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Aktueller Online-Flyer vom 23. Juli 2019  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Der Zionismus bedroht uns alle
Von Evelyn Hecht-Galinski

Wenn der Botschafter des "Jüdischen Staates", Jeremy Issacharoff, loslegt, dann wissen wir, was uns erwartet: Fake-News und Hasbara (Propaganda). Was er jetzt aber in der "Springernden-Bild" von sich gab, war an Hetze nicht zu überbieten. (1) Nein, ganz gewiss nicht bedroht die Hisbollah Europa, sondern es ist fraglos das von ihm vertretende zionistische Staatsterrorregime. Und ganz gewiss nicht die von ihm halluzinierten „Antisemiten von Gaza bis Teheran“ bedrohen – die Atommacht (!) – Israel mit dem Tod, sondern es ist doch sein Staat, der ständig Drohungen ausspricht, diese unterstützt mit willkürlichen Bombenangriffen, Überwachungen zur Luft und See, und der weder vor gezielten Tötungen noch außergerichtlichen Hinrichtungen zurückschreckt. Während Israel alles versucht, den Libanon zu destabilisieren, sollten wir Hisbollah als Stabilitätsfaktor sehen.

Deutsche Unterwerfung unter zionistische Staatsterroristen

Issacharoff greift nicht nur die UNO an für unzählige, absolut berechtigte Resolutionen, sondern rügt auch noch Bundespräsident Steinmeier wegen seines Glückwunsch-Telegramms an Iran zum 40. Nationalfeiertag. Auch Josef Schuster, der deutsche Statthalter des "Jüdischen Staates", hatte doch schon via Blödzeitung in dieser Causa seinen Senf dazu gegeben.

Es ist schon mehr als anmaßend, dass ein deutscher Bundespräsident, der so eng mit den "jüdischen Freunden" verbunden ist, sich gerade von Vertretern eines Völkerrechtverletzenden Regimes wie Israel maßregeln lassen muss, und ganz sicher muss er sich nicht rechtfertigen für übliche diplomatische Gepflogenheiten!

Wohin die deutsche politische Unterwerfung geführt hat, erleben wir in diesem Fall besonders eklatant. Je mehr deutsche Politiker vor den zionistischen Staatsterroristen kuschen, umso mehr Forderungen werden gestellt.

Ablenkung von täglichen Völker- und Menschenrechtsverbrechen – der Hölle auf Erden


Nein, Hisbollah und Hamas sind nicht unsere Feinde. Sie sind Widerstandsorganisationen, entstanden aus der Gründung des "Jüdischen Staates" und der illegalen Besatzung Palästinas. Durch die ständige Dämonisierung dieser wichtigen Organisationen versucht Israel nur abzulenken von seinen täglichen Völker- und Menschenrechtsverbrechen. Wer hat denn den Krieg gegen Libanon, ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, geführt, mit schmutzigen Waffen, die heute noch die Bevölkerung des Libanon schmerzlich an den Krieg und die Schandtaten des "Schlächters" Ariel Scharon erinnern?

Oder nehmen wir Gaza, wo die jüdische "Verteidigungsarmee" einen Völkermord beging, bis heute ungesühnt, und Woche für Woche die Palästinenser, die versuchen aus diesem Konzentrationslager auszubrechen, heimtückisch von Scharfschützen ermorden lässt. Mit Kampfhubschraubern wird auf Ballons reagiert, und ständige Drohnenüberwachung versucht die Eingeschlossenen zu zermürben Alles das geschieht unter den Augen der so genannten westlichen “Wertegemeinschaft“, die das palästinensische Volk und die illegale Besatzung Palästinas außer heuchlerischer Verlautbarungen ungerührt in der ihnen von den Israelis bereiteten Hölle auf Erden schmachten lässt. Das Netanjahu Regime hat erreicht, dass von internationaler Kritik an der Besatzung so gut wie nichts mehr zu spüren ist. (2)

Nein, nicht die Hisbollah, die Hamas oder der Iran sind Terroristen, sondern es sind im wahrsten Sinne des Wortes die Staatsterroristen des "Jüdischen Staates" und sein Regime. Sie können nicht unsere Verbündeten im Terrorkampf sein. Stattdessen sollten wir endlich erkennen, wer uns diesen Terror beschert. Nichts lässt der "Jüdische Staat" unversucht, um einen Keil zu treiben zwischen die EU-Staaten.

