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Kölner-Karlspreis-Verleihung +++ Deutschland. Aber NEUTRAL! +++ 100 Jahre Arbeiterfotografie +++ 28. März 2026 in Berlin
"Für Helden wider Willen"
Von NRhZ-Redaktion

Am Samstag, dem 28. März 2026, dem Tag der Bewegung, ausgerufen vom "Demokratischen Widerstand", kam in Berlin in der Musikbrauerei einiges zusammen – darunter die "Neue Rheinische Zeitung" (Organ der Demokratie), die "Kampagne für ein neutrales Deutschland" und das Medienprojekt Arbeiterfotografie (Videodokumentation in Vorbereitung). Was hatte es damit auf sich? Die Neue Rheinische Zeitung zeichnete die EU-sanktionierten Journalisten im palästinensischen Widerstand mit dem nach Karl Marx benannten Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik aus. Stellvertretend für die von der EU lebensbedrohlich bedrängten Journalisten und die ermordeten Bewohner Gazas ging der Preis an Anne Frank.


Musikbrauerei in Berlin am Abend des 28. März 2026 (Fotos von Anneliese Fikentscher, Andreas Neumann und SIERA)

Den Geist und die Symbolkraft von Anne Frank aufnehmend sang "Anna" in einer riesigen Arena mit Palästina-Fahnen schwenkenden Menschen: "Meine palästinensische Schwester, ich kenne deinen Schmerz. Auch mir haben sie das Leben genommen, als wir doch nur leben wollten. Ich habe gelernt zu sterben, aber nie habe ich gelernt, den Hass zu tragen... Ich bin ein Mensch. Ich liebe dich, Schwester, ich liebe dich, Bruder, dein Blut auf der Erde ist auch mein Blut. Sie nahmen uns Kinder, sie nahmen uns Träume, doch die Menschlichkeit töten sie nicht." Es folgten Würdigungen von Gabriele Gysi ("Für Helden wider Willen") und Evelyn Hecht-Galinski.

Gabriele Gysi: "Heute im Zeitalter des allgegenwärtigen Marketings werden sichtbare Helden in tausendfacher Stückzahl produziert. Unsere Hirne werden vollgestopft mit Berühmtheiten auf allen Gebieten. Aber wie finden wir nun die Helden, die Menschlichkeit repräsentieren durch ihr Handeln, nicht Übermenschlichkeit. Wie können wir diese Helden wider Willen schützen? Indem wir sie in eine Reihe mit toten Helden stellen? Nein, sie sollen mit uns, unter uns leben. Wir müssen uns schützen, indem wir sie schützen. In Berlin, Hüseyin Dogru, er lebt mitten unter uns. Verteidigen wir uns gegen die neue digitale Form des Strafens. Das bürgerliche Recht als Ausdruck von Rechtstaatlichkeit darf nicht durch die EU aufgehoben werden."

Evelyn Hecht-Galinski: "Die Sanktionen – wie Kontosperrungen, Reisebeschränkungen oder Berufsverbote – sind für die Betroffenen nicht nur lebensbedrohend, sondern zutiefst entwürdigend und der zivilrechtliche Tod. Hinzu kommt, dass es strafbar ist, sanktionierte Personen zu unterstützen. Wo also scheinen wir wieder gelandet? In Zeiten, wie ich sie nur aus Schilderungen meiner Eltern kannte."

Das war die 9. Auszeichnung mit dem Kölner Karlspreis – nach Werner Rügemer, Wolfgang Bittner, Rolf Gössner, Evelyn Hecht-Galinski, Ken Jebsen, Sabiene Jahn zusammen mit Julian Assange, Michael Ballweg und Reiner Füllmich (im vergangenen Jahr am selben Ort).

Deutschland. Aber NEUTRAL!

Andreas Neumann wies für die Kampagne für ein neutrales Deutschland den Weg in Richtung "Deutschland. Aber NEUTRAL!" und damit in ein Frieden stiftendes Deutschland, das sich der Kriegsmaschinerie von USA, EU und NATO entledigt. Viktor Kosan (24-jähriges Gründungsmitglied des Jugendbündnisses des BSW) sprach über seinen erfolgreichen Antrag zu Deutschlands Neutralität und NATO-Austritt beim JSW-Gründungskongress im Sommer 2025, worüber die NRhZ bereits ausführlich berichtete. Anschließend stellte der Mitbegründer der neuen Demokratie- und Friedensbewegung, Uli Gellermann, das von ihm mitherausgegebene, am 23. März 2026 erschienene Buch "Deutschland NEUTRAL – Mit Sicherheit für Frieden" vor. 35 AutorInnen, darunter 15 Erstunterzeichner der Kampagne sehen das Thema Neutralität auf unterschiedliche Weise.

