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"Jetzt reichts!" – Kundgebung für den Sozialstaat, Berlin, 27. Juni 2026
Es reicht! Aufstand gegen die Konterrevolution der deutschen Regierung
Text und Fotos von Ulrich Falke
Der Berliner Arbeiterfotograf Ulrich Falke begleitete die Kundgebung „Jetzt reicht’s!“ verschiedener politisch engagierten Gruppen am 27. Juni 2026, die – auf unterschiedlichem Niveau und mit unterschiedlicher Schärfe – gegen die konterrevolutionäre Politik der Bundesregierung aufbegehren. Mit seinen kommentierenden Bildunterschriften verweist der Publizist auch auf Einschätzungen und Studien anderer Autoren und bietet mit seinen Verlinkungen den Leserinnen und Lesern Möglichkeiten, sich vertiefend mit der gegenwärtigen, und eigentlich schon uralten politischen Debatte auseinanderzusetzen. Seine Fotoauswahl umfasst insgesamt 23 Aufnahmen.
Am Tag des Höhepunktes der Hitze-Welle in Deutschland, mit teils über 40 Grad im Schatten, fand am Samstag, 27. Juni 2026, die Zusammenkunft statt, zu der ein Bündnis verschiedener politischer Organisation unter Federführung des DGB (Deutschen Gewerkschaftsbundes), Landesverband Berlin-Brandenburg, aufgerufen hatte. Wegen der hohen Temperaturen wurde auf einen Demonstrationszug verzichtet und die Dauer der um Punkt 12 Uhr begonnene Kundgebung auf dem Invalidenplatz, nahe des Berliner Hauptbahnhofes, auf insgesamt eine Stunde reduziert.
Spätestens durch die von allen Teilnehmern am eigenen Leibe verspürten Hitze war es naheliegend, bei dieser Veranstaltung darüber nachzudenken, wie das „Fieber der Erde“, sofern durch Schädigungen von Menschen verursacht, gemildert werden könnte. Die wirkungsvollste Sofort-Maßnahme und zugleich eine nachhaltige Lösung ist selbstverständlich die Abschaffung des Militärs als den bislang größten Einzel-Umweltverschmutzer und CO2-Verbrenner. Bei der anzustrebenden Abrüstung auf Null und der kompletten Aufhebung des Militärs könnte Deutschland einmal mit gutem Beispiel vorangehen. Der Schwerpunkt der Protestveranstaltung lag jedoch in der Aufklärung zu den katastrophalen Veränderungen des gesellschaftlichen Klimas beim wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang des gesamten Landes durch die Kriegstreiberei und die völlig enthemmte Aufrüstung der derzeitigen Bundesregierung.
So stellte der Bündnispartner der Kampagne „Es reicht!“, die „Sozialistische Organisation Solidarität, SoL“ in ihrem aktuellen Flugblatt „Finger weg: von unserer Gesundheit, 8-Stunden-Tag & Rente“ klar: „der Sozialabbau ist wie die gigantische Aufrüstung und Militarisierung Folge der globalen kapitalistischen Krise.“ (solidaritaet.info; vergleiche Lucía Hernandes, „Ein Staatsstreich im gesundheitlichen Gewand“, Demokratischer Widerstand, Nummer 7, 6. Juni 2020, Seite 4, Archiv, demokratischerwiderstand.de)
Bei den derzeitigen und – so ist zu hoffen und nach Kräften zu befördern – letzten Zuckungen des unmenschlichen Kapitalismus (Karl Marx) sieht der Politikwissenschaftler und Künstler Rudolph Bauer für die herrschenden Oligarchen des kapitalistischen Westens nur noch zwei Möglichkeiten, um ihre geraubte Macht und Pfründe zu wahren: „Entweder die kriegerische Zerstörung im Außen, das heißt die territoriale Eroberung von Ressourcen und Märkten, sowie Wiederaufbaumaßnahmen im Gefolge der Zerstörungen.“ Und/oder die Erzwingung einer grundlegenden „Umwälzung der Produktionsweise innerhalb des Systems“. Ziel ist dann, „die Produktivkräfte im Sinn der industriellen Revolution, des ‚Great Reset‘ (Schwab/Malleret 2020) grundlegend umzuschichten und von oben nach unten neu auszutarieren.“
(Rudolph Bauer, „Vernunft in Quarantäne – Der Lockdown als Zivilisationsbruch und Politikversagen“, Bergkamen 2021, Seite 6; vergleiche Daniel Sandmann, „Das Karzinom des Kapitalismus – Rudolph Bauer zeigt in seinen Aufsätzen, dass linke Corona-Kritik zwingend ist“, Manova, vormals Rubikon, 2. Juni 2021, manova.news; vergleiche Tove Soiland, „Ein postideologischer Totalitarismus?“, 19.03.2022, nd-aktuell.de; vergleiche „Robert F. Kennedy Jr. Speaks at Berlin Rally for Freedom and Peace“, Team Children’s Health Defense, 29. August 2020, childrenshealthdefense.org)
Derzeit versuchen die Oligarchen des Westens mit Hilfe ihrer Handlanger aus Politik und Medien zu retten, was ihnen für ihre Interessen noch zu retten möglich scheint. Die derzeitige Ausgangslage in den kapitalistischen Ländern beschreibt der Anthropologe und Mitgründer von Occupy Wall-Street-Bewegung David Graeber in seinem Hauptwerk „Schulden, die ersten 5000 Jahre“, Erstveröffentlichung im Jahr 2011. An dieser Stelle füge daher ein längeres Zitat des Autoren ein aus dem Schluss-Kapitel mit der Überschrift „1971 – Der Anfang von etwas, das noch nicht bestimmt werden kann“ (Seite 379 folgende): „Ich hege den Verdacht, dass wir mit den letzten Auswirkungen der Militarisierung des amerikanischen Kapitalismus zu tun haben. In den letzten 30 Jahren ist ein Bürokratenmoloch entstanden, der Hoffnungslosigkeit erzeugt und aufrechterhält, eine übermächtige Maschinerie, deren Hauptzweck darin besteht, jede Hoffnung auf eine andere Zukunft zu zerstören.
Die Regenten unserer Welt bemühen sich seit den Erhebungen der sechziger und siebziger Jahre sehr, den Menschen jede Hoffnung zu rauben, dass soziale Bewegungen durchaus gedeihen und überzeugende Alternativen hervorbringen könnten. Sie wollen unbedingt verhindern, dass der Eindruck entsteht, an den bestehenden Machtverhältnissen könne tatsächlich etwas geändert werden. Dazu bedarf es eines riesigen Apparats von Armeen, Gefängnissen, Polizeieinheiten, verschiedensten privaten Sicherheitsfirmen und zivilen und militärischen Nachrichtendiensten sowie vielfältiger Propagandamaschinen, welche die Alternativen zumeist nicht direkt angreifen, sondern eine ständige Atmosphäre der Furcht, des chauvinistischen Konformismus und der Verzweiflung erzeugen, in der jeder Gedanke an eine andere Welt wie ein nutzloses Hirngespenst wirkt.
Diesen Überwachungs- und Sicherheitsapparat zu erhalten scheint den Verfechter des ‚freien Markts‘ sogar wichtiger zu sein als die Aufgabe, eine funktionsfähige Marktwirtschaft aufrechtzuerhalten.
Der Apparat ist wirtschaftlich eine Totlast: Alle Waffen, Überwachungskameras und Propagandamaschinen sind ungemein kostspielig und vollkommen unproduktiv. Ohne Zweifel überlastet dieser Apparat das kapitalistische System und erzeugt die Illusion einer unendlichen kapitalistischen Zukunft, eine kollektive Täuschung, die immer neue Spekulationsblasen hervorbringt.“
Bestätigt wird diese Ausrichtung der verzweifelten Politik, die auf den Profit und die Privilegien der materiell Reichsten – und auf den eigenen Vorteil ausgerichtet – und entsprechend mit einer panischen Angst vor dem eigenen Volk verbunden ist, von der deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments Sibylle Berg von „Die Partei“. Sie zitiert der Journalist Franz Becchi, der Berg zusammen mit Martin Sonneborn, ebenfalls von „Die Partie“, in ihren Räumen des Straßburger Parlamentsgebäudes besucht und dort interviewt hatte, die Einschätzung der Parlamentarierin, dass in der EU inzwischen statt sozialer Fragen Aufrüstung und Kontrolle dominierten: „Fast in jeder Sitzung wird darüber abgestimmt, eine neue Überwachung einzuführen.“
(Franz Becci, „Straßburger Systemsprenger – Sibylle Berg und Martin Sonneborn sitzen im Europäischen Parlament. Was als politische Satire begann, ist eine Feldforschung im Maschinenraum der Macht geworden“, Ostdeutsche Allgemeine, 5. bis 11. Juni 2026, Seite 30 folgende; vergleiche Annika Ross, „Ihr Kriegstreiber macht mich krank“, zum Auftritt Clare Daly aus Irland, seinerzeit EU-Abgeordnete, Emma, 15. April 2023, emma.de [https://www.emma.de/artikel/ukraine-generation-von-maennern-verbrennt-340231]; vergleiche Julius Leber, „Die Todesursachen der deutschen Sozialdemokratie, Schrift von 1933“, in: „Schriften, Reden, Briefe 1920-1945. Mit einem Vorwort von Willy Brandt und einer Gedenkrede von Golo Mann“, herausgegeben von Dorothea Beck und Wilfried F. Schoeller, München, 1976, Seite 211 folgende)
Vor diesem Hintergrund sind nun auch die ausgewählten Fotomotive und meine Bildunterschriften der Dokumentation über die Protest-Kundgebung des Bündnisses „Es reicht!“ zu verstehen.

