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Kommentar
Fragen Sie deutsche Kartoffelbauern!
Staatsräson-Kartoffeln
Von Yavuz Özoguz
Die Kartoffel ist in den Augen von vielen Orientalen untrennbar mit dem Inbegriff eines Deutschen verbunden. Doch was hat das mit der Staatsräson zu tun? Die besondere „Verbindung“ der Deutschen zur Kartoffel hängt damit zusammen, dass sie historisch zu einem typischen Sattmacher der Alltagsküche wurde und sich daraus später ein Klischee über „die Deutschen“ entwickelt hat. Das Goethe-Institut beschreibt in seinem Artikel „Die Deutschen und die Kartoffel“ genau das: Die starke Verbindung von Kartoffeln mit deutscher Hausmannskost ist real. Aber die Vorstellung, Deutsche äßen „vor allem Kartoffeln“, ist eine starke Vereinfachung. [1]

Der historische Hintergrund ist in Preußen verortet. Dort wurde der Kartoffelanbau im 18. Jahrhundert gezielt gefördert, besonders unter Friedrich II. Als berühmt gelten die sogenannten Kartoffelbefehle, von denen der erste 1746 erlassen wurde. Die Kartoffel eignete sich gut als nahrhafte, relativ robuste Kulturpflanze und wurde dadurch für breite Bevölkerungsschichten wichtig. Dazu kommt, dass die Kartoffel über lange Zeit sehr sichtbar in der traditionellen deutschen Küche war: als Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Kartoffelbrei, Kartoffelsalat, Kartoffelsuppe, Reibekuchen oder Kloß. Gerade diese starke Präsenz in klassischen Gerichten hat die symbolische Verbindung „Deutschland gleich Kartoffel“ gefestigt. Der hohe Kartoffelbezug ist aber nur ein Klischee, denn es gibt andere Länder, in denen teils mehr Kartoffeln pro Kopf verzehrt werden als in Deutschland, wie z.B. in Russland und in der Ukraine. Im heutigen Sprachgebrauch wird „Kartoffel“ außerdem manchmal auch salopp oder spöttisch als Bezeichnung für Deutsche verwendet, ähnlich wie andere Nationalitätsklischees.
Dabei stammt die Kartoffel gar nicht aus Nordeuropa, sondern ursprünglich aus den Anden Südamerikas, vor allem aus dem Gebiet des heutigen Peru und Bolivien. Dort wurde sie schon vor mehreren tausend Jahren von indigenen Bevölkerungen kultiviert. Nach Europa kam die Kartoffel erst im 16. Jahrhundert durch die Spanier. Von dort verbreitete sie sich später in andere Teile Europas.
Nun sollte man annehmen, dass in einem kapitalistischen System vor allem jene Kartoffeln verkauft werden, die das beste Preis-Leistungsverhältnis aufweisen. In Zeiten des intensivierten Umweltschutzes könnten auch Transportwege ein sinnvoller Faktor zur Beurteilung einer vernünftigen Landwirtschaft sein. Doch gerade Letzteres scheint völlig bedeutungslos geworden zu sein. So unvorstellbar es sein mag, aber es gibt in Deutschland eine „politische Kartoffel“, wobei jene alles andere als grün ist. Doch als braun soll sie hier auch nicht bezeichnet werden. Manche nehmen an, dass jene „politische Kartoffel“ – bei aller Unvernunft – immer noch über mehr Sachverstand verfügt als manche durch ihre Gier und ihren Narzissmus getriebene Politiker.
Viel zu viele der sogenannten „Frühkartoffeln“ in deutschen Supermärkten stammen aus Ägypten und seinen Nachbarländern und belasten die Wasserressourcen massiv. Die Frankfurter Rundschau berichtet: „Der Markt setzt auf Dumpingpreise, mit dramatischen Folgen für Umwelt und Landwirtschaft. Ein Kilo Kartoffeln aus Ägypten verschlingt fast 400 Liter Wasser ... Deutsche Supermärkte bieten trotz Überproduktion weiterhin Import-Kartoffeln an, während in Ägypten uralte Grundwasserreserven schwinden.“ [2] Die Frage der Ökobilanz soll hier gar nicht erst aufgeworfen werden.