Der "Jüdische Staat": zionistisch-faschistischeer Spaltpilz der Region

Wenn der Botschafter davon spricht wie Israel kürzlich sechs "Terror-Tunnel" entdeckt, die vom Süd-Libanon nach Israel geführt hätten, dann ist das mehr als unglaubwürdig. Schließlich war Netanjahu diese Tatsache lange bekannt, die ihm aber erst nützlich wurde für seinen Wahlkampf. Ich habe mit eigenen Augen die desolate Lage der palästinensischen Flüchtlinge in den Lagern im Libanon gesehen, die unwürdig dort hausen müssen, 71 Jahre nach der Nakba, der Katastrophe. In den letzten Jahren, bedingt durch den Syrien-Krieg, hat sich die Lage der Flüchtlinge weiter verschlimmert, was dem "Jüdischen Staat" in die Hand spielt. So wie das Netanjahu-Regime im Syrien-Krieg eifrig mitmischt, Terroristen und die mehr als zwielichtigen "Weißhelme" unterstützt, um die Assad-Regierung zu schwächen, und so die ewige Besatzung der Golanhöhen zu bekräftigen. Diese zionistische Machtpolitik, ging aber dank Russlands Gegenwehr und Einsatz für Syrien und die Assad Regierung noch nicht auf.

Obwohl Israel immer wieder betont, die Sicherheit seiner Bevölkerung zu verteidigen, so sehr schwächt sie mit dieser Art Politik ganz bewusst die Sicherheit seiner Bürger. Wie sicher könnte der "Jüdische Staat" leben, wäre er nicht der Besatzungs- und zionistisch-faschistische Spaltpilz der Region, denn ohne seine Bevölkerung in Angst und Schrecken zu halten und mit dem immer wieder vorgebrachten Vorwand, umgeben von Feinden in der ganzen Welt zu sein und allein auf sich gestellt zu sein. Nur so können sie regieren, indem sie die Bevölkerung in ständige Angst vor imaginären Feinden und Angriffen zu versetzen. Dabei schreckt das Netanjahu Regime auch nicht davor zurück, dem Iran einen geplanten Holocaust gegen den „Jüdischen Staat“ zu unterstellen. Diese Instrumentalisierung des Holocaust ist eine besonders perfide Art der Hasbara-„Kriegsführung“, ebenso wie die ständigen Antisemitismuskampagnen, die schon Norman Finkelstein so meisterhaft in seinen diversen Schriften entlarvte, aber besonders in einem seiner bekanntesten Büchern „Die Holocaust Industrie“.

So macht es auch keinen großen Unterschied, welches Regime gerade an die Macht kommt im "Jüdischen Staat", weil sie alle nur ein Ziel haben, den Kampf gegen Palästinenser/Muslime und die Endlösung der Judaisierung Palästinas zu erreichen, mit allen Mitteln. Dieser schmutzige Wahlkampf, den Netanjahu vollkommen auf sich zugeschnitten hat, mit Provokationen vom Haram al-Sharif bis zur „ewigen Hauptstadt“ Jerusalem, unter kräftiger Hilfe der Trump-Regierung. Mit Angriffen gegen Justiz und Medien versucht Netanjahu, dem eine Korruptionsanklage droht und dem so das Wasser bis zum Hals steht, seinen Rücktritt zu verhindern. Mit dieser aggressiven, rassistischen Politik, die auch vor Zusammenarbeit mit Faschisten nicht zurückschreckt, weiß er doch tatsächlich einen großen Teil seiner jüdischen Gefolgschaft hinter sich. Von einer Opposition kann keine Rede sein, schließlich bietet das Parteienbündnis Blau-Weiß, unter dem ehemaligen Generalstabschef Gantz und Weggefährten von Netanjahu, sowie einem ehemaligen Fernsehmoderator und Finanzminister Lapid weder eine Alternative noch ein brauchbares Programm. Es sind alles Staatsterroristen die an die Macht streben, mit Blut an den Händen. Für die Palästinenser bleibt da nichts mehr übrig, außer ethnische Säuberungen und fortscheitende Judaisierung auf Kosten ihrer letzten Rechte. Alles erinnert an Freund Trump und seine Wahl, sowie diverse rechtsextreme europäische Führer.

