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Aktueller Online-Flyer vom 29. Juni 2016  

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Medien
"Kölnische Zeitung" des DuMont-Verlags vom 1. Januar 1933:
"Auf Hitler kommt es an!"
Von Werner Rügemer

Die "Kölnische Zeitung" (KZ) war seit dem Kaiserreich das publizistische Flaggschiff des Verlages M.DuMont Schauberg, dem heute in Köln alle Tageszeitungen außer BILD gehören, und deren Eigentümer sich von ihren Redakteuren immer mal wieder wegen der antifaschistischen Haltung ihrer Vorfahren und daraus resultierendem "Druck der Nazis" feiern lassen. Die "Kölnische" bezeichnete sich als liberal. Sie wurde in ganz Deutschland gelesen und im Ausland zitiert. Im selben Verlag erschienen auch schon der "Stadt-Anzeiger" als Lokalblatt, der "Sonntag Morgen" und die überregionale "Kölnische Illustrierte Zeitung" (KIZ). Anfang 1932 stellte die KZ die Frage, wie Hitler und die NSDAP "dem Staate nutzbar" zu machen seien. Die folgenden Zitate stammen aus der KZ-Neujahrsausgabe vom 1. Januar 1933, die einem Rückblick auf das Jahr 1932 und einem Ausblick ins neue Jahr gewidmet ist. Ein Vergleich mit aktuellen Artikeln und Kommentaren des KZ-Nachfolgers "Kölner Stadt-Anzeiger" (KStA) zur Wirtschafts- und Sozialpolitik von heute liegt auf der Hand.

"Wird es besser werden?" fragt sorgenvoll die KZ-Chefredaktion auf der Titelseite. Hoffnungsvoll sei gewesen, dass im Laufe des Jahres 1932 die NSDAP immer mehr Stimmen bekommen habe. Leider aber habe sie nicht regieren können und wollen. Eine "Krisenwende" sei dennoch möglich. "Für die deutsche Zukunft ist es ein gewaltiger Unterschied, ob die Nationalsozialisten weiter in der Verneinung verharren oder ob die Millionen opferwilliger Nationalsozialisten zu fruchtbarem Einsatz im Staatsleben gebracht werden. Wir wünschen und halten es für nötig, dass auch im neuen Jahr der Versuch gemacht wird, die aufbauwilligen Kräfte der Nationalsozialisten zu praktischer Mitwirkung zu bringen . Dazu ist es aber erforderlich, dass alle, die es angeht, Vernunft annehmen und die Hand zur Verständigung reichen ."

Wirtschaft durch Lohn-, Steuer- und Kostensenkung wettbewerbsfähig machen

Unter der Überschrift "Wirtschaft will Freiheit" berichtet die Zeitung über die Hauptversammlung des Märkischen Arbeitgeberverbandes in Hagen. "Alle Ausführungen liefen darauf hinaus, dass die gegenwärtige wirtschaftliche Einstellung der Reichsregierung mit starken Zweifeln betrachtet werden müsse. Die private Wirtschaft sei kein überlebtes System. Sache und Aufgabe der Regierung müsse es vielmehr sein, die private Wirtschaft durch Lohn- und Kostensenkung wettbewerbsfähig zu machen . Nur dadurch könne man die Arbeitslosigkeit wirklich bekämpfen."

Auch damals gab es Professoren, die als Experten das gewünscht Richtige zu sagen wussten. Zitiert wird Professor Beckmann, Universität Bonn. Ihn hatten die Arbeitgeber als Referenten aufgeboten: "... kann das Ziel der Wirtschaft für absehbare Zeit nur Kostensenkung mit allen verfügbaren Mitteln sein. Dazu gehört ein bewegliches Lohnsystem, Sparsamkeit in den öffentlichen Haushalten und Bewegungsfreiheit der Privatwirtschaft ."

