SUCHE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Globales
Informationen von der Initiative "Bargeldverbot? Nein, danke!"
EU-Entwurf fällt deutlich schlechter aus als erwartet
Von Hansjörg Stützle
Liebe Bargeldfreunde, heute habe ich leider keine guten Nachrichten: Nach den vier Gesprächen mit EU-Abgeordneten am 20. Mai 2026 bin ich mit einem unguten Gefühl von Straßburg nach Hause gefahren. Obwohl wir viel Zustimmung erfuhren, konnte ich zwischen den Zeilen wahrnehmen, dass wir im Währungsausschuss (ECON) über keine Mehrheit für einen konsequenten Schutz des Bargelds verfügen. Daher haben wir bereits vergangenen Montag (8, Juni 2026) einen Brandbrief an die Mitglieder aus dem Währungsausschuss geschickt. (1)
Der neue Gesetzesentwurf verschärft die Lage
Am Dienstag, einen Tag danach, kam die Hiobsbotschaft: Die relevanten Akteure im Währungsausschuss haben sich jetzt auf einen Gesetzesentwurf geeinigt. Dem Plan nach stimmen dann am 23. Juni alle Mitglieder im Ausschuss darüber ab. Das Dokument wurde uns zugespielt. Dieser Gesetzesentwurf ist sogar schlechter als der Vorschlag vom EU-Ministerrat von Dezember vergangenen Jahres.
In meinen schlimmsten Albträumen hätte ich mir nicht vorstellen können, dass die Volksvertreter einen schlechteren Vorschlag unterbreiten als der Ministerrat, hinter dem die Finanzministerien stehen, also jene, die das geringste Interesse am Bargeld haben.
Konkret könnte in Zukunft jeder Fahrscheinautomat und jede Parkuhr in allen Euro-Ländern ganz legal Bargeld ablehnen. Auch wurde eine Regel aus dem Gesetzesentwurf gestrichen, wonach Bürgerämter in ihren Räumlichkeiten Bargeld annehmen müssen.
Dies hat mich veranlasst, am 12. Juni 2026 einen noch deutlicheren Brandbrief (2) an den Währungsausschuss zu schreiben. Ich bitte Sie dringend, ihn zu lesen, denn er zeigt unverblümt die katastrophale Lage auf.
Wir konzentrieren unsere Kräfte jetzt unter anderem darauf, Sozialverbände zu aktivieren, ihren Einfluss beim Währungsausschuss geltend zu machen.
Es gibt auch gute Nachrichten
In diesem Zusammenhang möchte ich unbedingt erwähnen, dass es nicht nur Rückschritte gibt. Während bislang Eisdielen, Cafés, Restaurants oder Einzelhandelsgeschäfte Bargeld ablehnen konnten, soll das in Zukunft nicht mehr möglich sein.
Ein Schild an der Ladentür mit dem Hinweis „Keine Barzahlung“ wäre unwirksam. Lediglich dort, wo keine Mitarbeiter zugegen sind, etwa am Kaugummiautomat, könnte Bargeld abgelehnt werden.
Alleine das ist ein Riesenerfolg. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass der Staat sich zu Bargeld bekennt. Und dies kann er nur, wenn er sein einziges gesetzliches Zahlungsmittel, also das Bargeld, selbst auch annimmt. Alles andere wirft vielzählige Fragen auf.
Eine davon ist: Will die EU Bargeld zum Mittel der Krisenvorsorge degradieren und im zweiten Schritt eine bargeldlose Welt entstehen lassen? Mit dem jetzigen Kompromissvorschlag wäre der Weg dafür frei, wie ich es in meinem zweiten Brandbrief andeute.
Alles ist momentan noch in einem Prozess. Diese Woche habe ich dem Südkurier, einer der großen Tageszeitungen in Baden-Württemberg, ein Interview gegeben. Der Beitrag wird vermutlich nächste Woche veröffentlicht und stellt die aktuellen Entwicklungen hoffentlich ins Rampenlicht.
Etwas Persönliches
Mir ist bewusst, dass ich Ihnen heute viel zumute. Aber ich denke, Sie haben das Recht, die Situation ungeschönt zu erfahren. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Ihnen aber folgendes mitgeben:
Ich hatte schon viele schwierige Situationen in meinem Leben und egal wie schwierig sie auch waren – ich habe mich im Zweifel immer auf meinen Wertekodex und meine Integrität verlassen und das gemacht, was mein Herz mir gesagt hat. Im Nachhinein hat sich dies immer als richtig bewahrheitet. Und mein Herz sagt mir, wir müssen bis zum Ende mit Nachdruck dranbleiben und das Bestmögliche einbringen. Ich glaube, im Leben geht es exakt darum.