1) Am heißesten Tag in Berlin seit der Temperaturaufzeichnung, am 27. Juni 2026, auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Kundgebungsort von "Jetzt reicht's'!" auf dem Invalidenplatz, vorbei am, wie ich es nenne, Bundes-Ukraine- und -Kriegswirtschaftsministerium.

2) In einer Oligarchie wie die Bundesrepublik ist alle Politik auf die Besitzstandswahrung und Reichtumsmehrung der herrschenden Klasse ausgerichtet. Zwei der in Deutschland herrschenden Oligarchen und zugleich „Braune Erben“, deren Familien durch Sklavenhaltung und Ausbeutung im Nationalsozialismus superreich gewordenen waren, hat die „Sozialisten Organisation Solidarität, SoL“ auf ihrem Plakat abgebildet.

3) Kurz vor Beginn der Kundgebung, in der Mittagshitze um 12 Uhr: Wie ein Teppich pflastern die ersten von Bündnis-Organisationen gestalteten Transparente den Weg zur Bühne. Ihre Hauptbotschaften werden wenig später bei den jeweils diszipliniert kurzen Redebeiträgen ihrer Vertreter verkündet.

4) "Sitzen wir nicht alle im gleichen Boot?" – einer schuftet bis zum Umfallen, die anderen schmarotzen. Plakat zur Verteilung von Lasten und Privilegien in Deutschland, hier auch gern "Gerechtigkeit" genannt. Schild vor der Bühne während der Anmoderation.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Analyse von Rudi Dutschke, wie er sie in dem Brief vor nunmehr knapp 60 Jahren an seinen, damals in Untersuchungshaft einsitzenden, mutmaßlichen Attentäter formulierte: „Für die Schweine in den herrschenden Institutionen, für die Vertreter des Kapitalismus, für die Parteien und Gewerkschaften, für die Agenten der Kriegsmaschinerie und der ‚Medien gegen das Volk‘, für die Parteifaschisten gegen die Massen, die sich überall finden, dürft Ihr schuften. Die wenigen Tage der deutschen Revolution von 1918 haben die Massen den 8-Stunden-Tag erkämpft – 50 Jahre später muss unser ganzes Volk, um sich erhalten zu können, genauso sich quälen wie eh und je – nur in ‚schönerer‘ unmenschlicherer Form.“
(„Rudi Dutschke, Josef Bachmann, zwei Briefe, Mailand 9. Dezember 1968“, in Rudi Dutschke, „Geschichte ist machbar – Texte über das herrschende Falsche und die Radikalität des Friedens“, Berlin 1981 (11. – 20. Tausend), Seite 122 folgende, archive.org [https://archive.org/details/Rudi-Dutschke_Geschichte-ist-machbar/Rudi-Dutschke_Geschichte-ist-machbar_1992/mode/2up?q=]; vergleiche Ulrich Falke „Im Falschen leben“, Teil 1 und 2 von 2, Manova, vormals Rubikon, 7. und 10. Januar 2023, manova.news [https://www.manova.news/artikel/im-falschen-leben-2 und https://www.manova.news/artikel/im-falschen-leben])

5) Kundgebung mit vielen jungen Menschen. Sie fordern "Reichtum umverteilen!" und zwar nicht im Sinne der Oligarchen und ihrer konterrevolutionären Vollstrecker auf der deutschen Regierungsbank, sondern gemeint ist umgekehrt die Umverteilung von "oben" nach „unten“.
(vergleiche Günter Rexilius, „Demonstrationen ‚gegen rechts‘“, Ossietzky 3/2024, ossietzky.net)

6) Mit Maske zur Karikatur gestaltet holt eine Teilnehmerin den deutschen 2.-Wahl- und BlackRock-Kanzler aufs Kundgebungsgelände und lässt ihn sich selbst fragen, ob nicht doch einmal auch Superreiche Abgaben fürs Gemeinwohl leisten sollten. Ein gelungener Witz, der sich in einer Oligarchie kaum absurder erzählen lässt.

7) Im Spiel mit dem Namen des US-amerikanischen Billionärs zusammen mit dem Konterfei von dessen deutschen Lakaien bringt ein Teilnehmer dieses Machtungleichheits-Verhältnis auf den Punkt. Im Hintergrund zu sehen ist das Gebäude des Bundes-Kriegswirtschaftsministeriums.

8) Einzel-Protestaktion auf Rollkoffer gegen eine "Lex-Ausnahmeregelung" bei Mitgliedschaft in der unchristlichen Mammon-Anbeter-Partei CDU.

9) Warum das Steuergeld für die Kriegsvorbereitung, für geplantes Zerstören und Morden verbrennen, statt es konstruktiv für Soziales zu verwenden?, fragen sich inzwischen viele Deutsche. So ist zu hoffen, dass die nachdenklich Gewordenen nun tatsächlich einmal die ewigen Kriegstreiber und deren Parteien überwinden.

10) Gut behütet im Kreise Berliner Bildungs-Gewerkschaftler und gemeinsam unter ihrem Schirm gegen die Bestrebungen der konterrevolutionären Regierung, sämtliche Errungenschaften der Arbeiterbewegung ab 1918 anzugreifen und abzuschaffen.
Denn, so der Faschismus-Forscher Paul Sering, Pseudonym von Richard Löwenthal: „Im Zurückdrängen des Klassenkampfes unter die gesellschaftliche Oberfläche, seiner Zersplitterung in zahllose winzige Einzelreibungen, liegt die entscheidende Funktion des Faschismus. Versagt diese, so ist die Krise des Systems gegeben.“ (Paul Sering, „Die Aufgaben der deutschen Revolution“, aus: „Faschismus und Monopolkapitalismus“, Nachdruck Zeitschrift für Sozialismus, Juni 1936, Nummer 33, Seite 80 folgende)

