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Kundgebung zum Erhalt des Russischen Hauses, Berlin, Friedrichstraße, 4. September 2026
Brücken statt Mauern
Texte und Fotos von Ulrich Falke
Der Arbeiter-Fotograf und Publizist aus Berlin hat die Kundgebung am 4. September 2026 zum Erhalt des Russischen Hauses in der Friedrichstraße, Berlin-Mitte, begleitet. Die Veranstaltung des Bündnisses Sarah Wagenknecht (BSW) stand unter dem Motto „Brücken statt Mauern“, mit dem die Organisatoren und Teilnehmer auch ein deutlichen Signal ihres Bekenntnisses zum Frieden und gegen das Kriegsgehetze der deutschen US-Vasallen in Politik und Medien setzen wollten, die die russische Kultureinrichtung schließen und die Russophobie und die Teilung der Gesellschaft weiter eskalieren sollen. Aufgerufen haben der BSW, wie es in dem Pressetext heißt, weil es gerade in Krisenzeiten gelte, Kulturinstitute aufrechtzuerhalten und den Bürgerdialog zu fördern, die „eine Grundlage für zukünftige Besserung und politische Verständigung“ bilden (bsw.berlin). Inspiriert durch die Bilder der Kundgebung ergänzt der Autor seine Dokumentation nun mit Reflexionen und Auszügen von Analysen gesellschaftspolitischer Beobachter. Dies im Sinne von Rosa Luxemburg: „Sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat“.

Gegen Russen-Hetze und Kriegstreiberei wie zu Hitlers-Zeiten, stattdessen gemeinsam mit der 91jährigen Laura von Wimmersperg für Geschichtsbewusstsein, für kulturellen Austausch und für Frieden. Es gilt, „Brücken statt Mauern“ zu bauen. Vergleiche auch: „Berliner Bündnis, Stopp Defender 2020. Offener Brief an die russländische Bevölkerung“ (frikoberlin.de)

Fahnenmeer bei „Brücken statt Mauern“ gegen das nationalistische „Cancel Culture“ der devoten Transatlantiker und ihrer Konzern-Knechte. Alternativlos befruchtend dagegen ist der Kultur-Austausch, für den das Russische Haus steht. Denn so schon Friedrich Nietzsche (1844 bis 1900): „Was man deutsche Musiker nennt, die größten voran, sind Ausländer, Slaven, Croaten, Italiener, Niederländer – oder Juden.“ Russen und Juden waren für Nietzsche die Impulsgeber der Kultur. Umgekehrt, so der Philosoph, ist „dieser künstliche Nationalismus (…) in seinem Wesen ein gewaltsamer Not- und Belagerungszustand, welcher von wenigen über viele verhängt ist, und braucht List, Lüge und Gewalt, um sich in Ansehen zu halten. Nicht das Interesse der Vielen (…), sondern vor allem das Interesse bestimmter Fürstendynastien, sodann bestimmter Klassen des Handels und der Gesellschaft, treibt zu diesem Nationalismus; hat man dies einmal erkannt, so soll man sich nur ungescheut als guten Europäer ausgeben und durch die Tat der Verschmelzung der Nationen arbeiten.“, (aus Friedrich Nietzsche, „Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister“, erstveröffentlicht, in zwei Bänden, 1886 in Leipzig , Aphorismus 475, Erster Band, „Der europäische Mensch und die Vernichtung der Nationen“, Internet Archive, archive.org, vergleiche auch „Der Fall Friedrich Nietzsche – Kriminalgeschichte einer Verfälschung“, Buch und Regie Reinhold Jaretzky, Dokumentation des ZDF von 1999, abrufbar noch bei youtube.com

„Eurasien = Frieden! USA = Krieg.“, diese Welt-Formel referiert auf die Tatsache, dass die „Räuberhöhle“ USA seit 250 Jahren 469 Kriege geführt hat, „nur fünf verfassungsgemäß – Das angebliche Musterland der Demokratie ist ein Musterland des Krieges.“, so der Autor Werner Rügemer in seinem aktuellen Beitrag im „Hintergrund“, Heft 9/10 2026 mit seinem Titel „Nie wieder Frieden?“ hintergrund.de; vergleiche auch den früher verfassten Beitrag dieses Autoren „Russland erobern, diesmal transatlantisch. Vor 50 Jahren, am 19.4.1967, starb Konrad Adenauer“, Manova, vormals Rubikon, 19. April 2017, manova.news; siehe auch „219 US-Kriege“, Kla.TV-Produktion, 9. Oktober 2016, kla.tv
Die Chance auf Frieden und weitestgehende Partizipation aller am gemeinsam geschaffenen Wohlstand hingegen versprechen Bündnisse wie BRICS, Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und Netzwerke wie die von der Volksrepublik China forcierte „Neue Seidenstraße“. Dabei hilft ein Blick zurück in die Geschichte, schreibt der Autor und Herausgeber Michael Geiger in seinem Essay „Hundert Jahre praktische Politik der KP Chinas. Zwei Systeme – eine Erfahrung“: Sie „zeigt, dass der Erfolg des Aufstiegs (oder des Untergangs) großer Reiche in hohem Maß mit dem Maß an der Verwirklichung von Gerechtigkeit einhergeht.“ Auch im traditionellen sozialistischen Denken stünde die soziale Frage im Zentrum. Aus: „Chinas Jahrhundert. Werkstattgespräch“, herausgegeben von Michael Geiger, Berlin, 2021, Seite 171 folgende.
Umgekehrt gilt Deutschland heute als das ungerechteste Land der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt der Publizist Günter Rexilius, der in seinem Ossietzky-Beitrag „Demonstrationen ‚gegen rechts’“, vom Februar 2024 bei dem der Autor auf aktuelle Auswertungen von Oxfam zurückgreift: „In keinem anderen europäischen Land – und nur in einem über die europäischen Grenzen hinaus – sind die Unterschiede zwischen reichen und armen Menschen (…) größer und beschleunigen sich schneller als in Deutschland.“
Zugleich stellte der Publizist klar: „Welche Szenarien immer rechte Debattierklubs oder Planungszirkel entwerfen mögen, die legalisierte gesellschaftliche Realität ist ihnen voraus. Nicht nur werden Seenotretter behindert oder kriminalisiert, die europäische Grenzschutzorganisation Frontex oder die italienische Küstenwache drängen unter dem Vorwand, gegen Schleuser vorzugehen, Flüchtlinge zurück nach Nordafrika. Die nordafrikanischen Staaten werden mit Hunderten von Millionen Euro dafür bezahlt, dass sie geflüchtete Menschen »zurücknehmen« oder verhindern, dass sie den afrikanischen Kontinent in Richtung Europa verlassen. Menschen, die dort ausharren in der Hoffnung, irgendwann nach Europa zu gelangen, werden auf europäisches Geheiß in Internierungslager gepfercht: Zwar enden sie nicht in Gasöfen und Krematorien, sind aber Gewalt und Rechtlosigkeit schutzlos ausgeliefert.“ Aus Ossietzky 3/2024, Seite 65 folgende, ossietzky.net.
Vergleiche Franziska Heinisch, Sarah Hadj Ammar und andere, „Den entfesselten Markt wieder an die Leine legen“, „Globale Gerechtigkeit endlich konsequent angehen“ sowie „Frieden garantieren und Menschenrechte einhalten“, in „Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen – 10 Bedingungen für die Rettung unserer Zukunft“, Der Jugendrat der Generationen Stiftung, herausgegebenen von Claudia Langer, München, 2019, Seiten 69 folgende, 165 folgende und 189 folgende; vergleiche auch Christian Kreiß, „Wohnen nur für Reiche – In deutschen Großstädten steigen die Mieten rasant, weil Boden und Grundstücke sehr ungleich verteilt sind“, Manova, vormals Rubikon, 8. August 2023, manova.news; siehe auch das Interview von Susanne Lenz mit dem chinesischen, heute in Portugal lebenden Künstler Ai Weiwei, veröffentlich in Berliner Zeitung, Ausgabe 2. bis 4. Oktober 2020, Sonderseiten ‚Weißbuch’, mit Fragen an den Künstler und Menschenrechtler zum Systemvergleich: berliner-zeitung.de (hinter der Bezahlschranke), auszugsweise in meinem Beitrag in Manova, vormals Rubikon, „Tödlicher Lockdown“ vom 26. November 2020, manova.news; vergleiche auch Jonas Gerwens, „Ai Weiwei kehrt nach China zurück“, kunst:mag, 23. Februar 2026, kunst-mag.de; sowie auch meinen Beitrag über „Generationsgerechte Bildung“, veröffentlich in der Berliner Bildungszeitung bbz der Bildungsgewerkschaft GEW vom Juli/ August 2021, Seite 44, Gesamtheft, als PDF, unter gew-berlin.de oder gew-berlin.de.