In diesem Sinne verbleibe ich
mit bargeldfreundlichen Grüßen
Hansjörg Stützle
PS: Wie Sie mithelfen können, unserem Anliegen Gehör zu verschaffen
Die Mitglieder des Währungsausschusses stehen stark unter Druck. Vertreter nationaler Regierungen bedrängen die Politiker im Ausschuss, die Annahmepflicht für Bargeld auszuhöhlen und abzuschwächen. Wir können aber unseren Volksvertretern im Währungsausschuss den Rücken stärken, das Bargeld konsequent zu schützen, indem wir ihnen vor Augen führen, wie groß das öffentliche Interesse, das Interesse ihrer Wähler, am Schutz des Bargelds ist.
Sie können gerne eine freundliche, bestimmte und konstruktive E-Mail an die Mitglieder des Währungsausschusses senden. Bitte formulieren Sie Ihre Worte selbst und schreiben Sie, warum es Ihnen wichtig ist, dass das Bargeld konsequent überall dort angenommen wird, wo künftig auch der E-Euro angenommen wird.
Bargeld sollte dort, wo sich Automaten befinden, die den E-Euro annehmen, ebenfalls angenommen werden. Zumindest jedoch sollte es dafür mindestens eine Möglichkeit an jeder Haltestelle, an jedem Bahnsteig oder in jedem Verkehrsmittel geben. Bürgerämter müssen Bargeld in ihren Räumlichkeiten annehmen, anstatt Barzahler zu einer kilometerweit entfernten Stadtkasse zu schicken.
Fußnoten:
1 https://bargeldverbot.info/wp-content/uploads/2026/06/Brandbrief-im-Layout-GESCHWAERZT-mit-Anhang.pdf
2 https://bargeldverbot.info/wp-content/uploads/2026/06/Brandbrief-2-geschwaerzt.pdf
Online-Flyer Nr. 864 vom 17.06.2026
Informationen von der Initiative "Bargeldverbot? Nein, danke!"
EU-Entwurf fällt deutlich schlechter aus als erwartet
Von Hansjörg Stützle
Liebe Bargeldfreunde, heute habe ich leider keine guten Nachrichten: Nach den vier Gesprächen mit EU-Abgeordneten am 20. Mai 2026 bin ich mit einem unguten Gefühl von Straßburg nach Hause gefahren. Obwohl wir viel Zustimmung erfuhren, konnte ich zwischen den Zeilen wahrnehmen, dass wir im Währungsausschuss (ECON) über keine Mehrheit für einen konsequenten Schutz des Bargelds verfügen. Daher haben wir bereits vergangenen Montag (8, Juni 2026) einen Brandbrief an die Mitglieder aus dem Währungsausschuss geschickt. (1)Der neue Gesetzesentwurf verschärft die Lage
Am Dienstag, einen Tag danach, kam die Hiobsbotschaft: Die relevanten Akteure im Währungsausschuss haben sich jetzt auf einen Gesetzesentwurf geeinigt. Dem Plan nach stimmen dann am 23. Juni alle Mitglieder im Ausschuss darüber ab. Das Dokument wurde uns zugespielt. Dieser Gesetzesentwurf ist sogar schlechter als der Vorschlag vom EU-Ministerrat von Dezember vergangenen Jahres.
In meinen schlimmsten Albträumen hätte ich mir nicht vorstellen können, dass die Volksvertreter einen schlechteren Vorschlag unterbreiten als der Ministerrat, hinter dem die Finanzministerien stehen, also jene, die das geringste Interesse am Bargeld haben.
Konkret könnte in Zukunft jeder Fahrscheinautomat und jede Parkuhr in allen Euro-Ländern ganz legal Bargeld ablehnen. Auch wurde eine Regel aus dem Gesetzesentwurf gestrichen, wonach Bürgerämter in ihren Räumlichkeiten Bargeld annehmen müssen.
Dies hat mich veranlasst, am 12. Juni 2026 einen noch deutlicheren Brandbrief (2) an den Währungsausschuss zu schreiben. Ich bitte Sie dringend, ihn zu lesen, denn er zeigt unverblümt die katastrophale Lage auf.