11) Emmy Dörfel von der „4-Stunden-Liga Berlin“ spricht von der Wut ihrer Organisation über die Pläne „der aktuelle Bundesregierung, den 8-Stunden-Arbeitstag zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit“ abzuschaffen, wie er vor mehr als einhundert Jahren von der Arbeiterbewegung erkämpft wurde. Ziel müsse bei dem inzwischen erreichten hohen Stand der Produktivität der 4-Stunden-Tag bei vollem Lohnausgleich sein. Umgekehrt ist es für konterrevolutionäre Kreaturen des Großkapitals immer ein zentrales Anliegen, die Errungenschaften der Arbeiterbewegung anzugreifen. Der 8-Stunden-Tag scheint dabei eine besondere Symbolkraft zu besitzen – als ob die Handlangern der internationalen Konzerne und des Finanzkapitals im Wettstreit untereinander lägen, wer es denn als Erster vermag, die den Herrschenden störende Arbeitszeitbegrenzung der Arbeitnehmer zu kippen. So hatte Benito Mussolini, der Führer des italienischen Faschismus, bereits im März 1923 per Dekret, den 8-Stunden-Tag wieder beseitigt, dies letztlich aber noch nicht auf Dauer geschafft.
(vergleiche Ulrich Falke, „Hitlers Rede“ Teil 1 von 4, Manova, 31. Januar 2026, manova.news; vergleiche Rudi Dutschke, „Besetzt Bonn!“ am angegebenen Ort (Bildunterschrift 4), Seite 96 folgende; vergleiche Martina Weber, „Ethnologe David Graeber. Viele Jobs sind sinnlos und überflüssig“, Deutschlandfunk Kultur, 28. Dezember 2019, deutschlandfunkkultur.de)

12) Allenfalls ein schattenspendes Tuch, sonst nichts "auf unserem Ru?cken" schon gar nichts fu?r "die beutegierige Canallie“, denn, so das ganze Zitat von Carl von Ossietzky aus seinem „Offener Brief an Reichswehrminister Groener“ vom Dezember 1931: „Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“
(Die Weltbühne, 8. Dezember 1931, Seite 839 folgende, Internet-Archiv, „Die Weltbühne 27/2 1931“, archive.org)

13) Wie durch Schießscharten zielte diese Eberswalder Protestgruppe mit ihrer friedlichen Waffe, dem Wort, in Richtung Bundes-Kriegswirtschaftsministerium. Sie fordert den Stopp des Kriegshaushaltes und des Rüstungswahns. Konkretisieren lassen sich deren abstrakten Forderungen durch die Fragestellungen von Alexandra Kollontai, die sie in ihrem, erstmals 1916 veröffentlichten Essay „Wem nützt der Krieg“ bereits vor mehr als einhundert Jahren aufstellte – und darauf eine klare Antwort gab: „Jahrelang haben sie zum Kriege gerüstet., Milliarden an Geldern des Volkes für diese Rüstungen ausgegeben. Wohin kamen in allen kapitalistischen Ländern die Volksgelder? Für Schulen? Für Krankenhäuser? Für Arbeiterversicherung? Für Verbilligung der Wohnungen der nicht-besitzenden Klassen? Für Verbesserung der Verkehrswege, für Bodenmeliorationen? Für die Nöte des Volkes? Nichts von allen!“ (zitiert aus: Katharina Volk, (Hrsg) „Alexandra Kollontai oder: Revolution für das Leben“, Berlin 2022, Seite 74 folgende)

14) Die konterrevolutionäre Sparorgie der Regierung macht auch gegen Menschen mit Handikaps nicht Halt. Statt benachteiligten Menschen und Randgruppen der Gesellschaft zu helfen, werden hunderte Milliarden Euros fürs Aufrüsten und fürs Morden verbrannt. Dieser unmenschlichen Politik könnte die massive Wehrwilligkeit der Sozialverbände und von solidarischen Bürgern den Herrschenden einen Strich durch die Rechnung machen.

15) Kaputtsparen will die kriegsvorbereitende Regierung auch die Versorgung von psychisch krankten Menschen. Dagegen melden diese beiden Teilnehmerinnen ihren Widerstand an. Ihre im Nachsatz kleingedruckte Frage „Wollt Ihr schuld sein, wenn Menschen sterben?, müssten Politiker, die Verantwortung tragen und trotzdem noch ehrlich wären, mit einem klaren „Ja“ beantworten.

16) AfA-Schaubild zur Kampagne "Anmeldung für Alle", hier auf (fast) "all English", Näheres zum Bündnispartner von "Es reicht!" unter https///www.instagram.com/anmeldung_fuer_alle/

17) Ein alter Hut, die plakatierte Erkenntnis – und dennoch nach wie vor wahr.

18) Gut im Gespräch, am Stand der Sozialistischen Alternativen mit ihrer Forderung nach „100 Milliarden für Klima, Pflege, Wohnen, Bildung ... statt für Rüstung“.
27 Millionen getötete Sowjetbürger haben die Deutschen mit ihrem vorigen Weltkrieg auf dem Gewissen. Hitlers Ziel war die Ermordung von 60 Millionen Russen und Slawen und dabei „den Kommunismus mit Stumpf und Stiel“ auszurotten. Welche Zahlen und Ziele verfolgen die Oligarchen und ihre Regierenden der Gegenwart, wenn bald wieder „zurückgeschossen“ werden soll? Die DKP bietet Aufklärung.
(vergleiche Robert K. Wittman, David Kinney, „Die Rosenberg-Papiere – Die Suche nach den verschollenen Tagebüchern von Hitlers Chefideologen Alfred Rosenberg“, München 2016, Seite 349 folgende; vergleiche Ulrich Falke, „Erprobte Feindbilder“ Teil 1 und 2 von 2, Manova, 19. Juli und 21. Juli 2023, manova.news und manova.news; vergleiche Laura von Wimmersperg, „Offener Brief aus Berlin an die russischländische Bevölkerung“, Friedenskoordination Berlin, Netzwerk gegen Krieg seit 1989 (Friko), 7. März 2020, frikoberlin.de; vergleiche Werner Rügemer, „Russland erobern, diesmal transatlantisch. Vor 50 Jahren, am 19.4.1967, starb Konrad Adenauer.“, Manova, vormals Rubikon, 19. April 2017, manova.news; vergleiche Herbert Ludwig, „Friedens-Ikone Dr. Ansgar Klein zu den wahren Kriegstreibern im Ukraine-Konfikt“, Manuskript der am 26. Februar 2022 im Aachener Kulturpark gehaltenen Rede von Ansgar Klein, Fassadenkratzer, fassadenkratzer.de) vgl. Michail Fromm, „Der gewöhnliche Faschismus“, Filmdokumentation, DVD aus der Reihe „Russische Klassiker“, Timecode ab 1:40)

19) Die Linke als revisionistische Nachfolgerorganisation der "toten SPD" (Julius Leber) reiht sich zwar in das Bündnis „Es reicht!“ ein. Tatsächlich aber ist ihre Bundestagsfraktion mitverantwortlich für die Umstellung des Bundeshaushalts auf Kriegswirtschaft. Auf Landesebene, in Berlin, reichten seinerzeit offenbar einige Senatoren-Posten, um sich von der Durchsetzung des zuvor erfolgreichen Volksentscheids „Deutsche Wohnen enteignen“ zu verabschieden. Und die im Dezember 2024 nach zehn Jahre geendete Regierungsverantwortung des Bodo Ramelow als Ministerpräsident in Thüringen bilanziert der Chronist Holger Elias gar als puren „verwalteten Stillstand“, in dem der Linke „nicht wagte, wirklich links“ zu sein: Die „Eigentumsfrage“ wurde nicht gestellt, stattdessen hätte Ramelow es vorgezogen, „lieber dem Bundesrat zu gefallen als der Arbeiterklasse, lieber Antipode zur AfD zu sein, als Alternative zum Kapitalismus.“
(Holger Elias, „Ramelow und die Dialektik des Verschwindens“, Ossietzky 14/2025, ossietzky.net; vergleiche Sven Brajer, Roberto J. De Lapuente, „Die suizidale Partei. Die Partei Die Linke als Vertreterin von Arbeiterinteressen hat sich selbst abgeschafft. Was allenfalls bleibt, ist eine woke Sekte.“, Manova, vormals Rubikon, 17. November 2023, manova.news)

20) „Die Hauptfeinde stehen im eigenen Land!“, ein Blick auf die Auslagen und Magazine am Stand der „Revolutionären Linken“ wirkt wie der Wink zu dem bekannten Zitat von Karl Liebknecht. Ähnlich hatte diese Tatsache auch Alexandra Kollontai schon formuliert: „Mein Feind ist in meinem eigenen Lande. Und dieser Feind ist derselbe für die Arbeiter aller Länder. Dieser Feind ist der – Kapitalismus. Dieser Feind ist: die Rechtlosigkeit der Arbeiterklasse.“ (zitiert nach Katharina Volk, am angegebenen Ort (Bildunterschrift 13), Seite 84).

