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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Sport
Sensationeller 4:0 Sieg der deutschen Fußballfrauen gegen Norwegen
Aber erst in den Schlussminuten
Von Bernd J.R. Henke

Deutschlands Fußballfrauen spielten zwar übermäßig feldüberlegen - und das 90 Minuten lang -, aber schossen außer einem Elfmetertor keine Tore. Versuche zur Chancenverwertung der Anfangsformation mit Inka Grings, Melanie Behringer, Kerstin Garefrekes und Birgit Prinz blieben ohne Erfolg. Ergebnis: Langeweile trotz weitgehender Überlegenheit bis zur 89. Minute.

Trainerin Silvia Neid: „Insgesamt eine tolle
Leistung!"
Quelle: www.uefa.com
Fehlschüsse des ersten deutschen Sturmes und gute Paraden der norwegischen Torhüterin Ingrid Hjeimseth sowie zauderndes Kleinklein entzogen dem Spiel vor 9.000 Zuschauern im Ratinan Stadion in Tampere jegliche Dramatik. Hätte nicht die vorzüglich agierende englische Schiedsrichterin schon in der 4. Minute wegen Trikothaltens von Kim Kulig (mit Gelb geahndet) und danach wegen Schubsens einer Norwegerin (33.) an
Birgit Prinz im Strafraum auf den Elfmeterpunkt gezeigt, wäre das Spiel torlos in die Halbzeit gegangen. Der Elfmeter wurde von Linda Bresonik mit viel Glück verwandelt, die großartige norwegische Torhüterin war noch knapp mit den Fingerspitzen am Ball. Hätte die deutsche Mannschaft die so genannte "Ruhe am Ball" bewiesen, wäre in der ersten Halbzeit schon alles entschieden gewesen.
 
Auswechselung mit Konsequenzen
 
Erst als die eingewechselten Stürmerinnen Anja Mittag, Fatmire Bajramaj und Celia Okoyino da Mbabi nach einem starken Angriff der Norwegerinnen, der sogar zu einem unglücklichen 1:1 hätte führen können, einen bravorösen Konter zu Wege brachten, begann ein Feuerwerk an Toren. Fatmire Bajramaj (89.) konnte nach Vorlage von Anja Mittag völlig freistehend, kaltblütig das Leder zum 2:0 aus nur acht Metern in den norwegischen Kasten schieben. Anja Mittag (90.) erhöhte sofort danach mit einem 16 Meter Schuss auf 3:0, als eine Norwegerin unhaltbar abfälschte. Und dann sprang nach einem Lattenschuss und Abpraller der eingewechselten F. Bajramaj (90.) das runde Leder wiederum vor die Füße. Sie behielt die Ruhe und erzielte aus sieben Metern das 4:0 Schlussergebnis.
 
Stimmen nach dem Spiel
 
Sichtlich erleichtert meinte Spielführerin Birgit Prinz nach dem Spiel: „Natürlich hätten wir uns Vorwürfe gemacht - wenn wir hier noch das 1:1 bekommen hätten - dass wir nicht früher getroffen haben. Aber es gibt halt so Tage. Letztlich sind wir zufrieden.“ DFB-Trainerin Silvia Neid versuchte sich in Harmonie, obwohl ihre Taktik gegen einen relativ schwachen Gegner über weite Teile des Spieles von der Mannschaft nicht konsequent umgesetzt wurde: „Wir waren ganz klar die bessere Mannschaft, aber wir haben lange Zeit das zweite Tor nicht gemacht. So hätte es auch 1:1 stehen können. Insgesamt war das aber eine tolle Leistung von allen.“ Die glück- und torlose Inka Grings kommentierte erleichtert: „Es war wichtig, dass wir gewonnen haben. Wir hätten das Spiel zwar vorher entscheiden müssen, aber jetzt bin ich froh, dass wir so deutlich gesiegt haben.“ Die Kölnerin Sonja Fuss, die einsatzbereit auf der Reservebank saß, erklärte mit Respekt: „Schade, dass ich nicht eingewechselt wurde, denn ich befinde mich in guter Form. Aber Anja, Mira und Celia haben in der letzten Viertelstunde allen gezeigt, was in der Mannschaft steckt und haben das Spielergebnis noch wenden können.“ Und die überglückliche Anja Mittag meinte ganz bescheiden: „Ich habe einfach das gemacht, was die Trainerin mir gesagt hat: Tore schießen. Und wenn man reinkommt, will man sowieso das Beste geben.“ Schlusswort von Fußballexperte Johann Blaha: „Das Endergebnis 4:0 hört sich sehr gut an, wenn es über die Nachrichtenticker gehen wird, aber nur wenn man das Spiel nicht gesehen hat.“
 
Frankreich siegt 3:1 gegen Island
 
Im zweiten Spiel der Gruppe setzte sich Frankreich 3:1 (1:1) gegen Island durch. Nach der isländischen Führung durch Holmfridur Magnusdottir (6.) konnten Camile Abily (18.) und Sonia Bompastor (53.) die Partie mit zwei verwandelten Strafstößen drehen. Für den Endstand sorgte Louisa Necib (67.). Die hohen Erwartungen etlicher Fachjournalisten im Vorfeld der Euro 2009 konnten beide Mannschaften nicht erfüllen. Die Französinnen beeindruckten zwar mit ihrer perfekten Ballbehandlung, hatten aber große Mühe, die robuste englische “Kick and Rush“-Spielweise der Isländerinnen zu durchbrechen. Die Partie hätte auch Remis ausgehen können. Das isländische Team besitzt trotz Niederlage weiterhin eine Chance, unter die letzten Acht zu kommen, während die Spielstärke Norwegens an diesem Tage weniger Anlass bot, an ein erfolgreiches Weiterkommen zu denken.
 
Donnerstag Vorentscheidung
 
Nun wird die Partie zwischen Deutschland gegen Frankreich eine Vorentscheidung um den Gruppensieg bringen. Die Französinnen sind am Donnerstag (ab 16.30 Uhr live in der ARD und bei Eurosport) an gleicher Stelle nächster Gegner der DFB-Frauen. Gegen Island geht es für die deutsche Mannschaft am Sonntag um einen erfolgreichen Abschluss der Vorrunde (ab 15.30 Uhr, live im ZDF und bei Eurosport) ebenfalls in Tampere. (PK)

Online-Flyer Nr. 212  vom 26.08.2009

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