„… die beutegierige Canallie hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“ – Dieser bei der Kundgebung für den Erhalt des Russischen Hauses in Berlin plakatierte Auszug des Zitates von dem Pazifisten und Publizisten Carl von Ossietzky (1889 bis 1938) ist aus dessen Offenen Brief vom 8. Dezember 1931 an dem damaligen Reichswehrminister Wilhelm Groener entnommen. Die komplette Passage zu dessen präziser Erkenntnis lautet: „Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Frieden. Ich habe noch niemanden gekannt, der zur Stillung seiner Geldgier auf Frieden gesetzt hätte. Die beutegierige Canallie hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“
Der Friedensnobelpreisträger von 1935, Chefredakteur und, bis zum totalitären Cancel Culture der „Gleichschaltung“ ab 1933 im damaligen faschistischen Deutschland, Herausgeber von „Die Weltbühne“ erlag 1938 den Folgen der in KZ-Haft erlittenen Folterungen und Torturen.
Carl von Ossietzky, „Offener Brief an Reichswehrminister Groener“, Die Weltbühne, 8. Dezember 1931, Online Archive, archive.org

Nichts versetzt die herrschenden Oligarchen des Eroberungs- und Habgier-Kapitalismus mehr in Angst und Schrecken als ihr „Alptraum“ vom Verlust „ihres“ erbeuteten Eigentums, „ihrer“ Macht und „ihres“ Vermögens. Sie werden sich daher immer an „den Russen“ wegen derer erfolgreichen proletarischen Revolution „rächen“ wollen – und jedenfalls alles dafür tun, dass deren erreichte höhere Stufe der Menschheitsentwicklung nicht weiter „exportiert“, sondern verhindert wird.
Heute ist das System der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen für die Finanzkapitalisten, den bisherigen Herrschern des „Westens“, vor allem durch die prosperierende sozialistische Volksrepublik China herausgefordert und komplett in Frage gestellt. China möchten diese Oligarchen daher mit aller Gewalt schwächen und lieber heute als morgen in Kriege verwickeln und zersprengen.
Über diese, oder auch andere Themen vertieft nachzudenken und zu diskutieren, regt die Schließung des Russischen Hauses durch die Vasallen-Regierung in der US-Bundeshauptstadt Berlin an. Vergleiche Albert Einstein „Warum Sozialismus?“, „Why Socialism“, Erstveröffentlichung in Monthly Review, New York, 1949, in deutscher Übersetzung veröffentlicht „Zum 65. Todestag von Albert Einstein“, UZ Unsere Zeitung, die Demokratische, 18. April 2020, unsere-zeitung.at; vergleiche auch Ulrich Falke, „Hitlers Rede, Teil 1 von 4“, Manova, 31. Januar 2026, manova.news; siehe auch die Teile 3 bis 4 der vierteiligen Beitragsserie „Hitlers Rede“, Manova, 2., 6. und 7. Februar 2026, manova.news, manova.news und manova.news

Nachdenken über Immanuel Kant (1724 bis 1804), zu dem das an dem Fahrrad angebrachten Plakat motiviert: Das vollständige Zitat des Philosophen aus dessen Schrift „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ aus dem Jahr 1784 lautet: „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.“
Empfehlenswert zur Vertiefung ist auch der zweiteilige Vortrag von Rainer Mausfeld zu der Frage „Warum Krieg?“, veranstaltet vom Westend Verlag in Neuissenburg, abrufbar bei YouTube, wo der Psychologe und Autor verschiedentlich auf Immanuel Kant eingeht, insbesondere, ab Minute 31, auf dessen zentralen, bis heute, nicht zuletzt durch Übernahme in die UN-Charta, wirkvollen philosophischen Entwurf „Zum ewigen Frieden“, im Teil 1 mit dem Titel „Das Recht als Schutzelement gegen Bürgerkrieg und Krieg“, youtube.com, siehe auch Teil 2 mit dem Titel „Rechtsverachtung und Rechtsnihilismus des Stärkeren“, youtube.com

„Der Widerstand gegen die Bereitschaft zum Krieg und zur Rüstung für den Krieg liegt eigentlich nur darin, sich nicht länger einschüchtern zu lassen,“ so der Psychologe und ehemalige Theologie-Professor Eugen Drewermann in seiner „Rede gegen den Krieg – ‘Ohne NATO leben – Ideen zum Frieden’“ am 30. Juni 2022 in der Humboldt-Universität Berlin, vergleiche dahemm.de: „Wir müssten den uns Regierenden erklären: Wir lassen uns von euch nicht länger ins Bockshorn jagen durch immer neue Schreckensszenarien wie „Der Russe kommt!“, wie „Der Chinese kommt!“ Dass ihr kommt, ist schlimm genug! Und jetzt machen wir euch da oben Angst, weil wir uns keine Angst mehr machen lassen. Wir wollen den Todeskreislauf der ständigen Eskalation, wer kann noch effizienter, besser und umfänglicher morden, ein für alle mal beseitigen. Die uns Vertretenden haben die Pflicht, sich zueinander zu setzen und über ihre Ziele, ihre Interessen verträglich zu verhandeln.“
Zuvor schon stellte Drewermann, so in seiner Rede in München 2017 auf der Kundgebung „Frieden statt Nato. Nein zum Krieg“ klar: Die NATO „ist keine Sicherheitsarmee, sie ist ganz im Gegenteil die schlimmste Kriegsmaschinerie in aggressiver Absicht, die die Menschheit je gesehen hat.“ Dieses Militärbündnis, angeführt von der Kriegsnation USA, „stabilisiert keinen Staat, aber sie hat inzwischen sieben islamische Staaten bis in den Ruin bombardiert.“ Vergleiche Weltnetz TV, 18. Februar 2017, youtube.com, vergleiche auch Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann, „Festakt zu Ehren von Helene und Ansgar Klein, Aachen, 14. Juni 2026, 45 Jahre für Frieden und Menschlichkeit,“ nrhz.de