Unter der Überschrift "Forderungen der ehrbaren Kaufleute" berichtet die Zeitung über die gleichen Aussagen bei der Hamburger Industrie- und Handelskammer. "Überlieferungsgemäß war am letzten Tag des Jahres die Versammlung der ehrbaren Kaufleute in der Hamburger Börse, in der sich der Präses der Handelskammer, Nottebohm, für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft, für die Freiheit des Handels und die Ablehnung von Staatssubventionen aussprach. Das einzige richtige Ankurbeln der Binnenwirtschaft würde nur durch einen gewaltsamen Abbau von Steuern und Abgaben möglich sein. Der Staat könne aber nur in dem Umfang die Steuern ermäßigen, wie er seine Aufgaben abbaue . Die dauernde Stützung der Wirtschaftsschwachen, die aus irgendeinem Grunde bei der Erfüllung ihrer Aufgaben versagt hätten, sei nicht nur eine Ungerechtigkeit gegen die, die besser gearbeitet haben, sondern auch ein Fehler, der sich an der Wirtschaft der ganzen Nation räche."

Der DuMont-Clan
Bildmaterial: Querkopf-Archiv


Die Vernunft der Börse kommt aus Amerika und England

Unter der Überschrift "Durch Vernunft zum Aufbau. Erwachen der Börsen" gibt der Börsenteil einen Rückblick auf das Aktienjahr 1932. Es habe noch starke "Störungsfaktoren" gegeben, heißt es. "Störungsfaktoren schwerstwiegender Art haben während des ganzen Jahres lähmend über der freien Entfaltung der wirtschaftlichen Kräfte gelegen. Erinnert man sich bloß an die schweren parteipolitischen Kämpfe , auch an Unruhen, die mit ihnen parallel liefen, so kann man ungefähr den Druck ermessen, dem die Wertpapiermärkte ausgesetzt waren. Neue Pläne machten von sich reden und beunruhigten das Kapital ."

Welche größere politische Sünde kann es geben, als das Kapital zu beunruhigen? Die Stadt Köln hatte unter Adenauer besonders viele Anleihen herausgegeben. So kam Geld in die Stadtkasse, nicht zuletzt wegen des guten Rufes ihres Oberbürgermeisters und Adenauer konnte seine Großprojekte wie den Universitätsneubau realisieren. Damit sicherte er 1929 seine Wiederwahl. Danach stürzten die Anleihen ab. Die Stadt zahlte die Zinsen nicht aus. Die Anleger verloren viel Geld. Aber das machte auch damals nichts. Nach jedem Börsencrash kommen ja wieder die "Auftriebskräfte". "Allen Gewalten zum Trotz haben sich aber die Auftriebskräfte als die stärkeren erwiesen. Sie finden ihre Hauptstütze in der Auflockerung der Geld- und Kapitalmärkte, die von Amerika und England ihren Ausgang nahm und auch auf die kapitalarmen Länder übergriff und die bei der fortgesetzten Ermäßigung der Geldsätze fast zwangsläufig zu umfangreichen Käufen auf den Anleihemärkten führte. Die tief abgestürzten deutschen Städteanleihen lohnten sich deshalb zu kaufen. "

Haben die vielen Kleinanleger ihre Verluste erst einmal vergessen, kann der Aufschwung wieder losgehen. Die "Kölnische" mahnte aber auch zur Vorsicht, denn die Regierungen müssen für den längerfristigen Aufschwung der Börsen noch auf Kurs gebracht werden. "Der trotz aller Erholungen noch zu verzeichnende Tiefstand der Aktienkurse deutet an, dass die Welt noch keineswegs aus allen Gefahren heraus ist. Es hat bisher nicht den Anschein, als ob die Regierungen aller Staaten aus der Krise die notwendigen Lehren gezogen haben."

