die telefonierenden Fahrgäste und die Hot Spots in den Zügen. Deshalb: In den Gewerkschaften und der Kommunalpolitik ein Handyverbot in Bussen und Bahnen fordern.

Was tun – wenn der Handymast schon strahlt?

Wohnt man im Abstand bis zu 400 Meter zu einem Mobilfunkmast, kann die Dauerbelastung bedenklich sein. Die Höhe der Strahlenbelastung ist von vielen Faktoren abhängig: Haupt- oder Nebenkeule der Abstrahlung, Reflexionen, Schutz durch Wände und Häuser. Die reale Belastung kann  nur ein Messtechniker oder Baubiologe feststellen. Als erstes die selbst verursachte Strahlenbelastung abstellen (DECT, WLAN, Handy, Babyfon). Gegen die Außenstrahlung kann man die Wohnung oder zumindest das Schlafzimmer abschirmen, z.B. durch Wärme-isolierende Fenster mit Metallrahmen, metallische Fliegengitter vor dem Fenster oder unter der Tapete, die dann aber geerdet werden müssen. Das muss mit einem seriösen Baubiologen geplant werden. Über die Möglichkeiten der Abschirmung informiert die Broschüre des Landesamtes für Umwelt, Bayern: “Schirmung elektromagnetischer Wellen im persönlichen Umfeld“. (Bestellung über das LfU, kostenlos).

Was tun, wenn ein Mobilfunkmast gebaut werden soll?

Dann ist Widerstand der einzige Weg: eine Bürgerinitiative gründen. Mit einem Flugblatt oder Plakat die Nachbarschaft zu einer Versammlung einladen und gleich einen mobilfunkkritischen Referenten dazu. Den örtlichen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einbeziehen. Wie man vorgehen kann, sollte man mit den Dachverbänden der Bürgerbewegungen besprechen. Sie stellen Material zur Verfügung. Das BUND-Positionspapier als Arbeitsgrundlage (kostenlos erhältlich!) nehmen. Wir versprechen: In kurzer Zeit lernt man die Nachbarschaft im Stadtteil kennen und hat viele heiße politische Diskussionen.

Drei Grundregeln zur  Handynutzung

Auf kabellose Technologien verzichten, wo immer es geht. Bei den meisten schnurlosen DECT-Telefonen strahlen die Basisstationen immer und mit hoher Intensität. Die beste Alternative: ein schnurgebundes Telefon. Wer auf  kabellos nicht verzichten will, der sollte sich ein Modell der 3. Generation von DECT-Telefonen anschaffen, das nur noch beim Telefonieren strahlt. Auf WLAN verzichten, denn Kabel ist schneller, gesundheits- und abhörsicher.

Und es geht auch ohne Handy. Zuhause das Festnetz beibehalten, vor allem für die Kinder. Die Kinder zu Handy-Experten erziehen. Sie müssen wissen, mit welcher Strahlung es funktioniert und warum sie gefährlich ist. Das Handy im Auto, in Bus und Bahn ausschalten - in diesen faradayschen Käfigen strahlt es besonders stark!

Das Handy ist ein Notfallgerät. Wer auf das Handy nicht verzichten kann, sollte es nur für kurze Gespräche nutzen. Galvanisch entkoppelte Headsets verwenden. Das Handy so oft als möglich ausschalten. Bei Schwangerschaft kein Handy benutzen und alle anderen Funkquellen vermeiden! (PK)

____________________________
(1) Binder, Günther: Über die Wirkung des Mobilfunks, Sicherheitsbeauftragter 4/2009
(2) Alle Dokumente zur AUVA-Studie und ein “Brennpunkt“ dazu auf: "Diagnose-Funk" und und "Der-Mast-Muss-Weg"

Aktueller Hinweis der Redaktion:
 
Wie heute der Tages-Anzeiger in Zürich meldet, haben deutsche Forscher eine Tapete entwickelt, die Elektrosmog “schlucken“ kann. Jetzt müssen sie nur noch einen Hersteller finden. Mit der Tapete, für die die Ilmenauer Forscher das Europa-Patent angemeldet haben, kann man Wohn- und Industriebauten auskleiden sowie Gehäuse von Geräten und Anlagen beschichten, um ihren Störpegel zu verringern. Denkbar sei auch, mit der Ferrithaut Elektrokabel besser abzuschirmen. Für das Spezialpapier erhielten die Ilmenauer Forscher gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner von der Papiertechnischen Stiftung München eine Goldmedaille auf der diesjährigen Erfindermesse IENA.

Mehr unter:
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/
und http://www.tu-ilmenau.de/anw


Weitere Infos zum Thema Elektrosmog:
"Bürgerwelle"  und
Kompetenzinitiative"


Online-Flyer Nr. 231  vom 06.01.2010

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Von Kostas Koufogiorgos
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