21) Auch Vertreter der Kriegstreiber-Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“ zeigten sich auf der Kundgebung. Die vormals, in ihrer Gründung, stark pazifistisch, freigeistig und antiautoritär ausgerichtete Partei der Akademiker hat spätestens mit dem Verfassungsbruch des Angriffskrieges 1999, als der grüne Bundesaußenminister Joschka Fischer das Kriegsverbrechen NATO-Bombardierung Serbiens empfahl, eine komplette Wende vollzogen.
Heute steht die Partei, mit ihrer „Vergottung des Staates“ (Paul Sering) wie keine andere für die Interessen der Pharma-Monopole und Rüstungs-Konzerne. Wenn diese „Partei der Lehrer“ von „Solidarität“ spricht, denke ich an „Volksgemeinschaft“ in der, unter Androhung von Zwang, alle gengespritzt und alle der gleichen, „grünen“ Meinung sein sollen. Und wegen solcher Typen, schrieb einst schon Hermann Hesse – in seiner Hommage an Friedrich Nietzsche „ Zarathustras Wiederkehr“ von 1919 – sind die Deutschen in der Welt so unbeliebt: „Ihr jungen Deutschen habet euch immer gerade mit den Tugenden gebrüstet, die ihr nicht hattet, und habet an eurem Feinde die Laster am meisten gescholten, die sie von euch gelernt hatten. (…) Ihr waret untreu, euch selber untreu, und das allein ist es, was euch den Haß der Welt zugezogen hat.“
(Hermann Hesse, „Zarathustras Wiederkehr“, aus „Politische Betrachtungen“, Auswahl von Siegfried Unseld, Frankfurt am Main, 1970, Seite 58 folgende; vergleiche Michael Maier, Interview mit Antje Vollmer, „‚Jeder wirkliche Fortschritt ist pazifistisch‘. Die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Grünen-Politikerin Antje Vollmer über Deutschland, Europa und den Abbau von Feindbildern“, Berliner Zeitung, 20./21. Juni 2020, Seite 6, berliner-zeitung.de; vergleiche Hannes Henkelmann, Interview mit Helene und Ansgar Klein, „‚Wir lassen uns davon nicht beeindrucken‘, Widerstand statt Ruhestand“, Neue Rheinische Zeitung, 6. Juli 2026, nrhz.de, erstveröffentlicht in „Demokratischer Widerstand“, Nummer 102, 27. August 2022, Seite 8, Archiv, demokratischerwiderstand.de)

22) Am Schluss, Einladung zum Erinnerungsfoto, alle Rednerinnen und Redner kommen gemeinsam noch einmal auf der Bühne.
(vergleiche Pressemitteilung der DGB Berlin-Brandenburg; berlin-brandenburg.dgb.de)

23) Und ganz am Ende, vor dem Aufbruch, der hoffnungsfrohe Schluss: diese engagiert-offenen Teilnehmerinnen, wohl Mutter und Tochter, bei der "Jetzt reicht's!"-Kundgebung plakatieren ihren Wunsch nach einer lebenswerten Zukunft. Von der gegenwärtigen Politik werden sie einen solchen berechtigten Wunsch nicht erfüllt bekommen. Deren Ausrichtung muss erst noch komplett überwunden werden. Die Chancen stehen aber gut, dass die Protest-Teilnehmerinnen erkennen werden, dass sie sich eine solche frohe Zukunft selbst nehmen und gestalten und müssen.
Mit der Einladung zur Veränderung möchte ich auch meine Fotoreportage über die Protestveranstaltung gegen die Vermögens-Umverteilung der derzeitigen deutschen Regierung von materiell „arm“ nach „reich“ beenden. Geplante Streichorgien finden sich im Sozialem, bei der Gesundheit, Bildung und Kultur zugunsten des unproduktivsten und zugleich klimaschädigenden und mörderischen Wirtschaftsbereich, der Rüstung. Dieses „Haushalten“ kennzeichnet, nach der Definition des Faschismusforschers Paul Sering, Pseudonym für Richard Löwenthal, den Faschismus. Denn „das einheitliche Ziel, dem der zentralistische Staat all seine Kräfte unterordnet, ist das imperialistische Ziel der verstärkten Kriegsfähigkeit. (…) Die staatliche Investition wird systematisch auf die kriegswichtigen Produktionszweige gelenkt, der Außenhandel unter diesem Gesichtspunkt kontrolliert. Aus den Arbeitern werden durch Lohndruck, aus allen anderen Zweigen der Wirtschaft durch Anleihen die Mittel für diese Aufgaben herausgepresst. (…) Das außenpolitische wie das innenpolitische Programm des Faschismus ist die planvolle, konzentrierte, rücksichtslose Anwendung von Gewalt, denn sie ist seine einzige Chance.“ (Paul Sering, „Der Faschismus, Teil 2, System und Widersprüche“, Nummer 22 bis 25, am angegebenen Ort (Bildunterschrift 10), Seite 45 folgende; vergleiche Rudi Dutschke, „Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf (Rede auf dem Internationalen Vietnamkongress in West-Berlin, Februar 1968)“, am angegebenen Ort (Bildunterschrift 4), Seite 105 folgende)
Trotz all Repressionen des Staates mit seiner Ausrichtung auf den neuen Faschismus – und im kapitalistischem Westen darin wieder einmal allen voran Deutschland – sei dem dennoch die hoffnungsfrohe Lösung entgegen gehalten, die Hermann Hesse mit seinem „Zarathustras Wiederkehr“ empfiehlt: „Es gab eine gewisse Zeit, da waret ihr alle eine kleine Weile überzeugt und eurer Sache sicher, dass der Russe euer Feind und der Ausgang alles Bösen sei. Und gleich darauf war es der Franzose, und dann der Engländer, und dann andere, und immer waret ihr überzeugt und sicher, und immer war es eine traurige Komödie und endete mit Elend. Da ihr nun gesehen habet, dass die Schmerzen in uns drinnen nicht damit zu heilen sind, dass wir sie einem Feinde in die Schuhe schieben – warum suchet ihr auch nicht jetzt eure Schmerzen dort auf, wo sie sind: In euch innen?“
Durch Nachdenken, In-sich-Hineinfühlen und das Verfolgen des bereits vor rund 2500 Jahren von Platon formulierte Postulats „Erkenne dich selbst!“ sind beste Voraussetzungen geschaffen, Regierungen zu überwinden, auch dann, wenn sie mit aller Gewalt in den Faschismus führen wollen. Daher hier nun ganz zum Schluss ein, aus meiner Sicht, dafür wegweisendes Zitat des Dichters aus seinem Essay von 1917 „Soll Friede werden?“: „Man hat längst gesagt, jedes Volk habe die Regierung, die es selber wolle und verdiene. Gut, dann haben wir Europäer eben auch das, was wir wollen und verdienen, nämlich die blutige, brutale und grausame Herrschaft des Krieges.
Wir wollen ja aber alle nicht! Wir wollen ja alle das Gegenteil! Ausgenommen eine kleine Schicht von Geschäftemachern will keine Seele auf Erden die Fortsetzung dieses beschämenden und traurigen Zustandes! Rühren wir uns also! Bekunden wir doch unsere Friedensbereitschaft auf jede Weise!“
Und, dazu appelliert Hesse am Ende, „den Staatsmann, welcher heute noch Weltpolitik treiben will aus rein national-eigennützigen Programmen heraus, der den Ruf der Menschheit auch jetzt noch nicht vernommen hat, setzen wir ihn doch lieber heute schon vor die Tür als erst, wenn noch mehr Millionen für seine Dummheit geblutet haben werden!“ (Hermann Hesse, „Zarathustras Wiederkehr“ und „Soll Friede werden?“, aus „Politische Betrachtungen“ am angegebenen Ort, Seite 58 folgende und Seite 18 folgende)

