NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 15. Februar 2026  

Fenster schließen

Literatur
Welch eine Botschaft
In einem Lande namens Irgendwo
Von Gordana Milanovic-Kovacevic

In einem Lande Namens Irgendwo,
wartet auf drei Männer die Guillotine,
ein Priester, ein Richter und ein Ingenieur,
sprechen vor der Enthauptung ihre letzten Worte.
Der Priester: „Ich glaube an Gott, er wird mich retten!“
Die Guillotine fällt, o`, welch ein Wunder,
einige Zentimeter über seinem Kopf bleibt sie stehen.
Anwesende schreien:
„Lasst ihn frei! Gott schützt ihn, will nicht, dass er stirbt!“
So wird er freigelassen.

Seine letzten Worte spricht auch der Richter :
„Ich glaube nicht an Gott wie der Priester,
aber ich glaube an Gerechtigkeit.
Die Gerechtigkeit wird mich retten!“
Die Guillotine fällt, o`, wieder ein Wunder,
einige Zentimeter über seinem Kopf bleibt sie stehen.
Die Menschenmenge tobt: „Last ihn frei!
Die Gerechtigkeit hat gesprochen, will nicht, dass er stirbt!“
Auch ihn lässt man frei.

Nun steckt unter der Guillotine der Ingenieur,
seine letzten Worte lassen aufhorchen:
„Ich bin weder Priester, der an Gott glaubt,
noch bin ich Richter, der an die Gerechtigkeit glaubt!
Ich habe bemerkt, eure Guillotine hat einen Knoten,
so fällt sie nicht in Gänze herunter“.
Die Wächter untersuchen die Guillotine,
entdecken den Knoten,
entknoten ihn und die Guillotine fällt
– dem Ingenieur wird der Kopf abgetrennt.
Die Botschaft hinter der Geschichte?!

Online-Flyer Nr. 858  vom 14.02.2026



Startseite           nach oben