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Aktueller Online-Flyer vom 12. April 2026  

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Aktuelles
NGfP-Kongress "Rasende Zerstörung – Ursachen und ökonomische, politische und psychosoziale Folgen der Kriegsvorbereitung", Berlin, 26.-28.03.2026
Von der Depression zur mobilisierenden Aufklärung
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Es war ein volles, nahezu überwältigendes Programm, das der Zuhörerschaft an zweieinhalb Tagen beim Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) mit dem Titel "Rasende Zerstörung – Ursachen und ökonomische, politische und psychosoziale Folgen der Kriegsvorbereitung" im Xelor-Kesselhaus in Berlin-Neukölln geboten wurde. Ursprünglich waren kirchliche Räume für den Kongress vereinbart. Aber die evangelische Kirche hatte einen Rückzieher gemacht, weil sie "vermuten müsse, dass von den Vorträgen Gefahr für sie ausginge". Das war insofern der Fall, als dass die Vorträge – im Gegensatz zur Kriegstreiberei, die in der katholischen und evangelischen Kirche zu beobachten ist – durchweg Position bezogen gegen die verschiedenen Formen von Krieg, die uns zurzeit bedrängen. Gleich der erste Vortrag – der des Theologen Eugen Drewermann, dem die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen ist und der Erstunterzeichner des Neuen Krefelder Appells gegen Krieg in all seinen Formen (OmniWar) wie auch der Kampagne für ein neutrales Deutschland ist – war dafür ein hervorragendes Beispiel.



Eugen Drewermann – Erlösung von der Paranoia der Angst!


Wer denkt, dass durch Krieg etwas Besseres entsteht, muss verrückt sein, war eine seiner zentralen Aussagen. Da können sich insbesondere die Kirchen-Oberen, aber auch der überwiegende Teil von Politik und Medien angesprochen fühlen. Eugen Drewermanns Gedankenwelt kreist um die Bergpredigt. Sie biete die einzig vernünftige Perspektive für das Handeln der Menschen. Es müsse darum gehen, die Probleme des anderen zu verstehen. Krieg hingegen sei befohlener Massenmord. Kriege werden auf der Basis von Lügen geplant und geführt. Mit Lenin sieht Drewermann den Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus. Die Imperialisten haben sich in der Frage "Gott oder Mammon" für den Mammon entschieden. Und sie gehen dabei über Leichen. Es geht ihnen um die Durchsetzung ihrer Interessen. Die Schwäche der anderen wird brutal ausgenutzt. Moderne Kriege seien auch deshalb durchführbar, weil die Täter nicht mehr sehen, was sie anrichten. Nicht ganz einfach zu verstehen ist Drewermanns Aussage, dass man dem Bösen keinen Widerstand entgegenbringen solle. Kein Widerstand gegen den Völkermord Israels in Gaza? Kein Widerstand gegen die Menschen strangulierenden EU-Sanktionen? Leider kam es in der anschließenden Frage-Antwort-Runde nicht zur Klärung in dieser Sache. Ein Gedanke durchzog jedoch seinen – neben der Bergpredigt auf die psychologisierende Literatur Dostojewskis sich beziehenden – Vortrag: „Eine Spirale der Angst soll Frieden schaffen?“ Was von Nöten sei, ist die „Erlösung von der Paranoia der Angst“.



Klaus-Jürgen Bruder – Empörung ist das Feuer, das die Mächtigen erschrickt.