„Antideutsche“ wollen verdrängen. In der Bundesrepublik wird alles unternommen, dass die Nachfahren an das Trauma der von ihren Vätern und Großvätern als Soldaten der deutschen Wehrmacht oder als „Ordnungskräfte“ in der SS- und Polizei-Einsatzgruppen begangenen Verbrechen in der ehemaligen Sowjetunion erinnert werden. Die generationsübergreifende Last blieb unbehandelt, und, wie es Psychologen sagen, sie bleibt dadurch virulent und muss, bis zur Heilung, wiederholt werden. Einer der mutigen Beobachter, der es wagte, in all der Ablenkung und der Selbstgefälligkeit, noch in der Phase seines „Wirtschaftswunders“ – bewirkt durch den Wiederaufbau des zerstörten Deutschlands nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg – den Nebel des Vergessens dieser Schuld zu lüften, war Heinrich Böll (1917 bis 1985). So schrieb der Literaturnobelpreisträger von 1972, in seinem Beitrag „Notwendiger Blickwechsel – Vorwort zu von Moskau nach Berlin" von 1979: "Schrecken und Leiden kamen ja nicht aus heiterem Himmel (…). 20 Millionen Tote allein in der Sowjetunion, einige tausend zerstörte Städte, siebzigtausend zerstörte Dörfer. (…) Menschen sind sie alle! Menschen waren die zwanzig Millionen Opfer, Menschen ihre Angehörigen, Menschen waren es, deren Häuser, Dörfer, Städte zerstört wurden; anders ausgedrückt: sie sind von unserer Art.“ Und, als habe er seine Erkenntnis für unsere, nun sich „ewig“ wiederholende Gegenwart geschrieben: „Ich nehme an, eine solche Feststellung gilt auch heute noch als Ketzerei.“ Aus „Die ‚Einfachheit‘ der ‚kleinen‘ Leute. Schriften und Reden 1978–1981“, München 1985, Seite 56 folgende.
Vergleiche World Jewish Congress (WJC), „Fakten über den Holocaust“ zur Frage „Waren Juden die einzigen Opfer der Verfolgung durch die Nazis?“, aboutholocaust.org; vergleiche Ullrich Mies, „Was kennzeichnet den Faschismus nach Richard Löwenthal?“, in „Das 1x1 des Staatsterrors. Der neue Faschismus, der keiner sein will“, Hamburg, (3. korrigierte und erweiterte Auflage), 2024, Seite 157 folgende, und, derselbe Autor, „Des Faschismus neue Kleider – Was keiner sehen will, geschieht vor aller Augen: Die Demokratie verwandelt sich in einen transnationalen Überwachungskapitalismus. Exklusivauszug aus ‚Das 1x1 des Staatsterrors‘“, Manova, vormals Rubikon, 25. Oktober 2023, manova.news;
vergleiche auch von Rudi Dutschke, „Besetzt Bonn!“ (Seite, 96 folgende), „Wir waren niemals eine Studentenbewegung (Brief über das Sektierertum)“, Arhus, 25. Juni 1971 (Seite 129 folgende), „Demokratie, Universität und Gesellschaft (Wir sind dabei, die akademische Würde zu verlieren – und das ist auch gut so)“, Beitrag vom Mai 1967 (Seite 61 folgende) sowie „Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf (Rede auf dem Internationalen Vietnam-Kongreß)“ in West-Berlin, Februar 1968 (Seite 105 folgende)“, die Reden und Beiträge aus „Geschichte ist machbar. Texte über das herrschende Falsche und die Radikalität des Friedens“, Berlin, 1980, sind online abrufbar unter: archive.org
Eine Katharsis von dieser Schuld ist durch Verdrängung und Einengung von Völker übergreifendem Austausch nicht möglich, sondern umgekehrt. Nur durch deutliches Eingestehen und wachem Bewusstsein, wie ihn Anregungen und Anschauungen von anderen Nationen – im Austausch – fördern, lassen sich am besten Klarheit und Läuterung erlangen. Die russische Führung hat nie das deutsche Volk wegen ihrer Morde angeklagt, nicht einmal wegen dessen mehrheitlich ungefestigter moralischer Haltung, sondern immer nur ihre Führer. Inzwischen scheinen wir an einem Punkt der Geschichte angekommen, wo selbst die sozialistische Führung der russischen Föderation nicht mehr bereit ist, jede feindliche Provokation der US-Enklave Deutschland durchgehen zu lassen. Dabei wiegt das durch ihre mörderischen Vorfahren stark belastete „Karma“ schwer auf den Deutschen, so dass ihr „Schicksal“ bei dem kommenden Weltkrieg mit der Auslöschung Deutschlands enden dürfte.

„Vor und nach dem faschistischen Umsturz herrscht Kapitalismus“, schrieb „der“ Faschismusforscher Richard Löwenthal (1908 bis 1991, Pseudonym Paul Sering): „Je schärfer die inneren Widersprüche des faschistischen Systems sich zuspitzen und seine Stabilität gefährden, je unerträglicher der ökonomische Druck der systematischen konzentrierten Kriegsvorbereitung für das kapitalschwache faschistische Land wird, desto dringender wird das Bemühen der faschistischen Außenpolitik, jeden Gegensatz unter den anderen Mächten zu nutzen, um selbständig Boden zu gewinnen oder in aggressiven Bündniskombination Anschluss zu finden. Der faschistische Imperialismus, der Imperialismus der Bankrotteure ist der aggressivste Kriegstreiber unter allen Imperialismen. Nur in der erneuten Spaltung der Welt in zwei große Kriegsfronten, nur in einer mächtigen Gruppierung eines neuen Weltkrieges kann er hoffen, seine Ziele zu verwirklichen, die eigenen Lasten nach außen abzuwälzen und seine Macht erneut zu stabilisieren. Um dieser Notwendigkeit willen muss er auch das Risiko eingehen, daß sein System der gewaltigen Belastungsprobe des Krieges nicht standhält.“
Aus: Paul Sering (Pseudonym von Richard Löwenthal), „Der Faschismus“, „1. Teil: Voraussetzungen und Träger.“ und „2. Teil: System und Widersprüche.“, in „Faschismus und Monopolkapitalismus. 6 frühe Aufsätze, Karlsbad 1935/36“, Seite 22 folgende, Seite 45 folgende und 52 folgende.
Rudolph Bauer knüpft an Löwenthals Erkenntnisse an und überträgt dessen Analyse auf die Gegenwart. Danach verlangt „die Geldwirtschaft des imperialistischen Kapitalismus (…) in der Krise entweder die kriegerische Zerstörung im Außen, das heißt die territoriale Eroberung von Ressourcen und Märkten, sowie Wiederaufbaumaßnahmen im Gefolge der Zerstörungen. In diesem Zusammenhang werden Russland und China von der imperialistischen Nato zu Feindbildern stilisiert.
Oder/und das kapitalistische System erzwingt im Innern eine grundlegende Umwälzung der Produktionsweise. Ziel ist es die Produktivkräfte im Sinn der industriellen Revolution, des ‚Great Reset‘ (Schwab/Malleret 2020) grundlegend umzuschichten und von oben nach unten neu auszutarieren.“
Aus Rudolph Bauer, „Vernunft in Quarantäne – Der Lockdown als Zivilisationsbruch und Politikversagen“, Bergkamen 2021, Seite 6; vergleiche Daniel Sandmann, „Das Karzinom des Kapitalismus – Rudolph Bauer zeigt in seinen Aufsätzen, dass linke Corona-Kritik zwingend ist“, Manova, vormals Rubikon, 2. Juni 2021, manova.news
Löwenthal (Pseudonym Paul Sering) sah seinerzeit allerdings noch als Ausweg vor dem zunehmenden Totalitarismus und dem drohenden Weltkrieg „Eine deutsche Revolution, die die Wurzeln des Faschismus beseitigen will, muß endlich mit jenen ewigen Herden der Konterrevolution aufräumen, die immer wieder in der deutschen Geschichte die gleiche, verhängnisvolle Rolle gespielt haben. Die Enteignung des Großgrundbesitzes und der Schwerindustrie ist eine unumgängliche politische Notwendigkeit jeder demokratischen Entwicklung in Deutschland.“
Eine Hoffnung, dass selbst Deutschland noch eine positive Entwicklung in der Geschichte nehmen könnte, hegte, bis zuletzt, auch die Pazifistin Antje Vollmer (1943 bis 2023), als sie schon, um ihren, wegen der prognostizierten unheilbarer Krankheit, nahenden eigenen Tod wusste, am Ende ihrer Karriere als Politikerin und Publizistin in ihrem „Vermächtnis“ schrieb: „Europa steht kurz vor der Phase einer großen Ernüchterung, die das eigene Selbstbild tief erschüttern wird.“ Befreit von westlicher Hybris der „Überheblichkeit“ und gelöst vom Würgegriff des bisherigen Hegemons USA könnte Europa tatsächlich eine konstruktive Rolle spielen, als Zusammenschluss blockfreier Staaten, die im Weltgefüge vermittelt und sich Themen widmet, die wirklich zählen, um in eine lebenswerte Zukunft, möglichst aller, zu führen. „Der Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der Menschheit, gerade in Zeiten großer Krisen und existenzieller Ängste,“ so Vollmer. „Heute aber gilt: Wer die Welt wirklich retten will, diesen kostbaren, einzigartigen, wunderbaren Planeten, der muss den Hass und den Krieg gründlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption.“
Aus „Antje Vollmer, ‚Vermächtnis einer Pazifistin. Was ich noch zu sagen hätte‘“, in „Antje Vollmer, „Den Krieg verlernen – Zum Vermächtnis einer Pazifistin“, Hamburg, 2024, Seite 11 folgende, und „Vermächtnis einer Pazifistin“, Erstveröffentlicht in der Berliner Zeitung, 25./26. Februar 2023, Seite 24 – 25, antje-vollmer.de; vergleiche Michael Maier, Interview mit Antje Vollmer, „‚Jeder wirkliche Fortschritt ist pazifistisch‘. Die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Grünen-Politikerin Antje Vollmer über Deutschland, Europa und den Abbau von Feindbildern“, Berliner Zeitung, 20./21. Juni 2020, Seite 6, berliner-zeitung.de (hinter der Bezahlschranke).
Mit meinem Foto und der darauf verschwommen, im Hintergrund hinter der Polizeikette, zu erkennenden Gruppe verbinde ich den eigens fett herausgestellten Schlüsselsatz der Veröffentlichung von Ingar Solty über „Frieden, soziale Gerechtigkeit und Klima. DIE LINKE muss ihr Verhältnis zu China klären“ (aus „Chinas Jahrhundert, Werkstattgespräch“, von 2021) „Wer als Linker die Konfrontation des Westens mitträgt, weil er die inneren Verhältnisse in China für kritikabel hält, macht sich letztlich zum nützlichen Idioten des westlichen Imperialismus.“ Die gleiche Assoziation habe ich auch zu der in dem oben angeführten Beitrag von Günter Rexilius beschriebenen Gruppe der „Demonstrationen ‚gegen rechts’“. Vergleiche auch Tove Soiland, „Der hypermoderne Hygienismus und die Linke. Tendenzen eines postideologischen Totalitarismus“, Das Argument, 341/ 2023, September 2023, linksbündig, static1.squarespace.com.

