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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
Mit Zitrusfrüchten gesund durch den Winter?
Mandarinen – einfach Spritze!
Von Gisela Segieth

In der Vorweihnachtszeit freut man sich auf Mandarinen, die scheinbar kerngesunden Muntermacher im Herbst und Winter. Doch die Freude wurde uns nun verdorben: ÖKO-Test untersuchte für das Dezemberheft 2007 in Frankfurter Laboren Mandarinen aus einigen Supermarktketten: Das Ergebnis ist erschreckend - UNGESUND!
Viele der in den Laboren von ÖKO-Test untersuchten Mandarinen sind mit Pestiziden (Pflanzenschutzmitteln) und Antischimmelmitteln belastet. Sie stellen somit eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefahr für uns dar. Da hilft es auch nicht, dass sie uns als Entschädigung mit vielen Vitaminen aus der Gruppe B sowie mit Vitamin A und natürlichem Vitamin C versorgen. Denn das gleicht die in den Mandarinen enthaltenen Schadstoffe keineswegs aus.

Pestizide und Antischimmelmittel

Je drei Proben aus zehn großen Handelsketten sowie drei Proben aus je zwei Bio-Supermärkten wurden untersucht. Ergebnis: mit gutem Gewissen, so ÖKO-Test, können die wenigsten Mandarinen aus diesem Test gegessen werden. Alle konventionell erzeugten Mandarinen sind mit Antischimmelmitteln behandelt worden. Als wäre das noch nicht genug, entdeckte man durch die Untersuchungen auch noch Pestizide. Die in Fachkreisen so genannten „Easy Pearls“ sind also alles andere als „easy“.



Lieber nicht aus dem Supermarkt

Insgesamt fanden die von ÖKO-Test beauftragten Labore in den untersuchten Mandarinen, 19 verschiedene gesundheitsgefährdende Mittel – bis zu zehn in einer einzigen Probe.

Handelsketten meist „ungenügend“

Besonders belastet waren die von Aldi, Edeka, Lidl, Plus und REWE. Aufgrund der vielen Schadstoffrückstände erhielten mehr als die Hälfte der Mandarinen dieser Handelsketten die Note „ungenügend“. Die restlichen Handelsketten schafften lediglich ein ganz und gar nicht erfreuliches „befriedigend“ oder „ausreichend“.

Eine Probe von REWE war durch Pestizide so hoch belastet, dass sie eigentlich sofort vom Markt genommen werden müsste. Doch auch eine Probe von Aldi Süd überschritt die gesetzlich festgelegte Höchstmenge eines Pflanzenschutzmittels. Es handelt sich dabei um Mittel, die vor allem eingesetzt werden, um Schädlinge, die Obst und Gemüse angreifen, abzuwehren. Erzielt werden soll dadurch ein höherer Ernteertrag. Doch diese Mittel bleiben weder in den Herkunftsländern der Mandarinen noch bei den Schädlingen. Sie setzen sich häufig auf der Schale der Mandarinen ab, und so gelangen die Rückstände der Pflanzenschutzmittel mit den Mandarinen in die Supermärkte. Die Schalen dieser Mandarinen schmecken so bitter, wie der Gedanke, statt Gesundheit pur Schadstoffe aus fremden Ländern zu genießen, und nicht jeder wäscht sich die Hände, bevor er eine gerade geschälte Mandarine verzehrt.

Nur Alnatura und Basic in Ordnung

Edeka lieferte ÖKO-Test ein Produkt, das die so genannte „Akute Referenzdosis (ARfD)“ für den Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin überschritt. Es handelt sich dabei um ein Pflanzenschutzmittel gegen beißende und saugende Insekten sowie gegen Käfer im Forst. Die Referenzdosis ARfD wird laut ÖKO-Test für Stoffe erhoben, die schon bei einmaliger oder kurzzeitiger Aufnahme die Gesundheit schädigen können. Der ARfD-Wert bezieht sich auf Kleinkinder und geht von Portionen aus, die diese in einer Mahlzeit oder im Laufe eines Tages durchschnittlich verspeisen, in diesem Fall 231 Gramm Mandarinen.


Überwiegend ungesund
Fotos: Gisela Segieth 

Die beiden REWE – Proben  „Algineco Spanische Satsuma Okitsu“ ergaben einen ARfD-Wert der jeweils 50 Prozent über der maximal empfohlenen Aufnahme lag. Dieser Referenzwert wurde bei der Clementine Marisol noch nicht überschritten. Dennoch sollten beide Sorten nach Möglichkeit nicht verzehrt werden.

Die Qualität der Mandarinen von Norma, Real und Tengelmann lag im Mittelfeld der Kontrollen. Doch auch sie seien von Schadstoffen belastet gewesen, schreibt ÖKO-Test.

Lediglich die Mandarinen der beiden Supermarktketten Alnatura und Basic waren in Ordnung. Sie erhielten deshalb als einzige das Prädikat „sehr gut“. Eingeführt werden sie aus Spanien, Italien und Südafrika und können als einzige der von ÖKO-Test geprüften Mandarinen ohne Sorgen verzehrt werden.

Fazit: Drum prüf, wer Mandarinen findet - ob Schadstoffe er an sich bindet. (PK)

Siehe auch unter Oekotest

Online-Flyer Nr. 125  vom 12.12.2007

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