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Aktueller Online-Flyer vom 20. Oktober 2017  

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Filmclips
„Ketzerverbrennung“
Von Peter Kleinert



Deschner Quelle wikipediaIn der Magazin-Serie "Z" des von Politik und Werbung unabhängigen Fernsehfensters KANAL 4 haben wir vor 15 Jahren Karlheinz Deschner zum 70sten Geburtstag gratulieren können. Weil der damalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement und seine Landesrundfunkanstalt  später sorgten, daß KANAL 4 sein Programm nicht mehr auf RTL und SAT 1 ausstrahlen durfte, gratulieren wir dem Schriftsteller in dieser NRhZ-Ausgabe zu seinem 85sten Geburtstag. Der Filmclip aus dem Magazin "Z" von 1994 zeigt, wie die katholische Kirche mit ihrem unnachgiebigsten Kritiker umgeht.

"21 Inquisitoren", so Karlheinz Deschner in einem Gespräch mit seinem Rowohlt-Lektor und Freund Hermann Gieselbusch, hatte der Siegener Dogmatikprofessor Reinhard Seeliger im Auftrag der katholischen Kirche versammelt, um mit ihnen zusammen die bis 1994 erschienenen ersten vier Bände von Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" zu widerlegen. Als Titelbild ihrer im katholischen Herder-Verlag veröffentlichten Kritiken "Karlheinz Deschners Kriminalgeschichte auf dem Prüfstand" verwendeten sie das berühmte Gemälde von der Verbrennung des mittelalterlichen Ketzers Savonarola auf dem Marktplatz von Florenz.

"Das", so Deschner kopfschüttelnd mit dem Buch in der Hand, "ist es, was sie am liebsten mit mir gemacht hätten." und zitiert Nietzsches
Satz: "Nur ihre Ohnmacht hindert die Christen heute daran, uns zu verbrennen."

Die verantwortlichen Herren des Privatsenders SAT 1 gingen zwar nicht so weit wie die Theologen und Professoren um Seeliger und den Herder-Verlag. Senden wollten sie unser Deschner-Magazin aber nicht. So brachen sie lieber den Sendevertrag mit KANAL 4 mit der Begründung, wir hätten in dieser "Z"-Ausgabe "die religiösen Gefühle Dritter verletzt" und "den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker beleidigt." In der Tat hatte Deschner Weizsäcker vorgeworfen, während des Vietnamkriegs, als Chemiefabrikant mit der Firma C.H. Boehringer in Ingelheim "Millionen verdient" zu haben, indem er dem US-Pentagon das Gift Agent Orange für die Entlaubung des Regenwalds und die Vergiftung der Flüsse, Felder und Menschen in Vietnam verkaufte.

Autoren: Marianne Tralau und Peter Kleinert
Auftraggeber: Kanal 4
Produktion: KAOS Film- und Video-Team Köln
Produktionsjahr: 1994
Länge: 29 min

Siehe auch den Artikel "Mit Gott und den Faschisten" in dieser Ausgabe.

Clip downloaden (mit Rechtsklick - "Ziel speichern unter...")

Online-Flyer Nr. 198  vom 20. Oktober 2017



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