Die passgenaue Antwort auf die bei diesem Foto abgebildeten Frage „Deutschland! Was als nächstes: Bücherverbrennung?!“ gibt, meiner Meinung nach, Fabio Vighi, so in seinem in Zürich am 23. Januar 2026 gehaltenen Vortrag „Erfolgreiche Paranoia - Wie wir den systemischen Kollaps verleugnen und uns dabei in der Barbarei der Kriegsökonomie wiederfinden.“ Sehe „Linksbündig.ch“, youtube.com.
Der italienische Kulturwissenschaftler, derzeit mit Lehrtätigkeit an der Cardiff University, sagt: „Umso schneller der ‚Krisenkapitalismus‘ arbeitet – mittels Schulden, surrealer Finanzialisierung und Verdrängung durch technologischen Fortschritt –, umso dringender muss die Kriegsrhetorik mobilisiert werden, um Glaubensüberzeugungen zu stabilisieren. ‚Krieg‘ ist in diesem Sinne keine Unterbrechung von ‚ökonomischer Rationalität‘; sondern ihre Fortsetzung mit anderen Mitteln. Das Erzeugen von Feinden wird der paranoide Mechanismus, durch den sich ein kollabierendes System selbst davon überzeugt, dass es immer noch rational handelt.
Finanzblase, Notkreditaufnahmen, soziale Disziplinierung, Überwachung, die bargeldlose Gesellschaft, Wiederaufrüstung, das Einfrieren von Bankkonten und Austeritätsmaßnahmen können so allesamt nicht als Symptome strukturellen Scheiterns, sondern als vernünftige, ja logische Reaktionen auf eine überwältigenden äußere Bedrohung dargestellt werden.
Kurz gesagt, FEIND ist der Name, den wir den zerstörerischen Widersprüchen des Kapitalismus selbst geben, wenn wir diese nicht mehr direkt konfrontieren wollen. Die innere Krankheit wird externalisiert, um das System gegen sich selbst zu immunisieren.“
„Schulden,“ erklärt Vighi weiter, „die Ausgabe und Investition in Anleihen, insbesondere in US-Staatsanleihen, die das Fundament unserer Welt bilden – funktionieren heute so wie Schrebers Gott in seiner Wahnvorstellung: Sie sind unsichtbar, allmächtig und garantieren den vermeintlichen Zusammenhalt der destruktiven, implodierenden (möglicherweise bereits implodierten) kapitalistischen Produktionsweise. Solange Schulden refinanziert werden, macht alles Sinn. Kreditströme machen unseren kollektiven Wahn erfolgreich. Sie verzögern den Zusammenbruch, während unsere Welt tatsächlich kollabiert. In diesem Sinne sind Krieg und Schulden untrennbar miteinander verbunden und bilden die Säule der Moderne.“
„In dieser Welt“, folgert der Autor, „ist Verschuldung nach wie vor unser einziger Lebenselixier. Und das zentrale Problem unserer Zeit ist nicht, wie man fiktives Kapital in reale Produktion umwandelt – dafür ist es viel zu spät –, sondern vielmehr, wie man die Schulden refinanziert, wie man die Schuldenketten verlängert und fortsetzt; wie man weiterhin auf geliehenen Flügeln fliegt und gleichzeitig sicherstellt, dass 1. die Megablase des fiktiven Kapitals nicht platzt; und 2. die durch die massiven Kreditspritzen verursachte unaufhaltsame Abwertung unserer Währungen nicht zu einer verheerenden Hyperinflationswelle führt – zu einem Weimar 2.0.“
„Aber natürlich“, so Vighi, „bleibt die Lage äußerst riskant, denn die Refinanzierung der beispiellosen Schuldenlast Amerikas (38 Billionen Dollar und steigend) erfordert die Rechtfertigung für das Aussetzen normaler Finanzregeln. Und historisch gesehen wurde diese Rechtfertigung stets durch Krisen geliefert: Kriegsmobilisierungen, der Finanzkollaps von 2008 und Covid, die alle den politischen Deckmantel für eine unbegrenzte Geldschöpfung in Rekordgeschwindigkeit lieferten.
Eine Krise löste nahtlos die nächste ab. Entscheidend war die Schaffung einer neuen politischen Legitimation – des Putin-Virus (…) – für die Schuldenemissionen und Liquiditätsspritzen. Nicht die Art der Bedrohung war ausschlaggebend, sondern ihre Funktion: die Legitimierung des außerordentlichen Gelddruckens, um die Finanzmärkte kurzfristig zu retten. Das jüngste 90-Milliarden-Euro-Kreditpaket der EU für die Militärausgaben der Ukraine setzt diese Logik lediglich fort und verwandelt eine sorgfältig kultivierte und aktiv verlängerte geopolitische Dringlichkeit in ein weiteres Instrument zur Notfallfinanzierung.
Wenn die USA heute ein noch nie dagewesenes, galaktisches Schuldenregime darstellen, das, um zu funktionieren, immer mehr künstliche, unproduktive und inflationäre Liquidität schaffen muss, spiegelt Europas Aufrüstung die gleiche Logik wider: die einer wirtschaftlichen Zerstörungsmaschine, die ständig mit Krisen und Katastrophen liebäugeln muss, um zu funktionieren. Nichts ist paranoider als das – bis freilich die Realität des Kriegs näher rückt.“
vergleiche Ullrich Mies, „Der Putsch von oben. Die Demokratie ist abgeschafft, eine von den Bedürfnissen der Menschen völlig abgekoppelte ‚elitäre‘ Kaste marschiert in Richtung zentralisierter Superstaat.“, Manova, vormals Rubikon, 2. Februar 2023, manova.news; siehe auch Amseln Lenz, Ullrich Mies, „Der Ausnahmezustand als Regel“, Manova, vormals Rubikon, 8. Oktober 2021, manova.news, sowie Hermann Ploppa, „Willkommen im Dritten Weltkrieg – Vom Regionalkrieg zum globalen Flächenbrand“, Neue Rheinische Zeitung, 22. August 2026, nrhz.de, und, schließlich, Lucía Hernandes (Erstveröffentlichung in Bogotá, Kolumbien), „Ein Staatsstreich in gesundheitlichen Gewand“, Demokratischer Widerstand, Ausgabe 7, 6. Juni 2020, Seite 4, demokratischerwiderstand.de, oder, im spanisch-sprachigen Original zu finden auch im Zeitungsarchiv: demokratischerwiderstand.de.
Online-Flyer Nr. 868 vom 12.09.2026
Kundgebung zum Erhalt des Russischen Hauses, Berlin, Friedrichstraße, 4. September 2026
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Texte und Fotos von Ulrich Falke
Der Arbeiter-Fotograf und Publizist aus Berlin hat die Kundgebung am 4. September 2026 zum Erhalt des Russischen Hauses in der Friedrichstraße, Berlin-Mitte, begleitet. Die Veranstaltung des Bündnisses Sarah Wagenknecht (BSW) stand unter dem Motto „Brücken statt Mauern“, mit dem die Organisatoren und Teilnehmer auch ein deutlichen Signal ihres Bekenntnisses zum Frieden und gegen das Kriegsgehetze der deutschen US-Vasallen in Politik und Medien setzen wollten, die die russische Kultureinrichtung schließen und die Russophobie und die Teilung der Gesellschaft weiter eskalieren sollen. Aufgerufen haben der BSW, wie es in dem Pressetext heißt, weil es gerade in Krisenzeiten gelte, Kulturinstitute aufrechtzuerhalten und den Bürgerdialog zu fördern, die „eine Grundlage für zukünftige Besserung und politische Verständigung“ bilden (bsw.berlin). Inspiriert durch die Bilder der Kundgebung ergänzt der Autor seine Dokumentation nun mit Reflexionen und Auszügen von Analysen gesellschaftspolitischer Beobachter. Dies im Sinne von Rosa Luxemburg: „Sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat“. 
Gegen Russen-Hetze und Kriegstreiberei wie zu Hitlers-Zeiten, stattdessen gemeinsam mit der 91jährigen Laura von Wimmersperg für Geschichtsbewusstsein, für kulturellen Austausch und für Frieden. Es gilt, „Brücken statt Mauern“ zu bauen. Vergleiche auch: „Berliner Bündnis, Stopp Defender 2020. Offener Brief an die russländische Bevölkerung“ (frikoberlin.de)

