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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2021  

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Arbeit und Soziales
Bayer-BIS-Arbeiter: Weil wir uns bisher nicht genug gewehrt haben:
„Mehr Arbeit für weniger Geld?“ 
Von Hans-Peter

Der Servicetarifvertrag, auch Haustarifvertrag (HTV) für die Bayer Industry Service-Gesellschaften genannt, den die Bayer AG uns aufdrücken will, nimmt Formen an. Seit Monaten wurde darüber – begleitet von den Montagsdemos – verhandelt. Ende März wollte man eigentlich damit fertig sein. Nun wurde die Frist verlängert. Wir BIS-Mitarbeiter sind gespannt, was dabei für uns rauskommen wird. Weil wir uns aber bisher nicht konsequent gewehrt haben, scheint eines klar zu sein: Mehr Arbeit für weniger Geld – so wie es überall gefordert wird.
Am kleinen Mann muss gespart werden, damit Vorstands-, Aufsichtsratsmitglieder und Manager sich ihre Einkommen um jährlich 20 bis 30 Prozent erhöhen können. Wie auch bei Siemens und Telekom. Eckpunkte, die noch geklärt werden müssen, zurzeit noch als „Feinheiten“ beschrieben, werden am Ende das eigentliche Gewicht des Vertrages ausmachen. Gemeint sind Öffnungsklauseln zu dem Tarifvertrag, den die Gewerkschaft IGBCE mal für die Bayer-Mitarbeiter abgeschlossen hat. So wird im Konzern eine Zwei-Klassengesellschaft entstehen: dort die KollegInnen bei der Bayer AG, und hier wir, die das Pech haben, für Energiedienste, Infra, Feuerwehr, Werkschutz, ärztliche Abteilung, Analyse, Labor usw. in den von der Bayer AG ausgegliederten Servicegesellschaften zu arbeiten.

Ob darüber hinaus einzelne Bereiche verkauft oder ausgegliedert werden, um noch mehr an Löhnen zu sparen, steht noch nicht fest. Die Verhandlungen darüber wurden bis zum Abschluß des HTV nur AUSGESETZT!!!! Es kann also immer noch geschehen....

Die Gewerkschaft IGBCE und der Betriebsratsvorsitzende der Bayer AG, Thomas De Win, die auch anderen für die Beschäftigten wenig erfreulichen Verträgen zugestimmt haben, scheinen sich der Problematik für die einzelnen betroffenen Kollegen überhaupt nicht bewusst zu sein. Oder wir sind ihnen gleichgültig. Das zeigen „Kompromisse“, wo die geballte Macht einer Gewerkschaft Schlimmeres hätte verhindern können. Da wurden Verträge unterzeichnet, mit denen die Beschäftigten sehr unglücklich sind. Ich nenne als Beispiel den Vertrag mit der SSC, der Personalabteilung, bei dem der mit einem fürstlichen Gehalt ausgestattete Welt-Konzernbetriebsrat und Aufsichtsrat De Win auch seine Finger im Spiel hatte. Bei diesem von der Verhandlungskommission als Erfolg gefeierten SSC-Vertrag büßten die KollegInnen tatsächlich 18 Prozent Lohn ein, müssen dafür auch noch länger arbeiten und haben unterm Strich einen Effektivverlust von 25 Prozent hingenommen.

Und weil das, was demnächst als Verhandlungsergebnis bei unserem BIS-HTV herauskommen wird, womöglich auch noch beispielgebend sein soll für andere Firmen in NRW, vielleicht sogar in ganz Deutschland, sitzen am Verhandlungstisch nicht nur unsere Betriebsräte, sondern wieder Thomas De Win und die IGBCE. Damit die den von Konzernleitung, Management und Aktionären gewünschten Abwärtstrend für uns Beschäftigte nicht weiter unterstützen, müssen wir uns nachhaltiger wehren, als uns das bisher während der Montagsdemos gelungen ist.

Lesen Sie hierzu auch das Gedicht „Gedanken zum Ende“ in dieser NRhZ-Ausgabe.


Online-Flyer Nr. 89  vom 04.04.2007

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