Die Tochter von Frank Wedekind möchte unbedingt Mussolini besuchen

Eine ganze Seite dieser KZ-Ausgabe stand unter der Überschrift "Was fordert die Jugend vom neuen Jahr?" Die Redaktion hatte Söhne und Töchter "aus bürgerlichen Kreisen" gebeten, Forderungen an das neue Jahr zu stellen. Walter Becker, Sohn des ehemaligen preußischen Kultusministers Becker, fordert Arbeitsdienst als Volksbewegung: "Wichtig ist vor allem, dass der Arbeitsdienst eine vom Volk getragene Bewegung, nicht ein von oben verordnetes und erzwungenes Institut bleibt. Neben der Arbeit, die der Durchführung von großen, dem Volksganzen dienenden Aufgaben gewidmet sein soll und so ausgewählt sein muss, dass der übrige normale Arbeitsprozess nicht gestört wird, muss auch genügend Zeit für staatspolitische Schulung und für den sogenannten Wehrsport bleiben."

Ursula von Wiese, Tochter des Soziologen Leopold von Wiese, fordert den Mut zum Kind: "Glaube an das Leben! Was uns heute fehlt, ist der Mut. Ich kenne viele Mädchen und junge Frauen, die glauben, es nicht wagen zu dürfen, einem Kind das Leben zu schenken. Die Entwicklung, die der Frau die Möglichkeit gegeben hat, eine unabhängige Persönlichkeit zu sein, hat es auch mit sich gebracht, dass manche Frauen nicht einmal die Bindung durch ihr Kind ertragen zu können glauben, obwohl ich überzeugt bin, dass der naturgegebene Wunsch, Mutter zu werden, in jeder gesunden Frau lebt. "

Kadidja Wedekind, Tochter des damals weltberühmten Dramatikers Frank Wedekind, möchte endlich Mussolini besuchen: "Kleine Bitte um persönliches Glück! Ich habe kein Geld, aber ich möchte einfach nach Rom reisen und Mussolini besuchen. Ich werde ihm schreiben, dass ich mein Vaterland natürlich sehr liebe und dass ich in keinem anderen Land geboren sein möchte. Aber dass ich jetzt mal eine Zeitlang fort will, in die weite Welt! Hier sind alle Menschen immer griesgrämig, der Himmel ist grau, und es ist kalt und man hört und sieht nichts anderes als Notverordnungen und Wirtschaftskrise und kein Geld . Ich möchte mal den berühmten blauen Himmel von Italien sehen und die Originale von Verocchio und Donatello und Michelangelo! Ich möchte ein Hochamt in der Peterskirche erleben... Es ist doch wahrhaftig eine uralte Sehnsucht: Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn? Nun, ich kenne es eben noch nicht, und ich möchte jetzt hin. Übermorgen! Und ich möchte mich mit Mussolini unterhalten. Ich glaube, er ist sehr klug."

Goethe und Mussolini, bürgerliche Italiensehnsucht und moderner Faschismus sind hier zwanglos vereint. Kadidja Wedekinds Bewunderung für Mussolini und für italienische Kultur war im Milieu der "Kölnische Zeitung" etwas Geläufiges. Mussolini wurde in der Zeitung seit Jahren gelobt, weil der ehemalige Marxist mit seinem autoritären Regime die Gewerkschaften gleichschaltete. Oberbürgermeister Konrad Adenauer hat ihn von Anfang an bewundert und ließ in Köln nach Mussolinis Machtübernahme das Italienische Kulturinstitut errichten.

Autoritäre Staatsführung und das Ende der Sozialkritik in der Literatur

Die Literaturbeilage bietet zahlreiche Buchbesprechungen. Bei den politischen Büchern herrsche der Abgesang auf den Parlamentarismus vor. "Graf Westarp: Am Grabe der Parteienherrschaft. Bilanz des deutschen Parlamentarismus. Das ist eine in kurzem Abriss gediegen unterrichtende Darstellung des inner- und außenpolitischen Geschehens in Deutschland seit dem Krieg mit besonderer Berücksichtigung der Parteien. Autoritäre Staatsführung - unbedingt; aber auch Parlament muss sein und Opposition muss sein, nämlich positive Opposition. Autoritäre Staatsführung, das ist der Sinn der Schlussdarlegung, setzt voraus, dass der Artikel 54 - Vertrauens- und Misstrauensbeschlüsse - gestrichen werde, unbeschadet der aufrechtzuerhaltenden Verantwortung des Kanzlers und der Minister gegenüber dem Reichstag. Und wenn diese Verfassungsänderung auch nicht bald beschlossen werden wird, so geht doch jeder gesetzlichen Verfassungsänderung voraus, dass praktische Anwendung, widerspruchslose Duldung, Verzicht auf den Gebrauch bestehender Rechte und Einrichtungen einen veränderten Zustand schaffen und ihn einbürgern ."