Fahnenmeer bei „Brücken statt Mauern“ gegen das nationalistische „Cancel Culture“ der devoten Transatlantiker und ihrer Konzern-Knechte. Alternativlos befruchtend dagegen ist der Kultur-Austausch, für den das Russische Haus steht. Denn so schon Friedrich Nietzsche (1844 bis 1900): „Was man deutsche Musiker nennt, die größten voran, sind Ausländer, Slaven, Croaten, Italiener, Niederländer – oder Juden.“ Russen und Juden waren für Nietzsche die Impulsgeber der Kultur. Umgekehrt, so der Philosoph, ist „dieser künstliche Nationalismus (…) in seinem Wesen ein gewaltsamer Not- und Belagerungszustand, welcher von wenigen über viele verhängt ist, und braucht List, Lüge und Gewalt, um sich in Ansehen zu halten. Nicht das Interesse der Vielen (…), sondern vor allem das Interesse bestimmter Fürstendynastien, sodann bestimmter Klassen des Handels und der Gesellschaft, treibt zu diesem Nationalismus; hat man dies einmal erkannt, so soll man sich nur ungescheut als guten Europäer ausgeben und durch die Tat der Verschmelzung der Nationen arbeiten.“, (aus Friedrich Nietzsche, „Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister“, erstveröffentlicht, in zwei Bänden, 1886 in Leipzig , Aphorismus 475, Erster Band, „Der europäische Mensch und die Vernichtung der Nationen“, Internet Archive, archive.org, vergleiche auch „Der Fall Friedrich Nietzsche – Kriminalgeschichte einer Verfälschung“, Buch und Regie Reinhold Jaretzky, Dokumentation des ZDF von 1999, abrufbar noch bei youtube.com

„Eurasien = Frieden! USA = Krieg.“, diese Welt-Formel referiert auf die Tatsache, dass die „Räuberhöhle“ USA seit 250 Jahren 469 Kriege geführt hat, „nur fünf verfassungsgemäß – Das angebliche Musterland der Demokratie ist ein Musterland des Krieges.“, so der Autor Werner Rügemer in seinem aktuellen Beitrag im „Hintergrund“, Heft 9/10 2026 mit seinem Titel „Nie wieder Frieden?“ hintergrund.de; vergleiche auch den früher verfassten Beitrag dieses Autoren „Russland erobern, diesmal transatlantisch. Vor 50 Jahren, am 19.4.1967, starb Konrad Adenauer“, Manova, vormals Rubikon, 19. April 2017, manova.news; siehe auch „219 US-Kriege“, Kla.TV-Produktion, 9. Oktober 2016, kla.tv
Die Chance auf Frieden und weitestgehende Partizipation aller am gemeinsam geschaffenen Wohlstand hingegen versprechen Bündnisse wie BRICS, Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und Netzwerke wie die von der Volksrepublik China forcierte „Neue Seidenstraße“. Dabei hilft ein Blick zurück in die Geschichte, schreibt der Autor und Herausgeber Michael Geiger in seinem Essay „Hundert Jahre praktische Politik der KP Chinas. Zwei Systeme – eine Erfahrung“: Sie „zeigt, dass der Erfolg des Aufstiegs (oder des Untergangs) großer Reiche in hohem Maß mit dem Maß an der Verwirklichung von Gerechtigkeit einhergeht.“ Auch im traditionellen sozialistischen Denken stünde die soziale Frage im Zentrum. Aus: „Chinas Jahrhundert. Werkstattgespräch“, herausgegeben von Michael Geiger, Berlin, 2021, Seite 171 folgende.
Umgekehrt gilt Deutschland heute als das ungerechteste Land der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt der Publizist Günter Rexilius, der in seinem Ossietzky-Beitrag „Demonstrationen ‚gegen rechts’“, vom Februar 2024 bei dem der Autor auf aktuelle Auswertungen von Oxfam zurückgreift: „In keinem anderen europäischen Land – und nur in einem über die europäischen Grenzen hinaus – sind die Unterschiede zwischen reichen und armen Menschen (…) größer und beschleunigen sich schneller als in Deutschland.“
Zugleich stellte der Publizist klar: „Welche Szenarien immer rechte Debattierklubs oder Planungszirkel entwerfen mögen, die legalisierte gesellschaftliche Realität ist ihnen voraus. Nicht nur werden Seenotretter behindert oder kriminalisiert, die europäische Grenzschutzorganisation Frontex oder die italienische Küstenwache drängen unter dem Vorwand, gegen Schleuser vorzugehen, Flüchtlinge zurück nach Nordafrika. Die nordafrikanischen Staaten werden mit Hunderten von Millionen Euro dafür bezahlt, dass sie geflüchtete Menschen »zurücknehmen« oder verhindern, dass sie den afrikanischen Kontinent in Richtung Europa verlassen. Menschen, die dort ausharren in der Hoffnung, irgendwann nach Europa zu gelangen, werden auf europäisches Geheiß in Internierungslager gepfercht: Zwar enden sie nicht in Gasöfen und Krematorien, sind aber Gewalt und Rechtlosigkeit schutzlos ausgeliefert.“ Aus Ossietzky 3/2024, Seite 65 folgende, ossietzky.net.
Vergleiche Franziska Heinisch, Sarah Hadj Ammar und andere, „Den entfesselten Markt wieder an die Leine legen“, „Globale Gerechtigkeit endlich konsequent angehen“ sowie „Frieden garantieren und Menschenrechte einhalten“, in „Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen – 10 Bedingungen für die Rettung unserer Zukunft“, Der Jugendrat der Generationen Stiftung, herausgegebenen von Claudia Langer, München, 2019, Seiten 69 folgende, 165 folgende und 189 folgende; vergleiche auch Christian Kreiß, „Wohnen nur für Reiche – In deutschen Großstädten steigen die Mieten rasant, weil Boden und Grundstücke sehr ungleich verteilt sind“, Manova, vormals Rubikon, 8. August 2023, manova.news; siehe auch das Interview von Susanne Lenz mit dem chinesischen, heute in Portugal lebenden Künstler Ai Weiwei, veröffentlich in Berliner Zeitung, Ausgabe 2. bis 4. Oktober 2020, Sonderseiten ‚Weißbuch’, mit Fragen an den Künstler und Menschenrechtler zum Systemvergleich: berliner-zeitung.de (hinter der Bezahlschranke), auszugsweise in meinem Beitrag in Manova, vormals Rubikon, „Tödlicher Lockdown“ vom 26. November 2020, manova.news; vergleiche auch Jonas Gerwens, „Ai Weiwei kehrt nach China zurück“, kunst:mag, 23. Februar 2026, kunst-mag.de; sowie auch meinen Beitrag über „Generationsgerechte Bildung“, veröffentlich in der Berliner Bildungszeitung bbz der Bildungsgewerkschaft GEW vom Juli/ August 2021, Seite 44, Gesamtheft, als PDF, unter gew-berlin.de oder gew-berlin.de.

