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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Wirtschaft und Umwelt
Preisträger „Blue Planet Award“ und „Black Planet Award” 2007:
Vandana Shiva und Nestlé-Konzern
Von Peter Kleinert

„ethecon, Stiftung für Ethik & Ökonomie“ wird am 1. Dezember in Berlin die Inderin Vandana Shiva, Quantenphysikerin, Umweltschützerin, Feministin, Bürgerrechtlerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises mit dem „Blue Planet Award 2007“ auszeichnen. Das Gegenstück „Black Planet Award 2007“ geht an den Schweizer Konzern Nestlé „für herausragende Verantwortungslosigkeit im Hinblick auf Gefährdung und Ruin unseres Blauen Planeten“.
2006 hatte, wie die NRhZ berichtete, den „Blue Planet Award“ die amerikanische Umweltaktivistin Diane Wilson erhalten. Das negative Pendant, der internationale Schmähpreis „Black Planet Award“ ging an den Gentech-Konzern MONSANTO/USA.

Diesmal wird die Verleihung der beiden internationalen ethecon-Preise im Rahmen einer Stiftungstagung am Samstag, 1. Dezember, 14 Uhr in der Berliner Ufa-Fabrik stattfinden. Als Redner angekündigt sind Erich Schöndorf, Ex-Staatsanwalt im Holzgiftskandal und Buchautor, Professor Hans See, Business-Crime-Control, und Professor Jürgen Rochlitz, Chemiker, Ex-MdB, der 1999 wegen der Politik von Bündnis 90/Die Grünen im Zusammenhang mit der deutschen Beteiligung am Kosovokrieg aus der Partei austrat.

Verantwortung für kommende Generationen



Axel Köhler-Schnura – vor der
BAYER-Hauptversammlung
2003
| Foto: Arbeiterfotografie
ethecon ist eine junge Stiftung, die sich vor allem in der Verantwortung für die kommen- den Generationen sieht. Ab 1999 gingen Gudrun Rehmann und Axel Köhler-Schnura (vor 25 Jahren auch Mitgründer der Coordi- nation gegen BAYER-Gefahren), als Gründ- ungsstifterInnen mit Unterstützung von Stift- ungsexperten an die Ausarbeitung einer Satzung und brachten die ersten beiden Stiftungseinlagen von 80.000 Euro ein. Im Jahr 2001 stieß eine weitere Stifterin dazu und stockte das Stiftungsvermögen auf die Summe von 280.000 Euro auf. 2003 wurde die Stiftung vom Finanzamt anerkannt, 2004 vom Berliner Senat beurkundet. Zurzeit hat die Stiftung sieben StifterInnen, 58 Förder- mitglieder, 423 SpenderInnen und ein Stift- ungskapital von 499.000 Euro. Weitere Zustiftungen, Spenden und  Fördermit- gliedschaften sind natürlich willkommen.


Otto Piene bei einer ZERO-Retrospektive im Kunstpalast Düsseldorf 2006
Quelle: www.the-artists.org

Die beiden seit 2006 jährlich verliehenen Preise sind das Ergebnis der Verbundenheit zwischen dem weltbekannten ZERO-Künstler Otto Piene und der Stiftung ethecon. Was Piene mit den Mitteln der Kunst langfristig erreichen will, heißt bei ethecon: „Förderung des Wandels“. 1961 – nach vier Jahren ZERO bereits kein Unbekannter mehr – meinte Otto Piene: „Ja, ich träume von einer besseren Welt. Sollte ich von einer schlechteren träumen?“ Und 2004 stellte Axel Köhler-Schnura, anlässlich der Gründung von ethecon fest: „Ja, eine andere Welt, eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung ist möglich. Es gilt sie nur zu erringen!“

„Der Blaue Planet soll grün bleiben!“

 
Einer der bekannten Werk-Zyklen von Otto Piene steht unter dem Titel „Blue Planet / Blauer Planet”. Piene setzt sich damit aktiv für den Erhalt des „Blauen Planeten“ ein, indem er fordert: „Keep the Blue Planet green! / Der Blaue Planet soll grün bleiben!“ In Anlehnung an dieses Werk und diese Forderung von Otto Piene entstand der „Blue Planet Award“, der beispielhafte Bemühungen für den Erhalt bzw. die Rettung des „Blauen Planeten“ auszeichnet. Otto Piene lebt und arbeitet in Düsseldorf und in New York.

Die Stiftung ethecon geht davon aus, dass die derzeitigen Wirtschaftsprinzipien von privatem Profit, shareholder value und Gewinnmaximierung eine an den Interessen und Notwendigkeiten von Mensch und Umwelt orientierte Entwicklung immer wieder verunmöglichen und so den „Blauen Planeten“ immer weiter an den Rand des Ruins treiben. Mit der Gefahr des Untergangs – sollte dieser Prozess nicht gestoppt werden. Nach Meinung von ethecon ist entsprechend „ein grundlegender Wandel, der die Diktatur des Profitprinzips überwindet, dringend erforderlich“.

Gegen „Biopiraterie“ beim Saatgut

 

Vandana - Umweltschützerin,
Feministin, Bürgerrechtlerin

Quelle: ethecon
Die in diesem Jahr mit dem „Blue Planet Award 2007“ ausgezeichnete Vandana Shiva ist schon lange zu einer Symbolfigur für den Kampf um eine bessere und gerechtere Welt geworden. Neben ihrem Engagement für die Rechte der indischen Urbevölkerung ist die energische Inderin vor allem für ihre Bemühun- gen bekannt, mit dem Öko-Feminismus die weibliche Perspektive in die ökologische Dis- kussion einzubringen. Als Globalisierungs- kritikerin setzt sie sich vor allem für den Schutz des Saatgutes ein, indem sie erfolg- reich gegen die „Biopiraterie“ großer Konzerne beim Saatgut kämpft. Weltweit unterstützt die Physikerin Kampagnen gegen genetisch veränderte Lebensmittel und liefert darüber hinaus alternative Ansätze für Nachhaltigkeit, natürliche Vielfalt und fairen Handel. Weiter
ist die auch als Buchautorin erfolgreiche Aktivistin in der Friedens- und Demo- kratiebewegung engagiert, wie ihr aktuelles Engagement im Hinblick auf die Militärdiktatur in Burma zeigt.



Chef Brabeck-Letmathe - offenbar nicht glücklich über die Auszeichnung
Quelle: 
www.OECD.org

Das Gegenstück – der „Black Planet Award 2007“ – geht an Peter Brabeck-Letmathe, Vorstandsvorsitzender von Nestlé, und an Liliane de Bettencourt, Großaktionärin des Schweizer Konzerns. Sie stehen, so Axel Köhler-Schnura, Vorstand von ethecon, „für das Großkapital und das verantwortliche Management des NESTLÉ-Konzerns. „Management und AktionärInnen dieses Schweizer Konzerns sind u.a. verantwortlich für die verantwortungslose Vermarktung von Babynahrung, für Gentechnik und für die Monopolisierung des Wassers.“ (PK)

Ausführliche Informationen sowohl zur Preisverleihung als auch zur Stiftung-ethecon unter: http://www.ethecon.org/ethecon.php?id=290

Online-Flyer Nr. 121  vom 14.11.2007

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