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Aktueller Online-Flyer vom 22. Oktober 2020  

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Globales
Produkt und Werkzeug der Wall Street-Finanziers und Hedge-Fonds
Obamas Strippenzieher
Von Wolfgang Effenberger

Ob der neue »Yes, we can«-Präsident die in ihn gesetzten Hoffnungen seiner Wähler in den USA und der Menschen weltweit erfüllen wird, darf bezweifelt werden. »Beraten« wird Barack Obama nämlich nicht nur vom Familien-Clan der Brezinskis, wie wir in NRhZ 190 berichteten. Unser Autor hat weitere Strippenzieher ausfindig gemacht. Für manche eine echte Überraschung. – Die Redaktion

Quelle: freeRepublic.com
 
In den ersten zwei Monaten schnürte US-Präsident Obama unermüdlich Rettungspakete für marode Autohersteller und notleidende Immobilienbesitzer. Mit immer neuen Milliardenspritzen wurde die Finanzindustrie bedacht. Allein der angeschlagene Versicherungsriese American International Group (AIG) erhielt rund 180 Milliarden aus Steuergeldern und gehört nun zu 80 Prozent dem Staat. Trotzdem zahlte die AIG Mitte März für das desaströse Jahr 2008 insgesamt 165 Millionen Dollar Boni. Über die Auszahlung der Boni an Derivatenhändler, die mit ihren Geschäften einen großen Anteil an der geplatzten Finanzblase hatten, sei Barack Obama vollkommen außer sich geraten. So berichtete es jedenfalls im US-Fernsehen der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Austan Goolsbee.
 
Nachdem am 23. März US-Finanzminister Timothy Geithner verkündet hatte, mit bis zu tausend Milliarden Dollar Banken und andere Finanzkonzerne von faulen Krediten und anderen Risiko-Wertpapieren befreien zu wollen, entbrannte an den Börsen ein Kurs-Freudenfeuerwerk. Vor allem Bankaktien waren die Gewinner. Darüber ärgerte sich Nobelpreisträger und »New York Times«-Kolumnist Paul Krugman und verglich Geithners Aufkauf von Ramschpapieren und faulen Krediten mit einer Einbahnstraßen-Wette: »Funktioniert der Plan, machen die Investoren Kasse. Falls nicht, können sie ihren Schulden dank Staatsgarantie den Rücken kehren.«(0) Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, Obamas Förderer etwas näher zu betrachten.

Die wichtigsten Förderer
 
Während der Obamamania erschien es fast unsittlich, nach den Präsidentenmachern zu fragen. Dankbar griffen die Medien den populistischen Hinweis des Kandidaten auf, wie viel seiner finanziellen Unterstützung von normalen Amerikanern gekommen sei, die jeweils weniger als 200 Dollar für seine Kampagne »Zeit für einen Wandel« gespendet hätten. Aber jeder, der die Bilder des Wahlmarathons über ein Jahr verfolgt hatte, musste sich angesichts des gigantischen materiellen und finanziellen Aufwandes nach den Mächten hinter Obama fragen. Das tat die New York Times du wies durch eine Analyse der Finanzberichte aus der Wahlkampagne nach, dass ein Drittel der Spenden den Betrag von 1.000 Dollar überstiegen: insgesamt 112 Millionen. Etwa zwei Drittel von Obamas Finanzunterstützern konnten den folgenden vier Branchen zuordnet werden: Anwälte, Wall-Street Finanziers und Hedge-Fonds, Immobilien sowie Unterhaltungsindustrie. »Fast drei Dutzend dieser Großspender haben jeweils über 500.000 Dollar zusammengebracht, darunter sind ein halbes Dutzend, die die Millionenmarke überschritten haben, und einer oder zwei, die mehr als 2 Millionen eingebracht haben«, wusste der Wirtschaftsjournalist und Dozent F. William Engdahl bereits im August 2008.(1) 
 
