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Kommentar
Zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern - mit 4,9% für die CDU
Was erleben wir gerade?
Von Rudolph Bauer
Da fliegt eine Partei aus dem Landtag. Und was macht der Vorsitzende dieser Partei? Lange vor dem amtlichen Wahlergebnis und kurz nach Verkündung der ersten Wahlprognose tritt er vor die Fernsehkamera und verkündet: "Ich möchte unser Land voranbringen." Dass Reformen erforderlich seien, sagt er: "Diese Reformen sind das Mittel gegen das autoritäre Gift, das mit der Faszination des Autoritären immer tiefer in unsere Gesellschaft eindringt." Was jetzt zu tun sei, erfordere Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld. Er sagt: "Ich werde das aufbringen - als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes."

Montage: Rudolph Bauer
Was erleben wir gerade?
Wir erleben eine Machtergreifung. Ein Politiker, dessen Partei im Begriff ist, abzuschmieren, würde als Demokrat die Zeichen der Zeit erkennen. Als Vorsitzender der gescheiterten Partei würde er seine Verantwortung für die Schmach der Niederlage übernehmen. Und er würde zurücktreten. Er würde nach den Gründen des Scheiterns fragen. Auch nach Gründen in seiner Person, in seiner Amtsführung, in der von ihm als Kanzler zu verantwortenden Richtlinien der Politik. Aber nichts dergleichen.
Was erleben wir gerade?
Dieser Mann, dieser Kanzler, stellt sich hin und redet vom autoritären Gift, welches mit der Faszination des Autoritären in unsere Gesellschaft eindringe. Dieser Mann, dieser Kanzler verkörpert nicht die Demokratie. Er selbst verkörpert das autoritäre Gift. Er, dessen Partei das Vertrauen einer Wählermehrheit verloren hat, okkupiert den Staat. Er selbst handelt autoritär. Er lenkt davon ab, indem er behauptet, das Autoritäre dringe immer tiefer in unsere Gesellschaft ein. Das Autoritäre! Es ist bereits tief eingedrungen, und zwar in das Handeln des Friedrich Merz, seiner Partei und seines Kabinetts.
Was erleben wir gerade?
Merz, der Täuscher: Reformen seien "das Mittel gegen das autoritäre Gift", sagt er. Wie das? Reformen - demokratische Reformen! - haben im Interesse der Menschen zu sein, ihrem Wohl zu dienen, uns zu nützen.
Was erleben wir gerade?
Der Kanzler, dessen Partei in einer Wahl erstmals seit 1949 gescheitert ist, erklärt sich zum Immer-noch-Kanzler. Und die seiner Partei zugehörenden Ministerpräsidenten bestärken ihn darin. Ferner: Die seiner Regierung angehörenden Sozialdemokraten, flankiert von der CSU, machen mit. Ebenso wie Grüne und Linke. Hier wird ein unblutiger Staatsstreich umgedeutet zur Frage von "Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld" (O-Ton Merz).
Was erleben wir gerade?
Sind Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld demokratische Tugenden? Nein. Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld sprechen für eine autoritäre Haltung. Für ein autoritäres Politikverständnis. Sie stehen für Unbelehrbarkeit, für Selbstüberschätzung, für Größenwahn ("Ich möchte unser Land voranbringen"), für Führer-Allüren. Da warnt einer vor dem Autoritären. Er ruft: Haltet den Dieb. Er aber ist der Dieb. Er hat die Macht ursurpiert. Er verkörpert das autoritäre Gift.
Was erleben wir gerade?
Die Machtergreifung des Friedrich Merz! Wieder in scheindemokratischer Verkleidung. Allerdings schwer zu durchschauen: Die AfD – sich dessen bewusst oder nicht – als Alibi. Geschichte - deutsche Geschichte! - wiederholt sich. Sicher, man könnte von einer Farce sprechen. Aber auch eine Farce ist eine Wiederholung. Vonwegen "Nie wieder".