Wir konzentrieren unsere Kräfte jetzt unter anderem darauf, Sozialverbände zu aktivieren, ihren Einfluss beim Währungsausschuss geltend zu machen.
Es gibt auch gute Nachrichten
In diesem Zusammenhang möchte ich unbedingt erwähnen, dass es nicht nur Rückschritte gibt. Während bislang Eisdielen, Cafés, Restaurants oder Einzelhandelsgeschäfte Bargeld ablehnen konnten, soll das in Zukunft nicht mehr möglich sein.
Ein Schild an der Ladentür mit dem Hinweis „Keine Barzahlung“ wäre unwirksam. Lediglich dort, wo keine Mitarbeiter zugegen sind, etwa am Kaugummiautomat, könnte Bargeld abgelehnt werden.
Alleine das ist ein Riesenerfolg. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass der Staat sich zu Bargeld bekennt. Und dies kann er nur, wenn er sein einziges gesetzliches Zahlungsmittel, also das Bargeld, selbst auch annimmt. Alles andere wirft vielzählige Fragen auf.
Eine davon ist: Will die EU Bargeld zum Mittel der Krisenvorsorge degradieren und im zweiten Schritt eine bargeldlose Welt entstehen lassen? Mit dem jetzigen Kompromissvorschlag wäre der Weg dafür frei, wie ich es in meinem zweiten Brandbrief andeute.
Alles ist momentan noch in einem Prozess. Diese Woche habe ich dem Südkurier, einer der großen Tageszeitungen in Baden-Württemberg, ein Interview gegeben. Der Beitrag wird vermutlich nächste Woche veröffentlicht und stellt die aktuellen Entwicklungen hoffentlich ins Rampenlicht.
Etwas Persönliches
Mir ist bewusst, dass ich Ihnen heute viel zumute. Aber ich denke, Sie haben das Recht, die Situation ungeschönt zu erfahren. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Ihnen aber folgendes mitgeben:
Ich hatte schon viele schwierige Situationen in meinem Leben und egal wie schwierig sie auch waren – ich habe mich im Zweifel immer auf meinen Wertekodex und meine Integrität verlassen und das gemacht, was mein Herz mir gesagt hat. Im Nachhinein hat sich dies immer als richtig bewahrheitet. Und mein Herz sagt mir, wir müssen bis zum Ende mit Nachdruck dranbleiben und das Bestmögliche einbringen. Ich glaube, im Leben geht es exakt darum.
In diesem Sinne verbleibe ich
mit bargeldfreundlichen Grüßen
Hansjörg Stützle
PS: Wie Sie mithelfen können, unserem Anliegen Gehör zu verschaffen
Die Mitglieder des Währungsausschusses stehen stark unter Druck. Vertreter nationaler Regierungen bedrängen die Politiker im Ausschuss, die Annahmepflicht für Bargeld auszuhöhlen und abzuschwächen. Wir können aber unseren Volksvertretern im Währungsausschuss den Rücken stärken, das Bargeld konsequent zu schützen, indem wir ihnen vor Augen führen, wie groß das öffentliche Interesse, das Interesse ihrer Wähler, am Schutz des Bargelds ist.
Sie können gerne eine freundliche, bestimmte und konstruktive E-Mail an die Mitglieder des Währungsausschusses senden. Bitte formulieren Sie Ihre Worte selbst und schreiben Sie, warum es Ihnen wichtig ist, dass das Bargeld konsequent überall dort angenommen wird, wo künftig auch der E-Euro angenommen wird.
Bargeld sollte dort, wo sich Automaten befinden, die den E-Euro annehmen, ebenfalls angenommen werden. Zumindest jedoch sollte es dafür mindestens eine Möglichkeit an jeder Haltestelle, an jedem Bahnsteig oder in jedem Verkehrsmittel geben. Bürgerämter müssen Bargeld in ihren Räumlichkeiten annehmen, anstatt Barzahler zu einer kilometerweit entfernten Stadtkasse zu schicken.
Fußnoten:
1 https://bargeldverbot.info/wp-content/uploads/2026/06/Brandbrief-im-Layout-GESCHWAERZT-mit-Anhang.pdf
2 https://bargeldverbot.info/wp-content/uploads/2026/06/Brandbrief-2-geschwaerzt.pdf
Online-Flyer Nr. 864 vom 17.06.2026














