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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Eine Deportation aus Köln
Verein „Zug der Erinnerung"













Rund drei Millionen Kinder und Erwachsene aus ganz Europa transportierte die Reichsbahn während des Zweiten Weltkrieges in die Konzentrationslager. Unter ihnen war auch Rudi Löwenstein aus Köln.
Seit den „Nürnberger Rassegesetzen" von 1935 gilt Rudi als „jüdischer Mischling ersten Grades". Er muss seine Ausbildung abbrechen und wird zum Straßenbau herangezogen. Rudi verliebt sich in Helga Elias, ein jüdisches Mädchen aus Köln.

Helga wird mit der Reichsbahn von Köln nach Polen deportiert. Das Datum des Transports ist nicht überliefert. Aus dem Ghetto Litzmannstadt (Lodz) schreibt sie am 8. Dezember 1941 an Rudi: "War die Zeit doch schön, wo wir zwei zusammen waren, wenn wir uns auf unsere Drahtesel gesetzt haben und losgestürmt sind. (...) Erst jetzt weiß ich, wie gern ich Dich habe, u. wie sehr hoffe ich, bald wieder bei Dir zu sein. Dann holen wir aber auch alles nach. Hast Du mich auch noch lieb?"

Rudi lehnt es ab, den gelben Stern zu tragen. Weil er sich auch weigert, den zusätzlichen jüdischen Vornamen „Israel" anzunehmen, kommt er in Untersuchungshaft. Der Prozess soll am 3. August 1942 in Köln stattfinden. Doch bereits am 27. Juli wird Rudi per Bahn in das „KZ Theresienstadt" deportiert. In Theresienstadt bleibt Rudi nur kurze Zeit. Er wird in das "KZ Auschwitz-Birkenau" verlegt. Von dort schreibt er an seine Eltern nach Köln. Angeblich geht es Rudi im „Arbeitslager Birkenau" gesundheitlich „gut". Doch dann enden die Lebenszeichen.

Am 4. Mai 1944 teilt ein SS-Untersturmführer Rudis Mutter mit, ihr Sohn sei bereits am 9. März „an den Folgen von Herzschwäche bei Enterocolitis" gestorben. Die Leiche sei im Krematorium eingeäschert worden, heißt es im vorgedruckten Text. Ebenfalls am 4. Mai 1944 stellt ein „Standesamt II Auschwitz" Rudis Sterbeurkunde aus - versehen mit dem Stempel „Gebührenfrei". Auch Helga überlebt die Deportation nicht: Sie wird für tot erklärt. (HDH)

Quelle: Verein Zug der Erinnerung e.V., 1:48 Minuten

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Online-Flyer Nr. 138  vom 23. Oktober 2017



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