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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Filmclips
Abriss der Demokratie
Von Hans-Dieter Hey



Als Edmund Stoiber sanft aus dem Amt nach Europa getragen wurde, sprachen einige in der CSU davon, er sei von hinten gemeuchelt worden. Dr. Peter Ramsauer fühlte sich daraufhin veranlasst, zu bemerken: „Wenn von hinten auf Edmund Stoiber geschossen wird, dann steht die CSU hinter ihm.“

Solche und andere Zitate sind für den Kabarettisten Dietrich Kittner ein gefundenes Fressen, die – wie er meint – für ihn und seine Berufskollegen die reinsten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen seien. Auf dem  UZ-Pressefest schenkte er der NRhZ einen Ausschnitt aus seinem Programm, die er auf dem diesjährigen UZ-Pressefest präsentierte. Sein bissiger Spott, mit dem er die gesellschaftlichen Verhältnisse entlarvt, ist ein Beweis, dass das politische Kabarett nicht tot ist. Unter dem Titel „Kurzer Abriss der Demokratie oder Die Diktatur der extremen Mitte“ seziert er singend und sprechend präzise die Verlogenheit gegenwärtiger Politik.

Bereits in den 1960er Jahren war Dietrich Kittner nicht nur im Studentenkabarett „Die Leid-Artikler“ in Hannover aktiv, sondern auch politisch, vor allem gegen die Notstandsgesetze. Deswegen wurde er 1960 aus der SPD ausgeschlossen. In den 1970er Jahren trat er häufig mit Bernd Süverkrüp, Franz Josef Degenhardt oder Floh de Cologne auf und durfte ausnahmsweise auch in der DDR auftreten. Wegen seiner Bissigkeit bekam er – wie die Süddeutsche Zeitung einmal schrieb – Fernsehverbot. Das wurde erst durch das unabhängige Fernsehfenster KANAL 4 durchbrochen – mit einer Sendung seines Programms „Das Ei des Kohlumbus - Droge Deutschland“ im Jahr 1991 (zu finden im KAOS Kunst- und Videoarchiv).
Inzwischen wurde Dietrich Kittner 2009 vom Niedersächsischen Landtag in die Bundesversammlung gewählt. Außerdem ist er Mitherausgeber der politischen Monatsschrift Ossietzky. (PK)

Für 18 Euro erhalten Sie bei ihm 2 ½ Stunden prallgepacktes kabarettistischen Hörgenuss vom Feinsten zum Augenöffnen. Mehr hier!

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Online-Flyer Nr. 203  vom 18. Dezember 2017



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