„… die beutegierige Canallie hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“ – Dieser bei der Kundgebung für den Erhalt des Russischen Hauses in Berlin plakatierte Auszug des Zitates von dem Pazifisten und Publizisten Carl von Ossietzky (1889 bis 1938) ist aus dessen Offenen Brief vom 8. Dezember 1931 an dem damaligen Reichswehrminister Wilhelm Groener entnommen. Die komplette Passage zu dessen präziser Erkenntnis lautet: „Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Frieden. Ich habe noch niemanden gekannt, der zur Stillung seiner Geldgier auf Frieden gesetzt hätte. Die beutegierige Canallie hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“
Der Friedensnobelpreisträger von 1935, Chefredakteur und, bis zum totalitären Cancel Culture der „Gleichschaltung“ ab 1933 im damaligen faschistischen Deutschland, Herausgeber von „Die Weltbühne“ erlag 1938 den Folgen der in KZ-Haft erlittenen Folterungen und Torturen.
Carl von Ossietzky, „Offener Brief an Reichswehrminister Groener“, Die Weltbühne, 8. Dezember 1931, Online Archive, archive.org

Nichts versetzt die herrschenden Oligarchen des Eroberungs- und Habgier-Kapitalismus mehr in Angst und Schrecken als ihr „Alptraum“ vom Verlust „ihres“ erbeuteten Eigentums, „ihrer“ Macht und „ihres“ Vermögens. Sie werden sich daher immer an „den Russen“ wegen derer erfolgreichen proletarischen Revolution „rächen“ wollen – und jedenfalls alles dafür tun, dass deren erreichte höhere Stufe der Menschheitsentwicklung nicht weiter „exportiert“, sondern verhindert wird.
Heute ist das System der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen für die Finanzkapitalisten, den bisherigen Herrschern des „Westens“, vor allem durch die prosperierende sozialistische Volksrepublik China herausgefordert und komplett in Frage gestellt. China möchten diese Oligarchen daher mit aller Gewalt schwächen und lieber heute als morgen in Kriege verwickeln und zersprengen.
Über diese, oder auch andere Themen vertieft nachzudenken und zu diskutieren, regt die Schließung des Russischen Hauses durch die Vasallen-Regierung in der US-Bundeshauptstadt Berlin an. Vergleiche Albert Einstein „Warum Sozialismus?“, „Why Socialism“, Erstveröffentlichung in Monthly Review, New York, 1949, in deutscher Übersetzung veröffentlicht „Zum 65. Todestag von Albert Einstein“, UZ Unsere Zeitung, die Demokratische, 18. April 2020, unsere-zeitung.at; vergleiche auch Ulrich Falke, „Hitlers Rede, Teil 1 von 4“, Manova, 31. Januar 2026, manova.news; siehe auch die Teile 3 bis 4 der vierteiligen Beitragsserie „Hitlers Rede“, Manova, 2., 6. und 7. Februar 2026, manova.news, manova.news und manova.news

Nachdenken über Immanuel Kant (1724 bis 1804), zu dem das an dem Fahrrad angebrachten Plakat motiviert: Das vollständige Zitat des Philosophen aus dessen Schrift „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ aus dem Jahr 1784 lautet: „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.“
Empfehlenswert zur Vertiefung ist auch der zweiteilige Vortrag von Rainer Mausfeld zu der Frage „Warum Krieg?“, veranstaltet vom Westend Verlag in Neuissenburg, abrufbar bei YouTube, wo der Psychologe und Autor verschiedentlich auf Immanuel Kant eingeht, insbesondere, ab Minute 31, auf dessen zentralen, bis heute, nicht zuletzt durch Übernahme in die UN-Charta, wirkvollen philosophischen Entwurf „Zum ewigen Frieden“, im Teil 1 mit dem Titel „Das Recht als Schutzelement gegen Bürgerkrieg und Krieg“, youtube.com, siehe auch Teil 2 mit dem Titel „Rechtsverachtung und Rechtsnihilismus des Stärkeren“, youtube.com

„Der Widerstand gegen die Bereitschaft zum Krieg und zur Rüstung für den Krieg liegt eigentlich nur darin, sich nicht länger einschüchtern zu lassen,“ so der Psychologe und ehemalige Theologie-Professor Eugen Drewermann in seiner „Rede gegen den Krieg – ‘Ohne NATO leben – Ideen zum Frieden’“ am 30. Juni 2022 in der Humboldt-Universität Berlin, vergleiche dahemm.de: „Wir müssten den uns Regierenden erklären: Wir lassen uns von euch nicht länger ins Bockshorn jagen durch immer neue Schreckensszenarien wie „Der Russe kommt!“, wie „Der Chinese kommt!“ Dass ihr kommt, ist schlimm genug! Und jetzt machen wir euch da oben Angst, weil wir uns keine Angst mehr machen lassen. Wir wollen den Todeskreislauf der ständigen Eskalation, wer kann noch effizienter, besser und umfänglicher morden, ein für alle mal beseitigen. Die uns Vertretenden haben die Pflicht, sich zueinander zu setzen und über ihre Ziele, ihre Interessen verträglich zu verhandeln.“
Zuvor schon stellte Drewermann, so in seiner Rede in München 2017 auf der Kundgebung „Frieden statt Nato. Nein zum Krieg“ klar: Die NATO „ist keine Sicherheitsarmee, sie ist ganz im Gegenteil die schlimmste Kriegsmaschinerie in aggressiver Absicht, die die Menschheit je gesehen hat.“ Dieses Militärbündnis, angeführt von der Kriegsnation USA, „stabilisiert keinen Staat, aber sie hat inzwischen sieben islamische Staaten bis in den Ruin bombardiert.“ Vergleiche Weltnetz TV, 18. Februar 2017, youtube.com, vergleiche auch Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann, „Festakt zu Ehren von Helene und Ansgar Klein, Aachen, 14. Juni 2026, 45 Jahre für Frieden und Menschlichkeit,“ nrhz.de

