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Aktueller Online-Flyer vom 18. Dezember 2017  

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Sport
SG Essen-Schönebeck überrascht mit Punktgewinn in Frankfurt
Spannung auf hohem Niveau
Von Bernd J.R. Henke

Einige Artikel zum Frauenfußball von Bernd J.R. Henke haben wir in größeren Abständen schon gebracht. Das Echo zeigt, dass dieses in den üblichen Medien eher unterbelichtete Thema zu einer Dauereinrichtung in der NRhZ werden sollte. Also beginnen wir jetzt damit, gelegentlich einen Spielbericht und ein Interview mit einer der Spielerinnen reinzustellen. Mal sehen, was die Leserinnen dazu sagen. – Die Redaktion

Schoß das entscheidende Tor
– Sandra Deilmann
Wer denkt, dass Nachholspiele nur Formsache wären, wurde am Ostermontag in Frankfurt eines Besseren belehrt. Essens Trainer Agolli hatte die SG Essen-Schönebeck Bundesliga-Frauenmannschaft taktisch hervorragend eingestellt gegen den amtierenden Deutschen Meister 1.FFC Frankfurt. „Wir wollten die Gegnerinnen zum Laufen bringen, agressiv früh attackieren", strahlte der Essener Coach am Ende. Frankfurt verlor mit diesem Spiel wichtige Punkte im Titelkampf.
 
Nach einer torlosen ersten Halbzeit sah es nach einem Foul der türkischen Nationalspielerin Deniz Özer im 16er an der Frankfurterin Birgit Prinz aus, als ob Frankfurt in Führung gehen würde. Den fälligen Elfmeter in der 56. Minute verschoss aber FFC Nationalstürmerin Petra Wimbersky. Die spielstarke Deniz Özer bekam Gelb, sodass sie ausgewechselt wurde, um in der sehr kämpferischen Partie einer möglichen roten Karte zu entgehen. Deniz Özer hatte  sich bis dahin in bester körperlicher Verfassung vorgestellt und gilt als eine der wenigen gefährlichen Linksfüßlerinnen der Bundesliga.


Schiedsrichterin Riem Hussein (Bad Harzburg) zeigt Deniz Özer die gelbe Karte

Ihr Essener Team verstand es danach geschickt, den Frankfurter Spielaufbau zu unterbinden, indem es Räume im Mittelfeld zumachte und mit geschickten tiefen Pässen Chancen erspielte.
So überraschte die Gastmannschaft die FFC-Anhänger mit einem Führungstor von Caroline Hamann in der 70. Minute. Doch die eingewechselte aggressive FFC-Torjägerinnen Sarah Schatton (77.) und Sandra Smisek (84.) schienen das Blatt für die Gastgeberinnen zum 2:1 Sieg zu wenden. Kurz vor Spielende gelang aber Sandra Deilmann mit einem tollen 25 Meter-Freistoss der Ausgleich für die SG Essen-Schönebeck.

Trainer Agolli: „Das Traumtor in der 89. Minute war die Krönung." Frankfurts Chancen auf die Meisterschaft, ja selbst auf die Teilnahme an der Champions League sind wohl nun in weite Ferne gerückt. Essens Manager Willi Wißing konnte zufrieden sein, denn sein Club hatte sich nach einer Serie von acht FFC-Siegen auswärts den ersten Punkt erkämpft. „Eine Mannschaft, die auch den FCR Duisburg auf gegnerischen Platz bezwingen kann, verdient ein größeres Engagement neuer Sponsoren", erklärte Willi Wißing im Beisein der Pressevertreter in Frankfurt.


Siegesfreude der SGS-Frauen mit der Traumtorschützin Sandra Deilmann - mit gelbem Leibchen: Deniz Özer

Frankfurts Manager Siegfried Dietrich nickte zustimmend. Sein Verein ist nun zum ersten Mal seit Jahren nicht mehr in der Favoritenrolle. Eine gute Chance zur Konsolidierung und zum kreativen Neuanfang mit einer verbesserten athletischeren Spielweise. Eine wieder genesene und noch verbesserte Ally Krieger (USA) und das 17-jährige ungarische U23- Powergirl Dzsenifer Marozan aus Saarbrücken, das in der nächsten Saison für den FFC spielen wird und athletisch einer jungen Birgit Prinz mit 17 Jahren gleicht, sowie Talente wie Kristina Brenner, Melanie Kantor und Julia Losert aus dem eigenem Nachwuchs werden
den Umbruch beschleunigen. (PK)
 
Lesen Sie auch das Interview mit Deniz Özer als erste Folge von NACH DEM SPIEL OHNE BALL  in dieser Ausgabe.
 
Der Publizist und Unternehmensberater Bernd J.R. Henke (60) beobachtet seit der Fußball WM Sommer 2006 den gesellschaftlichen Wandel durch Sport. Er arbeitete über dreißig Jahre als Designer und Unternehmer. Sein Credo: "Wir sind keine Firma, wir sind ein Experiment, wir respektieren Menschen." Kritisches Engagement gegenüber volkswirtschaftlichen und politischen Fehlsteuerungen brachten den Unternehmer in den engsten Aktivenkreis des erfolgreichen Bürgerbegehrens gegen den Verkauf der der Frankfurter U-Bahn durch Cross-Border-Leasing. (www.globalkritik.de) Mit dem Fußballexperten Johann Blaha (62), einem ehemaligen Spieler der Bayernliga, bildet er neuerdings ein Autoren- und Interviewer-Team. Die Marke NACH DEM SPIEL OHNE BALL ist ihr gemeinsames Projekt zur Förderung des Frauenfußballs. Ziel ist es auch, durch Studien über innovative Sponsoreneinbindung, auch anderen Sportarten wie Rollerblade und Speedskating zum Durchbruch zu verhelfen. Finanzielle Erlöse des Projektes NACH DEM SPIEL OHNE BALL sind die Fundraising-Basis eines gemeinnützigen sozialen Vereines, der sich gegen Behörden- und Familienwillkür bei Pflege und Betreuung von Senioren sowie seelisch und körperlich Behinderten einsetzt.

Bildrechte: A2 Bildagentur Hartenfelser 

Online-Flyer Nr. 194  vom 22.04.2009

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Von Kostas Koufogiorgos
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