100 Jahre Arbeiterfotografe

Und es gab einen kurzen Rückblick auf die hundertjährige Geschichte der Arbeiterfotografen-Bewegung, an deren Beginn 1926 die Initiative des linken Verlegers Willi Münzenberg stand, ohne den die Vereinigung der Arbeiterfotografen Deutschlands nicht entstanden wäre. Zu hören war ein Münzenberg-Text zur Gründung der Bewegung, eingesprochen von Jean-Theo Jost (bekannt auch als Pater Theo der Demokratie-Bewegung). Den Bogen von der Karlspreisverleihung zum aktuellen Wirken der ArbeiterfotografInnen schlug die Arbeiterfotografie-Vorsitzende Anneliese Fikentscher anhand eines Fotos von Protesten gegen die von Israel nicht erst seit 2023 in Gaza begangenen Verbrechen. Grundlegender Gedanke des Medienprojekts Arbeiterfotografie ist, sich die Medien per Selbstermächtigung anzueignen, wozu sich in der heutigen Zeit vielfältige Möglichkeiten bieten.


Kris Scheyhing aus Hannover (Freier Schneemann mit Würde) liest aus ihrem Buch und moderiert


Urkunde (mit Marx-Münze) des Kölner Karlspreises an "Anne Frank"


"Anna" – aus dem Video "Lieder gegen den Völkermord"


Gabriele Gysi hält die Laudatio auf "Anne Frank – stellvertretend für die EU-sanktionierten Journalisten im palästinensischen Widerstand (siehe unten)


SIERA liest das Grußwort von Evelyn Hecht-Galinski (siehe unten) - links NRhZ-Herausgeberin Anneliese Fikentscher


Andreas Neumann spricht für die "Kampagne für ein neutrales Deutschland"


Kampagne für ein neutrales Deutschland


Viktor Kosan (Gründungsmitglied des Jugendbündnisses des BSW) spricht über seinen erfolgreichen Antrag zu Deutschlands Neutralität und NATO-Austritt


Uli Gellermann spricht über das von ihm mitherausgegebene, am 23. März 2026 erschienene Buch "Deutschland NEUTRAL – Mit Sicherheit für Frieden"


Arbeiterfotografie-Vorsitzende Anneliese Fikentscher spricht zu 100 Jahre Arbeiterfotografie (im Hintergrund Willi Münzenberg, Initiator der Arbeiterfotografen-Bewegung 1926)


Willi Münzenberg, vor hundert Jahren (1926) Initiator der Arbeiterfotografen-Bewegung – Neue Rheinische Zeitung online seit 20 Jahren – als Videoclip mit Münzenberg-Text, eingesprochen von Jean-Theo Jost (bekannt auch als Pater Theo der Demokratie-Bewegung)


Arbeiterfotografie-Vorsitzende Anneliese Fikentscher vor einem Fotos des 1978 gegründeten Bundesverbands Arbeiterfotografie


Foto vom Protest gegen die Verbrechen Israels in Gaza (17. Januar 2009 in Köln)



Laudatio zur Karlspreisverleihung von Gabriele Gysi "für Helden wider Willen"

Anne Frank, Einstein, die La Pasionaria, Dolores Ibarurri Gomez, sie alle wurden Helden aus Nöten der Zeit in der sie lebten, handelten, starben, Vorbilder wurden. Keine Idole, aber Ideale für andere Menschen, weil sie eine exemplarische Haltung, für andere sichtbar oder in ihrer Zeit auch unsichtbar, in den Widersprüchen der Geschehnisse, einnahmen.

Jede Gegenwart erzählt etwas über sich, durch ihre Helden. Jede Vergangenheit war eine Gegenwart, die wir Nachgeborenen immer wieder neu, verstehen lernen müssen, um die gegenwärtige Gegenwart zu verstehen.

Das müssen wir, wenn wir Menschen bleiben wollen, also unser Denken und Handeln in einem Zusammenhang zwischen dem Vergangenen und dem Weg in eine Zukunft, verstehen und gestalten wollen.

Das müssen wir, damit wir nicht als transhumanistische, technisch steuerbare Patienten, als transmenschliche Konstruktionen über den Erdball irren, statt in selbstbewusster Kooperation miteinander, als Teil der Natur, mit der Natur zu überleben.

