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Aktueller Online-Flyer vom 31. Juli 2016  

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Literatur
Aus aktuellem Anlass: Lev Baruchs Klagelied oder
Warum Ludwig Börne im Grab routiert
Von Hartmut Barth-Engelbart

Broder kriegt
den Börne-Preis
Die Jury hat’s entschieden.
Weil er so toll für Kriege schreibt
kann er ihn auch nicht frieden.

Der Ludwig ruft:
"Oh welch ein Scheiß!"
aus seiner Gruft.
"Was? Dieser Schuft
kriegt meinen Preis!?"

Er findet sich damit nicht ab
und dreht sich,
seufzt in seinem Grab
und wendet sich an Heine,
der ganz besorgt den Börne fragt:
"Was ist es, Ludwig,
was dich plagt?"

"Ach Heinrich,
dass ich weine,
liegt nur daran:
Dem Handke wurd’
dein Preis verwehrt -
der wollte einen Krieg beenden.
War das verkehrt?"
Jetzt muss Lev Baruch
sich vor Graus
nochmals im Grabe wenden -
"Dass man in meinem
guten zweiten Namen
jetzt diesen alten
heiß’ und kalten
Schreibtisch-Krieger-Täter ehrt!!



Carl Ludwig Börne, geboren als Lev Baruch am 6.Mai 1786 im jüdischen Ghetto von Frankfurt, ließ sich 1818 evangelisch taufen und änderte seinen Namen. Gestorben am 12. Februar 1873 in Paris. Börne war ein revolutionärer Demokrat, politischer Journalist, Autor, Literatur-und Theaterkritiker. Vor dem Spiegel-Reporter Henryk M. Broder erhielt auch schon Spiegel-Herausgeber Augstein den 20.000-Euro-Preis zuerkannt.
Hierzu auch die Rede von Otto Köhler in dieser NRhZ.


Hartmut Bart-Engelbart

Hartmut Barth-Engelbart ist Grundschullehrer und Kinderchorleiter, außerdem Schriftsteller, Lyriker, Musiker, Liedermacher, Sänger und Grafiker und in der GEW.

http://www.barth-engelbart.de.vu/

Online-Flyer Nr. 100  vom 20.06.2007

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