Auch in der schönen Literatur wird die Wende beschworen. Nach der realistischen und sozialkritischen Moderne gebe es endlich wieder liebende, kraftvolle, bodenverwurzelte Helden. Gelobt wird der spätere NS-Starautor Josef Martin Bauer: "Die Salzstrasse. Roman. Verlag Piper München. Während wir in der Dramatik und eigentlich auch in der Lyrik nach dem Weltkrieg bisher kein neues Erwachen neuer Kräfte erleben, schenkt uns die Epik ein junges, starkes Talent nach dem andern. Jedes neue Werk des noch jungen Dichters Josef Martin Bauer bestätigt die Stammesechtheit, Erdverwurzelung, Sprachkraft und wachsende Reife dieses Erzählers... Bauer beweist in dieser naturhaft wachsenden Handlung eine Erzählkraft von zwingender Anschaulichkeit, von schicksalhafter Wucht und von einer Volkstumskenntnis wie Volkstreue ganz seltener Art."

Das Schicksalsjahr des Nationalsozialismus

Im politischen Teil der Neujahrsausgabe beschwört die Chefredaktion "Das Schicksalsjahr des Nationalsozialismus". Die konservative Regierung von Reichskanzler Brüning wird kritisiert, weil sie nicht rechtzeitig und konsequent auf Hitler zugegangen sei. "Der Glaube an den Sieg des Nationalsozialismus war für Millionen zum Glauben an die Rettung schlechthin geworden. Hitler hatte seine Legalität beschworen... Der Erfolg von Wahl zu Wahl gab ihm gegenüber den Massen recht." Aber Brüning habe gezögert. Erst im Januar 1932 verhandelte er mit Hitler über eine Regierungsbeteiligung - "ein Jahr zu spät!" Brüning habe dann noch den Fehler begangen, die Schlägertrupps von Hitlers Partei zu verbieten. "Das einseitig gegen die NSDAP gerichtete Verbot der SA und der SS vom 13. April 1932 bedeutete ein Signal zum Kampf gegen Hitlers Bewegung."

Nach der Regierung Brüning folgte Mitte 1932 kurzzeitig die Regierung des Reichskanzlers von Papen. Er wird gelobt, weil er das Verbot von SA und SS aufhob. "... versuchte die Regierung Papen, die nationalen Kräfte der NSDAP dem Staate nutzbar zu machen. Sie beseitigte jede Unterdrückung und gab der Partei durch die Neuwahlen vom 31. Juli noch eine letzte Chance." Aber es nützte nichts. Auch Hitler habe seine Chance vergeben. So habe er es zu verantworten, "dass die NSDAP durch den Starrsinn ihres Führers in der Opposition verblutet ."

Doch die "Kölnische" gibt der Vernunft und Hitler eine neue Chance im kommenden Jahr. " Auf Hitler kommt es an! Das Jahr 1933 stellt Hitler vor die Entscheidung, ob er als vergötterter Führer und vielleicht auch als Märtyrer einer Glaubensgemeinschaft vor den Toren der Politik stehen bleiben will, oder ob er die Verantwortung zu tragen bereit ist, die positiven Kräfte seiner Bewegung in die Waagschale der praktischen Politik zu werfen . Im Interesse einer nationalen Festigung möchte man hoffen, dass Hitler den zweiten Weg findet."