Flyer zur Veranstaltung (berlin-brandenburg.dgb.de)
Online-Flyer Nr. 865 vom 08.07.2026
"Jetzt reichts!" – Kundgebung für den Sozialstaat, Berlin, 27. Juni 2026
Es reicht! Aufstand gegen die Konterrevolution der deutschen Regierung
Text und Fotos von Ulrich Falke
Der Berliner Arbeiterfotograf Ulrich Falke begleitete die Kundgebung „Jetzt reicht’s!“ verschiedener politisch engagierten Gruppen am 27. Juni 2026, die – auf unterschiedlichem Niveau und mit unterschiedlicher Schärfe – gegen die konterrevolutionäre Politik der Bundesregierung aufbegehren. Mit seinen kommentierenden Bildunterschriften verweist der Publizist auch auf Einschätzungen und Studien anderer Autoren und bietet mit seinen Verlinkungen den Leserinnen und Lesern Möglichkeiten, sich vertiefend mit der gegenwärtigen, und eigentlich schon uralten politischen Debatte auseinanderzusetzen. Seine Fotoauswahl umfasst insgesamt 23 Aufnahmen.Am Tag des Höhepunktes der Hitze-Welle in Deutschland, mit teils über 40 Grad im Schatten, fand am Samstag, 27. Juni 2026, die Zusammenkunft statt, zu der ein Bündnis verschiedener politischer Organisation unter Federführung des DGB (Deutschen Gewerkschaftsbundes), Landesverband Berlin-Brandenburg, aufgerufen hatte. Wegen der hohen Temperaturen wurde auf einen Demonstrationszug verzichtet und die Dauer der um Punkt 12 Uhr begonnene Kundgebung auf dem Invalidenplatz, nahe des Berliner Hauptbahnhofes, auf insgesamt eine Stunde reduziert.
Spätestens durch die von allen Teilnehmern am eigenen Leibe verspürten Hitze war es naheliegend, bei dieser Veranstaltung darüber nachzudenken, wie das „Fieber der Erde“, sofern durch Schädigungen von Menschen verursacht, gemildert werden könnte. Die wirkungsvollste Sofort-Maßnahme und zugleich eine nachhaltige Lösung ist selbstverständlich die Abschaffung des Militärs als den bislang größten Einzel-Umweltverschmutzer und CO2-Verbrenner. Bei der anzustrebenden Abrüstung auf Null und der kompletten Aufhebung des Militärs könnte Deutschland einmal mit gutem Beispiel vorangehen. Der Schwerpunkt der Protestveranstaltung lag jedoch in der Aufklärung zu den katastrophalen Veränderungen des gesellschaftlichen Klimas beim wirtschaftlichen und kulturellen Niedergang des gesamten Landes durch die Kriegstreiberei und die völlig enthemmte Aufrüstung der derzeitigen Bundesregierung.
So stellte der Bündnispartner der Kampagne „Es reicht!“, die „Sozialistische Organisation Solidarität, SoL“ in ihrem aktuellen Flugblatt „Finger weg: von unserer Gesundheit, 8-Stunden-Tag & Rente“ klar: „der Sozialabbau ist wie die gigantische Aufrüstung und Militarisierung Folge der globalen kapitalistischen Krise.“ (solidaritaet.info; vergleiche Lucía Hernandes, „Ein Staatsstreich im gesundheitlichen Gewand“, Demokratischer Widerstand, Nummer 7, 6. Juni 2020, Seite 4, Archiv, demokratischerwiderstand.de)
Bei den derzeitigen und – so ist zu hoffen und nach Kräften zu befördern – letzten Zuckungen des unmenschlichen Kapitalismus (Karl Marx) sieht der Politikwissenschaftler und Künstler Rudolph Bauer für die herrschenden Oligarchen des kapitalistischen Westens nur noch zwei Möglichkeiten, um ihre geraubte Macht und Pfründe zu wahren: „Entweder die kriegerische Zerstörung im Außen, das heißt die territoriale Eroberung von Ressourcen und Märkten, sowie Wiederaufbaumaßnahmen im Gefolge der Zerstörungen.“ Und/oder die Erzwingung einer grundlegenden „Umwälzung der Produktionsweise innerhalb des Systems“. Ziel ist dann, „die Produktivkräfte im Sinn der industriellen Revolution, des ‚Great Reset‘ (Schwab/Malleret 2020) grundlegend umzuschichten und von oben nach unten neu auszutarieren.“
(Rudolph Bauer, „Vernunft in Quarantäne – Der Lockdown als Zivilisationsbruch und Politikversagen“, Bergkamen 2021, Seite 6; vergleiche Daniel Sandmann, „Das Karzinom des Kapitalismus – Rudolph Bauer zeigt in seinen Aufsätzen, dass linke Corona-Kritik zwingend ist“, Manova, vormals Rubikon, 2. Juni 2021, manova.news; vergleiche Tove Soiland, „Ein postideologischer Totalitarismus?“, 19.03.2022, nd-aktuell.de; vergleiche „Robert F. Kennedy Jr. Speaks at Berlin Rally for Freedom and Peace“, Team Children’s Health Defense, 29. August 2020, childrenshealthdefense.org)
Derzeit versuchen die Oligarchen des Westens mit Hilfe ihrer Handlanger aus Politik und Medien zu retten, was ihnen für ihre Interessen noch zu retten möglich scheint. Die derzeitige Ausgangslage in den kapitalistischen Ländern beschreibt der Anthropologe und Mitgründer von Occupy Wall-Street-Bewegung David Graeber in seinem Hauptwerk „Schulden, die ersten 5000 Jahre“, Erstveröffentlichung im Jahr 2011. An dieser Stelle füge daher ein längeres Zitat des Autoren ein aus dem Schluss-Kapitel mit der Überschrift „1971 – Der Anfang von etwas, das noch nicht bestimmt werden kann“ (Seite 379 folgende): „Ich hege den Verdacht, dass wir mit den letzten Auswirkungen der Militarisierung des amerikanischen Kapitalismus zu tun haben. In den letzten 30 Jahren ist ein Bürokratenmoloch entstanden, der Hoffnungslosigkeit erzeugt und aufrechterhält, eine übermächtige Maschinerie, deren Hauptzweck darin besteht, jede Hoffnung auf eine andere Zukunft zu zerstören.
Die Regenten unserer Welt bemühen sich seit den Erhebungen der sechziger und siebziger Jahre sehr, den Menschen jede Hoffnung zu rauben, dass soziale Bewegungen durchaus gedeihen und überzeugende Alternativen hervorbringen könnten. Sie wollen unbedingt verhindern, dass der Eindruck entsteht, an den bestehenden Machtverhältnissen könne tatsächlich etwas geändert werden. Dazu bedarf es eines riesigen Apparats von Armeen, Gefängnissen, Polizeieinheiten, verschiedensten privaten Sicherheitsfirmen und zivilen und militärischen Nachrichtendiensten sowie vielfältiger Propagandamaschinen, welche die Alternativen zumeist nicht direkt angreifen, sondern eine ständige Atmosphäre der Furcht, des chauvinistischen Konformismus und der Verzweiflung erzeugen, in der jeder Gedanke an eine andere Welt wie ein nutzloses Hirngespenst wirkt.
Diesen Überwachungs- und Sicherheitsapparat zu erhalten scheint den Verfechter des ‚freien Markts‘ sogar wichtiger zu sein als die Aufgabe, eine funktionsfähige Marktwirtschaft aufrechtzuerhalten.
Der Apparat ist wirtschaftlich eine Totlast: Alle Waffen, Überwachungskameras und Propagandamaschinen sind ungemein kostspielig und vollkommen unproduktiv. Ohne Zweifel überlastet dieser Apparat das kapitalistische System und erzeugt die Illusion einer unendlichen kapitalistischen Zukunft, eine kollektive Täuschung, die immer neue Spekulationsblasen hervorbringt.“
Bestätigt wird diese Ausrichtung der verzweifelten Politik, die auf den Profit und die Privilegien der materiell Reichsten – und auf den eigenen Vorteil ausgerichtet – und entsprechend mit einer panischen Angst vor dem eigenen Volk verbunden ist, von der deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments Sibylle Berg von „Die Partei“. Sie zitiert der Journalist Franz Becchi, der Berg zusammen mit Martin Sonneborn, ebenfalls von „Die Partie“, in ihren Räumen des Straßburger Parlamentsgebäudes besucht und dort interviewt hatte, die Einschätzung der Parlamentarierin, dass in der EU inzwischen statt sozialer Fragen Aufrüstung und Kontrolle dominierten: „Fast in jeder Sitzung wird darüber abgestimmt, eine neue Überwachung einzuführen.“
(Franz Becci, „Straßburger Systemsprenger – Sibylle Berg und Martin Sonneborn sitzen im Europäischen Parlament. Was als politische Satire begann, ist eine Feldforschung im Maschinenraum der Macht geworden“, Ostdeutsche Allgemeine, 5. bis 11. Juni 2026, Seite 30 folgende; vergleiche Annika Ross, „Ihr Kriegstreiber macht mich krank“, zum Auftritt Clare Daly aus Irland, seinerzeit EU-Abgeordnete, Emma, 15. April 2023, emma.de [https://www.emma.de/artikel/ukraine-generation-von-maennern-verbrennt-340231]; vergleiche Julius Leber, „Die Todesursachen der deutschen Sozialdemokratie, Schrift von 1933“, in: „Schriften, Reden, Briefe 1920-1945. Mit einem Vorwort von Willy Brandt und einer Gedenkrede von Golo Mann“, herausgegeben von Dorothea Beck und Wilfried F. Schoeller, München, 1976, Seite 211 folgende)
Vor diesem Hintergrund sind nun auch die ausgewählten Fotomotive und meine Bildunterschriften der Dokumentation über die Protest-Kundgebung des Bündnisses „Es reicht!“ zu verstehen.