Quelle: deesillustration.com
 
Einer der wichtigsten Förderer war der 77-jährige Multimilliardär Warren Buffett, laut Magazin Forbes der reichste Mann Amerikas und Chef des 260 Milliarden Dollar schweren Investmentfonds »Berkshire Hathaway«.(2) Während die meisten Milliardäre während der Finanzkrise im Herbst 2008 Federn lassen mussten, wuchs Buffetts Vermögen um geschätzte acht Milliarden Dollar.(3) Das »Orakel aus Omaha« nutzte nämlich die Finanzkrise, um zum Beispiel mit drei Milliarden Dollar bei General Electric und mit fünf Milliarden Dollar bei Goldman Sachs einzusteigen. Schon im November 2005 war Obama der Einladung dieses Investmentgiganten in seine Stube nach Nebraska gefolgt, wo Buffet den jungen Senator mit den Worten begrüßte: »Sie sind der begehrteste Mann der Welt«.(4) Danach beschrieb Obama seinen Gastgeber in seinem Buch »Hoffnung wagen« als einen Mann, der geradezu sprichwörtlich einfach lebt und mit Amerikas ungerechten Steuersätzen hadert. Während das Gehalt seiner Empfangsdame mit annähernd 30 Prozent besteuert werde, brauche Buffett nur die Hälfte zu zahlen, da Einkommen aus Kapitalgewinnen seit 2003 nur mit 15 Prozent versteuert würden. »Buffett hielt diese Diskrepanz für unzumutbar«,(5) ließ Obama die Welt wissen.
 
Warren Buffetts Spendengalas
 
Die Chicago Sun-Times berichtete am 23. Juni 2008 auf ihrer Titelseite vom doppelten Einsatz des Investmentgurus Warren Buffett für den voraussichtlichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Senator Barack Obama.(6) In zwei großen Spendengalas lud Buffett nach Entrichtung einer Eintrittsgebühr von 28.500 Dollar in das Heim von Obamas Wahlkampf-Finanzchefin Penny Pritzker, Erbin des Billionenvermögens aus der Hyatt-Hotelgruppe, und ihres Gatten, Bryan Taubert.(7) Vor dem Dinner ließ Buffett die noblen Spender über 90 Minuten an seinen Investmentweisheiten teilhaben. Am Podium mit ansprechbar Penny Pritzker, Obamas Beraterin Valerie Jarrett und sein Wirtschaftsguru Austan Goolsbee sowie der milliardenschwere Chef des Hedge-Fonds »Ariel Capital Management«, John Rogers junior (8). Frau Pritzker, die sich vorwerfen lassen muss, die gegenwärtige Subprime-Hypothekenkrise ermöglicht zu haben, verbinden mit Buffett langjährige Geschäftskontakte.

Penny Pritzker hatte fünf Jahre lang die familieneigene Superior Bank in Hisdale, Illinois, geführt, bis diese im Juli 2001 von der Bundeseinlagenversicherung (FDIC) geschlossen wurde. Ende der 90-er Jahre hatten ihre Bankmanager die Verbriefung von hochriskanten Hypotheken entwickelt. Zusammen mit Merrill Lynch und deren Buchhaltern bei Ernst & Young LLP entwarf Pritzker den Subprime-Schwindel.(9) Damit entstand eine Geld-Luftblase ungedeckter Finanzwerte. Das Handelsvolumen der so genannten Derivate – Produkte der Finanzakrobatik ohne konkrete Koppelung an die Realwirtschaft – beträgt etwa 600.000 Milliarden Dollar, also 100.000 Dollar je Erdenbewohner.
 