Wie man Hitler ein Programm schreibt

Auch wenn Hitler hoffentlich den zweiten Weg findet, bleibt für die "Kölnische Zeitung" noch einiges zu tun. Sein Rabaukentum könne Hitler ablegen. Im Laufe des Jahres 1932 hat er den legalen Weg zur Macht beschworen, wie die KZ lobend hervorhebt. Er hat seine Garderobe geändert. Er hat sein Braunhemd abgelegt. Seit Beginn 1932 hat er immer wieder den Zweireiher angezogen, wenn er vor Industriellen eine Rede hielt, wie im Januar 1932 vor dem Industrieclub in Düsseldorf. Hitler war lernfähig, hat sich zum Besseren entwickelt, doch er bleibe unfähig, ein konkretes Regierungsprogramm zu entwickeln.

Aber wofür sind Medien denn da? Auf einer ganzen Seite stellt die "Kölnische" ihr Redaktionsprogramm für das Jahr 1933 vor. Es könne nicht nur mehr darum gehen, wie Hitler an die Regierung komme. Vielmehr gehe es dann auch um das konkrete Regierungshandeln. Im Redaktionsprogramm für die nächsten Monate kündigt die Redaktion deshalb an: "Daneben verlangen die materiellen Aufgaben der Politik im neuen Jahr ernste Aufmerksamkeit. Hier steht an erster Stelle die Notwendigkeit, die öffentliche Finanzwirtschaft und die Haushalte von Reich, Ländern und Gemeinden durch Sparsamkeit und Reformen in Ordnung zu bringen. Die Kölnische Zeitung wird im nächsten Vierteljahr in mehreren Aufsätzen die Möglichkeiten einer Ersparnis durch Vereinfachung der Verwaltung zeigen." Auch hier sieht man, dass heutige Vorschläge für "Reformen", "Sparsamkeit" und "Verwaltungsvereinfachung" ihre Tradition haben.

Erfolg, Verdrängung, Wiederholung

Vier Wochen später waren die in der Neujahrsausgabe vom 1.1.1933 geäußerten Wünsche von Verlag und Chefredaktion erfüllt. Hitler wurde zum Reichskanzler ernannt, der Zentrumspolitiker Franz von Papen wurde Vizekanzler. Walter Funk, Chefredakteur der "Börsenzeitung", wurde Reichspressechef.

Nach 1945 gaben die Alliierten der "Kölnischen Zeitung" und Kurt Neven DuMonts Verlag wegen deren NS-Belastung keine Lizenz, worüber sich dessen Sohn Alfred zum 200jährigen Verlagsjubiläum 2002 bitter beklagte: "Nach dem zweiten Weltkrieg durften die Inhaber ihr eigenes Verlagshaus nicht mehr betreten... Ein zweites Mal in einer Generation schien die Verlagsgeschichte beendet." Erst mit Gründung der Bundesrepublik durfte der "Kölner Stadt-Anzeiger" (KStA) als Nachfolger des alten "Stadt-Anzeiger" wieder erscheinen. Ab Mitte der 50er Jahre wurde im Untertitel "Kölnische Zeitung" eingefügt. Das steht dort bis heute.

Nie zugegeben hat der Verlag, der sich als Verfolgter des NS-Regimes und als Träger des Widerstands stilisiert, dass der Vater des heutigen Verlegers, Aufsichtsratsvorsitzenden und EXPRESS-Gründers Alfred, NSDAP-Mitglied Kurt Neven DuMont, 1944 für seine Verdienste vom Reichspropagandaministerium mit dem selben "Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse mit Schwertern" wie Adolf Eichmann ausgezeichnet wurde. Dagegen wirbt der gegenwärtige Chefredakteur Franz Sommerfeld, früher Chefredakteur der marxistischen "roten blätter", mit den taufrischen Forderungen seines Vorgängers von 1933 dafür, dass die Merkel-CDU regieren soll. Vielleicht wird dann - unter der Großen Koalition - Erbe Alfred, der es bisher nur zum Kölner Ehrenbürger gebracht hat, endlich mit Vater Kurt gleichziehen können und das "Große Bundesverdienstkreuz" umgehängt bekommen.

Weiteres zum Verlag M.DuMont Schauberg in: Werner Rügemer, "Colonia Corrupta", Münster 2003

Die Kursivsetzungen innerhalb der Zitate stammen vom Autor.

Online-Flyer Nr. 12  vom 04.10.2005

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