Der ehemalige NGfP-Vorsitzende Klaus-Jürgen Bruder sieht die gegenwärtige Entwicklung alles andere als optimistisch. Er beobachtet Entpolitisierung und Totalitarismus unter der Maske der Demokratie. Ein radikales Aufbäumen dagegen sei nicht in Sicht. Auch der Krieg von USA und Israel gegen den Iran bringe keinen wirkungsvollen Protest hervor. Es fehle an Solidarität mit den vom Staat Drangsalierten wie Reiner Füllmich oder mit Verfechtern des Bargelds, deren Konten gesperrt würden. Es sei insbesondere das Corona-Regime, in dem die totalitären Tendenzen zum Durchbruch gekommen seien. Die Regisseure des Corona-Regimes wollten jeden Widerstand brechen. Im Kasernenton erschallte der Befehl: Maske!!! Und das Erschreckende: insbesondere Psychologen unterwarfen sich ganz besonders diesem Regime. Selbst ein Reiner Mausfeld, der das Schweigen der Lämmer verurteilt, hat geschwiegen. Klaus-Jürgen Bruder befürchtet als Endpunkt der Entpolitisierung den Faschismus. Deshalb bedarf es der Empörung. Sie sei das Feuer, das die Mächtigen erschrickt. Die Machthaber als blöd zu sehen, sei blöd. Sie wissen, was sie tun. Es sei Kritik vonnöten, die Konsequenzen hat – z.B. Kritik an der Bundesregierung, an der EU, an der NATO, wie sie sich ansatzweise bei den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht zeige.



Wolfgang Krieger – Die USA sind Getriebe ihrer eigenen Katastrophe.

Wie die reale Verschwörung der Corona-Inszenierung sei auch der Krieg in der Ukraine – so Dipl.-Ing. Wolfgang Krieger – von langer Hand geplant. Unternehmerverbände wie auch Gewerkschaften würden das Mantra vom unprovozierten Krieg nachplappern. Die USA seien als Staat überformt von Kapitalinteressen – und getrieben von ihrer eigenen Katastrophe. All das verstehen wir – so Wolfgang Krieger – haben dafür aber keinerlei Verständnis. Positiv erwähnt er Kräfte, die den Vasallenstatus Deutschlands überwinden wollen. Allerdings beklagt er insgesamt eine fehlende Opposition, Theorielosigkeit und eine totale Verwirrung, wie es sie insbesondere unter Künstlern mit deren Kriegsbegeisterung am Beginn des Ersten Weltkriegs gegeben habe.



Wolfgang Bittner – Corona diente der Aushebelung der Gewaltenteilung

Das Corona-Regime – so der Jurist und vielfache Buchautor Wolfgang Bittner – diente der Aushebelung der Gewaltenteilung. Der im Oktober 2020 zu Tode gekommene SPD-Politiker und Jurist Thomas Oppermann habe es richtig gesehen, wenn er das Erlassen von Verordnungen durch die Verwaltung als rechtswidrig kritisiert hat. Die Bedrohung durch Russland sei konstruiert. Es gehe um einen Regime-Change in Moskau. Die NATO führe im Rahmen ihrer kognitiven Kriegsführung einen Kampf gegen so genannte "Desinformation". In diesem Zusammenhang sind auch die Kampagnen gegen "rechts" zu sehen. Sie seien verlogen. Zur Strategie staatlicherseits gehöre auch zu verlangen, gegenüber den so genannten Feinden der Demokratie "Null Toleranz" zu zeigen. Die EU-Sanktionen wie die gegen Alina Lipp, Thomas Röper, Hüseyin Dogru und Jacques Baud seien ohne demokratische Legitimation. Sie seien reine Willkür und rechtswidrig. Wolfgang Bittner weist auf das Buch "Deutschland neutral" hin, in dem auch er vertreten ist. Nach einem Zwischenruf, dass es auch eine Unterschriften-Kampagne unter dieser Bezeichnung gibt – deren Erstunterzeichner er ist – ruft er  auf: unterschreiben! (deutschlandNEUTRAL.de) Insgesamt erkennt Wolfgang Bittner eine Politik, die die Interessen der Bevölkerung verrät. Ziel müsse ein wieder gutes Verhältnis zu Russland sein. Hoffnung gebe, dass der "Westen" im "globalen Süden" einen stärker werdenden Gegenpart habe.