Diese Entwicklung wurde nicht zuletzt auch dadurch gefördert, dass die 1933 nach der schweren Bankenkrise eingeführte Bankenkontrolle durch das »Glass-Steagall«-Gesetz 1999 unter Präsident Clinton mit dem »Gesetz zur Modernisierung der Finanzdienstleistungen« weitgehend abgeschafft und an eine Gruppe privater Großbanken übertragen wurde. Es entstand eine Spaltung zwischen der reellen Arbeit und Produktion und dem virtuellen Geldkapital, wobei das Finanzkapital über das Realkapital der Industrie triumphierte!(10)
 
Der Schwindel hätte schon früh erkannt werden können. Etwa 1.400 Kunden der Pritzker-eigenen Superior Bank of Chicago verloren im Jahr 2001 fast ihre gesamten Ersparnisse, als die Familienbank mit über einer Milliarde Dollar gesicherter und ungesicherter Einlagen bankrott ging. Trotzdem erklärte sich Buffets Investmentfonds Berkshire Hathaway im Dezember 2008 bereit, 4,5 Milliarden Dollar für 60 Prozent der Anteile von Pritzkers Firma »Marmon Holdings« – ein Konglomerat mit einem Jahresgewinn von etwa 7 Milliarden Dollar – zu bezahlen.
 
»Soros gewinnt das Weiße Haus«
 
Einen Tag nach Obamas Wahlerfolg überschrieb der New York-Times-Bestsellerautor Richard L. Poe einen Artikel »Soros Wins the White House«.(11) »Soros ist Obama’s wichtigster Förderer«, stellt Poe fest, mit David Horowitz Co-Autor von »Shadow Party«, wo ein kritischer Blick auf die Netzwerke “linker“, von der Steuer befreiter und von Investoren gesponserter Gruppen geworfen wird. Von diesen Organisationen flossen im Gegenzug Gelder zu liberalen Kandidaten wie Barack Obama. Vor diesem Hintergrund kann die Rolle des Hedge-Fond-Milliardärs und Patrons der Open-Society-Stiftungen, George Soros, beim Sieg Obamas nicht hoch genug eingeschätzt werden.
 
Der Herr der Hedgefonds erzielte allein mit seiner Quantum Group in den vergangenen 30 Jahren schwindelerregende Wertsteigerungen von durchschnittlich 35 Prozent. Ebenso erfolgreich verkaufte Soros Aktien auf Termin und spekulierte mit der Kursentwicklung. 1969 hatte er seinen Posten bei Arnhold und S. Bleichroeder Inc.(12) aufgegeben, um mit entsprechender Förderung den Quantum Fund N.V. zu gründen. Von Beginn an arbeitete er da im Dienste der britischen Oligarchie gegen die Nationalstaaten und für die Globalisierung (13). Um vor Eingriffen der amerikanischen Börsenaufsicht SEC sicher zu sein, schloß der »Milliardenzocker«(14) amerikanische Staatsbürger als Fondsanleger oder Vorstandsmitglieder aus. Er selbst sitzt nicht im Vorstand seines eigenen Fonds, sondern fungiert über das Soros Fund Management in New York lediglich als offizieller »Investmentberater«.(15) Trotz dieser Vorsichtmaßnahmen musste er 1979 eine erste Strafverfolgung wegen Aktienmanipulation überstehen.

»Philanthrope Organisationen«
 
Diese Erfahrung veranlaßte George Soros zur Gründung des »Open Society Fund«, um sich von nun auch als Privatpolitiker zu betätigen. Seither verfolgt er unbeirrt sein Ziel, weltweit »offenen Gesellschaften« zu schaffen. Da nach seiner Auffassung »Staaten Interessen, aber keine Prinzipien« haben, sollen seine »offenen Gesellschaften« partikuläre Nationalinteressen unterdrücken. Zugleich soll eine internationale Politik- und Finanzstruktur die Verantwortung für das sogenannte Gemeinwohl übernehmen.(16) Diesem Gemeinwohl verschrieben, stattet der polyglotte Euro-Amerikaner seine »philanthropen Organisationen« - die inzwischen in 29 Ländern tätig sind - mit reichlich Geld aus. Damit bieten sie eine alternative Finanzierungsquelle für die Zivilgesellschaft. Sie infiltrieren Schlüsselbereiche der Gesellschaft, die dann darauf angesetzt werden, Regierungen zu stürzen, die eine »geschlossene Gesellschaft« beizubehalten versuchen.(17) Wie ein Skalpell dringen Soros’ Institutionen – »Open Society Institute« (OSI), »Human Rights Watch«, die »Soros Foundation«, »Extractive Industries Transparency Institute« – in die zu »heilenden« Gesellschaften ein. Meist erfolgreich, da sie alle wie geheimdienstliche Einrichtungen britischen Stils unter der Oberaufsicht von Soros geführt werden. Mit der Demontage der Souveränität von Nationalstaaten entstehen so anstatt der von Soros propagierten »offenen Gesellschaften« wohl eher »hohle Verwaltungseinheiten«.
 