Ähnliche Bilanzen lassen sich auch für Kartoffeln der Nachbarländer berechnen, insbesondere für Israel. Obwohl der Preis in Israel erheblich höher ist, werden unzählige Kartoffeln auch aus Israel nach Deutschland exportiert, was in diesem Fall eine versteckte deutsche Subvention für einen ökologischen Irrsinn sein dürfte. Im Jahr 2024 wurden laut UN-Comtrade-basierten Handelsdaten 50.471 Tonnen Kartoffeln aus Israel nach Deutschland eingeführt. Der Warenwert lag bei etwa 30,67 Mio. US-Dollar, was einem Kilopreis von ca. 0,60 € entspricht. [3] Die Vorstellung, dass die deutsche Staatsräson eigene Bauern vernichtet, um israelische Bauern zu stützen, damit der Staat Israel seine Groß-Israel Träume und seinen offen praktizierten Rassismus [4] ausweiten kann, dürfte vielen Pommes-Deutschen nicht bekannt sein, zumal der Begriff „Pommes“ eigentlich Äpfel heißt und sich im Französischen auf Erdäpfel bezieht. Dennoch gehören Pommes uns Deutschen wie auch der Curry-Ketchup dazu. Curry wächst bekanntlich auf deutschen Bäumen und Ketchup klingt schon so Deutsch, dass wir die Kartoffel kaum den Franzosen überlassen können; Satireeinschub Ende.
Wenn aber der Kartoffeldeutsche die Kartoffel so sehr liebt, dass die Kartoffelbauern nicht nachkommen, den Kartoffelhunger zu stillen, dann bleibt uns ja gar nichts anderes übrig, als Kartoffeln aus Israel zu importieren, oder? Merkwürdigerweise behaupten deutsche Landwirte aber, dass sie seit sehr vielen Jahre erheblich mehr Kartoffeln produzieren, als im Inland verbraucht werden kann. Dick genug sind wir ja schließlich schon. Der Selbstversorgungsgrad liege bei über 150 Prozent [2], was sich teilweise in unserem Köpergewicht ausdrückt. Und moderne Lagertechniken sorgen dafür, dass Kartoffeln bis zur nächsten Ernte frisch bleiben. Trotzdem landen das ganze Jahr tonnenweise Knollen aus Israel und Ägypten in den Regalen der Supermärkte. Zum Boykott von israelischen Kartoffeln darf man in Deutschland faktisch nicht aufrufen, ohne als Antisemit gebrandmarkt zu werden. Und sollte man auf die Idee kommen, Umweltschutzaspekte zu erwähnen, läuft auch der Umweltschutz Gefahr, antisemitisch zu werden.
Diese Situation wiederum führt zu extrem kuriosen Auswirkungen. Ganz aktuell verschenkt eine Bauernfamilie in Lemgrabe 700 Tonnen Kartoffeln an alle Selbstabholer. Lemgrabe ist ein Ortsteil von Dahlenburg im in niedersächsischen Landkreis Lüneburg [5]. Es gibt in Deutschland keine Käufer, so dass die Familie das Lebensmittel sonst vernichten müsste.
Bleibt zu hoffen, dass es nicht verboten wird, die Existenzrecht israelischer Kartoffeln auf dem deutschen Markt zu verleugnen, zumal die Verleugnung des Existenzrechts Israels in Deutschland – als einziger Staat der Erde – nach den Vorstellungen mancher zu einer Straftat erklärt werden soll [6]. Der Bürger, der kaum davon erfährt, könnte auch einmal darüber nachdenken, warum sein Neid gezielt auf den Migranten „gelenkt“ wird und nicht als Abneigung auf eine in jeder Hinsicht irrsinnige Import-Politik.
Die aktuellen Verantwortungsträger in diesem Land sind inzwischen eine viel größere Gefahr für das Grundgesetz als alle vom Verfassungsschutz verfolgten Gruppen. Und nach und nach wird immer deutlicher, dass die deutsche Staatsräson dem eigenen Staat und den eigenen Bürgern auf immer mehr Ebenen mehr schadet, als es irgendwelche „Extremisten“ überhaupt könnten. Fragen Sie deutsche Kartoffelbauern!
Fußnoten
[1] https://www.goethe.de/resources/files/pdf132/tnb_arbeitsblaetter_folge15.pdf
[2] https://www.fr.de/verbraucher/diese-kartoffeln-sollten-sie-im-supermarkt-nie-wieder-kaufen-93964552.html
[3] https://wits.worldbank.org/trade/comtrade/en/country/All/year/2024/tradeflow/Imports/partner/ISR/product/070190?utm_source=chatgpt.com
[4] https://t.me/swd_Hardcore/1761
[5] https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/dahlenburg/familie-staacke-verschenkt-700-tonnen-kartoffeln-06d38b30-3573-49f2-b66a-48552e4798b9.html
[6] https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-04/israel-existenzrecht-bundesrat-gxe
Erstveröffentlichung am 23.04.2026 bei Muslim-Markt
Online-Flyer Nr. 861 vom 29.04.2026
Fragen Sie deutsche Kartoffelbauern!