Die Technik ist nicht der Feind des Menschen, aber die Vorstellung des Herrschens durch Technik mittels Sanktionen von Menschen über Menschen, sehr wohl. Kuba ist für diese Form der Herrschaft durch Sanktionsgewalt Test im Reagenzglas.

Mittels dieser Gewalt kann man ein Land, einen Ort, die Bewohner verhungern lassen. Wenn die Gewalt der Belagerung nicht ausreicht, schenkt die Technik den Möglichkeiten von Herrschaft noch ganz andere Mittel.

Der über Nacht berühmt gewordene Satz, von Pete Hegeseth, dem US-Amerikanischen Kriegsminister zu geschrieben, aber egal von wem gesprochen, „wir verhandeln mit Bomben“, drückt genau das aus, Herrschaft durch Technik. Das Gewinnen von Schlachten aus der Luft als US-Amerikanische Strategie hat sich bereits in vielen Ländern als Katastrophe dargestellt.

Vielleicht ist genau die US-Amerikanische Ursprungsgeschichte,  zwischen dem Vertreiben und Töten, verbunden mit dem Erbauen und Siedeln, das Problem unseres westlichen Weltverständnisses. Der Tod ist hier in unserer Welt ein ständiger Begleiter im Alltag geworden. Keineswegs tabuisiert, sondern zur Zahl geschrumpft, lenkt er das Weltgeschehen. Nicht nach dem Lebern dürfen wir fragen, sondern, wen müssen wir heute töten, wenn nicht jetzt, dann morgen, ist der alles beherrschende Slogan. Nur Feinde schaffen in unserer westlichen Welt Gemeinschaften. Vom Virus zur Hamas, vom Taifun Irene oder Peter bis zum Kampf der Geschlechter, kein Frieden mit wem auch immer scheint denkbar. 

Die Fähigkeit zur Kooperation, zur Menschlichkeit wird auf vielen Ebenen angegriffen. Das Erstellen von Sanktionslisten von Personen durch den Europäischen-Rat ist so unglaublich und schleichend eingeführt, das diese Form des langsamen Erwürgens, oft nicht einmal zur Kenntnis genommen werden kann. Isolationshaft in aller Öffentlichkeit.

Hier eine kurze Zusammenfassung durch KI-gesteuerte lexikalische Antworten zu EU-Sanktionstechniken. Die Steuerung menschlichen Denkens, die Strategie der kognitive Kriegsführung der NATO, hat hier eine gesetzliche Form gefunden. 

Die rechtliche Grundlage: Was erlaubt der Vertrag?

Die EU verhängt Sanktionen gegen Einzelpersonen auf Basis von Artikel 215 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV). www.bundestag.de

Das Verfahren ist zweistufig:
  1. GASP-Beschluss: Der Rat der EU fasst zunächst im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik einen Grundsatzbeschluss, der Individualsanktionen vorsieht. epub.jku.at
  2. Konkretisierung per Verordnung: Auf dieser Basis erlässt der Rat eine Verordnung, die die betroffenen Personen namentlich auflistet und die Maßnahmen (Kontensperre, Reiseverbot etc.) festlegt. epub.jku.at
Wichtig: Dieses Verfahren erfordert keine vorherige gerichtliche Prüfung. Die Listung erfolgt durch einen politischen Beschluss des Rates – also durch die Exekutive. Der Begriff „außergerichtlich": Was ist damit gemeint? Der Begriff ist präzise zu fassen:
  • Nicht „ohne Rechtsgrundlage": Die Sanktionen haben eine vertragliche Basis (Art. 215 AEUV). www.bundestag.de
  • Sondern „ohne vorheriges Gerichtsverfahren": Die betroffene Person wird nicht angehört, bevor die Maßnahme wirksam wird. Es gibt keine Beweisaufnahme, keine Verteidigung, kein Urteil.
  • Nachträgliche Kontrolle ist möglich: Betroffene können vor dem Europäischen Gerichtshof klagen (Art. 263 Abs. 4 AEUV). epub.jku.at
Aber: Die Sanktion wirkt bereits während des Verfahrens – oft mit existenziellen Folgen. Die KI merkt an: Die EU kombiniert hoheitliche Macht mit einem Verfahren, das rechtsstaatliche Mindeststandards (Anhörung, Beweislast, Unschuldsvermutung) umgeht.
Das ist der Kern der Kritik – soweit die KI.