Situationsbedingt versuchen die Stiftungen und Organisationen von Soros zunächst mit der jeweiligen Regierung zu kooperieren – wenn es nicht möglich ist, wird offen die Opposition unterstütz. In dieses Feindschema der »geschlossenen Gesellschaft« geraten Nationen, die die Kontrolle über ihre eigenen Naturschätze ausüben, beziehungsweise ihre Wirtschaft durch Zölle entwickeln wollen – und sich dadurch gegen die Globalisierung stellen. Diese Nationen wird nun zur Zielscheibe von Soros und seiner Schattenregierung.
 
»Freie Märkte« in Osteuropa
 
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war Soros mit seinen privaten Stiftungen und mit Hilfe des US-Außenministeriums bestrebt, Zugang zu ausgesuchten Vermögenswerten in Osteuropa zu erhalten und sich nebenbei für deregulierte »freie Märkte« einzusetzen. Sein Programm führte zur wahllosen Privatisierung der Staatsbetriebe und zur Kriminalisierung der russischen Wirtschaft durch schmutzige Geschäfte zum Ausverkauf militärindustrieller Bestände, Rohstoffschmuggel, Waffen und Drogen.(18)
 
Mit Beginn des Balkankriegs 1991 pumpte Soros mehrere Millionen Dollar nach Kroatien. Erfolgreich infiltrierten seine Institutionen die kroatische Gesellschaft und zogen durch die finanzielle Unterstützung kroatische Bürger aus allen Altersstufen und Klassen an, »von Gymnasiasten bis Journalisten, Universitätsprofessoren und Akademiker, aus allen Kreisen der Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheit, Recht, Literatur«, wie im Dezember 1996 der kroatische Präsident Franjo Tudjman ernüchtert feststellte: »Sie sagen ganz offen, ihre Aufgabe sei es, die Eigentums- und Regierungsstrukturen durch Geldspenden zu verändern [...] Um günstige Umstände für die Unterwanderung der jetzigen Staatsgewalt und der Lage in Kroatien zu schaffen, um Kontrolle über alle Lebensbereiche zu gewinnen, wollen sie ihre Energien und ihren Einfluss auf die Medien und die Welt der Kultur richten«.(19)
 
»Schwarzer Mittwoch«
 
Am 16. September 1992 – in Finanzkreisen bekannt als »Schwarzer Mittwoch« - begann die Welt den Namen Soros zu fürchten. Damals setzte der Finanzjongleur gegen das seiner Ansicht nach überbewertete britische Pfund und die italienische Lira, und trat eine Spekulationswelle los. Die Bank von England musste nachgeben, während Soros Milliarden verdiente.(20) Er hatte sich vorher Pfund geliehen und damit Dollar und D-Mark gekauft.

Neben den Währungsspekulationen lenkte Soros nach dem Vorbild der Britischen Ostindiengesellschaft, die im 19. Jahrhundert zwei Opiumkriege gegen China führte, eine Kampagne für die Legalisierung von Rauschgiften - Marihuana, Heroin und sogar Crack-Kokain. Damit sollten neben den Profiten »geschlossene Gesellschaften« geöffnet werden und über sie die soziale Kontrolle ausgeübt werden.

