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Aktueller Online-Flyer vom 28. April 2017  

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Fotogalerien
Was zwischen den USA und Mexiko schon seit langem existiert
Die Traurigkeit der Grenzmauer
Photoessay von David Bacon

„An der Grenze zu Mexiko sind mehr sogenannte Grenzverletzer erschossen worden als an der DDR-Grenze. Am Rio Grande gibt es Zäune und Stahlplatten.“ (1) Das war so schon 1992 zu lesen. „An die... Mauer... wird sich die Welt nicht gewöhnen. Die Mauer symbolisiert Menschenverachtung ... Macht kann nur mit Mitteln der Gewalt aufrechterhalten werden.“ (2) „Deshalb mein Aufruf, mein Appell an ... alle Offiziere und Mannschaften der militärischen und halbmilitärischen Einheiten: Laßt Euch nicht zu Lumpen machen! Zeigt menschliches Verhalten, wo immer es möglich ist, und vor allem, schießt vor allem nicht!“ (3) In diesen zwei Äußerungen geht es nicht um die Mauer an der US-Südgrenze. Sie stammen aus dem Jahr 1961 und beziehen sich auf die Mauer in Berlin. Die US-Grenzanlage zu Mexiko ist erst in der öffentlichen Diskussion, seit US-Präsident Trump offen verkündet, dass er sie undurchdringlich machen will. Der US-Fotograf David Bacon hat ihren Zustand heute zum Thema eines Photoessays gemacht.


In Playas de Tijuana, auf der mexikanischen Seite der Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA begrüßen Catelina Cespedes und Carlos Alcaide ihre Tochter Florita Galvez, die sich auf der US-Seite befindet. Die Familie ist aus Santa Monica Cohetzala in Puebla gekommen, um sich an der Mauer zu treffen.


Florita Galvez befindet sich auf der US-Seite der Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA. Und ihre Familie auf der mexikanischen Seite kann sie nur durch Löcher im Metallgitter sehen.


Auf der mexikanischen Seite der Grenzmauer steckt Catelina Cespedes ihren Finger durch ein Loch im Metallgitter, so dass sie den Finger ihrer Tochter Florita Galvez, die sich auf der anderen Seite befindet, berühren kann – der einzige körperliche Kontakt zwischen Menschen auf beiden Seiten.


Adriana Arzola, ihre Schwester und ihr Baby Nayeli Santana sprechen mit ihrer Familie, die in den USA lebt, durch die Mauer-Barriere. Auf US-Seite muss die Familie einige Fuß von der Mauer Distanz halten, so dass sie sich durch die Barriere hindurch nicht berühren können.

Am Parque de Amistad, dem Park der Freundschaft in Playas de Tijuana, beschriften Kinder und ihre Familien Steine mit den Namen anderer Familienmitglieder, von denen sie aufgrund der Mauer getrennt sind.


Auf der mexikanischen Seite der Grenzmauer hat Adriana Arzola ihr jüngstes Baby Nayeli Santana mitgebracht, um ihre Familie zu treffen, die für die nächste Zeit in den USA lebt.

Ein Junge geht auf der mexikanischen Seite der Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA entlang.


Ein Mann blickt durch die Barriere der Grenzmauer in Richtung USA.


Auf der mexikanischen Seite der der Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA – die Mauer verläuft bis hinein in den pazifischen Ozean.


Veteranen des US-Militärdienstes, die abgeschoben worden sind, sammeln sich auf der mexikanischen Seite der Grenzmauer zum Protest und um an diejenigen zu erinnern, die gestorben sind. Ihre Namen sind an die Säulen geschrieben.


Weitere englischsprachige Informationen zum Photoessay von David Bacon – betitelt mit THE SADNESS OF THE BORDER WALL:

http://davidbaconrealitycheck.blogspot.com/2017/03/the-sadness-of-border-wall.html
http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/1536504217696064
https://contexts.org/articles/the-sadness-of-the-border-wall/


Fussnoten:

1. Jürgen Trittin im "Spiegel", Ausgabe 37/1992
2. Heinrich Windelen (CDU) im Vorwort zu "13. August 1961 – Die Mauer von Berlin"
3. Willy Brandt (SPD) am 16. August 1961 auf einer Kundgebung in Berlin

Online-Flyer Nr. 608  vom 12.04.2017



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