Staatsräson-Kartoffeln
Von Yavuz Özoguz
Die Kartoffel ist in den Augen von vielen Orientalen untrennbar mit dem Inbegriff eines Deutschen verbunden. Doch was hat das mit der Staatsräson zu tun? Die besondere „Verbindung“ der Deutschen zur Kartoffel hängt damit zusammen, dass sie historisch zu einem typischen Sattmacher der Alltagsküche wurde und sich daraus später ein Klischee über „die Deutschen“ entwickelt hat. Das Goethe-Institut beschreibt in seinem Artikel „Die Deutschen und die Kartoffel“ genau das: Die starke Verbindung von Kartoffeln mit deutscher Hausmannskost ist real. Aber die Vorstellung, Deutsche äßen „vor allem Kartoffeln“, ist eine starke Vereinfachung. [1]

Der historische Hintergrund ist in Preußen verortet. Dort wurde der Kartoffelanbau im 18. Jahrhundert gezielt gefördert, besonders unter Friedrich II. Als berühmt gelten die sogenannten Kartoffelbefehle, von denen der erste 1746 erlassen wurde. Die Kartoffel eignete sich gut als nahrhafte, relativ robuste Kulturpflanze und wurde dadurch für breite Bevölkerungsschichten wichtig. Dazu kommt, dass die Kartoffel über lange Zeit sehr sichtbar in der traditionellen deutschen Küche war: als Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Kartoffelbrei, Kartoffelsalat, Kartoffelsuppe, Reibekuchen oder Kloß. Gerade diese starke Präsenz in klassischen Gerichten hat die symbolische Verbindung „Deutschland gleich Kartoffel“ gefestigt. Der hohe Kartoffelbezug ist aber nur ein Klischee, denn es gibt andere Länder, in denen teils mehr Kartoffeln pro Kopf verzehrt werden als in Deutschland, wie z.B. in Russland und in der Ukraine. Im heutigen Sprachgebrauch wird „Kartoffel“ außerdem manchmal auch salopp oder spöttisch als Bezeichnung für Deutsche verwendet, ähnlich wie andere Nationalitätsklischees.
Dabei stammt die Kartoffel gar nicht aus Nordeuropa, sondern ursprünglich aus den Anden Südamerikas, vor allem aus dem Gebiet des heutigen Peru und Bolivien. Dort wurde sie schon vor mehreren tausend Jahren von indigenen Bevölkerungen kultiviert. Nach Europa kam die Kartoffel erst im 16. Jahrhundert durch die Spanier. Von dort verbreitete sie sich später in andere Teile Europas.
Nun sollte man annehmen, dass in einem kapitalistischen System vor allem jene Kartoffeln verkauft werden, die das beste Preis-Leistungsverhältnis aufweisen. In Zeiten des intensivierten Umweltschutzes könnten auch Transportwege ein sinnvoller Faktor zur Beurteilung einer vernünftigen Landwirtschaft sein. Doch gerade Letzteres scheint völlig bedeutungslos geworden zu sein. So unvorstellbar es sein mag, aber es gibt in Deutschland eine „politische Kartoffel“, wobei jene alles andere als grün ist. Doch als braun soll sie hier auch nicht bezeichnet werden. Manche nehmen an, dass jene „politische Kartoffel“ – bei aller Unvernunft – immer noch über mehr Sachverstand verfügt als manche durch ihre Gier und ihren Narzissmus getriebene Politiker.
Viel zu viele der sogenannten „Frühkartoffeln“ in deutschen Supermärkten stammen aus Ägypten und seinen Nachbarländern und belasten die Wasserressourcen massiv. Die Frankfurter Rundschau berichtet: „Der Markt setzt auf Dumpingpreise, mit dramatischen Folgen für Umwelt und Landwirtschaft. Ein Kilo Kartoffeln aus Ägypten verschlingt fast 400 Liter Wasser ... Deutsche Supermärkte bieten trotz Überproduktion weiterhin Import-Kartoffeln an, während in Ägypten uralte Grundwasserreserven schwinden.“ [2] Die Frage der Ökobilanz soll hier gar nicht erst aufgeworfen werden.