Magda von Garrel – KI umgeht die Erfahrung mit Widerständen


Menschenfressende KI (Künstliche Intelligenz) war das Thema der Sonderpädagogin und Diplom-Politologin Magda von Garrel. KI sei auf Bestätigung angelegt. Das ist verführerisch. KI sei sogar schöpferisch und lasse Ideen entstehen, auf die Menschen nicht kommen. In der Schule sei KI ein Problem. Es sei für das Lehrpersonal kaum überprüfbar, ob Texte vom Schüler stammen oder per KI produziert sind. KI kann Texte authentisch wirken lassen, indem sie im Stil z.B. eines 12-Jährigen und mit eingebauten Rechtschreibfehlern erzeugt würden. Es seien Berufe wie die des Journalisten oder Übersetzers gefährdet. Niedrig geschätzt stehen weltweit 300 Millionen Arbeitsplätze auf dem Spiel. KI sei nur scheinbar lebenserleichternd, umgehe die Erfahrung mit Widerständen, schaffe seelische Abhängigkeit und führe zur Verdummung. Fazit: Aus Sicht der "Eliten" kann die mit KI verbundene Entwicklung besser nicht laufen. Sie ist essentieller Teil der "rasenden Zerstörung",



Benjamin Lemke – rasende Zerstörung versus rasender Stillstand

Der NGfP-Vorsitzende Benjamin Lemke kann dem Zustand der Welt kaum etwas Positives abgewinnen. Unter Einbeziehung zahlreicher kritischer Denker macht er deutlich, wohin die Entwicklung geht: rasende Zerstörung. Mit Karl Marx spricht Benjamin Lemke vom toten Kapital. Mit Paul Virilio, der das Paradoxon von einem lähmenden "rasenden Stillstand" formuliert, sieht er Kriegsunternehmer, die sowohl produzieren als auch zerstören. Während klassische Macht sichtbar gewesen war, sei die neue Macht unsichtbar und undurchschaubar. Die Erde schrumpfe zu einem simultanen Operationsfeld. Festzustellen sei nicht Ausbreitung und Expansion sondern Zusammenfassung. Es sei rasende Zerstörung, die zunehmend den Alltag beherrsche. Was mit der rasenden Zerstörung in Zusammenhang stehe, sei eine Dauermobilmachung. Beim Projekt, Deutschland kriegstüchtig zu machen, gehe es neben der militärischen Umgestaltung um die Installation eines Überwachungs- und Kontrollsystems. Der Krieg gegen den Iran laufe nach der Devise: zuschlagen, bevor die anderen es tun. Andererseits sei das gegenwärtige Geschehen von offenkundiger Planlosigkeit geprägt.



Wolfgang Effenberger – OmniWar und permanenter Ausnahmezustand

Thema des ehemaligen Bundeswehrmajors Wolfgang Effenberger ist die Transformation der Welt mit einem besonderen Blick auf den Krieg, der alle Gebiete umfasst, nicht nur den militärisch geführten – auf den OmniWar (ein von David A. Hughes geprägter Begriff). Für Wolfgang Effenberger ist klar: Kriege brechen nicht aus, sie werden (von langer Hand) geplant. Dabei spielen die Medien als unzweifelhafter Teil der Kriegspropaganda eine wesentliche Rolle. Wenn der "Westen" in der Ukraine scheitert, bestehe die große Gefahr der Ausweitung hin zu einem Dritten Weltkrieg. Und alles deutet darauf hin, dass der "Westen" scheitert. Auf den OmniWar Bezug nehmend sieht Wolfgang Effenberger, dass die transnationale "Elite" einen Krieg gegen die Menschheit führt – dass sie die Menschen versklaven wolle. Es gehe darum, Menschen stärker steuerbar zu machen. Das laufe vorrangig über SoftPower. Es solle ein permanenter Ausnahmezustand entstehen. Stichworte: Dauerkrieg und Dauertransformation. Unterdrückung werde als Förderung der Freiheit ausgegeben. Wer sich dem OmniWar widersetzt. gelte als "Störfaktor", der beseitigt werden muss.