Bezahlte Demonstranten
 
Im Jahr 2000 begann Soros, Teile der Demokratischen Partei – demokratische Basisgruppen, wie »MoveOn«, »America Coming Together« (ACT) und »Media Matters« - »feindlich zu übernehmen«. Um einen internationalen Standard zu schaffen, nach dem an Öl, Gas und Mineralien reiche Nationen Einkünfte von Staatsunternehmen offenlegen müssen, gründete Soros 2002 mit dem damaligen britischen Premierminister Tony Blair das »Extractive Industries Transparency Institute« (EITI). Dieses Institut versucht von Regierungen Einblick in die Einnahmen von strategisch wichtigen staatlichen Industriebereichen zu erhalten.(21) Widersetzt sich dem eine »geschlossene Gesellschaft« treten bezahlte Demonstranten in Aktion, oder UNO, Weltbank, IWF und WTO drohen mit Sanktionen. Als Hebel macht sich dabei auch die Forderung nach den »Menschenrechten« gut. Dann sollen im Namen der Menschheit, so Blair auf dem UN-Gipfel im September 2005, dort die Menschen geschützt werden, wo ihre eigenen Regierungen das nicht tun.(22) Das EITI hat bereits 23 Länder im Visier – in Afrika und Nachbarn von Rußland und China –, die vom Commonwealth geschluckt und ausgeplündert werden sollen.(23) Die »Transparenz«, die Soros gleichzeitig von souveränen Nationen fordert, wird gleichzeitig in seinem Quantum-Imperium vollständig verweigert.
 
Nach John Kerrys Niederlage gegen George W. Bush im Jahr 2004 setzte sich Soros für Howard Dean als Parteivorsitzender ein. Der hemdsärmelige Dean führte dann bekanntlich bei den Vorwahlen in diesem Jahr eine massive Kampagne gegen Hillary Clinton, wobei er mit Soros’ »Demokratieallianz« zusammenarbeitete.(24) Gemeinsames Ziel war es, die bisherige Basis der Partei durch unabhängige Gruppen, Aktionskomitees und Denkfabriken zu ersetzen. In gutem Glauben attackierten die Gruppen - wie MoveOn und ACT - Vizepräsident Dick Cheney und dessen Konzern, den Ölriesen und Rüstungszulieferer Halliburton. Dadurch fiel die Halliburton-Aktie von einem Höchststand von 40 auf 26 Dollar. Soros nutzte die Gelegenheit und kaufte insgesamt 2 Millionen Halliburton-Aktien. Als die Medienangriffe auf Halliburton gegen Ende 2006 abflauten, stieg die Aktie bis Anfang 2008 auf fast 50 Dollar.(25) und Soros wurde zum Profiteur des Irakkriegs.
 
Besuch beim »aufgehenden Stern«
 
Im März 2004 soll Soros erstmals den noch unbekannten Obama, damals nur Bewerber um einen Sitz im US-Senat, aufgesucht haben. Während die New York Times von einem »aufgehenden Stern« bei den Demokraten berichtete, knüpfte Soros die ersten Kontakte. Nach Aussage seines Sprechers Michael Vachon hatte Soros Obama beim ersten »powpow« im März als einzigen Kandidaten persönlich getroffen.(26) Am 7. Juni 2004 ist Obama anläßlich eines Empfangs zum Spendensammeln in der New Yorker Wohnung von Soros.(27) Anfang Dezember 2006 trifft der nunmehrige Senator von Illinois erneut mit George Soros in dessen Büro in Manhattan zusammen. Dort stellt Soros seinen Zögling einflussreichen Milliardären vor, darunter der amerikanische Chef der UBS, Robert Wolf, und der Hedgefonds-Manager Orin Kramer. Eine Woche später bespricht Wolf bei einem Dinner mit Obama in Washington D.C. die zukünftige Wahlkampf-Strategie auszuarbeiten und Obama kündigt im Januar 2007 seine Präsidentschaftskandidatur an. Das veranlasst die New York Times, auf die zwei wichtigsten demokratischen Spendensammler von Obama zu verweisen: George Soros und Robert Wolf, welcher Mitte Januar ein Dinner für Obama in Washington mit den potentiellen Spendensammlern Jim Torrey, Brian Mathis, Jamie Rubin und Orin Kramer veranstaltet.(28) Es folgt der am 9. April 2007 der Finanzier Steven Gluckstern - früher Vorsitzender von Soros’ »Demokratie-Allianz« - mit einer Wahlspenden-Party für die New Yorker Elite. Am 18. Mai 2007 veranstaltet Soros in der palastartigen Villa von Paul Tudor Jones, Leiter der gigantischen Hedgefonds Tudor Investment Corp., für 300 ausgewählte Teilnehmer eine Obama-Party.(29) Obwohl Soros im Sinne der Finanzoligarchie als treibende Kraft Obama seit Ende 2006 zum Präsidentschaftskandidaten aufbaut, hat dieser seinen Gönner in dem Buch »Hoffnung wagen« nicht erwähnt – im Gegensatz zu Warren Buffett.
 