Aber was geschieht nun tatsächlich? Neben dem Verwerfen aller europäischen Gesetze und Strukturen zur Einhegung von Macht durch die Gewaltenteilung in Executive, Legislative und Judikative, fällt das völlige Ausblenden des realen Lebens von Menschen unter gegenwärtigen Bedingungen auf.

Der Rückweg in die Barbarei der Gesetzlosigkeit mittels von Gesetzen ist angetreten. Technische Beschreibungen treten an die Stelle von realen Beobachtungen. Der Mensch wird nicht als Produzent, auch nicht als Konsument begriffen, er ist Patient geworden. Alle Krankheiten müssen behandelt werden, die Politik bestimmt die Symptome. Sprechen ist dabei kein Akt der Verständigung, sondern ein zu kontrollierendes Krankheitsbild. Nach Wahrheit wird nicht mehr gefragt. Die falsche Meinung muss als Epidemie am Ursprung bekämpft werden.

Das langsame Ausschalten und Abschalten von gesichteten einzelnen Menschen auf Listen der EU, zum Abschuss mit Pfeil und Bogen freigegeben, durch modernste Kontrollmechanismen geprüft, steht dem Fesseln am Pranger auf mittelalterlichen Marktplätzen, in nichts nach. Jede kleine Reaktion der Gesichteten und Gelisteten kann zum Verhungern führen. Kommunikation verboten. Debanking, eine neue Strafe digital entwickelt, ist zum Todesurteil ohne Gerichtsurteil geworden.

Der vergiftete Pfeil wird töten, denn unter diesen Befehlen der Macht, wird mitten im Supermarkt gestorben, an Hunger.

Eine tödliche Waffe, verkleidet als technische Gebrauchsanleitung, wie zum Aufbau von Billy-Regalen, macht die Zuschauer selbst zu Ikea-Billy-Regalen. Jeder machtgierige Unsinn, kann in uns Nachrichten konsumierende Zuschauer, gestellt werden kann. Wir, die Zuschauer, werden auf-und-umgebaut. Wir sollen ein Verhungern mitten im Supermarkt beobachten dürfen. Ein lang anhaltendes Fest der Hinrichtung mitten auf der Straße des urbanen Lebens. Der Wahn ohne Sinn, außer dem Wunsch nach Zerstörung, wird als fast unsichtbarer Machtgebrauch zelebriert.

Eine Verbannung mitten unter uns, macht uns zu Gefängniswärtern. Indem wir zu Zuschauern der Verbannung Einzelner gemacht werden, wird unsere Menschlichkeit exekutiert.

Die Grundlagen des menschlichen Lebens und Überleben werden den Gerichteten, den  Zuschauenden und letztlich auch den Richtenden entzogen, denn Empathie ist verboten.

Aber Kooperation und damit Empathie sind Ausdruck und Fähigkeit menschlichen Lebens und Überlebens.

Was soll das Bewirken, als Not für den Erlegten, als Beklemmung für die sich versteckenden Anderen, als Wahn für den in der Korruption von gesetzlichen Formalitäten verwirrten Jäger.

Die Kriege der Gegenwart sind schrecklich laut und vernichtend. Uns Menschen wird keine Ruhe gegönnt, die Politik schreit über alles hinweg, keine Wahrheit darf gehört werden. Die Flüsterer von den Berichten des Grauens, die leisen Helden sollen verbannt werden. Wie kann man sie finden und hören?

Heute im Zeitalter des allgegenwärtigen Marketings, werden sichtbare Helden in tausendfacher Stückzahl produziert. Unsere Hirne werden vollgestopft mit Berühmtheiten auf allen Gebieten. Aber wie finden wir nun die Helden, die Menschlichkeit repräsentieren durch ihr Handeln, nicht Übermenschlichkeit.

Wie können wir diese Helden wider Willen schützen? Indem wir sie in eine Reihe mit toten Helden stellen? Nein, sie sollen mit uns, unter uns leben. Wir müssen uns schützen, indem wir sie schützen. In Berlin, Hüseyin Dogru, er lebt mitten unter uns.

Verteidigen wir uns gegen die neue digitale Form des Strafens. Das bürgerliche Recht als Ausdruck von Rechtstaatlichkeit darf nicht durch die EU aufgehoben werden.

Die Listen der EU zur politischen Verfolgung von Journalisten, unter welchen Gründen auch immer, müssen aufgehoben werden. Diese Verbannten dürfen keine Versuchskaninchen eines digitalen Gefängnisses sein. Diese Form des Strafens muss geächtet werden wie Chemiewaffen. Transhumanismus ist keine Option. Wir Menschen müssen menschlich bleiben dürfen.