Rudolph Bauer – Krieg dient der Aufrechterhaltung kapitalistischer Herrschaft

Der Politikwissenschaftler, Bild-Künstler und Schriftsteller Rudolph Bauer geht der Frage nach: warum Krieg? Die zunehmende Militarisierung sei Teil des Krieges, und die Corona-Operation sei Teil der Militarisierung gewesen. Im gegenwärtigen Russlandfeldzug (der sich als Verteidigung der Ukraine tarnt) stehe Deutschland im Verbund mit NATO und EU. Rudolph Bauer erinnert daran, dass die USA Hitler gefördert und die Wehrmacht zu einer der modernsten Armeen haben werden lassen. Der Krieg Deutschlands gegen die Sowjetunion war ähnlich wie der gegenwärtige Krieg der Ukraine gegen Russland ein Stellvertreterkrieg. Es sei die ökonomische Logik, die zu Kriegen führe. Nach Michael Hollister sei ein großer, Europa zerstörender Krieg die "Lösung" des Problems. Das Leben von Millionen Menschen spiele dabei keine Rolle. Entscheidend sei, dass auf die große Zerstörung das große Wachstum folge. Kriege dienen der Aufrechterhaltung der kapitalistischen Herrschaftsverhältnisse. Was dagegen zu tun sei? Ohne Generalstreik sei die Entwicklung nicht aufzuhalten. Wer nur zum Frieden aufrufe, mache sich zum Komplizen mit dem Krieg.



Manfred Sohn - Eine Niederlage ist kein Scheitern

Der Vorsitzende der Marx-Engels-Stiftung, DKP-Mitglied und Autor in linken Publikationen, Manfred Sohn, legt dar, dass Protest zum Erfolg führen kann. Die Absage des Bundeswehr-Camps auf dem Brocken (im Harz) sei Ergebnis eines breiten Bündnisses unter maßgeblicher Beteiligung der Sozialistischen deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) gewesen, in das auch Gewerkschaften einbezogen waren. Auch die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht zeigen Wirkung. Andererseits spart Manfred Sohn nicht mit Kritik an den gegenwärtigen Entwicklungen. Die laufende Militarisierung verschlinge die Hälfte des Bundeshaushalts, die Tilgung der Zinslast ein Viertel. Nichts sei teurer als Krieg. Kleine Kriege würden zu einer kleinen Inflation führen, große Kriege zu einer großen (Hyper-Inflation). Aus der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die DKP in Sachen "Corona" versagt hat. Sie habe – so eine Stimme aus dem Publikum – nicht erkannt, dass die Corona-Operation vorbereitender Teil der Militarisierung der Gesellschaft war. Angesprochen auf die westliche Wahrnehmung des Kommunismus infolge der Dauerpropaganda beginnend mit Edward Bernays in Guatemala in den 1950er Jahren, antwortet Sohn, eine Niederlage sei kein Scheitern. Während Marx Säle mit bis zu 1500 Personen gefüllt habe, seien es heute 1,5 Milliarden Menschen, die in Staaten leben, die den Kommunismus zum Ziel haben – Cuba und China.



Conny Stahmer-Weinandy für Almuth Bruder-Bezzel – Menschen können entscheiden: es ist Krieg und keiner geht hin


Nach einleitenden Worten trug die stellvertretende NGfP-Vorsitzende Conny Stahmer-Weinandy einen Text des Ende 2025 verstorbenen NGfP-Vorstandsmitglieds Almuth Bruder-Bezzel vor. Darin geht es um Kriegskredite, Depression, Verarmung und Verunsicherung. Das sei verbunden mit Flucht zu "rechteren" Parteien. In einem psychologisch geprägten Teil des Textes geht es um das "Ich", das durch Fremdes geprägt wird – mitbestimmt durch die Klassenverhältnisse. Der Mensch sei einerseits Schöpfer seiner selbst, stehe dabei aber im Spannungsverhältnis von Selbst- und Fremdbestimmtheit (Determination). Schlagworte dazu: Selbst wollen, weil wir sollen! "Freiwillige" Einübung. Nach Walter Lippmann - Autor des Standardwerks der Propaganda "Die öffentliche Meinung – gelte es, die Massen zu steuern. Propaganda und Lüge dürfen nicht als solche erkennbar sein. Es gebe eine unüberschaubare Zahl an Propagandamethoden. Ziel sei dabei immer die Durchsetzung einer vorgefertigten Meinung – verbunden mit der Ausschaltung anderer, notfalls durch Sanktionen. Die Reaktion darauf schwanke zwischen autoritärem Denken und Gegenwehr. Almuth Bruder-Bezzel macht Mut, indem sie sagt: Menschen sind nicht (nur) Spielbälle der Medien. Sie können auch entscheiden: Es ist Krieg und keiner geht hin,



Annette Groth – Druck machen gegen den Völkermord in Gaza!