Wall Street setzte auf Obama
 
In den letzten Tagen vor der Wahl gaben die US-Medien offen zu, dass die Wall Street auf Obama gesetzt hatte, denn der erhielt allein in den letzten vier Wochen des Wahlkampfes 150 Millionen Dollar an Spenden.(30) Gleichzeitig schrieben sich die Aktivisten des von Obama ideell und Soros finanziell unterstützen Wahlvereins »Association of Community Organizations for Reform Now« (ACORN) unter fingierten Adressen in Wahllisten von Swing States ein, einer sogar 72-mal.(31) Trotz des enormen Einsatzes von Organisationen wie ACORN war die tatsächliche Wahlbeteiligung kaum ein Prozent (!) höher als 2004.(32) Obamas Sieg war vor allem eine Wahl der amerikanischen Bevölkerung gegen die nationale Katastrophe, die Bush für die USA weltweit und historisch bedeutet hat. Standen hinter George W. Bush die Öl- und Rüstungskonzerne, immerhin noch eine produzierende Industrie, so waren und sind es bei Obama die amerikanischen Finanz- und Immobilienblasensysteme, welche die gegenwärtige Finanzkrise ausgelöst haben.
 
Hat Obama mit seinem »WE CAN« allen vieles versprochen, so lässt seine Personalauswahl beim genaueren Hinsehen erkennen, wer vor allem von diesem »Wechsel« profitieren wird: Investment-Banker und Obamas Netzwerk aus Chicago. Die kanadische Schriftstellerin, Journalistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein hat ausführlich auf Obamas Verbindungen zur »Chicago School« der Wirtschaftswissenschaft hingewiesen. Hier entstanden die Ideen des Chicagoer Professors Milton Friedman, die ihrer Auffassung nach für »die Konterrevolution gegen den New Deal in Amerika und für den weltweiten Siegeszug des Neoliberalismus« verantwortlich sind.(33) Mit Austan Goolsbee machte sich Obama einen »Chicago School«-Vertreter zum obersten Wirtschaftsberater.
 
An dieser Stelle scheint es angebracht zu sein, die Botschaft von Gore Vidal, Enkel der US-Politiker-Legende Thomas P. Gore, Cousin des ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore und guter alter Freund der Kennedys, in Erinnerung zu bringen: »Nehmen Sie die offizielle Politik der USA nicht ernst!« ruft mit schneidender Ironie das "Enfant Terrible" unter den amerikanischen Intellektuellen 1997 den Lesern deutscher Tageszeitungen zu: »Vielleicht nicht mal die in Ihrem eigenen Land. Es macht keinen Unterschied, wer gewählt wird. Das Land wird bereits geleitet von den Großkonzernen. Die entscheiden, wer auf den verschiedenen Ebenen der Regierungsgewalt dienen darf. Und sie sind niemanden auf Erden verantwortlich.«[34] Heute müsste Vidal die virtuellen Geldvermehrer im gleichen Atemzug mit den Großkonzernen nennen. (PK)