1) Am heißesten Tag in Berlin seit der Temperaturaufzeichnung, am 27. Juni 2026, auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Kundgebungsort von "Jetzt reicht's'!" auf dem Invalidenplatz, vorbei am, wie ich es nenne, Bundes-Ukraine- und -Kriegswirtschaftsministerium.

2) In einer Oligarchie wie die Bundesrepublik ist alle Politik auf die Besitzstandswahrung und Reichtumsmehrung der herrschenden Klasse ausgerichtet. Zwei der in Deutschland herrschenden Oligarchen und zugleich „Braune Erben“, deren Familien durch Sklavenhaltung und Ausbeutung im Nationalsozialismus superreich gewordenen waren, hat die „Sozialisten Organisation Solidarität, SoL“ auf ihrem Plakat abgebildet.

3) Kurz vor Beginn der Kundgebung, in der Mittagshitze um 12 Uhr: Wie ein Teppich pflastern die ersten von Bündnis-Organisationen gestalteten Transparente den Weg zur Bühne. Ihre Hauptbotschaften werden wenig später bei den jeweils diszipliniert kurzen Redebeiträgen ihrer Vertreter verkündet.

4) "Sitzen wir nicht alle im gleichen Boot?" – einer schuftet bis zum Umfallen, die anderen schmarotzen. Plakat zur Verteilung von Lasten und Privilegien in Deutschland, hier auch gern "Gerechtigkeit" genannt. Schild vor der Bühne während der Anmoderation.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Analyse von Rudi Dutschke, wie er sie in dem Brief vor nunmehr knapp 60 Jahren an seinen, damals in Untersuchungshaft einsitzenden, mutmaßlichen Attentäter formulierte: „Für die Schweine in den herrschenden Institutionen, für die Vertreter des Kapitalismus, für die Parteien und Gewerkschaften, für die Agenten der Kriegsmaschinerie und der ‚Medien gegen das Volk‘, für die Parteifaschisten gegen die Massen, die sich überall finden, dürft Ihr schuften. Die wenigen Tage der deutschen Revolution von 1918 haben die Massen den 8-Stunden-Tag erkämpft – 50 Jahre später muss unser ganzes Volk, um sich erhalten zu können, genauso sich quälen wie eh und je – nur in ‚schönerer‘ unmenschlicherer Form.“
(„Rudi Dutschke, Josef Bachmann, zwei Briefe, Mailand 9. Dezember 1968“, in Rudi Dutschke, „Geschichte ist machbar – Texte über das herrschende Falsche und die Radikalität des Friedens“, Berlin 1981 (11. – 20. Tausend), Seite 122 folgende, archive.org [https://archive.org/details/Rudi-Dutschke_Geschichte-ist-machbar/Rudi-Dutschke_Geschichte-ist-machbar_1992/mode/2up?q=]; vergleiche Ulrich Falke „Im Falschen leben“, Teil 1 und 2 von 2, Manova, vormals Rubikon, 7. und 10. Januar 2023, manova.news [https://www.manova.news/artikel/im-falschen-leben-2 und https://www.manova.news/artikel/im-falschen-leben])

5) Kundgebung mit vielen jungen Menschen. Sie fordern "Reichtum umverteilen!" und zwar nicht im Sinne der Oligarchen und ihrer konterrevolutionären Vollstrecker auf der deutschen Regierungsbank, sondern gemeint ist umgekehrt die Umverteilung von "oben" nach „unten“.
(vergleiche Günter Rexilius, „Demonstrationen ‚gegen rechts‘“, Ossietzky 3/2024, ossietzky.net)

6) Mit Maske zur Karikatur gestaltet holt eine Teilnehmerin den deutschen 2.-Wahl- und BlackRock-Kanzler aufs Kundgebungsgelände und lässt ihn sich selbst fragen, ob nicht doch einmal auch Superreiche Abgaben fürs Gemeinwohl leisten sollten. Ein gelungener Witz, der sich in einer Oligarchie kaum absurder erzählen lässt.

7) Im Spiel mit dem Namen des US-amerikanischen Billionärs zusammen mit dem Konterfei von dessen deutschen Lakaien bringt ein Teilnehmer dieses Machtungleichheits-Verhältnis auf den Punkt. Im Hintergrund zu sehen ist das Gebäude des Bundes-Kriegswirtschaftsministeriums.

8) Einzel-Protestaktion auf Rollkoffer gegen eine "Lex-Ausnahmeregelung" bei Mitgliedschaft in der unchristlichen Mammon-Anbeter-Partei CDU.

9) Warum das Steuergeld für die Kriegsvorbereitung, für geplantes Zerstören und Morden verbrennen, statt es konstruktiv für Soziales zu verwenden?, fragen sich inzwischen viele Deutsche. So ist zu hoffen, dass die nachdenklich Gewordenen nun tatsächlich einmal die ewigen Kriegstreiber und deren Parteien überwinden.

10) Gut behütet im Kreise Berliner Bildungs-Gewerkschaftler und gemeinsam unter ihrem Schirm gegen die Bestrebungen der konterrevolutionären Regierung, sämtliche Errungenschaften der Arbeiterbewegung ab 1918 anzugreifen und abzuschaffen.
Denn, so der Faschismus-Forscher Paul Sering, Pseudonym von Richard Löwenthal: „Im Zurückdrängen des Klassenkampfes unter die gesellschaftliche Oberfläche, seiner Zersplitterung in zahllose winzige Einzelreibungen, liegt die entscheidende Funktion des Faschismus. Versagt diese, so ist die Krise des Systems gegeben.“ (Paul Sering, „Die Aufgaben der deutschen Revolution“, aus: „Faschismus und Monopolkapitalismus“, Nachdruck Zeitschrift für Sozialismus, Juni 1936, Nummer 33, Seite 80 folgende)