Die ehemalige Bundestagsabgeordnete der Partei "Die Linke", Annette Groth, macht vorrangig Israels verbrecherische Politik zum Thema. Die UNO werde abgeschafft bzw. schaffe sich selber ab. Schon der Beschluss der UNO, Palästina zu teilen, war keine akzeptable Lösung. Der Beschluss war die Grundlage für die 80jährige Nakba (palästinensische Kathastrophe). Was Israel betreibe, sei eine Schmähung des Völkerrechts. Die Forderung müsse sein, keine Waffen an Staaten zu liefern, die im Verdacht stehen, Völkermord zu begehen. Der Krieg gegen den Iran habe eine zusätzliche katastrophale Auswirkung auf Gaza. 18.000 Schwerverletzte warten auf Ausreise. Es bestehe die Gefahr der Schließung ALLER Krankenhäuser. Politiker, die diese Handlungsweise Israels unterstützen, seien als kriminell, als Verbrecher zu bezeichnen. Gaza sei ein Labor für automatisches Töten: die Zielermittlung laufe per KI. Israel wolle Libanon teilweise annektieren, das Westjordanland in Gänze. Die komplette Bevölkerung stünde unter Ausgangssperre. Es sei die vollständige Vertreibung beabsichtigt – entsprechend der Aussagen des Alten Testaments, dass Israel angeblich Anspruch auf das Land habe. Es laufe ein endzeitlicher Kampf. In Berlin gebe es 12.000 Anklagen gegen Palästina-Aktive. Auch die EU-Sanktionen wie die gegen Hüseyin Dogru lägen auf dieser Ebene. Trotzdem könne es nur heißen: Druck machen gegen den Völkermord in Gaza!



Werner Rügemer – Gegen die Ermordung der Wahrheit und die Hinrichtung des Journalismus


Der interventionistische Philosoph Werner Rügemer befasst sich in seinem Vortrag mit dem gefährlichen Endspiel des US-geführten Kapitalismus und der globalen Alternative. Er stellt sich gegen die Ermordung der Wahrheit und die Hinrichtung des Journalismus. Alle US-Präsidenten seien Lügner. Trump allerdings lüge auf besondere Weise. In US-Präsident Trump sieht er die psychopatische Verkörperung der niedergehenden USA. In Trumps Nationaler Sicherheitsstrategie von 2025 sei die Rede vom stärksten und tödlichsten Militär der Welt. Die US-Kriege würden seit 20 Jahren nur noch auf Kredit geführt. Trump betreibe das Karussell noch schneller. Der Dritte Weltkrieg sei längst im Gange. Für Kuba sehe Trump die Endlösung vor. Werner Rügemer sieht in Trumps Denken einen Endzeit-Zionismus. Trump stehe für die Beförderung des Völkermords in Gaza. Sexuelle Verbrechen im Stile von Epstein und Völkermord würden eine organische Einheit bilden. Außenminister Rubio habe bei der Münchner "Sicherheitskonferenz" Sozialismus als des Teufels bezeichnet (s.o. Bernays zu Guatemala). Krieg und Wiederaufbau seien ein hervorragendes Geschäft. In diesem Zusammenhang erwähnt Werner Rügemer auch die Überlegung, auf den Trümmern von Gaza eine "Riviera" des Nahen Osten entstehen zu lassen. Als Gegenpol beschreibt Werner Rügemer China, das über keine globale Militärpräsenz verfüge und eine Politik zum Wohle der Menschen betreibe. In China würden betrügerische Manager bestraft. China sei ein Gegenspieler zum Raubtierkapitalismus. China habe westliches Kapital im eigenen Interesse transformiert. Chinas Regierung sei laut Umfragen bei seiner eigenen Bevölkerung die beliebteste auf der Welt. Ziel sei ein multipolares Sicherheitssystem. Werner Rügemer fordert die Zuhörer auf, dabei mitzumachen. Er sieht in der gegen Trump gerichteten No-King-Bewegung unterstützenswerten Basis-Protest.