„Antideutsche“ wollen verdrängen. In der Bundesrepublik wird alles unternommen, dass die Nachfahren an das Trauma der von ihren Vätern und Großvätern als Soldaten der deutschen Wehrmacht oder als „Ordnungskräfte“ in der SS- und Polizei-Einsatzgruppen begangenen Verbrechen in der ehemaligen Sowjetunion erinnert werden. Die generationsübergreifende Last blieb unbehandelt, und, wie es Psychologen sagen, sie bleibt dadurch virulent und muss, bis zur Heilung, wiederholt werden. Einer der mutigen Beobachter, der es wagte, in all der Ablenkung und der Selbstgefälligkeit, noch in der Phase seines „Wirtschaftswunders“ – bewirkt durch den Wiederaufbau des zerstörten Deutschlands nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg – den Nebel des Vergessens dieser Schuld zu lüften, war Heinrich Böll (1917 bis 1985). So schrieb der Literaturnobelpreisträger von 1972, in seinem Beitrag „Notwendiger Blickwechsel – Vorwort zu von Moskau nach Berlin" von 1979: "Schrecken und Leiden kamen ja nicht aus heiterem Himmel (…). 20 Millionen Tote allein in der Sowjetunion, einige tausend zerstörte Städte, siebzigtausend zerstörte Dörfer. (…) Menschen sind sie alle! Menschen waren die zwanzig Millionen Opfer, Menschen ihre Angehörigen, Menschen waren es, deren Häuser, Dörfer, Städte zerstört wurden; anders ausgedrückt: sie sind von unserer Art.“ Und, als habe er seine Erkenntnis für unsere, nun sich „ewig“ wiederholende Gegenwart geschrieben: „Ich nehme an, eine solche Feststellung gilt auch heute noch als Ketzerei.“ Aus „Die ‚Einfachheit‘ der ‚kleinen‘ Leute. Schriften und Reden 1978–1981“, München 1985, Seite 56 folgende.
Vergleiche World Jewish Congress (WJC), „Fakten über den Holocaust“ zur Frage „Waren Juden die einzigen Opfer der Verfolgung durch die Nazis?“, aboutholocaust.org; vergleiche Ullrich Mies, „Was kennzeichnet den Faschismus nach Richard Löwenthal?“, in „Das 1x1 des Staatsterrors. Der neue Faschismus, der keiner sein will“, Hamburg, (3. korrigierte und erweiterte Auflage), 2024, Seite 157 folgende, und, derselbe Autor, „Des Faschismus neue Kleider – Was keiner sehen will, geschieht vor aller Augen: Die Demokratie verwandelt sich in einen transnationalen Überwachungskapitalismus. Exklusivauszug aus ‚Das 1x1 des Staatsterrors‘“, Manova, vormals Rubikon, 25. Oktober 2023, manova.news;
vergleiche auch von Rudi Dutschke, „Besetzt Bonn!“ (Seite, 96 folgende), „Wir waren niemals eine Studentenbewegung (Brief über das Sektierertum)“, Arhus, 25. Juni 1971 (Seite 129 folgende), „Demokratie, Universität und Gesellschaft (Wir sind dabei, die akademische Würde zu verlieren – und das ist auch gut so)“, Beitrag vom Mai 1967 (Seite 61 folgende) sowie „Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf (Rede auf dem Internationalen Vietnam-Kongreß)“ in West-Berlin, Februar 1968 (Seite 105 folgende)“, die Reden und Beiträge aus „Geschichte ist machbar. Texte über das herrschende Falsche und die Radikalität des Friedens“, Berlin, 1980, sind online abrufbar unter: archive.org
Eine Katharsis von dieser Schuld ist durch Verdrängung und Einengung von Völker übergreifendem Austausch nicht möglich, sondern umgekehrt. Nur durch deutliches Eingestehen und wachem Bewusstsein, wie ihn Anregungen und Anschauungen von anderen Nationen – im Austausch – fördern, lassen sich am besten Klarheit und Läuterung erlangen. Die russische Führung hat nie das deutsche Volk wegen ihrer Morde angeklagt, nicht einmal wegen dessen mehrheitlich ungefestigter moralischer Haltung, sondern immer nur ihre Führer. Inzwischen scheinen wir an einem Punkt der Geschichte angekommen, wo selbst die sozialistische Führung der russischen Föderation nicht mehr bereit ist, jede feindliche Provokation der US-Enklave Deutschland durchgehen zu lassen. Dabei wiegt das durch ihre mörderischen Vorfahren stark belastete „Karma“ schwer auf den Deutschen, so dass ihr „Schicksal“ bei dem kommenden Weltkrieg mit der Auslöschung Deutschlands enden dürfte.

„Vor und nach dem faschistischen Umsturz herrscht Kapitalismus“, schrieb „der“ Faschismusforscher Richard Löwenthal (1908 bis 1991, Pseudonym Paul Sering): „Je schärfer die inneren Widersprüche des faschistischen Systems sich zuspitzen und seine Stabilität gefährden, je unerträglicher der ökonomische Druck der systematischen konzentrierten Kriegsvorbereitung für das kapitalschwache faschistische Land wird, desto dringender wird das Bemühen der faschistischen Außenpolitik, jeden Gegensatz unter den anderen Mächten zu nutzen, um selbständig Boden zu gewinnen oder in aggressiven Bündniskombination Anschluss zu finden. Der faschistische Imperialismus, der Imperialismus der Bankrotteure ist der aggressivste Kriegstreiber unter allen Imperialismen. Nur in der erneuten Spaltung der Welt in zwei große Kriegsfronten, nur in einer mächtigen Gruppierung eines neuen Weltkrieges kann er hoffen, seine Ziele zu verwirklichen, die eigenen Lasten nach außen abzuwälzen und seine Macht erneut zu stabilisieren. Um dieser Notwendigkeit willen muss er auch das Risiko eingehen, daß sein System der gewaltigen Belastungsprobe des Krieges nicht standhält.“
Aus: Paul Sering (Pseudonym von Richard Löwenthal), „Der Faschismus“, „1. Teil: Voraussetzungen und Träger.“ und „2. Teil: System und Widersprüche.“, in „Faschismus und Monopolkapitalismus. 6 frühe Aufsätze, Karlsbad 1935/36“, Seite 22 folgende, Seite 45 folgende und 52 folgende.
Rudolph Bauer knüpft an Löwenthals Erkenntnisse an und überträgt dessen Analyse auf die Gegenwart. Danach verlangt „die Geldwirtschaft des imperialistischen Kapitalismus (…) in der Krise entweder die kriegerische Zerstörung im Außen, das heißt die territoriale Eroberung von Ressourcen und Märkten, sowie Wiederaufbaumaßnahmen im Gefolge der Zerstörungen. In diesem Zusammenhang werden Russland und China von der imperialistischen Nato zu Feindbildern stilisiert.
Oder/und das kapitalistische System erzwingt im Innern eine grundlegende Umwälzung der Produktionsweise. Ziel ist es die Produktivkräfte im Sinn der industriellen Revolution, des ‚Great Reset‘ (Schwab/Malleret 2020) grundlegend umzuschichten und von oben nach unten neu auszutarieren.“
Aus Rudolph Bauer, „Vernunft in Quarantäne – Der Lockdown als Zivilisationsbruch und Politikversagen“, Bergkamen 2021, Seite 6; vergleiche Daniel Sandmann, „Das Karzinom des Kapitalismus – Rudolph Bauer zeigt in seinen Aufsätzen, dass linke Corona-Kritik zwingend ist“, Manova, vormals Rubikon, 2. Juni 2021, manova.news
Löwenthal (Pseudonym Paul Sering) sah seinerzeit allerdings noch als Ausweg vor dem zunehmenden Totalitarismus und dem drohenden Weltkrieg „Eine deutsche Revolution, die die Wurzeln des Faschismus beseitigen will, muß endlich mit jenen ewigen Herden der Konterrevolution aufräumen, die immer wieder in der deutschen Geschichte die gleiche, verhängnisvolle Rolle gespielt haben. Die Enteignung des Großgrundbesitzes und der Schwerindustrie ist eine unumgängliche politische Notwendigkeit jeder demokratischen Entwicklung in Deutschland.“
Eine Hoffnung, dass selbst Deutschland noch eine positive Entwicklung in der Geschichte nehmen könnte, hegte, bis zuletzt, auch die Pazifistin Antje Vollmer (1943 bis 2023), als sie schon, um ihren, wegen der prognostizierten unheilbarer Krankheit, nahenden eigenen Tod wusste, am Ende ihrer Karriere als Politikerin und Publizistin in ihrem „Vermächtnis“ schrieb: „Europa steht kurz vor der Phase einer großen Ernüchterung, die das eigene Selbstbild tief erschüttern wird.“ Befreit von westlicher Hybris der „Überheblichkeit“ und gelöst vom Würgegriff des bisherigen Hegemons USA könnte Europa tatsächlich eine konstruktive Rolle spielen, als Zusammenschluss blockfreier Staaten, die im Weltgefüge vermittelt und sich Themen widmet, die wirklich zählen, um in eine lebenswerte Zukunft, möglichst aller, zu führen. „Der Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der Menschheit, gerade in Zeiten großer Krisen und existenzieller Ängste,“ so Vollmer. „Heute aber gilt: Wer die Welt wirklich retten will, diesen kostbaren, einzigartigen, wunderbaren Planeten, der muss den Hass und den Krieg gründlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption.“
Aus „Antje Vollmer, ‚Vermächtnis einer Pazifistin. Was ich noch zu sagen hätte‘“, in „Antje Vollmer, „Den Krieg verlernen – Zum Vermächtnis einer Pazifistin“, Hamburg, 2024, Seite 11 folgende, und „Vermächtnis einer Pazifistin“, Erstveröffentlicht in der Berliner Zeitung, 25./26. Februar 2023, Seite 24 – 25, antje-vollmer.de; vergleiche Michael Maier, Interview mit Antje Vollmer, „‚Jeder wirkliche Fortschritt ist pazifistisch‘. Die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Grünen-Politikerin Antje Vollmer über Deutschland, Europa und den Abbau von Feindbildern“, Berliner Zeitung, 20./21. Juni 2020, Seite 6, berliner-zeitung.de (hinter der Bezahlschranke).
Mit meinem Foto und der darauf verschwommen, im Hintergrund hinter der Polizeikette, zu erkennenden Gruppe verbinde ich den eigens fett herausgestellten Schlüsselsatz der Veröffentlichung von Ingar Solty über „Frieden, soziale Gerechtigkeit und Klima. DIE LINKE muss ihr Verhältnis zu China klären“ (aus „Chinas Jahrhundert, Werkstattgespräch“, von 2021) „Wer als Linker die Konfrontation des Westens mitträgt, weil er die inneren Verhältnisse in China für kritikabel hält, macht sich letztlich zum nützlichen Idioten des westlichen Imperialismus.“ Die gleiche Assoziation habe ich auch zu der in dem oben angeführten Beitrag von Günter Rexilius beschriebenen Gruppe der „Demonstrationen ‚gegen rechts’“. Vergleiche auch Tove Soiland, „Der hypermoderne Hygienismus und die Linke. Tendenzen eines postideologischen Totalitarismus“, Das Argument, 341/ 2023, September 2023, linksbündig, static1.squarespace.com.