Online-Flyer Nr. 869 vom 23.09.2026
Zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern - mit 4,9% für die CDU
Was erleben wir gerade?
Von Rudolph Bauer
Da fliegt eine Partei aus dem Landtag. Und was macht der Vorsitzende dieser Partei? Lange vor dem amtlichen Wahlergebnis und kurz nach Verkündung der ersten Wahlprognose tritt er vor die Fernsehkamera und verkündet: "Ich möchte unser Land voranbringen." Dass Reformen erforderlich seien, sagt er: "Diese Reformen sind das Mittel gegen das autoritäre Gift, das mit der Faszination des Autoritären immer tiefer in unsere Gesellschaft eindringt." Was jetzt zu tun sei, erfordere Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld. Er sagt: "Ich werde das aufbringen - als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes."
Montage: Rudolph Bauer
Was erleben wir gerade?
Wir erleben eine Machtergreifung. Ein Politiker, dessen Partei im Begriff ist, abzuschmieren, würde als Demokrat die Zeichen der Zeit erkennen. Als Vorsitzender der gescheiterten Partei würde er seine Verantwortung für die Schmach der Niederlage übernehmen. Und er würde zurücktreten. Er würde nach den Gründen des Scheiterns fragen. Auch nach Gründen in seiner Person, in seiner Amtsführung, in der von ihm als Kanzler zu verantwortenden Richtlinien der Politik. Aber nichts dergleichen.
Was erleben wir gerade?
Dieser Mann, dieser Kanzler, stellt sich hin und redet vom autoritären Gift, welches mit der Faszination des Autoritären in unsere Gesellschaft eindringe. Dieser Mann, dieser Kanzler verkörpert nicht die Demokratie. Er selbst verkörpert das autoritäre Gift. Er, dessen Partei das Vertrauen einer Wählermehrheit verloren hat, okkupiert den Staat. Er selbst handelt autoritär. Er lenkt davon ab, indem er behauptet, das Autoritäre dringe immer tiefer in unsere Gesellschaft ein. Das Autoritäre! Es ist bereits tief eingedrungen, und zwar in das Handeln des Friedrich Merz, seiner Partei und seines Kabinetts.
Was erleben wir gerade?
Merz, der Täuscher: Reformen seien "das Mittel gegen das autoritäre Gift", sagt er. Wie das? Reformen - demokratische Reformen! - haben im Interesse der Menschen zu sein, ihrem Wohl zu dienen, uns zu nützen.
Was erleben wir gerade?
Der Kanzler, dessen Partei in einer Wahl erstmals seit 1949 gescheitert ist, erklärt sich zum Immer-noch-Kanzler. Und die seiner Partei zugehörenden Ministerpräsidenten bestärken ihn darin. Ferner: Die seiner Regierung angehörenden Sozialdemokraten, flankiert von der CSU, machen mit. Ebenso wie Grüne und Linke. Hier wird ein unblutiger Staatsstreich umgedeutet zur Frage von "Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld" (O-Ton Merz).
Was erleben wir gerade?
Sind Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld demokratische Tugenden? Nein. Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld sprechen für eine autoritäre Haltung. Für ein autoritäres Politikverständnis. Sie stehen für Unbelehrbarkeit, für Selbstüberschätzung, für Größenwahn ("Ich möchte unser Land voranbringen"), für Führer-Allüren. Da warnt einer vor dem Autoritären. Er ruft: Haltet den Dieb. Er aber ist der Dieb. Er hat die Macht ursurpiert. Er verkörpert das autoritäre Gift.
Was erleben wir gerade?
Die Machtergreifung des Friedrich Merz! Wieder in scheindemokratischer Verkleidung. Allerdings schwer zu durchschauen: Die AfD – sich dessen bewusst oder nicht – als Alibi. Geschichte - deutsche Geschichte! - wiederholt sich. Sicher, man könnte von einer Farce sprechen. Aber auch eine Farce ist eine Wiederholung. Vonwegen "Nie wieder".
Online-Flyer Nr. 869 vom 23.09.2026