Hannes Hofbauer – EU-Sanktionen sind Kriegsvorbereitung und Willkür ohne Rechtsgrundlage

Der Wiener Verleger Hannes Hofbauer macht mit seinem Vortrag "Aller Rechte beraubt" (so auch sein Buchtitel) die EU-Sanktionen zum Thema. Sie seien Teil der Kriegsvorbereitungen und Willkür ohne Vorladung, ohne Anklage, ohne Schuldspruch. Sie würden vom EU-Ministerrat verhängt und von den Nationalstaaten exekutiert. Sie umfassen insbesondere Vermögensentzug und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Hannes Hofbauer fühlt sich erinnert an Vogelfreiheit, mittelalterliche Reichsacht und die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR. Auf der Liste der EU-Sanktionierten stünden mittlerweile 2700 Personen. Die ersten Deutschen seien im Mai 2025 Alina Lipp, Thomas Röper und Hüseyin Dogru gewesen. Was Hüseyin Dogru betrifft, sei dessen Sanktionierung insbesondere auch deshalb nicht nachvollziehbar, weil er Russland immer wieder des Imperialismus bezichtigt habe. In der kurzen Begründung der EU wird ihm trotzdem vorgeworfen, im Sinne Russlands "koordinierte Informationsmanipulation" zu betreiben und im Sinne der Hamas "systematisch falsche Informationen über politisch kontroverse Themen zu verbreiten". Hannes Hofbauer sieht in den EU-Sanktionen eine Form von Kriegsrecht.


Im Xelor-Kesselhaus (Fotos: arbeiterfotografie.com)

Was ist die Konsequenz aus all dem? – Wege zum positiven Handeln beschreiten!

Ist es angesichts des verbrecherischen Unrechts, das uns die Referenten auf den verschiedenen Gebieten vor Augen führen, vorstellbar, in Resignation und Depression zu verfallen? Die Antwort – der Psychologen – kann nur lauten: NEIN! Gesundungsprozesse erfordern allerdings Bewusstmachung. Die Vorträge sind als mobilisierende Aufklärung zu verstehen. Zeit, sich intensive Gedanken zu machen, wie eine geistige, durch Erkenntnis getragene Mobilisierung in Handlung übertragen werden kann und soll, auf welche Weise dem "Bösen" zu begegnen und es möglicherweise abzuwenden ist, war allerdings nicht genügend vorhanden. Deshalb der Vorschlag, einem weiteren Kongress den entsprechenden Schwerpunkt zu geben. Einer wirkungsvollen Mobilisierung von Widerstand steht insbesondere die von interessierten Kreisen forcierte gesellschaftliche Spaltung im Wege. Sie gilt es zu überwinden. Vor allem dem Herrschaftsinstrument Angst gilt es zu begegnen – auch der "Angst", mit den "Falschen" in Verbindung gebracht zu werden, wie sie sich z.B. zeigt, als die bei den Schulstreiks gegen Wehrpflicht aktive SDAJ nicht auf die Einladung zum Kongress reagiert. Es gibt keine andere Wahl, als sich der "rasenden Zerstörung" in den Weg zu stellen und damit einen Beitrag zu leisten, sie aufzuhalten – so aussichtslos es auch erscheinen mag. Die "rasende Zerstörung" ist keine physikalische Gesetzmäßigkeit, die nicht gebremst werden könnte. Sie kann und muss gestoppt werden, damit die Menschheit sich mit positiven Lebensentwürfen befassen kann, für die bereits genügend Beispiele vorhanden sind.


NGfP-Kongress im Xelor-Kesselhaus

NGfP-Kongress im Xelor-Kesselhaus (Fotos: arbeiterfotografie.com)


Online-Flyer Nr. 860  vom 08.04.2026



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