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Aktueller Online-Flyer vom 24. Oktober 2017  

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Die geheime Flotte der Juden
Von Peter Kleinert



Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die meisten Juden, die den Holocaust in Europa überlebt hatten, nur ein Interesse: Sie wollten nach Israel, das damals noch Palästina hieß, unter britischem Mandat stand, um einen jüdischen Staat zu gründen. Britische Regierung und Armee verweigerten die Einwanderung von mehr als 1500 Menschen je Monat.

Hagana und Irgun

Also versuchten die jüdischen Geheimorganisationen Hagana und Irgun, die im Kampf gegen den Faschismus entstanden waren, diese Blockade zu unterlaufen. Sie kauften insgeheim alte Schiffe, die zum Teil schon schrottreif waren, in den USA, restaurierten sie, und brachten sie nach Europa. So entstand die "Geheime Flotte der Juden". Flüchtlinge und Fluchthelfer erinnern sich 50 Jahre später, anläßlich eines ersten Treffens in Haifa an damals.

Teddy Kollek und Frank Sinatra
 
Teddy Kollek, später Bürgermeister von Jerusalem, einer der Haganah-Organisatoren, berichtet, wie das FBI in Zusammenarbeit mit den Briten die Fluchthilfe zu verhindern suchte und wie man dennoch 1946 ein Schiff bekam, ein griechisches, dessen Eigentümer bereit war, es ihnen zu verkaufen. Unter der Beobachtung des FBI traute sich niemand, das Geld zum Schiff zu schaffen. Kollek kannte einen damals noch unbekannten jungen Sänger, der im New Yorker Club "Copacabana" auftrat: "Und Frank Sinatra hat zugestimmt, mit einer Tasche voll Geld hinunter zu fahren zum Hafen, und dort mit dem Kapitän zu verhandeln und ihm das Geld zu geben." 64 Schiffe, viele von ihnen kleine Kutter, brachte die Fluchtorganisation nach Israel, auf ihnen 7.500 Flüchtlinge.

Das Schiff "Ulua"
 
Der Landgang in Palästina gelang nicht immer: 1947 verließ das Schiff "Ulua" mit mehr als 600 Flüchtlingen unter Deck den schwedischen Hafen Trelleborg, die meisten von ihnen Frauen. Angeblich hatte es Bananen geladen. So entstand das Kennwort "Bananen für Palästina". Nachdem in einer versteckten Buch am Mittelmeer weitere 750 Flüchtlinge an Bord gegangen waren, entdeckten die Briten den Transport und griffen das Fluchtschiff von Zerstörern aus vor der palästinensischen Küste mit Tränengas an. Im Hafen von Haifa wurden die Flüchtlinge von den Briten auf ein britisches Gefängnisschiff und von dort auf Zypern in ein Gefangenenlager gebracht...
 
Ein Jahr später wurde der Staat Israel ausgerufen. Die auf Zypern gefangen gehaltenen Flüchtlinge kamen endlich frei. Einige von ihnen und einige ihrer Fluchthelfer treffen sich 1998 anläßlich des 50. Jahrestages der Staatsgründung in Haifa. (PK)
 
“Bananen für Palästina - Die geheime Flotte der Juden“, Autorin: Myriam Halberstam, Produktion: KAOS Film- und Video-Team Köln im Auftrag von ARTE, Produktionsjahr: 1998, Länge: 29,30 min.

Mehr: http://www.kaos-archiv.de, info@kaos-archiv.de
 

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Online-Flyer Nr. 184  vom 24. Oktober 2017



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