Deshalb ehren wir heute die Helden wider Willen.


Grußwort zur Karlspreisverleihung von Evelyn Hecht-Galinski

Ich schrieb einmal, wenn nur noch die Gedanken frei sind… Und jetzt sind wir wohl an diesem Punkt angekommen, wo es gefährlich wird, seine Gedanken auch noch zu äußern. Der diesjährige Karlspreis ist ein besonders wichtiger, steht er doch stellvertretend für so viele EU-sanktionierte und mutige Journalisten, Publizisten und Aktivisten wie den Berliner Journalisten Hüseyin Dogru, den in Brüssel lebenden Schweizer Jaques Baud, den in Moskau lebenden Ulrich Heyden oder die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost.

Die Sanktionen, die sie erleiden – wie Kontosperrungen, Reisebeschränkungen oder Berufsverbote – sind für die Betroffenen nicht nur lebensbedrohend, sondern zutiefst entwürdigend und der zivilrechtliche Tod. Hinzu kommt, dass es strafbar ist, sanktionierte Personen zu unterstützen.

Wo also scheinen wir wieder gelandet? In Zeiten, wie ich sie nur aus Schilderungen meiner Eltern kannte. Es ist zudem zutiefst beschämend zu sehen, wie der deutsche Staat Komplize des israelischen Völkermords in Gaza wurde. Wie der deutsche Bundeskanzler Merz sich fest an der Seite der rechtsextremen Netanjahu-Regierung stellte.

Lassen sie mich den Preisträgern gratulieren und hoffen, dass dieser Karlspreis 2026 dazu beiträgt, die Meinungs- und Pressefreiheit zu sichern. Lassen sie mich in diesem Zusammenhang an meinen unvergessenen, viel zu früh, 2016 verstorbenen Freund Peter Kleinert erinnern, der mir 2014 den Kölner Karlspreis überreichte. Diese schöne Tradition wird jetzt von meinen Freunden Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann fortgesetzt.

Sie haben wieder einmal eine gute Wahl getroffen – für den Erhalt der Meinungs-Pressefreiheit – damit nicht nur die Gedanken frei sind. Leider kann ich aus Gesundheitsgründen nicht persönlich anwesend sein, aber in Gedanken bin ich dabei. Lassen sie mich mit Erich Fried und einem seiner treffenden Gedichte enden, der immer wusste und schrieb „worauf es ankommt“.

Worauf es ankommt
Von Erich Fried

Es kommt im Augenblick
nicht darauf an
wann es war
daß die Unterdrückerregierung
in Israel
sich verwandelt hat
in eine Verbrecherregierung

Aber es kommt darauf an
zu erkennen
daß sie jetzt eine
Verbrecherregierung ist

Es kommt auch nicht mehr
darauf an
darüber zu streiten
nach welchem Vorbild
sie ihre Verbrechen begeht
Diese Verbrechen selbst
tragen sichtbar die Spur ihres Vorbilds

Aber es kommt darauf an
nicht nur klagend oder erstaunt
den Kopf zu schütteln
über diese Verbrechen
sondern endlich
etwas dagegen zu tun

Es kommt nicht darauf an
was man ist
Moslem, Christ, Jude, Freigeist:
Ein Mensch
der ein Mensch ist
kann nicht schweigen
zu dem was geschieht


Siehe auch:

Fotogaleire
Tag der Bewegung am 28. März 2026 in Berlin
Mit dem Grundgesetz in der Hand für die Grundrechte
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29771

Erklärung von NRhZ und Bundesverband Arbeiterfotografie
Schluss mit den menschenverachtenden EU-Sanktionen!
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29753

Kampagne für ein neutrales Deutschland
https://deutschlandneutral.de

Wichtige friedenspolitische Impulse – darunter vom Gründungskongress des BSW-Jugendverbands
Neutralität auf dem Vormarsch
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29559

Die "Kampagne für ein neutrales Deutschland" zum Jahrestag ihres Wirkens
Der große Aufbruch in die aktive Neutralität
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29712

Angesichts der Weltlage
Da gibt es nur eins: Deutschland NEUTRAL!
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29738

Ulrich Gellermann, Arnulf Rating, Jens Fischer Rodrian: "Deutschland NEUTRAL! Mit Sicherheit für Frieden"
Das richtige Buch zur richtigen Zeit
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29754

Erklärung des Bundesverbands Arbeiterfotografie
Am Puls der Zeit – seit 100 Jahren
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29688

Online-Flyer Nr. 860  vom 08.04.2026



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