Die passgenaue Antwort auf die bei diesem Foto abgebildeten Frage „Deutschland! Was als nächstes: Bücherverbrennung?!“ gibt, meiner Meinung nach, Fabio Vighi, so in seinem in Zürich am 23. Januar 2026 gehaltenen Vortrag „Erfolgreiche Paranoia - Wie wir den systemischen Kollaps verleugnen und uns dabei in der Barbarei der Kriegsökonomie wiederfinden.“ Sehe „Linksbündig.ch“, youtube.com.
Der italienische Kulturwissenschaftler, derzeit mit Lehrtätigkeit an der Cardiff University, sagt: „Umso schneller der ‚Krisenkapitalismus‘ arbeitet – mittels Schulden, surrealer Finanzialisierung und Verdrängung durch technologischen Fortschritt –, umso dringender muss die Kriegsrhetorik mobilisiert werden, um Glaubensüberzeugungen zu stabilisieren. ‚Krieg‘ ist in diesem Sinne keine Unterbrechung von ‚ökonomischer Rationalität‘; sondern ihre Fortsetzung mit anderen Mitteln. Das Erzeugen von Feinden wird der paranoide Mechanismus, durch den sich ein kollabierendes System selbst davon überzeugt, dass es immer noch rational handelt.
Finanzblase, Notkreditaufnahmen, soziale Disziplinierung, Überwachung, die bargeldlose Gesellschaft, Wiederaufrüstung, das Einfrieren von Bankkonten und Austeritätsmaßnahmen können so allesamt nicht als Symptome strukturellen Scheiterns, sondern als vernünftige, ja logische Reaktionen auf eine überwältigenden äußere Bedrohung dargestellt werden.
Kurz gesagt, FEIND ist der Name, den wir den zerstörerischen Widersprüchen des Kapitalismus selbst geben, wenn wir diese nicht mehr direkt konfrontieren wollen. Die innere Krankheit wird externalisiert, um das System gegen sich selbst zu immunisieren.“
„Schulden,“ erklärt Vighi weiter, „die Ausgabe und Investition in Anleihen, insbesondere in US-Staatsanleihen, die das Fundament unserer Welt bilden – funktionieren heute so wie Schrebers Gott in seiner Wahnvorstellung: Sie sind unsichtbar, allmächtig und garantieren den vermeintlichen Zusammenhalt der destruktiven, implodierenden (möglicherweise bereits implodierten) kapitalistischen Produktionsweise. Solange Schulden refinanziert werden, macht alles Sinn. Kreditströme machen unseren kollektiven Wahn erfolgreich. Sie verzögern den Zusammenbruch, während unsere Welt tatsächlich kollabiert. In diesem Sinne sind Krieg und Schulden untrennbar miteinander verbunden und bilden die Säule der Moderne.“
„In dieser Welt“, folgert der Autor, „ist Verschuldung nach wie vor unser einziger Lebenselixier. Und das zentrale Problem unserer Zeit ist nicht, wie man fiktives Kapital in reale Produktion umwandelt – dafür ist es viel zu spät –, sondern vielmehr, wie man die Schulden refinanziert, wie man die Schuldenketten verlängert und fortsetzt; wie man weiterhin auf geliehenen Flügeln fliegt und gleichzeitig sicherstellt, dass 1. die Megablase des fiktiven Kapitals nicht platzt; und 2. die durch die massiven Kreditspritzen verursachte unaufhaltsame Abwertung unserer Währungen nicht zu einer verheerenden Hyperinflationswelle führt – zu einem Weimar 2.0.“
„Aber natürlich“, so Vighi, „bleibt die Lage äußerst riskant, denn die Refinanzierung der beispiellosen Schuldenlast Amerikas (38 Billionen Dollar und steigend) erfordert die Rechtfertigung für das Aussetzen normaler Finanzregeln. Und historisch gesehen wurde diese Rechtfertigung stets durch Krisen geliefert: Kriegsmobilisierungen, der Finanzkollaps von 2008 und Covid, die alle den politischen Deckmantel für eine unbegrenzte Geldschöpfung in Rekordgeschwindigkeit lieferten.
Eine Krise löste nahtlos die nächste ab. Entscheidend war die Schaffung einer neuen politischen Legitimation – des Putin-Virus (…) – für die Schuldenemissionen und Liquiditätsspritzen. Nicht die Art der Bedrohung war ausschlaggebend, sondern ihre Funktion: die Legitimierung des außerordentlichen Gelddruckens, um die Finanzmärkte kurzfristig zu retten. Das jüngste 90-Milliarden-Euro-Kreditpaket der EU für die Militärausgaben der Ukraine setzt diese Logik lediglich fort und verwandelt eine sorgfältig kultivierte und aktiv verlängerte geopolitische Dringlichkeit in ein weiteres Instrument zur Notfallfinanzierung.
Wenn die USA heute ein noch nie dagewesenes, galaktisches Schuldenregime darstellen, das, um zu funktionieren, immer mehr künstliche, unproduktive und inflationäre Liquidität schaffen muss, spiegelt Europas Aufrüstung die gleiche Logik wider: die einer wirtschaftlichen Zerstörungsmaschine, die ständig mit Krisen und Katastrophen liebäugeln muss, um zu funktionieren. Nichts ist paranoider als das – bis freilich die Realität des Kriegs näher rückt.“
vergleiche Ullrich Mies, „Der Putsch von oben. Die Demokratie ist abgeschafft, eine von den Bedürfnissen der Menschen völlig abgekoppelte ‚elitäre‘ Kaste marschiert in Richtung zentralisierter Superstaat.“, Manova, vormals Rubikon, 2. Februar 2023, manova.news; siehe auch Amseln Lenz, Ullrich Mies, „Der Ausnahmezustand als Regel“, Manova, vormals Rubikon, 8. Oktober 2021, manova.news, sowie Hermann Ploppa, „Willkommen im Dritten Weltkrieg – Vom Regionalkrieg zum globalen Flächenbrand“, Neue Rheinische Zeitung, 22. August 2026, nrhz.de, und, schließlich, Lucía Hernandes (Erstveröffentlichung in Bogotá, Kolumbien), „Ein Staatsstreich in gesundheitlichen Gewand“, Demokratischer Widerstand, Ausgabe 7, 6. Juni 2020, Seite 4, demokratischerwiderstand.de, oder, im spanisch-sprachigen Original zu finden auch im Zeitungsarchiv: demokratischerwiderstand.de.
Online-Flyer Nr. 868 vom 12.09.2026