Deutschland verweigert sich unter dem Stiefel von Lobbyisten eiskalt den Menschenrechten

Wenn der israelische Botschafter kritisiert, wenn Deutschland sich bei ganz wenigen Resolutionen traute, sich zu enthalten oder gegen Israel zu stimmen, dann klingt das wie eine Drohung, die dank der FDP schon auf fruchtbaren Boden gefallen ist, die ihrerseits Druck auf die Bundesregierung machen und israel-kritische Resolutionen verhindern will. Wenn das ihr Programm für kommende Wahlen ist, dann Gute Nacht ihr Liberalen! Was bleibt, ist ein Häufchen von armseligen Selbstdarstellern, freiwillig unter dem Stiefel von Lobbyisten, die sich der Durchsetzung des Völkerrechts und der Menschenrechte eiskalt verweigern, wenn es um den "Jüdischen Staat" geht. Vielleicht ist diese Art der feigen Appeasement-Politik eine späte Aufarbeitung der Nazivergangenheit der Mende-Zeit? Inzwischen hat die gesamte deutsche Parteienlandschaft alle Skrupel verloren, wenn es um den "Jüdischen Staat" und seine bedingungslose Unterstützung geht. Es ist dies eine gefährliche Entwicklung des „neuen Antisemitismus“, der sich in philosemitischen Ergüssen auslässt, und wenn diese Entwicklung sich so fortsetzt, jedwede Israel-Kritik kriminalisiert und unmöglich macht und damit freiwillig die uns durch das Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit ad acta legt.

Dem Botschafter, der in dem Interview den Zeitpunkt für Glückwünsche an Menschen in Iran erst kommen sieht, wenn das "Regime der Ayatollahs und des Terror" ein Ende finden wird, antworte ich meinerseits ihm, mit seinen Worten:

"Der Zeitpunkt wird kommen für Glückwünsche an die Menschen in Palästina, wenn das zionistisch-faschistische Regime des Staatsterrors, den sie nach innen und außen verbreiten, ein Ende findet".

Deutschland trägt ganz offen die transatlantische Kriegspolitik der NATO mit

Es wird nicht gelingen, die BDS-Bewegung zu zerstören und Preisverleihungen an jüdische Menschenrechtsaktivisten und Kritiker der Politik des "Jüdischen Staates" zum Schweigen zu bringen, auch wenn die verbrämt-wissenschaftlich-ausgeklügelte Hasbara-Propaganda dies mit Millionensummen versucht und unterstützt.

Wenn sich heute zionistische Faschisten mit europäischen zusammentun, um ihren Kampf gegen den Islam und Muslime unter dem Deckmäntelchen der Terrorbekämpfung führen, dann sollten wir gemeinsam aufstehen und uns zur Wehr setzen gegen diese Art von Rassismus, um den letzten Rest der Demokratie zu retten.

Wenn die kommenden Wahlen im "Jüdischen Staat" die Politiker an die Regierung bringen, die eigentlich alle vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gehören, dann ist Deutschland garantiert wie immer mit dabei, auch diese bedingungslos zu unterstützen. Die Glaubwürdigkeit und Integrität solch schändlicher Politik verfällt zusehends – wenn Deutschland und seine Rüstungsindustrie inzwischen ohne Skrupel Waffen an Saudi-Arabien, Jemen und den "Jüdischen Staat" verkaufen – wenn Bundeswehrsoldaten weltweit an kriegerischen Auseinandersetzungen teilnehmen und das auch noch positiv bewertet wird, auch die Sanktionen gegen Russland und Iran, und dass nach dem versuchten und misslungenen US-Umsturz Versuch in Venezuela, der nach hinten losging, sofort auf Befehl der USA eine venezolanische Marionette als Präsident anerkannt wurde, die darin gipfelte, dass sich der deutsche Botschafter Daniel Kiener den selbsternannten „Interimspräsidenten“ Guiado, als Bodygard zur Verfügung stellte beim „liebvollen“ Empfang bei seiner Rückkehr am Flughafen in Caracas. Damit hat die deutsche Außenpolitik ganz offen die transatlantische Kriegspolitik der Nato mitgetragen. Da wird sich der ehemalige SPD-Außenminister Gabriel, der demnächst als Nachfolger von Friedrich Merz die Atlantikbrücke leiten wird und sich schon "gerührt" auf den Posten freut, doppelt freuen, bei so viel Anschleimerei an die „US-Freunde“ (3)


Fußnoten:

(1) https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/israels-botschafter-warnt-die-hisbollah-bedroht-auch-europa-60432196.bild.html
(2) http://www.trt.net.tr/deutsch/welt/2019/02/28/israelische-gewalt-in-gaza-in-2018-1154393
(3) http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/33092-Venezuela-Deutscher-Botschafter-spielt-Bodyguard.html


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.


Online-Flyer Nr. 712  vom 03.07.2019



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