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Aktueller Online-Flyer vom 24. August 2019  

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Lokales
Kölner Bürgerfunk-Redakteur zur Zerschlagung der freien Radios:
„Verlogener Vorwand“
Von F.R.T. Clemens

Mit einer Änderung des Landesmediengesetzes will die Landesregierung NRW dem Bürgerfunk 50 Prozent seiner Sendezeit wegnehmen und gleichzeitig die verbleibende Sendezeit auf völlig unattraktive Sendeplätze nach 21 Uhr drücken. Unter dem verlogenen Vorwand einer Qualitätsdebatte ging es der Landesregierung seit Monaten von vornherein nur darum, dem zumeist politisch völlig inhaltslosen "Duddelfunk" der Lokalradios in die Hände zu spielen, um die rein kommerziellen Interessen von deren Betreibern zu bedienen.

Don Franco
Franco Clemens - Bürgerfunker & Künstler
Foto: www.magic-street-voices.de


CDU und FDP beziehen sich zu diesem durchsichtigen Zweck auf eine völlig
unhaltbare Studie, die einzig und allein die Zerschlagung des Bürgerfunks vorbereiten sollte - eines der letzten kommerziell und politisch unabhängigen Medien in unserem Lande, das bisher frei von Werbung, von unternehmerischer und politischer Einflussnahme für die Interessen der Bürger Stellung bezogen hat. Nach dem Gesetz zum „Schutz der
Persönlichkeitsrechte“, nach der gesetzlichen Lockerung, was die Überwachung von Journalisten angeht, nach dem Einstieg von Politikern als Unternehmer in die Medien
wird damit ein weiterer entscheidender Schritt in Richtung Kontrolle der "öffentlichen Meinung" vollzogen, um eine unabhängige kritische Berichterstattung zu unterbinden oder zumindest so klein wie möglich zu machen.


Dem Bürgerfunk war es ja immer schon verboten, Monate vor Wahlen eine politische Berichte oder Kommentare zu veröffentlichen. Nun aber soll er zusätzlich auch noch weitgehend in die Hände des Kapitals fallen, das in weiten Teilen skrupellos auf Kosten der Arbeitnehmer, der Arbeitslosen und des gesamten Gemeinwesens Staat nur an Gewinnmaximierung interessiert ist.


Als Kölner Bürgerfunkredakteur protestiere ich gegen diesen Versuch, den Bürgerfunk zu zerstören, durch den - nach der Zerstörung des unabhängigen „Fernsehfensters“ KANAL 4 durch den damaligen SPD-Ministerpräsidenten Clement 1998 zugunsten von RTL und Sat1 - nun ein weiteres unabhängiges Medien als „vierte Gewalt im Staat“ zerschlagen werden soll, das sich nicht über die üblichen Werbeeinnahmen von Industrie und Medienkonzernen in seiner Berichterstattung kontrollieren lässt.


Nun gilt es für uns Bürgerfunker, in der verbleibenden eigenen Sendezeit diesen Skandal öffentlich zu machen, die Bürger, für die wir dieses Radio machen, zu mobilisieren und - hoffentlich - die "Überzeugungstäter" in den anderen Medien um Unterstützung zu bitten. Liebe Journalisten und Journalistinnen: Seid mutig und seid solidarisch mit dem unscheinbaren aber unabhängigen Bürgerfunk, der eine der letzten Bastionen einer freien Berichterstattung ist - unabhängig von den Zwängen von Werbekunden, Unternehmern und Politik.


Online-Flyer Nr. 78  vom 17.01.2007

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