Ähnliche Bilanzen lassen sich auch für Kartoffeln der Nachbarländer berechnen, insbesondere für Israel. Obwohl der Preis in Israel erheblich höher ist, werden unzählige Kartoffeln auch aus Israel nach Deutschland exportiert, was in diesem Fall eine versteckte deutsche Subvention für einen ökologischen Irrsinn sein dürfte. Im Jahr 2024 wurden laut UN-Comtrade-basierten Handelsdaten 50.471 Tonnen Kartoffeln aus Israel nach Deutschland eingeführt. Der Warenwert lag bei etwa 30,67 Mio. US-Dollar, was einem Kilopreis von ca. 0,60 € entspricht. [3] Die Vorstellung, dass die deutsche Staatsräson eigene Bauern vernichtet, um israelische Bauern zu stützen, damit der Staat Israel seine Groß-Israel Träume und seinen offen praktizierten Rassismus [4] ausweiten kann, dürfte vielen Pommes-Deutschen nicht bekannt sein, zumal der Begriff „Pommes“ eigentlich Äpfel heißt und sich im Französischen auf Erdäpfel bezieht. Dennoch gehören Pommes uns Deutschen wie auch der Curry-Ketchup dazu. Curry wächst bekanntlich auf deutschen Bäumen und Ketchup klingt schon so Deutsch, dass wir die Kartoffel kaum den Franzosen überlassen können; Satireeinschub Ende.
Wenn aber der Kartoffeldeutsche die Kartoffel so sehr liebt, dass die Kartoffelbauern nicht nachkommen, den Kartoffelhunger zu stillen, dann bleibt uns ja gar nichts anderes übrig, als Kartoffeln aus Israel zu importieren, oder? Merkwürdigerweise behaupten deutsche Landwirte aber, dass sie seit sehr vielen Jahre erheblich mehr Kartoffeln produzieren, als im Inland verbraucht werden kann. Dick genug sind wir ja schließlich schon. Der Selbstversorgungsgrad liege bei über 150 Prozent [2], was sich teilweise in unserem Köpergewicht ausdrückt. Und moderne Lagertechniken sorgen dafür, dass Kartoffeln bis zur nächsten Ernte frisch bleiben. Trotzdem landen das ganze Jahr tonnenweise Knollen aus Israel und Ägypten in den Regalen der Supermärkte. Zum Boykott von israelischen Kartoffeln darf man in Deutschland faktisch nicht aufrufen, ohne als Antisemit gebrandmarkt zu werden. Und sollte man auf die Idee kommen, Umweltschutzaspekte zu erwähnen, läuft auch der Umweltschutz Gefahr, antisemitisch zu werden.
Diese Situation wiederum führt zu extrem kuriosen Auswirkungen. Ganz aktuell verschenkt eine Bauernfamilie in Lemgrabe 700 Tonnen Kartoffeln an alle Selbstabholer. Lemgrabe ist ein Ortsteil von Dahlenburg im in niedersächsischen Landkreis Lüneburg [5]. Es gibt in Deutschland keine Käufer, so dass die Familie das Lebensmittel sonst vernichten müsste.
Bleibt zu hoffen, dass es nicht verboten wird, die Existenzrecht israelischer Kartoffeln auf dem deutschen Markt zu verleugnen, zumal die Verleugnung des Existenzrechts Israels in Deutschland – als einziger Staat der Erde – nach den Vorstellungen mancher zu einer Straftat erklärt werden soll [6]. Der Bürger, der kaum davon erfährt, könnte auch einmal darüber nachdenken, warum sein Neid gezielt auf den Migranten „gelenkt“ wird und nicht als Abneigung auf eine in jeder Hinsicht irrsinnige Import-Politik.
Die aktuellen Verantwortungsträger in diesem Land sind inzwischen eine viel größere Gefahr für das Grundgesetz als alle vom Verfassungsschutz verfolgten Gruppen. Und nach und nach wird immer deutlicher, dass die deutsche Staatsräson dem eigenen Staat und den eigenen Bürgern auf immer mehr Ebenen mehr schadet, als es irgendwelche „Extremisten“ überhaupt könnten. Fragen Sie deutsche Kartoffelbauern!
Fußnoten
[1] https://www.goethe.de/resources/files/pdf132/tnb_arbeitsblaetter_folge15.pdf
[2] https://www.fr.de/verbraucher/diese-kartoffeln-sollten-sie-im-supermarkt-nie-wieder-kaufen-93964552.html
[3] https://wits.worldbank.org/trade/comtrade/en/country/All/year/2024/tradeflow/Imports/partner/ISR/product/070190?utm_source=chatgpt.com
[4] https://t.me/swd_Hardcore/1761
[5] https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/dahlenburg/familie-staacke-verschenkt-700-tonnen-kartoffeln-06d38b30-3573-49f2-b66a-48552e4798b9.html
[6] https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-04/israel-existenzrecht-bundesrat-gxe
Erstveröffentlichung am 23.04.2026 bei Muslim-Markt
Online-Flyer Nr. 861 vom 29.04.2026