Anmerkungen
(0) Zitiert aus: »Eine Billion für Giftpapiere«. Geithner wird konkreter, unter http://www.n-tv.de/1124480.html
(1) Zitiert aus William F. Engdahl: Barack Obama: »Wes’ Brot ich ess’, des’ Lied ich sing’« vom Sonntag, 10.08.2008 unter http://info.kopp-verlag.de/news/barack-obama-wes-brot-ich-ess-des-lied-ich-sing.html (aufgerufen am 28. Februar 2009)
(2) Wer im Jahr 1970 10.000 Dollar in Berkshire-Aktien investierte, .... besaß 1998 ein Aktienvermögen von rund 350 Millionen Dollar. Mehr als 75 Unternehmen gehören zur Holding, darunter Versicherer, Textilunternehmen, Möbelhersteller oder der Businessjet-Verleiher Netjets. Hinzu kommen große Aktienpakete an Coca-Cola, American Express, Wells Fargo oder Procter & Gamble. Vgl. US-INVESTOR BUFFETT, in http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,610526,00.html (aufgerufen am 28. Februar 2009)
(3) Zitat unter Bild 2, vgl. http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/fotostrecke-36081.html (aufgerufen am 10. März 2009); im Gegensatz dazu meldet DER SPIEGEL am 9. März , dass 2008 der Jahresgewinn von Berkshire Hathaway von 13,21 Milliarden im Jahr 2007 auf 4,99 Milliarden Dollar fiel, US-INVESTOR BUFFETT: "Die Wirtschaft ist von einer Klippe gestürzt", unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612230,00.html (aufgerufen am 10. März 2009)
(4) Zitiert aus Hossli, Peter: Machtnetz von Barack Obama, in BILANZ 11/08 vom 06. Juni 2008
(5) Obama 2007, S. 247
(6) Sweet, Lynn: Hot ticket Warren Buffett booked for two back-to-back $28.500 Obama fund-raisers, in Chicago Sun-Times vom 23. Juni 2008
(7) Im zehn Hektar großen Millennium Park von Chicago zählt der von Frank Gehry entworfene Jay-Pritzker-Pavillon zu den bedeutendsten Einrichtungen. Der Pavillon gilt als der modernste Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte in den USA.
(8) Penny Pritzker (Obama for America National Finance Chair), Valerie Jarrett (Obama for America Senior Advisor), Austan Goolsbee (Obama for America Senior Economic Advisor) und John Rogers Jr., (Obama for America Illinois Finance Co-Chair).
(9) Zitiert aus William F. Engdahl: Barack Obama: »Wes’ Brot ich ess’, des’ Lied ich sing’« vom Sonntag, 10.08.2008 unter http://info.kopp-verlag.de/news/barack-obama-wes-brot-ich-ess-des-lied-ich-sing.html (aufgerufen am 28. Februar 2009)
(10) Die Welt-Geldmenge in ihren unterschiedlichen Formen hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten vervierzigfacht (!)‚ die Gütermenge jedoch (auch nominell) nur vervierfacht.
(11) Richard L. Poe: Soros Wins the White House vom 5. November 2008, unter http://www.poe.com/2008/11/05/soros-wins-the-white-house/ (aufgerufen am 10. März 2009); vgl auch Poe, Richard L./ Horowitz, David: The Shadow Party: How George Soros, Hillary Clinton, and Sixties Radicals Seized Control of the Democratic Party. NELSON/WORD PUB GROUP 2007
(12) Arnhold und S. Bleichröder verkörperten die Rothschild-Bankinteressen in Deutschland während der Zeit von Reichskanzler Bismarck. 1993 war dieses Bankhaus zusammen mit der Citibank der Hauptverwalter des Quantum Fund.
(13) Vgl. F. William Engdahl: Obama verspricht AIPAC einen Krieg gegen den Iran vom 21.06.2008 unter http://info.kopp-verlag.de/ (aufgerufen am 2. März 2009)
(14) Brill, Klaus: Der Milliardenzocker, dem der Kapitalismus zu kalt ist, in SZ vom 13. Februar 2008