11) Emmy Dörfel von der „4-Stunden-Liga Berlin“ spricht von der Wut ihrer Organisation über die Pläne „der aktuelle Bundesregierung, den 8-Stunden-Arbeitstag zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit“ abzuschaffen, wie er vor mehr als einhundert Jahren von der Arbeiterbewegung erkämpft wurde. Ziel müsse bei dem inzwischen erreichten hohen Stand der Produktivität der 4-Stunden-Tag bei vollem Lohnausgleich sein. Umgekehrt ist es für konterrevolutionäre Kreaturen des Großkapitals immer ein zentrales Anliegen, die Errungenschaften der Arbeiterbewegung anzugreifen. Der 8-Stunden-Tag scheint dabei eine besondere Symbolkraft zu besitzen – als ob die Handlangern der internationalen Konzerne und des Finanzkapitals im Wettstreit untereinander lägen, wer es denn als Erster vermag, die den Herrschenden störende Arbeitszeitbegrenzung der Arbeitnehmer zu kippen. So hatte Benito Mussolini, der Führer des italienischen Faschismus, bereits im März 1923 per Dekret, den 8-Stunden-Tag wieder beseitigt, dies letztlich aber noch nicht auf Dauer geschafft.
(vergleiche Ulrich Falke, „Hitlers Rede“ Teil 1 von 4, Manova, 31. Januar 2026, manova.news; vergleiche Rudi Dutschke, „Besetzt Bonn!“ am angegebenen Ort (Bildunterschrift 4), Seite 96 folgende; vergleiche Martina Weber, „Ethnologe David Graeber. Viele Jobs sind sinnlos und überflüssig“, Deutschlandfunk Kultur, 28. Dezember 2019, deutschlandfunkkultur.de)

12) Allenfalls ein schattenspendes Tuch, sonst nichts "auf unserem Ru?cken" schon gar nichts fu?r "die beutegierige Canallie“, denn, so das ganze Zitat von Carl von Ossietzky aus seinem „Offener Brief an Reichswehrminister Groener“ vom Dezember 1931: „Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“
(Die Weltbühne, 8. Dezember 1931, Seite 839 folgende, Internet-Archiv, „Die Weltbühne 27/2 1931“, archive.org)

13) Wie durch Schießscharten zielte diese Eberswalder Protestgruppe mit ihrer friedlichen Waffe, dem Wort, in Richtung Bundes-Kriegswirtschaftsministerium. Sie fordert den Stopp des Kriegshaushaltes und des Rüstungswahns. Konkretisieren lassen sich deren abstrakten Forderungen durch die Fragestellungen von Alexandra Kollontai, die sie in ihrem, erstmals 1916 veröffentlichten Essay „Wem nützt der Krieg“ bereits vor mehr als einhundert Jahren aufstellte – und darauf eine klare Antwort gab: „Jahrelang haben sie zum Kriege gerüstet., Milliarden an Geldern des Volkes für diese Rüstungen ausgegeben. Wohin kamen in allen kapitalistischen Ländern die Volksgelder? Für Schulen? Für Krankenhäuser? Für Arbeiterversicherung? Für Verbilligung der Wohnungen der nicht-besitzenden Klassen? Für Verbesserung der Verkehrswege, für Bodenmeliorationen? Für die Nöte des Volkes? Nichts von allen!“ (zitiert aus: Katharina Volk, (Hrsg) „Alexandra Kollontai oder: Revolution für das Leben“, Berlin 2022, Seite 74 folgende)

14) Die konterrevolutionäre Sparorgie der Regierung macht auch gegen Menschen mit Handikaps nicht Halt. Statt benachteiligten Menschen und Randgruppen der Gesellschaft zu helfen, werden hunderte Milliarden Euros fürs Aufrüsten und fürs Morden verbrannt. Dieser unmenschlichen Politik könnte die massive Wehrwilligkeit der Sozialverbände und von solidarischen Bürgern den Herrschenden einen Strich durch die Rechnung machen.

15) Kaputtsparen will die kriegsvorbereitende Regierung auch die Versorgung von psychisch krankten Menschen. Dagegen melden diese beiden Teilnehmerinnen ihren Widerstand an. Ihre im Nachsatz kleingedruckte Frage „Wollt Ihr schuld sein, wenn Menschen sterben?, müssten Politiker, die Verantwortung tragen und trotzdem noch ehrlich wären, mit einem klaren „Ja“ beantworten.

16) AfA-Schaubild zur Kampagne "Anmeldung für Alle", hier auf (fast) "all English", Näheres zum Bündnispartner von "Es reicht!" unter https///www.instagram.com/anmeldung_fuer_alle/

17) Ein alter Hut, die plakatierte Erkenntnis – und dennoch nach wie vor wahr.

18) Gut im Gespräch, am Stand der Sozialistischen Alternativen mit ihrer Forderung nach „100 Milliarden für Klima, Pflege, Wohnen, Bildung ... statt für Rüstung“.
27 Millionen getötete Sowjetbürger haben die Deutschen mit ihrem vorigen Weltkrieg auf dem Gewissen. Hitlers Ziel war die Ermordung von 60 Millionen Russen und Slawen und dabei „den Kommunismus mit Stumpf und Stiel“ auszurotten. Welche Zahlen und Ziele verfolgen die Oligarchen und ihre Regierenden der Gegenwart, wenn bald wieder „zurückgeschossen“ werden soll? Die DKP bietet Aufklärung.
(vergleiche Robert K. Wittman, David Kinney, „Die Rosenberg-Papiere – Die Suche nach den verschollenen Tagebüchern von Hitlers Chefideologen Alfred Rosenberg“, München 2016, Seite 349 folgende; vergleiche Ulrich Falke, „Erprobte Feindbilder“ Teil 1 und 2 von 2, Manova, 19. Juli und 21. Juli 2023, manova.news und manova.news; vergleiche Laura von Wimmersperg, „Offener Brief aus Berlin an die russischländische Bevölkerung“, Friedenskoordination Berlin, Netzwerk gegen Krieg seit 1989 (Friko), 7. März 2020, frikoberlin.de; vergleiche Werner Rügemer, „Russland erobern, diesmal transatlantisch. Vor 50 Jahren, am 19.4.1967, starb Konrad Adenauer.“, Manova, vormals Rubikon, 19. April 2017, manova.news; vergleiche Herbert Ludwig, „Friedens-Ikone Dr. Ansgar Klein zu den wahren Kriegstreibern im Ukraine-Konfikt“, Manuskript der am 26. Februar 2022 im Aachener Kulturpark gehaltenen Rede von Ansgar Klein, Fassadenkratzer, fassadenkratzer.de) vgl. Michail Fromm, „Der gewöhnliche Faschismus“, Filmdokumentation, DVD aus der Reihe „Russische Klassiker“, Timecode ab 1:40)

19) Die Linke als revisionistische Nachfolgerorganisation der "toten SPD" (Julius Leber) reiht sich zwar in das Bündnis „Es reicht!“ ein. Tatsächlich aber ist ihre Bundestagsfraktion mitverantwortlich für die Umstellung des Bundeshaushalts auf Kriegswirtschaft. Auf Landesebene, in Berlin, reichten seinerzeit offenbar einige Senatoren-Posten, um sich von der Durchsetzung des zuvor erfolgreichen Volksentscheids „Deutsche Wohnen enteignen“ zu verabschieden. Und die im Dezember 2024 nach zehn Jahre geendete Regierungsverantwortung des Bodo Ramelow als Ministerpräsident in Thüringen bilanziert der Chronist Holger Elias gar als puren „verwalteten Stillstand“, in dem der Linke „nicht wagte, wirklich links“ zu sein: Die „Eigentumsfrage“ wurde nicht gestellt, stattdessen hätte Ramelow es vorgezogen, „lieber dem Bundesrat zu gefallen als der Arbeiterklasse, lieber Antipode zur AfD zu sein, als Alternative zum Kapitalismus.“
(Holger Elias, „Ramelow und die Dialektik des Verschwindens“, Ossietzky 14/2025, ossietzky.net; vergleiche Sven Brajer, Roberto J. De Lapuente, „Die suizidale Partei. Die Partei Die Linke als Vertreterin von Arbeiterinteressen hat sich selbst abgeschafft. Was allenfalls bleibt, ist eine woke Sekte.“, Manova, vormals Rubikon, 17. November 2023, manova.news)

20) „Die Hauptfeinde stehen im eigenen Land!“, ein Blick auf die Auslagen und Magazine am Stand der „Revolutionären Linken“ wirkt wie der Wink zu dem bekannten Zitat von Karl Liebknecht. Ähnlich hatte diese Tatsache auch Alexandra Kollontai schon formuliert: „Mein Feind ist in meinem eigenen Lande. Und dieser Feind ist derselbe für die Arbeiter aller Länder. Dieser Feind ist der – Kapitalismus. Dieser Feind ist: die Rechtlosigkeit der Arbeiterklasse.“ (zitiert nach Katharina Volk, am angegebenen Ort (Bildunterschrift 13), Seite 84).

21) Auch Vertreter der Kriegstreiber-Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“ zeigten sich auf der Kundgebung. Die vormals, in ihrer Gründung, stark pazifistisch, freigeistig und antiautoritär ausgerichtete Partei der Akademiker hat spätestens mit dem Verfassungsbruch des Angriffskrieges 1999, als der grüne Bundesaußenminister Joschka Fischer das Kriegsverbrechen NATO-Bombardierung Serbiens empfahl, eine komplette Wende vollzogen.
Heute steht die Partei, mit ihrer „Vergottung des Staates“ (Paul Sering) wie keine andere für die Interessen der Pharma-Monopole und Rüstungs-Konzerne. Wenn diese „Partei der Lehrer“ von „Solidarität“ spricht, denke ich an „Volksgemeinschaft“ in der, unter Androhung von Zwang, alle gengespritzt und alle der gleichen, „grünen“ Meinung sein sollen. Und wegen solcher Typen, schrieb einst schon Hermann Hesse – in seiner Hommage an Friedrich Nietzsche „ Zarathustras Wiederkehr“ von 1919 – sind die Deutschen in der Welt so unbeliebt: „Ihr jungen Deutschen habet euch immer gerade mit den Tugenden gebrüstet, die ihr nicht hattet, und habet an eurem Feinde die Laster am meisten gescholten, die sie von euch gelernt hatten. (…) Ihr waret untreu, euch selber untreu, und das allein ist es, was euch den Haß der Welt zugezogen hat.“
(Hermann Hesse, „Zarathustras Wiederkehr“, aus „Politische Betrachtungen“, Auswahl von Siegfried Unseld, Frankfurt am Main, 1970, Seite 58 folgende; vergleiche Michael Maier, Interview mit Antje Vollmer, „‚Jeder wirkliche Fortschritt ist pazifistisch‘. Die frühere Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Grünen-Politikerin Antje Vollmer über Deutschland, Europa und den Abbau von Feindbildern“, Berliner Zeitung, 20./21. Juni 2020, Seite 6, berliner-zeitung.de; vergleiche Hannes Henkelmann, Interview mit Helene und Ansgar Klein, „‚Wir lassen uns davon nicht beeindrucken‘, Widerstand statt Ruhestand“, Neue Rheinische Zeitung, 6. Juli 2026, nrhz.de, erstveröffentlicht in „Demokratischer Widerstand“, Nummer 102, 27. August 2022, Seite 8, Archiv, demokratischerwiderstand.de)

22) Am Schluss, Einladung zum Erinnerungsfoto, alle Rednerinnen und Redner kommen gemeinsam noch einmal auf der Bühne.
(vergleiche Pressemitteilung der DGB Berlin-Brandenburg; berlin-brandenburg.dgb.de)

23) Und ganz am Ende, vor dem Aufbruch, der hoffnungsfrohe Schluss: diese engagiert-offenen Teilnehmerinnen, wohl Mutter und Tochter, bei der "Jetzt reicht's!"-Kundgebung plakatieren ihren Wunsch nach einer lebenswerten Zukunft. Von der gegenwärtigen Politik werden sie einen solchen berechtigten Wunsch nicht erfüllt bekommen. Deren Ausrichtung muss erst noch komplett überwunden werden. Die Chancen stehen aber gut, dass die Protest-Teilnehmerinnen erkennen werden, dass sie sich eine solche frohe Zukunft selbst nehmen und gestalten und müssen.
Mit der Einladung zur Veränderung möchte ich auch meine Fotoreportage über die Protestveranstaltung gegen die Vermögens-Umverteilung der derzeitigen deutschen Regierung von materiell „arm“ nach „reich“ beenden. Geplante Streichorgien finden sich im Sozialem, bei der Gesundheit, Bildung und Kultur zugunsten des unproduktivsten und zugleich klimaschädigenden und mörderischen Wirtschaftsbereich, der Rüstung. Dieses „Haushalten“ kennzeichnet, nach der Definition des Faschismusforschers Paul Sering, Pseudonym für Richard Löwenthal, den Faschismus. Denn „das einheitliche Ziel, dem der zentralistische Staat all seine Kräfte unterordnet, ist das imperialistische Ziel der verstärkten Kriegsfähigkeit. (…) Die staatliche Investition wird systematisch auf die kriegswichtigen Produktionszweige gelenkt, der Außenhandel unter diesem Gesichtspunkt kontrolliert. Aus den Arbeitern werden durch Lohndruck, aus allen anderen Zweigen der Wirtschaft durch Anleihen die Mittel für diese Aufgaben herausgepresst. (…) Das außenpolitische wie das innenpolitische Programm des Faschismus ist die planvolle, konzentrierte, rücksichtslose Anwendung von Gewalt, denn sie ist seine einzige Chance.“ (Paul Sering, „Der Faschismus, Teil 2, System und Widersprüche“, Nummer 22 bis 25, am angegebenen Ort (Bildunterschrift 10), Seite 45 folgende; vergleiche Rudi Dutschke, „Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf (Rede auf dem Internationalen Vietnamkongress in West-Berlin, Februar 1968)“, am angegebenen Ort (Bildunterschrift 4), Seite 105 folgende)
Trotz all Repressionen des Staates mit seiner Ausrichtung auf den neuen Faschismus – und im kapitalistischem Westen darin wieder einmal allen voran Deutschland – sei dem dennoch die hoffnungsfrohe Lösung entgegen gehalten, die Hermann Hesse mit seinem „Zarathustras Wiederkehr“ empfiehlt: „Es gab eine gewisse Zeit, da waret ihr alle eine kleine Weile überzeugt und eurer Sache sicher, dass der Russe euer Feind und der Ausgang alles Bösen sei. Und gleich darauf war es der Franzose, und dann der Engländer, und dann andere, und immer waret ihr überzeugt und sicher, und immer war es eine traurige Komödie und endete mit Elend. Da ihr nun gesehen habet, dass die Schmerzen in uns drinnen nicht damit zu heilen sind, dass wir sie einem Feinde in die Schuhe schieben – warum suchet ihr auch nicht jetzt eure Schmerzen dort auf, wo sie sind: In euch innen?“
Durch Nachdenken, In-sich-Hineinfühlen und das Verfolgen des bereits vor rund 2500 Jahren von Platon formulierte Postulats „Erkenne dich selbst!“ sind beste Voraussetzungen geschaffen, Regierungen zu überwinden, auch dann, wenn sie mit aller Gewalt in den Faschismus führen wollen. Daher hier nun ganz zum Schluss ein, aus meiner Sicht, dafür wegweisendes Zitat des Dichters aus seinem Essay von 1917 „Soll Friede werden?“: „Man hat längst gesagt, jedes Volk habe die Regierung, die es selber wolle und verdiene. Gut, dann haben wir Europäer eben auch das, was wir wollen und verdienen, nämlich die blutige, brutale und grausame Herrschaft des Krieges.
Wir wollen ja aber alle nicht! Wir wollen ja alle das Gegenteil! Ausgenommen eine kleine Schicht von Geschäftemachern will keine Seele auf Erden die Fortsetzung dieses beschämenden und traurigen Zustandes! Rühren wir uns also! Bekunden wir doch unsere Friedensbereitschaft auf jede Weise!“
Und, dazu appelliert Hesse am Ende, „den Staatsmann, welcher heute noch Weltpolitik treiben will aus rein national-eigennützigen Programmen heraus, der den Ruf der Menschheit auch jetzt noch nicht vernommen hat, setzen wir ihn doch lieber heute schon vor die Tür als erst, wenn noch mehr Millionen für seine Dummheit geblutet haben werden!“ (Hermann Hesse, „Zarathustras Wiederkehr“ und „Soll Friede werden?“, aus „Politische Betrachtungen“ am angegebenen Ort, Seite 58 folgende und Seite 18 folgende)

Flyer zur Veranstaltung (berlin-brandenburg.dgb.de)
Online-Flyer Nr. 865 vom 08.07.2026