(15) Als Vorstand der Quantum-Gruppe fungiert Richard Katz. Er sitzt auch im Vorstand der Londoner Handelsbank N.M. Rothschild & Sons und ist Vorsitzender der Rothschild Italia S.p.A.
(16) In diesem Zusammenhang sei Soros’ überschwengliche Bewunderung für die UNO (besonders für die fünf Mitglieder des Sicherheitsrates), die WTO, Weltbank und IFTI (Internationale Finanz- und Handelsinstitutionen) sowie seine frühere und gegenwärtige Zusammenarbeit mit diesen Einrichtungen und ihren Führungsmitgliedern hervorgehoben.
(17) Um diesen Vorgang besser verstehen zu können, sei auf Euripides’ griechische Tragödie Die Bakchen über den Dionysos-Kult verwiesen.
(18) Die Ausbreitung des Drogenkonsums deckte sich mit einer Epidemie von HIV/AIDS weitgehend entlang der Drogenhandelsroute nach Afghanistan. Heute rühmt sich die Soros-Stiftung, „Dienste für die Behandlung, Beratung und Schadensreduzierung“ bei HIV/AIDS und Tbc anzubieten, die durch Soros’ Marktreformen erst entstanden sind.
(19) Bernstein, Leandra: George Soros und die zwangsoffene Gesellschaft, in: Neue Solidarität Nr. 28/2008
(20) Im Dezember 1998 folgte Soros’ Angriffe auf die Währungen Malaysias, Indonesiens, Südkoreas und anderer asiatischer Nationen.
(21) 2002 gab Soros an, in fünf Jahren persönlich über 2,1 Mrd. $ für seine philanthropischen Unternehmungen ausgegeben zu haben.
(22) Bereits 1999 hatte Blair unter dem humanitären Vorwand des Schutzes des Kosovo und Albaniens von der Nato verlangt, Serbien zu bombardieren. Blairs Ablehnung der Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648 hat die heutige Ära präventiver Kriege und damit viel von dem Chaos auf unserem kriegsgeschundenen Planeten eingeläutet.
(23) Vgl. Steinberg, Jeffrey: Soros’ feindliche Übernahme der Demokratischen Partei, in der Neuen Solidarität Nr. 26/2008
(24) Bernstein, Leandra: George Soros und die zwangsoffene Gesellschaft, in: Neue Solidarität Nr. 28/2008
(25) Vgl. Steinberg, Jeffrey: Soros’ feindliche Übernahme der Demokratischen Partei, in der Neuen Solidarität Nr. 26/2008
(26) Unter http://www.the1stamendment.us/viewarticle.php?article=304 (aufgerufen am 4. März 2009)
(27) CNS News vom 27. Juli 2004, siehe auch den Artikel von Robert Bluey, of CNSNews.com, entitled: "Unlike Kerry, Obama Covets George Soros' Support."
(28) Anfang März 2007 veranstalten Robert Wolf und Edgar Bronfman jun. zwei weitere Wahlspenden-Veranstaltungen für Obama.
(29) »Wie Soros Obamas Wahlkampf finanzierte«, aus der Neuen Solidarität Nr. 25/2008

(30) Aus Helga Zepp-LaRouche vom 8. November 2008, unter http://www.bueso.de/artikel/beim-scheitern-des-g20-gipfels-droht-kernschmelze-des-finanzsystems (aufgerufen am 2. März 2009)
(31) ACORN Watch: The FBI steps in. By Michelle Malkin, October 16, 2008; »McCain wittert Wahlbetrug durch Obama-Anhänger«, heißt dazu Überschrift im Spiegel vom 15. Oktober 2008.
http://michellemalkin.com/2008/10/16/acorn-watch-the-fbi-ste ps-in/
(32) Aus Helga Zepp-LaRouche vom 8. November 2008, unter http://www.bueso.de/artikel/beim-scheitern-des-g20-gipfels-droht-kernschmelze-des-finanzsystems (aufgerufen am 2. März 2009)
(33) Klein, Naomi: Obama’s Chicago Boys, in The Nation vom 12. Juni 2008
(34) Dorschel, Ralf: Ein Gespräch mit dem amerikanischen Schriftsteller Gore Vidal über Wirtschaftsmacht, Staat, Intimität und Literatur , in Berliner Zeitung vom 3. Januar 1997, S. 25 

Online-Flyer Nr. 191  vom 27.03.2009

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